Von Andreas Steinhardt 12.03.2026 um 16:56 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht von Charlotte von Ahlefeld zum Thema "Geduld".
Gerda war die Geduld in Person - meine Mutter lies sich nie aus der Ruhe bringen. Sie konnte Dinge aussitzen, bis diese ihren (erwarteten) Lauf nahmen. Ich habe viele Eigenschaften von meiner Mutter geerbt, muss aber gestehen, dass ich die Geduld nicht gerade von ihr übernommen habe. Ich wirke zwar ruhig und geduldig, aber innerlich bin ich häufig rastlos...
...da gleiche ich völlig meiner Oma Theresia...Gerda konnte sich einfach "eine Stunde ausstellen", einfach nur den Moment genießen,
im Wohnzimmer, im Garten und den lieben Gott einen guten Mann
sein lassen. Ich hingegen muss "immer etwas machen", Pausen am helllichten Tage sind nicht mein Ding, in diesen kann man ja noch genug Sachen erledigen...
...ab 20/21 Uhr vielleicht "fahre ich so langsam herunter" - oder auch nicht...
...ich sollte mich diesbezüglich häufiger an meine Mutter zurück erinnern - und ihrem guten Beispiel folgen...
Geduld
von Charlotte von Ahlefeld
Umstarrt vom Eis des Norden
In trüber Einsamkeit,
Ist mir ein Blümchen worden
Das duftend mich erfreut.
Im Taue bittrer Tränen
Entfaltete es sich,
Und heilte von dem Sehnen
Nach bessrer Zukunft mich.
Tief trag ich es verborgen
In der verschwiegnen Brust.
Da wandelts meine Sorgen
In stiller Wehmuth Lust.
Um mein Geschick zu tragen
Gab mirs des Himmels Huld.
Wie heißt es? wirst Du fragen.
Das Blümchen heißt - Geduld.
Charlotte Elisabeth Sophie Louise Wilhelmine von Ahlefeld, geb. von Seebach, *6. Dezember 1777 in Stedten, heute Stedten am Ettersberg, Ortsteil der Landgemeinde Am Ettersberg im Landkreis Weimarer Land, Thüringen.
+ 27. Juli 1849 in Teplitz, Böhmen, heute Teplice-Šanov, Bezirksstadt in der nordböhmischen Region Usti in Tschechien.
Von Ahlefeld war eine deutsche Schriftstellerin. Ihre Pseudonyme waren: "Elisabeth Selbig", "C.", "Natalie", "Verfasserin der Marie Müller", "der Erna", "der Felicitas“ usw.





