Von Andreas Steinhardt 20.12.2025 um 18:33 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze am Vorabend des 4. Advents ein Gedicht von Ringelnatz, welches sich mit dem "Schenken" beschäftigt.
Liegen bei Ihnen zur Christnacht so viele Geschenke unter dem Baum, dass ein heilloses Durcheinander entsteht, wessen Paket nun wirklich wem gehört? Oder gehören Sie gar zu den Geschenke-Verweigerern, wobei ich allerdings nur eine Familie kenne, die dies so handhabt?
Bei uns wird es zumindest ein wenig dieses "Durcheinander" geben, ich bin zwar ziemlich strukturiert - die Beschriftung der Geschenke, gleiche Geschenkeecke für die jeweilige Person, für jeden anderes Papier, aber ehrlich gesagt gehört ein kleineres Durcheinander für uns auch zum Fest...genau wie die Katzen sich mit Vorliebe über den entstandenen Papiermüll her machen...nun, sie sollen ja auch ein wenig Vergnügen haben...
Gerda schenkte gerne und viel, machte sich wirklich Gedanken, wie man seine Lieben tatsächlich noch überraschen kann, verpackte
die Geschenke akkurat und mit viel Liebe, mit Schleifchen und Sternchen...
Ich wünsche Ihnen einen besinnlichen vierten Adventssonntag, sollten Sie sich heute oder morgen lieber auf einem Christkindlesmarkt vergnügen, wünsche ich Ihnen dabei möglichst wenig Stress...
Schenken
von Joachim Ringelnatz
Schenke groß oder klein,
Aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten
Die Gaben wiegen,
Sei dein Gewissen rein.
Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei
Was in dir wohnt
An Meinung, Geschmack und Humor,
So daß die eigene Freude zuvor
Dich reichlich belohnt.
Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk,
Daß dein Geschenk
Du selber bist.
Joachim Ringelnatz, *07. August 1883 in Wurzen, Sachsen, heute Große Kreisstadt im Nordosten des Landkreises Leipzig, +17. November 1934 in Berlin.
Ringelnatz (eigentlich Hans Gustav Bötticher)
war ein deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler, der vor allem für humoristische Gedichte um die Kunstfigur "Kuttel Daddeldu" bekannt wurde.





