Wilhelm Remiorz

Wilhelm
Remiorz

27.05.1904
Bottrop
-
25.06.1993
Gladbeck

stimmungsbild
ZurückEine brennende Kerze: Kerze türkis hell geschwungen
Winternacht

Von Andreas Steinhardt 09.02.2023 um 13:10 Uhr | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Nikolaus Lenau. Sind Sie dem Winter überdrüssig? Sehnen Sie sich nach dem Frühling? Ich sehe meinen Opa Willi noch vor Augen, wie er im Schatten seines alten Kirschbaumes im Gartenstuhl saß, Stunden. Gern erzählte er mir dort die vielen heiteren Anekdoten aus seinem Leben. Wilhelm murrte aber auch nie über den Herbst, den Winter. Ausgedehnte Spaziergänge, selbst bei Regen und stürmischem Wetter machten ihm nichts aus.

Ich selbst bin ein passioniertes Winterkind, habe aber nichts gegen ein solches Frühlingsbild, nach einem langen und kalten Winter...

Winternacht

von Nikolaus Lenau

Vor Kälte ist die Luft erstarrt,
Es kracht der Schnee von meinen Tritten,
Es dampft mein Hauch, es klirrt mein Bart;
Nur fort, nur immer fortgeschritten!

Wie feierlich die Gegend schweigt!
Der Mond bescheint die alten Fichten,
Die, sehnsuchtsvoll zum Tod geneigt,
Den Zweig zurück zur Erde richten.

Frost! friere mir ins Herz hinein,
Tief in das heißbewegte, wilde!
Dass einmal Ruh’ mag drinnen sein,
Wie hier im nächtlichen Gefilde!

Nikolaus Lenau, eigentl. Nikolaus Franz Niembach, Edler von Strehlenau, * 13.08.1802 in Lenauheim (heutiges Rumänien), + 22.08. 1850 in Oberdöbling, heute zur Stadt Wien gehörend.

Eine längere Interpretation des Gedichtes finden Sie auf der Internetseite von Lyrikmond, Wintergedichte, Winternacht.