Wilhelm Remiorz

Wilhelm
Remiorz

27.05.1904
Bottrop
-
25.06.1993
Gladbeck

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ZurückEine brennende Kerze: Kerze gelb klein
Gedicht Nach dem Regen

Von Andreas Steinhardt 14.06.2026 um 14:05 Uhr | melden

Zur heutigen Gedenkkerze ein Sommergedicht von Ada Christen.

Heute früh gab es hierzulande noch einen Regenschauer - aber schon in wenigen Tagen rollt eine neue, vermutlich sogar Hitzewelle, heran.

Ging ich mit meinem Großvater Wilhelm nach einem Regenguss spazieren, fragte er mich stets:

"Junge, riechst du den Wald, riechst du das Feld, die Wiese nach dem Regen?" In der Tat ist es ein schöner, gar erfrischender Geruch - da hatte mein Opa schon recht...und die Luft ist schlichtweg besser nach einem warmen Tag - nun gut, manchmal ist diese direkt nach einem sommerlichen Regenschauer auch recht schwül...Wilhelm atmete aber immer tief und hörbar durch - "Endlich wieder Luft schnappen können", äußerte er so bei sich...


Nach dem Regen

von Ada Christen


Die Vögel zwitschern, die Mücken
Sie tanzen im Sonnenschein,
Tiefgrüne, feuchte Reben
Gucken ins Fenster herein.

Die Tauben girren und kosen
Dort auf dem niederen Dach,
Im Garten jagen spielend
Die Buben den Mädeln nach.

Es knistert in den Büschen,
Es zieht durch die helle Luft
Das Klingen fallender Tropfen,
Der Sommerregenduft.

Ada Christen (Pseudonym), eigentl. Christina von Breden, *06. März 1839 in Wien, +19. Mai 1901 in Inzersdorf am Wienerberge, seit 1938 Stadtteil von Wien.

Christen war eine österreichische Schriftstellerin, Dichterin und Theaterschauspielerin.

Durch die Vermittlung des Schriftstellers und Lyrikers Ferdinand von Saar erschien 1868 als ihre erste Veröffentlichung das Gedichtband "Lieder einer Verlorenen", welches durch seine Kombination von Erotik und sozialer Anklage zur Provokation wurde und entsprechend hohe Auflagen erreichte. Saar hatte ihr auch zu dem Pseudonym "Ada Christen" geraten, das sie für immer bei behielt.