Von Andreas Steinhardt 23.05.2025 um 22:30 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht von Wilhelm Busch.
Aus einem kleinen Gedichtband trug mir mein
Opa Wilhelm in meiner Kindheit die teilweise sehr heiteren Verse von Wilhelm Busch vor. Dabei hatte er eine unnachahmliche Art diese zu rezitieren, laut, lächelnd, gestikulierend - als seien es seine eigenen Werke - unvergesslich schön!
Vertraut
von Wilhelm Busch
Wie liegt die Welt so frisch und tauig
Vor mir im Morgensonnenschein.
Entzückt vom hohen Hügel schau ich
Ins frühlingsgrüne Tal hinein.
Mit allen Kreaturen bin ich
In schönster Seelenharmonie.
Wir sind verwandt, ich fühl es innig,
Und eben darum lieb ich sie.
Und wird auch mal der Himmel grauer;
Wer voll Vertraun die Welt besieht,
Den freut es, wenn ein Regenschauer
Mit Sturm und Blitz vorüberzieht.
Heinrich Christian Wilhelm Busch,
*14. April 1832 in Wiedensahl, Schaumburger Land, Niedersachsen, +9. Januar 1908 in Mechtshausen, seit 1974 zur Stadt Seesen, Niedersachsen.
Busch war einer der einflussreichsten humoristischen Dichter
und auch Zeichner Deutschlands.





