Von Andreas Steinhardt 02.10.2019 um 14:08 Uhr | melden
Unser Opa Wilhelm mochte den Herbst auch sehr gerne. Ich erinner mich wie ich mit ihm an einem klaren Novembertag 1978 durch dichtes Laub stapfte, die Sonnenstrahlen schienen durch dichtes rotes Ahornlaub. Riehst Du das Laub, Andreas? fragte er mich. Dieser wundervolle Blätterduft, der den Herbst so ausmacht...
Opa Willi trug immer während des Spaziergangs mehrere Gedichte vor, ich meine ich kann mich an dieses schöne, melancholische Gedicht von Rilke erinnern:
Blätter
von Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)
Die Blätter fallen,
fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.





