Von Andreas Steinhardt 24.12.2024 um 09:47 Uhr | melden
Diese Gedenkkerze am Heiligabend widme ich nicht nur Gerda, sondern auch den Opfern des furchtbaren Anschlags von Magdeburg.
Ich wünsche den Leserinnen und Lesern von Gerdas Gedenkseite trotzdessen eine besinnliche Christnacht und gesegnete Weihnachtstage.
Das Wort "Frohe" vermeide ich in diesen Tagen.
In Gedanken werde ich, werden wir auch bei den Opfern von Magdeburg und ihren Familien sein.
Wir werden aus Respekt alles ein wenig ruhiger, gedämpfter gestalten.
Ich kenne viele, die genau so empfinden, aber auch diese, die es bewusst ignorieren, es nicht (mehr) an sich ran lassen und feiern, als ob es keinen Morgen mehr gibt.
Nun, es sei jedem selbst überlassen. Ich erwähne es heute, am 24.12. ganz bewusst - wir befinden uns schließlich auch auf den Gedenkseiten und nicht bei TikTok.
Sollten Sie (auch) an diesen Tagen einen lieben Menschen besonders vermissen, vielleicht sogar durch einen Sterbefall in diesem Jahr, wünsche
ich Ihnen viel Kraft!
Ist ein lieber Mensch in ihrem Umfeld erkrankt, oder gar Sie selbst, wünsche ich Ihnen oder der entsprechenden Person Zuversicht und Hoffnung!
Nun ein längerer Text, welcher 1974 sogar einen Emmy gewann.
Ich denke dass es sich aber durchaus lohnt, ihn einmal zu lesen. Vielleicht brauchen wir Menschen auch so etwas in schwierigen Zeiten, ein kleines Lächeln, trotz Tränen der Trauer auf den Wangen.
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Die 8-jährige Virginia schrieb einst der schon eingestellten Zeitung New York Sun die Frage:
"Is there a santa?", - gibt es einen Weihnachtsmann?
Francis P. Church von der New York Sun schrieb dazu auf der Titelseite einen Leitartikel, welcher über viele Jahrzehnte immer wieder zu Weihnachten auf der Titelseite gedruckt wurde.
"Lieber Redakteur: Ich bin 8 Jahre alt.
Einige meiner kleinen Freunde sagen, dass es keinen Weihnachtsmann gibt.
Papa sagt: Wenn du es in der Sun siehst, ist es so. Bitte sagen Sie mir die Wahrheit: Gibt es einen Weihnachtsmann?"
Virginia O’Hanlon.
115 West Ninety-fifth Street.
Francis P. Church:
"Virginia, deine kleinen Freunde haben unrecht.
Sie sind beeinflusst von der Skepsis eines skeptischen Zeitalters. Sie glauben an nichts,
das sie nicht sehen. Sie glauben, dass nichts sein kann, was ihr kleiner Verstand nicht fassen kann. Der Verstand, Virginia, sei er nun von Erwachsenen oder Kindern, ist immer klein. In diesem unserem großen Universum ist der Mensch vom Intellekt her ein bloßes Insekt, eine Ameise, verglichen mit der grenzenlosen Welt über ihm, gemessen an der Intelligenz, die zum Begreifen der Gesamtheit von Wahrheit und Wissen fähig ist.
Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann.
Er existiert so zweifellos wie Liebe und Großzügigkeit und Zuneigung bestehen, und
du weißt, dass sie reichlich vorhanden sind und deinem Leben seine höchste Schönheit und Freude geben. O weh! Wie öde wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe. Sie
wäre so öde, als wenn es dort keine Virginias gäbe.
Es gäbe dann keinen kindlichen Glauben, keine Poesie, keine Romantik, die diese Existenz erträglich machen. Wir hätten keine Freude außer durch die Sinne und den Anblick. Das ewige Licht, mit dem die Kindheit die Welt erfüllt, wäre ausgelöscht.
Nicht an den Weihnachtsmann glauben! Du könntest ebenso gut nicht an Elfen glauben! Du könntest deinen Papa veranlassen, Menschen anzustellen, die am Weihnachtsabend auf alle Kamine aufpassen, um den Weihnachtsmann
zu fangen; aber selbst wenn sie den Weihnachtsmann nicht herunterkommen sähen, was würde das beweisen?
Niemand sieht den Weihnachtsmann, aber das ist kein Zeichen dafür, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Die wirklichsten Dinge in der Welt sind jene, die weder Kinder noch Erwachsene sehen können. Sahst du jemals Elfen auf dem Rasen tanzen?
Selbstverständlich nicht, aber das ist kein Beweis dafür, dass sie nicht dort sind. Niemand kann die ungesehenen und unsichtbaren Wunder der Welt begreifen oder sie sich vorstellen.
Du kannst die Babyrassel auseinanderreißen und nachsehen, was darin die Geräusche erzeugt; aber die unsichtbare Welt ist von einem Schleier bedeckt, den nicht der stärkste Mann, noch nicht einmal die gemeinsame Stärke aller stärksten Männer aller Zeiten, auseinanderreißen könnte.
Nur Glaube, Phantasie, Poesie, Liebe, Romantik können diesen Vorhang beiseiteschieben und die übernatürliche Schönheit und den Glanz dahinter betrachten und beschreiben. Ist das alles wahr? Ach, Virginia, in der ganzen Welt ist nichts sonst wahrer und beständiger.
Kein Weihnachtsmann! Gott sei Dank lebt er, und er lebt auf ewig. Noch in tausend Jahren, Virginia, nein, noch in zehnmal zehntausend Jahren wird er fortfahren, das Herz der Kindheit zu erfreuen!"
Emmy-Gewinn 1974





