Von Andreas Steinhardt 05.03.2025 um 16:07 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze am Aschermittwoch
ein Gedicht von Hoffmann von Fallersleben.
Die Masken sind gefallen, die Fastenzeit hat begonnen. Sind Sie froh, das der ganze Spuk
des Faschings nun ein Ende hat? Oder trauern
Sie der närrischen Zeit hinterher?
Gerda, die Frohnatur, mochte den Karneval sehr gern, wie auch ich.
Nun ist er da, der Aschermittwoch, da hilft kein Weh und kein Ach...
...eine kargere Zeit beginnt, je nach dem wie Sie diese annehmen, mit christlichem Hintergrund oder purem Ignorieren...
...die gute Nachricht::
Am 20. April ist Ostersonntag. Ein überschaubarer Zeitraum, wie auch immer Sie diese kommenden Wochen gestalten, möge es Ihnen gut gelingen!
Aschermittwoch
von Hoffmann von Fallersleben
Wir feiern im Norden jetzt überall
Mit hoher Erlaubnis den Carneval.
Wir treiben Spott, wir treiben Scherz
Mit allerlei in unserm Land und allerwärts.
So kommt denn manche Wahrheit wohl an
den Tag,
Die man nicht offenbaren darf und mag.
Und mancher singt und mancher sagt,
Was er doch sonst wohl schwerlich hätte gewagt.
Das wäre nun Alles zu unserm Gedeihn,
Ja, müsst es bei uns ewig Fasching sein.
Wer kann Jahr aus, wer kann Jahr ein
Und immerfort und immerfort ein Narr doch sein.
Der Carneval vergehet ohne Spur,
Und immerfort behalten wir die Censur.
Gäbt ihr dafür die Presse frei,
Bei Gott, das wär die allerschönste Narretei!
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben war ein dt. Hochschullehrer, Dichter und Übersetzer wie Herausgeber von alten Schriften.
*02. April 1798 in Fallersleben, Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg, seit 1972 zu Wolfsburg.
+19. Januar 1874 im Kloster Corvey, heute zur Stadt Höxter, OWL.





