Von Andreas Steinhardt 14.11.2025 um 17:38 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein bekanntes Herbstgedicht von Friedrich Hebbel.
Ungewöhnliche Wärme Mitte November - gestern war es in hiesigen Breitengraden 18° C warm, südlicher erreichten wir nahezu Rekordtemperaturen von bis zu 22° C.
Gerda, welche nur schwer durch die dunkle Jahreszeit kam, wäre
sehr glücklich gewesen über einen unerwarteten "November-Frühling", fehlte ihr doch im Herbst und Winter die Sonne und Wärme sehr.
Im Gegensatz zu meinem Vater, Gerdas Mutter (und mir) - die hervorragend mit den kalten und dunklen Monaten zurecht kamen,
und ich selbst liebe diese Zeit - am liebsten einen Sonne-Wolken-Mix, ruhig Minustemperaturen mit schöner Schneedecke.
Verrückt? Depressiv? Nein, ein Aufblühen. Eine Liebe. Für immer Winterkind. Wie Gerdas übergröße Liebe zum Sommer. Selbst
15/16° C waren ihr schon zu kühl...
Dies ist ein Herbsttag ...
von Friedrich Hebbel
Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.
Christian Friedrich Hebbel, früheres Pseudonym Dr. J. F. Franz, *18. März 1813 in Wesselburen/Dithmarschen, heutiges Schleswig-Holstein, +13. Dezember 1863 in Wien.
Hebbel war deutscher Dramatiker, Lyriker und Erzähler "Maria Magdalena", sehenswert das Hebbel-Museum in Wesselburen mit
550 Exponaten.





