Von Andreas Steinhardt 12.06.2026 um 17:28 Uhr | melden
Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Friedrich Rückert über das Lachen.
Gerda hatte ein sehr ansteckendes Lachen. Es konnte ihr einfach so herausplatzen, gleich in welcher Gesellschaft oder Situation - und damit steckte sie andere an, brachte selbst den hölzernsten Menschen zum Schmunzeln, selbst den Herrn Pfarrer, der aus beruflichen Gründen (mein Vater war kirchlicher Rendant) fast täglich bei uns war und offenbar sonst nur zum Lachen in den Keller ging...
...das Lachen meiner Mutter glich dem lauten, schallenden Lachen von Montserrat Caballé, vielleicht erinnern Sie sich an einige ihrer früheren Auftritte in großen Shows im deutschen Fernsehen.
Auch konnte Gerda über sich selbst lachen (eine Gabe, die viele nicht besitzen) wenn ihr beispielshalber ein Missgeschick unterlief oder ihr klar wurde, was ihr da in Gesellschaft "rausgerutscht" ist..
Das Lachen meiner Mutter werde ich nie vergessen - ich höre es noch oft...
Das Lachen
von Friedrich Rückert
O nehmt es mir nicht übel,
Wenn über euch ich lache,
Weil ich einmal muß lachen!
Selbst über mich nicht minder
Als über euch ich lache;
Und nehm’ es euch nicht übel,
Daß über mich ihr lachet,
Wenn ihr nicht seid im Stande
Selbst über euch zu lachen
Friedrich Rückert, *16. Mai 1788 in Schweinfurt, +31.01.1866 in Neuses, heute zu Coburg, BY - Rückert war dt. Dichter, Lyriker, Übersetzer und Orientalist.





