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Gedenkkerzen | Seite 8
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Ich vermisse dich wie der Himmel
die Sterne vermisst,
wenn sie am Tag verblassen.
Ich vermisse dich wie die Erde
die Sonne vermisst,
wenn sie am Abend untergeht.
(Pablo Neruda;1904 - 1973)
Der Tod ist nicht der Untergang,
der alles aufhebt und zerstört,
sondern eine Wanderung
und der Beginn eines anderen Lebens,
welches ein Ende nicht hat.
(Marcus Tullius Cicero; 106 - 43 v. Chr.)
Lange stand ich vor der schmalen Holzbrücke,
die sich mit ihrem sanften Bogen spiegelte.
Es war eine Brücke zum Hin- und Hergehen,
hinüber und herüber. Einfach so,
des Gehens wegen und der Spiegelungen.
Die Trauer ist ein Gang hinüber und herüber.
Hinüber, dorthin, wo der andere ging.
Und zurück, dorthin, wo man mit ihm war
alle die Jahre des gemeinsamen Lebens.
Und dieses Hin- und Hergehen ist wichtig.
Denn da ist etwas abgerissen.
Die Erinnerung fügt es zusammen, immer wieder.
Da ist etwas verlorengegangen.
Die Erinnerung sucht es auf und findet es.
Da ist etwas von einem selbst weggegangen.
Man braucht es. Man geht ihm nach.
Man muss es wiedergewinnen, wenn man leben will.
Man muss das Land der Vergangenheit erwandern,
hin und her, bis der Gang über die Brücke
auf einen neuen Weg führt.
(Jörg Zink; 1922 - 2016)
sich einlassen
auf Ungereimtes
Hintergründe ertasten
mit behutsamer Hand
nichts erwarten
als den Reim
auf Ungereimtes
(Annemarie Schnitt)
Irgendwo blüht die Blume des Abschieds und streut
immerfort Blütenstaub, den wir atmen, herüber;
auch noch im kommendsten Wind atmen wir Abschied.
(Rainer Maria Rilke)
Die Landschaft sehen
und die Landschaft hören
und nicht nur hören und sehen
die eigenen Gedanken
die kommen und gehen
beim Denken an die Landschaft
an die Landschaft ohne dich
oder an dich in der Landschaft
Vögel die steigen
hinauf in den Morgenhimmel
sind keine Raumschiffe
keine singenden Skalpelle
Nicht einmal Kinderdrachen sind sie
denn die gehören
nur dann zur Landschaft
wenn wirkliche Kinder
wirkliche Drachen steigen lassen im Wind
Und das Grau
unter den Bäumen
an einem verregneten Mittag
ist keine Höhle
für lauernde Meerungeheuer
sondern es ist nur das Grau unter den Bäumen
die vielleicht Unterschlupf sein können
vor dem Regen
Und auch die Sonne hat
keine rotblonden Haare
und der Mond hat auch ohne dich
keinen wehenden weißen Bart
Und der Abend ist der Abend
und die Nacht ist die Nacht
und Spätherbst ist immer die Zeit
zwischen Ernte und Sterben
(Erich Fried)
Wer nicht
den tiefsten Sinn des Lebens
im Herzen sucht,
der forscht vergebens.
(Friedrich von Bodenstedt; 1819 - 1892)
Man sollte eigentlich im Leben
niemals die gleiche Dummheit
zweimal machen,
denn die Auswahl ist so groß.
(Bertrand Russell)
Das Glück, das glatt und schlüpfrig rollt,
tauscht in Sekunden seine Pfade,
ist heute mir, dir morgen hold
und treibt die Narren rund im Rade.
Lass fliehn, was sich nicht halten läßt,
den leichten Schmetterling lass schweben,
und halte dich nur selber fest;
Du hältst das Schicksal und das Leben.
(Ernst Moritz Arndt; 1769 - 1860),
Augenschein
Zur Nacht hat ein Sturm alle Bäume entlaubt,
Sieh sie an, die knöchernen Besen:
Ein Narr, wer bei diesem Anblick glaubt,
Es wäre je Sommer gewesen.
Und ein größerer Narr, wer träumt und sinnt,
Es könnt je wieder Sommer werden.
Und grad diese gläubige Narrheit, Kind,
ist die sicherste Wahrheit auf Erden.
(Ernst Ginsberg; 1904 - 1964; aus „Abschied“)
If I could go, go into my heart
And search for all the places I left the spark
To find a way, way back to the olden days
Before it started falling apart
Singing songs and telling stories
About when we were young
Running crazy through the memories
When we never could be wrong
We would be strong like superheroes
High on sugar, we would stay up all night
Till the sun comes up, yeah
Running crazy through the memories
Innocent and young
If I could go, go into my heart
And search for all the places I left the spark
To find a way, way back to the olden days
Before it started falling apart
I might find it waiting in the corner
Somewhere in the dark
If I could go, go to where it all began
Yes, I would take it back to the start
Back to the start
A little lazy,
it was always easy
But we were moving on
Endless daydreams, as far as they seem
Of what we might become
We would be strong like superheroes
High on sugar we would stay up all night
Until the sun comes up, yeah
Running crazy through the memories
Innocent and young
If I could go, go into my heart
And search for all the places I left the spark
To find a way, way back to the olden days
Before it started falling apart
(Andreas Herbig, Ricardo Munoz, Patrick Salmy, Michael Anthony Schulte, Brianna Diannie Drain; 2019)
Wer wirklich Autorität hat,
wird sich nicht scheuen,
Fehler zuzugeben.
(Bertrand Russell; 1872 -1970)
Ich liege
in der Dunkelheit
und suche nach dir
in meiner Seele -
die mit deiner
verbunden ist
und schon
verbunden war,
bevor wir uns
zum ersten Mal
begegnet sind.
(Hans Kruppa)
Habe heute mal wieder mit Mama über dich gesprochen und wir haben an dich gedacht.
Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.
(Christian Friedrich Hebbel; 1813 - 1863)
Täglich,
bei aller Mühe und Arbeit,
sehe ich,
dass nicht mein Wille,
sondern der Wille einer höheren Macht geschieht,
deren Gedanken
nicht meine Gedanken sind.
(Johann Wolfgang von Goethe; 1749 -1832)
Nicht die Glücklichen sind dankbar.
Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.
(Francis Bacon; 1561 - 1626)
Und dann, in diesem winzigen Augenblick, scheint alles möglich zu sein.
Man betrachtet die Begrenzungen seines eigenen Lebens und stellt fest, dass sie nichts bedeuten.
In diesem Augenblick, wenn die Zeit still steht, dann ist es, als könnte man jedes Wagnis eingehen, es erfolgreich bestehen und dann wieder zu sich zurückkehren und feststellen, dass die Welt unverändert ist, genau so, wie man sie einen Augenblick vorher verlassen hat.
Und es ist, als ob dann, wenn alles möglich ist, nichts mehr notwendig ist.
(Diana Gabaldon; aus „Outlander“ = „Feuer und Stein“)
sonnenaufgang
ein stück brot
taubengurren
ein warmer tee
lerchenlied
weite felder
weggefährten
ein bisschen trost
und in allem kummer
einen engel zur seite
und
tief im herzen glück
(Maria Sassin)
Wenn wir genau hinsehen,
Gehen Lichtlinien
Durch die Finsternisse
Und das Schweigen
Unseres Lebens,
Und gelegentlich
Sammelt sich das Licht
Zu kleinen Lichtpfützen,
Auf denen es möglich ist,
Zu segeln,
In das alltäglich Leben hinein,
Oder aus ihm fort
In die Welten,
Die es noch zu entdecken gibt.
(Ulrich Schaffer)
DÜRFEN, MÜSSEN, SOLLEN
Dass du mir fehlst
macht mir mehrere Probleme:
Erstens,
dass du mir
nicht fehlen
solltest.
Zweitens,
dass du mir
nicht fehlen
müsstest.
Drittens,
dass du mir
nicht fehlen
dürftest.
Viertens,
dass du mir
fehlst.
(Jörn Pfennig)
Leben!
Einzeln und frei wie ein Baum
und brüderlich wie ein Wald,
das ist unsere Sehnsucht!
(Nazim Hikmet; 1902 -1963; aus „Davet“)
Vor lauter Lauschen und Staunen sei still,
du mein tieftiefes Leben;
dass du weißt, was der Wind dir will,
eh noch die Birken beben.
Und wenn dir einmal das Schweigen sprach,
lass deine Sinne besiegen.
Jedem Hauche gieb dich, gieb nach,
er wird dich lieben und wiegen.
Und dann meine Seele sei weit, sei weit,
dass dir das Leben gelinge,
breite dich wie ein Feierkleid
über die sinnenden Dinge.
(Rainer Maria Rilke)
Wenn du dich weigerst,
die Verantwortung
für deine Niederlagen zu übernehmen,
wirst du auch nicht
für deine Siege verantwortlich sein.
(Antoine de Saint-Exupéry)
Worte sind wild, frei,
unverantwortlich und nicht zu lehren.
Natürlich kann man sie einfangen,
einsortieren und sie
in alphabetischer Reihenfolge
in Wörterbücher stecken.
Aber dort leben sie nicht.
(Virginia Woolf; 1882 - 1941)
Wenn ihr wirklich den Geist
des Todes schauen wollt,
öffnet eure Herzen weit dem Körper des Lebens.
Denn Leben und Tod sind eins,
so wie der Fluss und das Meer eins sind.
(Khalil Gibran)
Zu wissen,
was du willst,
anstatt unterwürfig
zu allem Ja und Amen zu sagen,
von dem dir die Welt vorschreibt,
dass du es wollen sollst,
bedeutet,
dass du deine Seele
lebendig gehalten hast.
(Robert Louis Stevenson; 1850 - 1894)
Ich habe angefangen,
ein bisschen vergnügt zu sein,
da man mir sagte,
das sei gut für die Gesundheit.
(Voltaire; 1694 -1778)
Wenn man seine Ruhe
nicht in sich findet,
ist es zwecklos,
sie andernorts zu suchen.
(François de La Rochefoucauld; 1613 - 1680)
Die Welt ist eine große Seele
Und jede Seele eine Welt;
Das Auge ist der lichte Spiegel,
Der beider Bild vereinigt hält.
Und wie sich dir in jedem Auge
Dein eig‘nes Bild entgegenstellt,
So sieht auch jeder seine Seele,
Sein eig‘nes Ich nur in der Welt.
(Friedrich Emil Rittershaus; 1834-1897)
It is not the critic who counts;
not the man who points out
how the strong man stumbles,
or where the doer of deeds
could have done them better.
The credit belongs to the man
who is actually in the arena,
whose face is marred by dust and sweat and blood;
who strives valiantly; who errs,
who comes short again and again,
because there is no effort
without error and shortcoming;
but who does actually strive to do the deeds;
who knows great enthusiasms,
the great devotions;
who spends himself in a worthy cause;
who at the best knows in the end
the triumph of high achievement,
and who at the worst, if he fails,
at least fails while daring greatly,
so that his place shall never be
with those cold and timid souls
who neither know victory nor defeat.
Es ist nicht der Kritiker, der zählt;
nicht derjenige, der darauf aufmerksam macht,
wie der Starke fällt
oder wo der, der anpackt, es besser hätte machen können.
Die Anerkennung gebührt dem,
der tatsächlich in der Arena steht,
dessen Gesicht staubig und verschwitzt und voller Blut ist;
der sich wacker bemüht; der sich irrt,
der wieder und wieder scheitert,
weil es kein Bemühen
ohne Fehler und Schwächen gibt;
aber der sich tatsächlich bemüht, Taten zu vollbringen;
der großartige Begeisterung, großartige Hingabe kennt;
der seine Kraft auf eine ehrenwerte Sache verwendet;
der im besten Falle am Ende
den Triumph einer großen Leistung kennt und der,
im schlimmsten Falle, sollte er scheitern,
zumindest bei einem kühnen Versuch scheitert,
so dass sein Platz nie
bei den kalten und furchtsamen Seelen ist,
die weder Sieg noch Niederlage kennen.
(Theodore Roosevelt, 1858 - 1919; aus der Rede „Citizenship in a Republic“, Sorbonne, Paris, 23.04.1910)
Es gibt ein großes und doch ganz alltägliches Geheimnis.
Alle Menschen haben daran teil,
jeder kennt es,
aber die wenigsten denken je darüber nach.
Die meisten Leute nehmen es einfach so hin
und wundern sich kein bisschen darüber.
Dieses Geheimnis ist die Zeit.
Es gibt Kalender und Uhren, um sie zu messen,
aber das will wenig besagen,
denn jeder weiß,
dass einem eine einzige Stunde
wie eine Ewigkeit vorkommen kann,
mitunter kann sie aber auch
wie ein Augenblick vergehen
- je nachdem, was man in dieser Stunde erlebt.
Denn Zeit ist Leben.
Und das Leben wohnt im Herzen.
(Michael Ende; aus „Momo“; 1973)
Gib deine Illusionen nicht auf.
Hast du sie verloren,
so magst du zwar noch dein Dasein fristen,
aber leben im eigentlichen Sinne
kannst du nicht mehr.
(Mark Twain; 1835 - 1910)
Das Universum hilft uns immer
im Kampf um unsere Träume,
so verrückt sie auch sein mögen.
Denn es sind unsere Träume,
und nur wir selbst wissen,
wieviel Mühe es uns kostet,
sie zu träumen.
(Paulo Coelho)
Menschliches Glück stammt nicht so sehr
aus großen Glücksfällen,
die sich selten ereignen,
als vielmehr aus kleinen glücklichen Umständen,
die jeden Tag vorkommen.
(Benjamin Franklin; 1706 - 1790)
Dies ist ein gutes Zeichen,
ein gebrochenes Herz zu haben.
Es bedeutet,
wir haben etwas versucht.
(Elizabeth Gilbert; „Eat, pray, love“)
Wenn man nicht auf das Unverhoffte hofft,
wird man nicht darauf stoßen,
weil es dann unauffindbar
und unzugänglich ist.
(Heraklit; 520 - 460 v. Chr.)
Wenn du annimmst, dass es keine Hoffnung gibt,
dann garantierst du, dass es keine Hoffnung gibt.
Wenn du aber annimmst, dass es einen Instinkt zur Freiheit gibt,
dass es Möglichkeiten gibt, Dinge zu ändern,
dann gibt es auch die Möglichkeit,
dass du dazu beitragen kannst, die Welt besser zu machen.
(Noam Chomsky)
Als ich aus der Tür zum Tor ging, das zu meiner Freiheit führen würde, wusste ich, dass ich immer noch im Gefängnis sein würde, wenn ich meine Bitterkeit und meinen Hass nicht hinter mir lassen würde.
(Nelson Mandela; 1918 - 2013; aus: Der lange Weg zur Freiheit, 1994, in der Übersetzung von Günter Panske)
Neu bist du,
wenn du staunst,
weil jeden Morgen Licht da ist;
wenn du glücklich bist,
weil deine Augen sehen,
deine Hände fühlen,
deine Füße laufen;
wenn du singst,
weil dein Herz schlägt.
Neu bist du,
Wenn du weißt, dass du lebst;
Wenn du dir bewusst machst,
dass heute der erste Tag
vom Rest deines Lebens beginnt.
Neu bist du,
wenn du mit reinem Blick
auf Menschen und Dinge schaust,
wenn du noch lachen kannst,
wenn du dich freuen kannst
über die einfachen, kleinen Blumen
am Weg deines Lebens.
(Phil Bosmans; 1922 - 2012)
Du,
Du ergründest mein Herz,
Du erforschst mich.
Du weißt um mein Gehn und mein Stehn.
Du kennst was ich denke von Ferne,
mein Reisen und Wandern, mein Ruhen.
All meine Wege sind Dir bekannt -
jedes Wort, das mir kommt auf die Lippen,
unausgesprochen noch, Du hörst es schon.
Hinter mir bist Du und mir voran,
Du legst Deine Hände auf mich.
Das ist es, was ich nicht begreifen,
nicht denken kann, das ist für mich zu hoch.
Wie dem Hauch Deines Mundes entkommen?
Wohin flüchten vor Deinem Angesicht?
Erklimm ich den Himmel - da bist Du.
Steig ich ab in die Erde, da find ich Dich auch.
Hätte ich Flügel des Morgenrots, flöge ich über die fernsten Meere,
auch dort: Du - Deine Hand, Deine Rechte, die mich fest hält.
Riefe ich "Finsternis, bedeck mich! Licht, verwandle Dich in Nacht!",
für Dich besteht die Finsternis nicht.
Für Dich ist die Nacht so klar wie der Tag,
die Finsternis ebenso hell wie das Licht.
Deine Schöpfung bin ich mit Herz und Nieren,
Du hast mich gewebt im Schoß meiner Mutter.
Ich will Dir danken dafür,
dass Du mich so herrlich gemacht hast.
Meine Seele und Glieder sind Dir bekannt.
In mir war nichts Deinen Augen verborgen,
als ich geformt wurde tief im Geheimen,
prächtig gewirkt im Schoße der Erde.
Ich war noch ungeboren, Du hattest mich schon gesehn,
all meine Lebenstage standen in Deinem Buch,
bevor auch nur einer durch Dich war geschaffen.
Du, Ewiger, ergründe mein Herz,
erforsch mich, prüfe meine geheimen Gedanken.
Mein Weg führt doch nicht in die Irre? -
Führ mich fort auf dem Weg Deiner Tage.
(Psalm 139; in der Übertragung von Huub Oosterhuis; 2012)
…, lieber Marcus, wir vermissen dich.
Wie schön, dass du geboren wurdest;
nicht auszudenken, wo und wer wir heute ohne dich wären.
P.S.:
Zur Feier des Tages waren wir heute Abend schön essen,
an einem Ort, an dem wir früher gerne zusammen gegessen haben, haben an dich gedacht,
und auf dich angestoßen….-
(und das, obwohl heute aus einem ganz anderen Grund eigentlich ein trauriger Tag war).
Lieber wären wir mit dir zusammen dort gewesen.
Du guckst mich an, ich geh mit
Und der ist ewig, dieser Augenblick
Da scheint die Sonne, da lacht das Leben
Da geht mein Herz auf und ich will’s dir geben
Und ich will dich tragen und ich will dich lieben
Denn die Liebe, die ist geblieben
Hat nicht gefragt, ist einfach da
Und Weglaufen geht nicht - das ist mir klar
Du und ich, das ist ganz sicher
Wie’n schöner tiefer Rausch
Von der ganz besond‘ren Sorte
Und wir haben ein Recht darauf
Uns immer wieder zu begegnen
Immer wieder anzusehn
Wenn die große weite Welt ruft
Werd ich sicher mit dir gehn
Liebe will nicht
Liebe kämpft nicht
Liebe wird nicht
Liebe ist
Und Liebe sucht nicht
Liebe fragt nicht
Liebe fühlt sich an, wie du bist
Gute Nacht, mein Wunderschöner
Und ich möchte mich noch bedanken
Was du getan hast, was du gesagt hast
Das war ganz sicher nicht leicht für dich
Du denkst an mich in voller Liebe
Und was du siehst, geht nur nach vorne
Du bist mutig, du bist schlau
Und ich werd immer für dich da sein
Das weiß ich ganz genau
Du und ich wir sind wie Kinder
Die sich lieben, wie sie sind
Die nicht lügen und nicht fragen
Wenn es nichts zu fragen gibt
Wir sind zwei und wir sind eins
Und wir sehn die Dinge klar
Und wenn einer von uns geh‘n muss
Sind wir trotzdem immer da
Wir sind da
Liebe will nicht
Liebe kämpft nicht
Liebe wird nicht
Liebe ist
Liebe sucht nicht
Liebe fragt nicht
Liebe fühlt sich an wie du bist
Liebe soll nicht
Liebe kämpft nicht
Liebe wird nicht
Liebe ist
Liebe sucht nicht
Liebe fragt nicht
Liebe ist, so wie du bist
(Jörn-Uwe Fahrenkrog-Petersen, Nena Kerner; 2005)
Einen Menschen nur
nach seinen Fehlern zu beurteilen,
hieße
den Jahreszeiten
ihre Unvollständigkeiten vorzuwerfen,
oder die Gewalt eines Weltmeeres
an der Zerbrechlichkeit seiner Gischt zu berechnen.
(Khalil Gibran)
Nicht was sich an uns und für uns ereignet,
sondern was sich zugleich in uns ereignet,
bestimmt über unser Dasein.
(Albert Schweitzer)
Du fehlst mir sehr, Marcus.
Das Paradies
An der Tür des Tages
der unverschlossenen
wacht ein Engel
zwischen zwei Räumen
wohnt nah neben dir
im warmen Wort
in tröstenden Tönen
im Zuspruch der zündet
das Paradies
nur dies und kein anderes
(Annemarie Schnitt)
….zünde ich heute für dich an,
lieber Marcus,
zum 23. Geburtstag
unseres Jungen.
Wir denken jeden einzelnen Tag an dich;
wir sprechen von dir,
erinnern uns, freuen uns,
lachen, sind traurig,
träumen von dir,
vermissen dich,
schauen uns deine Bilder an,
Fotos von dir und andere Erinnerungsstücke;
wir tragen dich in unseren Herzen und Seelen mit uns,
spüren dir hinterher,
werden dich niemals vergessen,
umarmen dich,
wünschen dir das Allerbeste;
wir lieben dich -
früher, jetzt und immer.
…ist ein Wort des Lichts,
geschrieben von einer Hand des Lichts
auf eine Seite des Lichts.
(Khalil Gibran)
… zum heutigen Datum.
Dieser Tag vor unfassbaren 26 Jahren
wird mir für immer unvergessen bleiben,
so wundervoll war es,
dir auch vor Gott noch
das Jawort zu geben.
….., die Stunden eilen,
und was all dich drücken mag,
auch das Schlimmste kann nicht weilen,
und es kommt ein andrer Tag.
In dem ew’gen Kommen, Schwinden,
wie der Schmerz liegt auch das Glück,
Und auch heit‘re Bilder finden
ihren Weg zu dir zurück.
Harre, hoffe. Nicht vergebens
zählest du der Stunden Schlag:
Wechsel ist das Los des Lebens,
und es kommt ein andrer Tag.
(Theodor Fontane; 1819 - 1898)
… in Ruhe angehen,
den Tag in sich einströmen lassen
wie frische Morgenluft
und den Gedanken Zeit schenken,
sich zu finden.
Dankbar sein über das,
was gelingen und glücken will,
und das aus der Hand legen,
dem heute kein Erfolg
beschieden ist.
Den Stunden ihre Zeit lassen
im Kommen und Gehen
und sich ausstrecken
nach der seligen Erfüllung
des Augenblicks.
(Christa Spilling-Nöker)
aus dem Nichts Neues schaffen
in die Irritation Klarheit bringen
in die Verzweiflung
den Wagemut
in die Trauer Töne der Auferstehung
(Annemarie Schnitt)
….. weiß längst, wo es Dich suchen soll,
es weiß geborgen Dich im lichten Land.
Mein Aug’ nur, unbelehrbar, sehnsuchtsvoll,
sieht immer noch Dein irdisches Gewand,
geliebtes Bild im leer gewordenen Raum.
Doch Nächte kommen, wo Du nah mir bist,
und manchmal hebst Du mich zu Dir im Traum
und sagst mir, dass mein Schmerz der Schleier ist,
der Dich verhüllt.
Und ich gelobe Dir, was mir am anderen Tag
so schwer erscheint:
In Glanz und Glück zu gehen, Du dort, ich hier.
In Gottes großem Licht sind wir vereint.
(© Hella Zahrada)
Ich denk’ an dich, und meine Seele ruht
In dem Gedanken aus an dich,
Dem Schiffer gleich, der aus bewegter Flut
Zum stillen Hafen rettet sich.
Als wie am Tag ein wilder Vogel fliegt,
Waldaus, Waldein, nach seiner Lust,
Doch bei der Nacht ins weiche Nest sich schmiegt,
So schmieg’ ich mich an deine Brust.
Ich ruh’ in dir, in deiner Liebe ruht
Der Drang der Seele wild und scheu;
Unsicher ist des Lebensmeeres Flut,
Und du allein bist ewig treu.
(Friedrich Rückert)
Der Tod hinterlässt einen Herzschmerz,
den niemand heilen kann.
Die Liebe hinterlässt eine Erinnerung,
die niemand stehlen kann.
(aus Irland)
Maitag
diesen Maitag
halte ich fest
mit leichtem Federstrich
die Insel in Sonnenarmen
übersät mit Schaumschwänen
das aufgebrachte Meer
versunken ins Gold der Felder
Dächer und Türme
duftschwer die Luft
die dich nicht losläßt
beim Abschied
an der Brücke nach drüben
(Annemarie Schnitt)
…. werde ich
aus den Gedankensträngen
meines Lebens,
auch den wirrsten,
und dem vielfarbigen Geflecht
meines Herzens
einen Teppich knüpfen
mit dem roten Faden
meiner Dankbarkeit
für so vieles -
und nicht zuletzt für Dich.
(Isabella Schneider)
Ihr bleibt vereint,
wenn die weißen Flügel des Todes
eure Tage scheiden.
Wahrlich, ihr bleibt vereint
selbst im Schweigen
von Gottes Gedenken.
Doch lasset Raum
zwischen eurem Beieinandersein,
Und lasset Wind und Himmel
tanzen zwischen euch.
Liebet einander,
doch macht die Liebe nicht zur Fessel:
Schaffet eher daraus
ein webendes Meer
zwischen den Ufern eurer Seelen.
Füllet einander den Kelch,
doch trinket nicht aus einem Kelche.
Gebt einander von eurem Brote,
doch esset nicht vom gleichen Laibe.
Singet und tanzet zusammen und seid fröhlich,
doch lasset jeden von euch allein sein.
Gleich wie die Saiten einer Laute allein sind,
erbeben sie auch von derselben Musik.
Gebet einander eure Herzen,
doch nicht in des andern Verwahr.
Denn nur die Hand des Lebens
vermag eure Herzen zu fassen.
Und stehet beieinander,
doch nicht zu nahe beieinander:
Denn die Säulen des Tempels stehen einzeln,
und Eichbaum und Zypresse
wachsen nicht im gegenseitigen Schatten.
(Khalil Gibran)
DU MEIN HIRTE!
Wärst du mein Hirte, nichts würde mir fehlen.
Führ mich zu blühenden Weiden,
lass mich lagern an strömendem Wasser,
dass meine Seele zu Atem kommt,
dass ich die rechten Pfade wieder gehen kann,
dir nach.
Du mein Hirte? Nichts würde mir fehlen.
Muss ich in den Abgrund der Todesschlucht,
dann packt mich Angst,
- bist du bei mir, werde ich nicht sterben vor Angst.
Du hast den Tisch schon gedeckt,
meine Spötter wissen nicht, was sie sehen,
dass du meine Füße wäschst,
sie salbst mit Balsam, mir einschenkst:
Trink nur, sagst du.
Nichts wird mir fehlen.
Lass es so bleiben, dieses Glück,
diese Gnade, all meine Lebenstage.
Dass ich bis ans Ende meiner Jahre
wohnen werde in deinem Haus.
Du, mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
(Psalm 23; in der Übertragung von Huub Oosterhuis; 1933 - 2023)
Year of the young
I’m gonna say what you said
I’m gonna do what you did
I won’t remember you died
I will remember you live
You said, don’t you stand by my grave
No don‘t you stand there and cry -
I’m the trees, I’m the birds
I’m the soft stars that shine at night
Cause I’m not there, I did not die
No, I’m not there, I did not die
This year, we lost more than we can count
The ashes we lay on the ground
Oh, this was the year of the young
This year, we look up towards the sun
And wonder where everyone‘s gonе
Oh, this was the year of the young
I′m gonna stand by your words
I’m gonna learn to forgive
You said you‘d rather go young
Than to be dead when you lived
You said, I know you′re only so
But always run like a kid
I′m the rain, I’m the grass
I′m the soft blowing summer winds
(Victor Thell, Maria Jane Smith; Smith & Thell, 2020)
…
bei dir selbst
nach allem Auf und Ab
nach Zweifel und Fragen
nach Dämmer und Dunkel
Tumult und Träumen
Licht und Lachen
nach Graben nach Grübeln
das Ankommen bei dir selbst
auf geheimen Fußspuren
des Friedens
(Annemarie Schnitt)
Wirf den Stein von heute weg.
Vergiss und schlafe.
Wenn er Licht ist,
wirst du ihn morgen wiederfinden,
zur Dämmerzeit, in Sonne verwandelt.
(Juan Ramón Jiménez; 1881 - 1958)
Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr,
sind ihre Wege auch schwer und steil.
Und wenn ihre Flügel dich umhüllen,
gib dich ihr hin,
auch wenn das unterm Gefieder
versteckte Schwert dich verwunden kann.
Und wenn sie zu dir spricht,
glaube an sie,
auch wenn ihre Stimme deine Träume zerschmettern kann
wie der Nordwind den Garten verwüstet.
(Khalil Gibran)
…fehlt ein kleines Stück,
ich sehe es von hier.
Die Lücke,
die sich nie mehr schließt -
sie hat die Form von dir.
(Julia Engelmann)
… der schwere Tag.
Besonders viele liebe Gedanken
und Erinnerungen gingen heute
raus zu dir….✨
Zum Jahrestag
Im Tal der Sehnsucht
schlägt die Trauerliebe
Hoffnungswurzeln.
Treiben leblose
Zweige wieder aus.
Leuchten
tot geglaubte Sterne
am dunklen Himmel
wacht die Erinnerung
als lebendiges Gefühl
einer zerbrochenen
Zukunft auf.
Reicht dir
ein Engel behutsam
seine Hand.
Führt dich durch
transparente Räume.
Keimt eine Sonnenblume
am Wegesrand.
Sät unvergängliche
Gegenwartsträume.
Faltet ein Schmetterling
seine lichtbestäubten Flügel
zum Trostgebet.
Zündet ein Vogel
die unsterbliche Melodie
des Lebens an.
Atmet die Trauer
lebendige Stille.
Staunt deine Seele
dass sie aus dem Dunkel
Licht schöpfen kann.
( Ute Leser )



