Von Andreas Steinhardt 14.05.2026 um 00:23 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze einige Bauernregeln, passend zu den "Eisheiligen", sowie ein Gedicht von Max Hermann Neiße.
In Norddeutschland gelten traditionell nur die ersten drei Heiligen (Mamertus, Pankratius, Servatius) als Eisheilige, während etwa ab der Südhälfte Deutschlands auch Bonifatius und Sophia, auch genannt "die kalte Sophie" mitgezählt werden.
Im letzten Jahr waren "die Eisheiligen“ sehr gnädig, es herrschte sommerliches Wetter bei Temperaturen bis zu 24° C in unserer Region.
Ausgerechnet zu Mamertus schlug das milde und trockene Wetter um - es regnete stark, vorgestern, an Pankratius, war es durchwachsen bei Höchsttemperaturen um 11° C. Gestern zu Servatius zogen Gewitter mit Starkregen durch. Auch die nächsten Tage soll es auch ähnlich kühl und durchwachsen weitergehen.
Wilhelm wäre es wahrscheinlich ganz genehm gewesen, machte der "Maisommer" doch eine Pause. Empfinde ich auch so. Und die Natur kann nach anhaltend trockenem Wetter durchatmen...
...die Pfingstprognose sieht nun wieder ganz anders aus....
Hier ein paar ausgewählte Bauernregeln zu den Eisheiligen von einer Vielzahl derer:
Zu Mamertus:
"Der heilige Mamerz hat von Eis ein Herz."
Heute zu Pankratius:
"Wenn’s an Pankratius friert, so wird im Garten viel ruiniert."
13. Mai - Servatius:
"Servaz muss vorüber sein, willst vor Nachtfrost sicher sein."
14. Mai - Bonifatius:
"Vor Servaz kein Sommer, nach Servaz kein Frost."
15. Mai - Sophia:
"Kalte Sophie wird sie genannt, denn oft kommt sie mit Kälte daher gerannt."
"Pflanze nie vor der Kalten Sophie."
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Die Eisheiligen
von Max Hermann Neiße
Die Eisheiligen stehen mit steif gefrorenen Bärten,
aus denen der kalte Wind Schneekörner kämmt,
früh plötzlich in den blühenden Frühlingsgärten,
Nachzügler, Troß vom Winter, einsam, fremd.
Eine kurze Weile nur sind sie hilflos, betroffen,
dann stürzt die Meute auf den Blumenpfad.
Sie können nicht, sich lang zu halten, hoffen;
so wüsten sie in sinnlos böser Tat.
Von den Kastanien reißen sie die Kerzen
und trampeln tot der Beete bunten Kranz,
dem zarten, unschuldsvollen Knospenglück
bereiten sie hohnlachend Schmerzen,
zerstampfen junges Grün
in geisterhaft verbissenem Kriegestanz.
Plötzlich mitten in all dem Toben und Rasen
ist ihre Kraft vertan,
und die ersten warmen Winde blasen
aus der Welt den kurzen Wahn.
Max Herrmann-Neiße, eigentlich Max Hermann, *23. Mai 1886 in Neiße, Schlesien, 08.April 1941 in London.
Wie viele Schriftsteller der Zeit geriet Max Herrmann-Neiße schnell in Vergessenheit. Seine Werke wurden erst ab den späten 1970er Jahren allmählich wiederentdeckt.





