Von Andreas Steinhardt 21.05.2026 um 13:39 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein Maigedicht von Heinrich Leuthold.
Die Eisheiligen werden mit Macht vertrieben - die kommenden Pfingsttage werden hochsommerlich, das teilweise sehr warme
Wetter soll länger anhalten.
Was für Gerda ein große Freude wäre - der Sommer hält Einzug noch vor seinem Beginn - ist für andere vielleicht nicht so optimal. Meine Lichtdermatose, sprich Sonnenallergie lässt grüßen - einige, die mit
mir bereits über das angekündigte Wetter teils über 30°C sprachen, äußerten: "...das ist ein bisschen zu viel. 25° Maximum würde für Mai wirklich reichen."
Diese Kerze ist für Gerda und für Maria Johanna, gen. "Mariehanne", die Mutter meiner Partnerin, die heute vor vier Jahren in Bonn verstarb.
"Du bist nicht mehr da, wo Du warst, aber Du bist überall, wo wir sind.“
Victor Hugo
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In der Maienfrühe
von Heinrich Leuthold
Lang seufzt ich vergebens,
es war mir im Drang
und Unmut des Lebens
verstummt der Gesang.
Nun bauen die Sänger
des Waldes ihr Nest,
nun halten mich länger
die Sorgen nicht fest.
Die Sorge, die eisig,
das Herz mir umschnürt,
hat alle der Zeisig
und Buchfink entführt.
Welch üppiges Blühen
in Wald und Geheg!
Die Qualen und Mühen,
nun jauchz ich sie weg.
Früh auf aus dem Bette,
durch Wald und Gesträuch…
Ich pfeif um die Wette,
ihr Vögel, mit eich!
Ich singe und pfeife,
so wie mirs gefällt,
durchschwärme, durchstreife
die lachende Welt.
Und sättige wieder
des Herzens Begier…
Auch hab ich ja Lieder
und Flügel wie ihr!
Heinrich Leuthold, * 09. August 1827 in Wetzikon, Kanton Zürich,
+ 01. Juli 1879 in Zürich.
Leuthold war ein Schweizer Dichter, Epiker und Journalist, Mitglied
des Münchner Dichterkreises und Übersetzer französischer Lyrik.





