Von Andreas Steinhardt 13.04.2025 um 14:38 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze am Palmsonntag ein Gedicht von Rainer Maria Rilke.
Nach einem sehr warmen und sonnigen Samstag Tagen zeigt sich der Palmsonntag heute viel kühler, bewölkt und mit einigen kleinen Schauern.
Die Natur schreit nach Regen, seit vielen Wochen hatten wir bis heute fast keinen Niederschlag -
die meisten Menschen die ich kenne sagen momentan "bloß kein Regen, soll es doch so bleiben" - sind wir wirklich so egoistisch? Die meisten offenbar ja.
"Der April macht eh was er will", hätte mein Großvater Wilhelm sicherlich angemerkt, "da
können wir nichts dran ändern - ob er nun verregnet ist oder trocken..."
Aus einem April
von Rainer Maria Rilke
Wieder duftet der Wald.
Es heben die schwebenden Lerchen
mit sich den Himmel empor, der unseren
Schultern schwer war;
zwar sah man noch durch die Äste den Tag,
wie er leer war, –
aber nach langen, regnenden Nachmittagen
kommen die goldübersonnten
neueren Stunden,
vor denen flüchtend an fernen Häuserfronten
alle die wunden Fenster furchtsam mit Flügeln schlagen.
Dann wird es still. Sogar der Regen geht leiser
über der Steine ruhig dunkelnden Glanz.
Alle Geräusche ducken sich ganz
in die glänzenden Knospen der Reiser.
Rainer Maria Rilke, *04.12.1875 in Prag, +29.12.1926 in Glion, Kanton Waadt ,
Schweiz, seit 1953 Glion sur Montreux.





