Von Andreas Steinhardt 16.11.2023 um 18:55 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein schönes Gedicht von Adolf Schults.
Um direkt Bezug zum Gedicht zu nehmen - Wilhelm war zwar
nicht ungläubig, aber er war auch nicht der Kirchgänger vor dem Herrn.
Meinen Großvater lockte es dann doch mehr in Wald und Feld zum Spaziergang am Sonntagvormittag, als zur Predigt in der hiesigen Josefskirche. "Geht ihr mal! Der Poppek (Name eines Pfarrers) läutet schon! Und betet für mich und meine Sünden" - ja, einen unschlagbaren Humor hatte mein Opa ja...
Sonntag
Sonntag, Sonntag! Horch, der Glocken
lieblich lockender Ton erschallt!
Wie sie dich zur Kirche locken,
locken sie mich zum grünen Wald,
wie verschieden die Wege scheinen,
einem Ziel doch streben sie zu;
denn den Ewigen, Einzig-Einen
suchen wir beide, ich und du.
Gar verschiedene Wege sind es,
doch sie führen zu einem Ziel:
Mir erscheint es im Säuseln des Windes,
dir im wogenden Orgelspiel.
Adolf Schults, dt. Dichter, *05. Juni 1820 in Elberfeld (seit 1930 Teil der neugegründeten Stadt Wuppertal), +02. April 1858 ebenda.





