Gerda Sophia Steinhardt

Gerda Sophia
Steinhardt

03.07.1930
Gladbeck
-
11.01.1994
Gladbeck

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ZurückEine brennende Kerze: Kerze weiss geschwungen
Die Eisheiligen

Von Andreas Steinhardt 11.05.2026 um 13:28 Uhr | melden

Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht über "die Eisheiligen" von Max Hermann Neiße wie einige Bauernregeln für diese Tage.

Die Reihe der Gedenktage der fünf Eisheiligen hat heute mit dem Festtag des hl. Mamertus begonnen.

In Norddeutschland gelten traditionell nur die ersten drei Heiligen (Mamertus, Pankratius, Servatius) als Eisheilige, während etwa ab der Südhälfte Deutschlands auch Bonifatius und Sophia, auch genannt
"die kalte Sophie" mitgezählt werden.

Im letzten Jahr waren "die Eisheiligen“ sehr gnädig, es herrschte sommerliches Wetter bei Temperaturen bis zu 24° C in unserer Region.

Ausgerechnet zu Mamertus schlug das milde und trockene Wetter heute Nacht um - es regnete stark, gerade ist es trocken bei 8°! C.
Die nächsten Tage soll es auch ähnlich kühl und durchwachsen weitergehen.

Gerda fürchtete sich förmlich vor diesen Tagen: „Warten wir erst einmal die Eisheiligen ab‘‘, sagte meine Mutter gerne, wenn jemand aufgrund des beispielshalber milden Aprils schon den kommenden
Mai mit Vorschusslorbeeren bedachte...


Hier noch ein paar alte Bauernregeln:

Mamertus und Pankratius und hinterher Servatius sind gar gestrenge Herrn.

Der heilige Mamerz hat von Eis ein Herz.

Pankratius und Servatius bringen Kält oft und auch Verdruß.

Pankraz und Urbanus (25.Mai) ohne Regen, bringen großen Erntesegen.

Servaz muss vorüber sein, willst vor Nachtfrost sicher sein.

Servatius Mund der Ostwind ist, hat manch Blümlein totgeküßt.

Servaz und Sophie muß vorüber sein, will der Bauer vor Nachtfrost sicher sein.

War vor Servatius kein warmes Wetter, wird es nun von Tag zu Tag netter.

Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.

Sophie man die Kalte nennt, weil sie gern kalt` Wetter bringt.

Vor Nachtfrost du nicht sicher bist – bis Sophie vorrüber ist.

Kalte Sophie wird sie genannt, denn oft kommt sie mit Kälte dahergerannt.

Pflanze nie vor der Kalten Sophie!



Die Eisheiligen

von Max Hermann Neiße


Die Eisheiligen stehen mit steif gefrorenen Bärten,
aus denen der kalte Wind Schneekörner kämmt,
früh plötzlich in den blühenden Frühlingsgärten,
Nachzügler, Troß vom Winter, einsam, fremd.

Eine kurze Weile nur sind sie hilflos, betroffen,
dann stürzt die Meute auf den Blumenpfad.
Sie können nicht, sich lang zu halten, hoffen;
so wüsten sie in sinnlos böser Tat.

Von den Kastanien reißen sie die Kerzen
und trampeln tot der Beete bunten Kranz,
dem zarten, unschuldsvollen Knospenglück
bereiten sie hohnlachend Schmerzen,
zerstampfen junges Grün
in geisterhaft verbissenem Kriegestanz.

Plötzlich mitten in all dem Toben und Rasen
ist ihre Kraft vertan,
und die ersten warmen Winde blasen
aus der Welt den kurzen Wahn.

Max Herrmann-Neiße, eigentlich Max Herman, *23. Mai 1886 in
Neiße, Schlesien, 08.April 1941 in London. Neiße war ein deutscher Schriftsteller.

Wie viele Schriftsteller der Zeit geriet Max Herrmann-Neiße schnell in Vergessenheit. Seine Werke wurden erst ab den späten 1970er Jahren allmählich wiederentdeckt.