Von Andreas Steinhardt 28.04.2023 um 00:00 Uhr | melden
Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Emanuel Geibel. Der kälteste und nasseste April seit vielen Jahrzehnten geht bald zuneige. Sind Sie dem launischen Wetter bereits überdrüssig? Ich mag es so, ich bin ein Freund des kühleren, wechselhafteren Wetters. Wilhelm kam prächtig mit jeder Jahreszeit zurecht, er war aber auch sicherlich kein überzeugter Sonnenanbeter...was habe ich derweil schon für Anfeindungen erfahren, wenn man sich als Herbst- und Winterfan outet? Man sei verrückt! Gott sei Dank kenne ich auch einige andere Menschen, die doch mehr "Isländer*in" als "Australier*in" sind... besonders, wenn man Hitze nicht verträgt, unter Pollinosis und Sonnenallergie leidet. Der nächste Herbst kommt bestimmt...ich gönne aber auch jedem seine Freude auf einen sonnigen, warmen Sommer...
Im April
Du feuchter Frühlingsabend,
Wie hab’ ich dich so gern!
Der Himmel wolkenverhangen,
Nur hie und da ein Stern.
Wie leiser Liebesodem
Hauchet so lau die Luft,
Es steigt aus allen Talen
Ein warmer Veilchenduft.
Ich möcht’ ein Lied ersinnen,
Das diesem Abend gleich,
Und kann den Klang nicht finden,
So dunkel, mild und weich.
Emanuel Geibel, * 17.10.1815 in Lübeck, + 06.04. 1884 ebenda.





