Von Andreas Steinhardt 05.06.2026 um 23:43 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein Junigedicht von Thassilo von Scheffer.
Der Juni zeigte sich in den letzten Tagen von einer sehr wechselhaften Seite, heute herrschten Höchsttemperaturen von 17° C vor, ab und an schien die Sonne, zwischenzeitlich gab es auch einen sehr kräftigen, langen Regenguss.
Gerda liebte sehr warme Tage, die große Hitze gar, manchmal meine ich, es konnte ihr nicht heiß genug sein...so bin ich aber recht froh, dass das zuletzt schon sehr sommerliche Wetter eine Atempause einlegt...
Juninacht
von Thassilo von Scheffer
Still wie der Mond, der dort entsteigt,
Und mir die dunklen Wege zeigt,
So geh ich, von Gedanken trunken,
Die ganze Welt liegt schlafversunken.
In stillen Adern fließt das Leben,
Das spürsam alles rings erfüllt:
In tiefe Ruhe eingehüllt,
Wird jedem neuen Kraft gegeben.
Nur wen’ge, die der stillen Nacht
Die tiefsten Quellen aufgemacht:
Sie fühlen der Gestirne Bahnen,
Die warme Seele jeden Baums.
Zum Wissen wird ihr dunkles Ahnen,
Zum Leben der Gesang des Traums.
Ich greife in die grünen Ranken,
Ich geh, weiß kaum wohin, woher:
So schwer voll Liebe und Gedanken,
Und ringsumher ein blühend Meer.
Dr. phil. Thassilo von Scheffer, * 01.07.1873 in Preußisch Stargard, Pommern, heutiges Starogard Gdański, + 27.11.1951 in Berlin.
Scheffer war ein deutscher Philosoph, der durch Übersetzungen antiker griechischer Dichtung (z. B. Homers) große Bekanntheit erlangte.





