Von Andreas Steinhardt 16.06.2026 um 13:15 Uhr | melden
Heute vor 119 Jahren wurde Gerdas Mutter, meine Oma Theresia als dreizehntes (!) und letztes Kind ihrer Eltern im ostpreußischen Neu-Wuttrienen (heutiges Chaberkowo, Kreis Allenstein) geboren, dem letzten Zipfel des Ermlands, heutige polnische Woiwodschaft Ermland-Masuren. Als dreizehntes Kind? Man kann dies eigentlich kaum glauben...
Was hatte Gerda mit ihrer Mutter gemein? Bei erster Betrachtung sicherlich nicht so viel - beide waren aber sehr herzlich, lebhaft, direkt und lachten gerne und laut - Gerda war schillernd, Theresia eher unauffällig.
Meine Mutter ging mit der Zeit - ihre Mutter konnte sich im Prinzip nie an eine modernere Zeit gewöhnen.
Man musste Oma Theresia tatsächlich eine Waschmaschine, einen Kühlschrank und ein Telefon aufzwingen - sie lehnte dies immer strikt ab, bis teilweise weit in die 80er Jahre. Sie kühlte Lebensmittel im Keller, wusch mit einem Waschbrett im Stall, rief uns immer von einer Telefonzelle an. Ein Fernsehgerät hatte Theresia aber schon in den 70er Jahren - immerhin!
Wie gerne schaue ich zurück auf die Geburtstage meiner Oma Theresia, das Haus und/oder der Garten war gefüllt mit der großen Schar an Verwandtschaft. Theresia buk die besten Kuchen und kreierte die tollsten Torten, ihr schmackhafter Kartoffelsalat mit dicken
Knackern waren ebenfalls ein Schmaus.
Wir konnten bis zur Wende auch immer in Omas Geburtstag hinein feiern, da ja zu der Zeit der 17. Juni der Tag der Deutschen Einheit war.
Ich werde heute viel an Theresias Geburtstage zurückdenken - und uns heute den leckeren Kartoffelsalat nach Theresias Rezept zubereiten, welchen Gerda auch in gleicher Perfektion adaptierte...





