Von Andreas Steinhardt 01.03.2026 um 18:28 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze am 1. März ein Gedicht von Rilke.
Ich erinnere mich gerne zurück an meine Kindheit, als mein Großvater mit mir im Frühjahr durch die hiesigen Felder ging, durch den alten Kirchweg, durch das dortige Wäldchen.
Wilhelm erklärte mir alle frühblühenden Pflanzen und Bäume, dass
die Osterglocke eine Narzisse ist, aber nicht jede Narzisse damit eine Osterglocke sei...diese ist eine Unterart der Narzisse, welche "voll gelb" ist und kleiner als andere Narzissenarten, welche auch größer sein können und zum Beispiel gelb-weiße Blüten besitzen...hatte sich der kleine Enkel gemerkt...
Wilhelm äußerte auch gerne "Riechst Du auch den Frühling? Die gute Luft?" ...und nahm erst einmal ein paar kräftige Atemzüge...
Vorfrühling
von Rainer Maria Rilke
Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung
an der Wiesen aufgedecktes Grau.
Kleine Wasser ändern die Betonung.
Zärtlichkeiten, ungenau,
greifen nach der Erde aus dem Raum.
Wege gehen weit uns Land und Zeigens.
Unvermutet siehst du seines Steigens
Ausdruck in dem leeren Baum.
Rainer Maria Rilke, *04. Dezember 1875 in Prag,
+29. Dezember 1926 in Valmont bei Montreux, Schweiz.





