Von Andreas Steinhardt 31.12.2024 um 11:56 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze am letzten Tag des Jahres ein Gedicht von Max Hartung.
Gerne erinnere mich zurück an die Silvester-
abende meiner Kindheit, das Haus war nahezu voll, Großeltern, der älteste Bruder mit Partnerin, Anverwandte - es wurde Kartoffelsalat und Eiersalat kredenzt, Weißbrot, Weißwurst, Stangenbrote und Lachs gereicht. Knabber-
gebäck, Bier wie Sekt war selbstverständlich ausreichend vorhanden.
Gerda gab sich größte Mühe, alle Gäste zufrieden zu stellen, die Stimmung war ausgelassen -
"das Kind" konnte es gar nicht abwarten bis zur Mitternachtsstunde und ich bat den Bruder doch stündlich um das anzünden einer Rakete...noch vor dem Jahreswechsel...
Können Sie, wir es auch heute noch "kaum abwarten", dass das alte Jahr in wenigen
Stunden hinter uns liegt?
Gerda war stets optimistisch, was das neue Jahr anging. Ich gehöre eigentlich auch zu den "Berufsoptimisten", die es halten wir der Kölner:
"Er hätt noch immer jot jejange" - ich muss aber zugeben, das mir dieser Satz in der jetzigen Zeit nicht mehr so leicht wie noch vor einigen Jahren von den Lippen geht...
Der Silvesterabend - Gedanken kreisen retrospektiv und prospektiv - bleiben wir zuversichtlich .....?
Ich wünsche den Leserinnen und Lesern von Gerdas Gedenkseite jedenfalls einen guten Start ins neue Jahr, ein friedvolles und gesundes Jahr 2025!
Silvesternacht
von Max Hartung
Die Glocken tönen durch die Nacht,
Du lauschest ihrem Klingen;
Das Jahr, das du herangewacht,
Was wird das neue bringen?
Kein Glockenlaut, kein Menschenmund,
Noch der Gestirne Kreisen
Vermag auf Gottes Erdenrund
Die Zukunft dir zu weisen!
Drum frag dich selbst! Das Jahr wird gut,
Gehst du auf rechten Wegen,
In deinem Tun und Lassen ruht
Des neuen Jahres Segen.
Max Hartung, *1857 in Leipzig, +1932 ebenda.
Hartung war ein deutscher Schriftsteller und Dichter, über den ich bisher wenige Daten fand. Häufige Verwechselung und stets im Vordergrund: Der namensgleiche dt. Säbelfechter Max Hartung.





