Von Andreas Steinhardt 06.05.2026 um 22:43 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein Maigedicht von Max Dauthendey.
"Maimond" - was würde besser zu Gerda passen? Sie liebte den
Mai über alles - und unseren Mond. Eine liebevoll-romantische Verschmelzung des Wundervollen einer sehr gefühlvollen Frau -
unseren wundervollen Erdtrabanten liebe ich ebenfalls, weniger
den Mai - so zerstöre ich jetzt beinahe diese glückselige, kosmische Verbindung des Schönen - ein überzeugtes Sommerkind wie meine Mutter würde man nur schwerlich ändern können, genauso wenig
mich als passioniertes Winterkind...heute regnete es sehr viel und anhaltend, bei Temperaturen bis zu 10° C - ein schöner Maitag!
Die Natur freut sich ebenfalls - war es doch im bisherigen Jahr (wieder) viel zu trocken. Die meisten Menschen, denen ich begegnete äußerten in der letzten Zeit: "Bloß keinen Regen! Das wunderbare Wetter soll so bleiben! Gerne das ganze Jahr" - ??? - ich lasse dies einfach einmal so stehen...
Maimond
von Max Dauthendey
Maimond schwebt über dem Fluß
Und liegt mir glatt vor dem Fuß.
Das Wasser rückt nicht von der Stelle
Und lugt nur hinauf in die Helle.
Ich schau übers Flußbett hinüber -
Ein Lied schlägt die Brücke herüber,
Es lacht eine Nachtigall
Eine Brücke aus Freude und Schall.
Es regt sich der Nachtwind im Laub -
Es fiel ein Gedanke zum Staub -
Maimond aus vergangen Jahren
Liegt streichelnd auf alternden Haaren.
Maimond zog mich hin mit Verzücken
Sacht über die singende Brücken,
Und jünger wurde mein Gang
Solange die Nachtigall sang.
Max Dauthendey, dt. Dichter und Maler, * 25. Juli 1867 in Würzburg, +20. August 1918 in Malang auf Java, Niederländisch-Indien, seit 1949 Indonesien.





