Von Andreas Steinhardt 17.08.2025 um 14:48 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein Sommergedicht
von Gertrud Goes.
Nun ist der August schon weit fortgeschritten - nach ein paar sehr heißen Tagen mit großer Schwüle und schlechter Luftqualität mit zu hohen Ozonwerten haben wir nun eine Atempause - leicht bewölkt bei 19° C.
So langsam kommt die Zeit, wo Gerdas Abschiedsweh des Sommers begann - mit der Hoffnung auf einen noch warmen September.
Sommerabendwind
von Gertrud Goes
Leiser Sommerabendwind,
Der durch reife Gräser schleicht,
So wie die schlanke Männerhand
Über Frauenhaare streicht;
Leiser Sommerabendwind,
Der um volle Rosen geht
Und von jedem offnen Kelch
Eine Welle Duft erfleht;
Leiser Sommerabendwind,
Der mit Tönen überrascht,
Der von zartem Vogellied
Noch den letzten Laut erhascht;
Leiser Sommerabendwind,
Der die Mittagswolken kühlt,
Und das ganze Himmelszelt
Nach versunknem Glanz durchwühlt;
Leiser Sommerabendwind,
Sag mir, flogst du aus dem Tor,
Das der Sel’gen Gärten schließt,
Eben leicht beschwingt hervor?
Leiser Sommerabendwind,
Hast die Sehnsucht mir geweckt,
Dass nach deinem Heimatland
Meine Seele froh sich reckt!
Gertrud Goes, geborene Staehle, *25.11.1878 in Löwenstein, damals zum Oberamt Weinsberg/ Württemberg gehörend, heute zum Landkreis Heilbronn, +30. Dezember 1915 in Engelsbrand, damaliger Schwarzwaldkreis, heute zum Enzkreis, Baden-Württemberg. Engelsbr. ist Nachbarort von Pforzheim.
Goes war eine deutsche Dichterin und Erzählerin.





