Von Andreas Steinhardt 27.10.2023 um 14:16 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein schönes Gedicht über den Mond von Hoffmann von Fallersleben.
Gerda liebte den Mond über alles, unser Erdtrabant hatte eine magische Anziehungskraft auf sie, ich selbst empfinde genauso.
Oft saß ich mit ihr als Kind am abendlichen Fenster und bestaunten unseren wunderschönen Mond. Bei Vollmond öffnete meine Mutter weit die Vorhänge, so daß sie seinen silbernen Schein auch gut vom Bett aus sehen konnte. Dabei sang und summte Gerda ruhige Lieder um friedlich zu entschlummern. Bei Vollmond nicht gut schlafen können? Absolute Fehlanzeige...
Der Mond
Der Mond zieht durch die Wolken,
Er kommt so hell heran.
Ihr Kinder, eilt ins Freie!
0 seht den Mond euch an!
Da streckt das kleinste Knäbchen
Die Arm’ hinaus gar weit,
Den Mond, den Mond will’s haben,
Nach ihm es weint und schreit.
Ich kann ihn dir nicht geben,
Auch wenn du größer bist,
Kann ich kein Glück dir geben,
Das nicht auf Erden ist. –
Denk’ bei dem goldnen Monde,
Der hoch am Himmel schwebt,
Dass niemand hier auf Erden
Unmögliches erstrebt.
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben war ein dt. Hochschullehrer, Dichter und Übersetzer wie Herausgeber von alten Schriften.
*02. April 1798 in Fallersleben, Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg, seit 1972 zu Wolfsburg
+19. Januar 1874 im Kloster Corvey, heute zur Stadt Höxter, OWL.





