Von Andreas Steinhardt 26.02.2023 um 20:07 Uhr | melden
Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Fred Endrikat.
Diese Kerze widme ich Wilhelm und seinem Bruder Theodor, meinem Großonkel.
Mein Großvater Willi war ein sehr bodenständiger Mann, fuhr nie in den Urlaub, hatte Angst etwas daheim zu verpassen, sein Bruder Theo hingegen reiste sehr gerne umher. Auch im hohen Alter flog Theo noch häufiger alleine nach Mallorca. Beide hatten einen unglaublichen Humor, mein Großvater Willi vom Schlage eines Heinz Erhardt, Theos Humor war gezielt, konnte auch leicht derb ausfallen. Beide verstanden sich sehr gut, fuhren häufig an Wochenenden gemeinsam in ihre Bottroper Heimat, um Erinnerungen aufzufrischen.
Ich glaube, die Beiden haben sich dort droben eine Menge zu erzählen...
Ich denke an Euch, drücke Euch imaginär, wir sehen uns einst wieder.
Früher Frühling
von Fred Endrikat
Zwischen Februar und März
liegt die große Zeitenwende,
und, man spürt es allerwärts,
mit dem Winter geht’s zu Ende.
Schon beim ersten Sonnenschimmer
steigt der Lenz ins Wartezimmer.
Keiner weiß, wie es geschah,
und auf einmal ist der da.
Manche Knospe wird verschneit
zwar im frühen Lenz auf Erden.
Alles dauert seine Zeit,
nur Geduld, es wird schon werden.
Folgt auch noch ein rauer Schauer,
lacht der Himmel um so blauer.
Leichter schlägt das Menschenherz
zwischen Februar und März.
Fred Endrikat, Schriftsteller, Dichter und Kabarettist, *07.06. 1890 in Nakel an der Netze, Pommern, + 12.08.1942 in München. Seinerzeit galt Endrikat als äußerst populär.





