Von Andreas Steinhardt 22.03.2025 um 09:11 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht von Rilke, passend zum aktuellen Frühlingsanfang.
Ich erinnere mich gerne zurück an meine Kindheit, als mein Großvater mit mir im Frühjahr durch die hiesigen Felder ging, durch den alten Kirchweg, durch das dortige Wäldchen.
Wilhelm erklärte mir alle frühblühenden Pflanzen und Bäume, dass die Osterglocke eine Narzisse ist, aber nicht jede Narzisse damit eine Osterglocke sei...
...diese ist eine Unterart der Narzisse, welche
"in vollem Gelb" blüht und kleiner als andere Narzissenarten ist, welche auch größer sein
können und zum Beispiel gelb-weiße Blüten besitzen...hatte sich der kleine Enkel gemerkt...
Wilhelm äußerte auch gerne "Riechst Du auch den Frühling? Die gute Luft?" ...und nahm erst einmal ein paar kräftige Atemzüge...
Vorfrühling
von Rainer Maria Rilke
Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung
an der Wiesen aufgedecktes Grau.
Kleine Wasser ändern die Betonung.
Zärtlichkeiten, ungenau,
greifen nach der Erde aus dem Raum.
Wege gehen weit uns Land und Zeigens.
Unvermutet siehst du seines Steigens
Ausdruck in dem leeren Baum.
Rainer Maria Rilke, *04. Dezember 1875 in Prag,
+29. Dezember 1926 in Valmont bei Montreux, Schweiz.





