Von Andreas Steinhardt 19.09.2026 um 15:06 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein schönes, spätsommerliches oder frühherbstliches Gedicht von Wilhelm Busch.
Wir stehen wenige Tage vor dem astronomischen Herbstanfang -
heute herrscht bei auflebendem Wind ein Sonne-Wolken-Mix vor, die Temperaturen erreichen am Nachmittag bis zu 20° C. Es soll uns in
der kommenden Woche laut Prognosen noch eine Warmluftfront erreichen, die bis in den Oktober hineinreicht...
Franz freute sich - wie auch ich - sehr auf den Herbst. Waren doch zuviel Sonne und Hitze gar nicht sein Ding. Heute würde mein Vater einen ausgedehnten Spaziergang unternehmen, sich den Wind um die Nase wehen lassen - schon in Vorfreude auf den kommenden Oktober...
Für Franz. Für Axel.
In trauter Verborgenheit
von Wilhelm Busch
Ade, ihr Sommertage,
Wie seid ihr so schnell enteilt,
Gar mancherlei Lust und Plage
Habt ihr uns zugeteilt.
Wohl war es ein Entzücken,
Zu wandeln im Sonnenschein
Nur die verflixten Mücken
Mischten sich immer darein.
Und wenn wir auf Waldeswegen
Dem Sange der Vögel gelauscht,
Dann kam natürlich ein Regen
Auf uns hernieder gerauscht.
Die lustigen Sänger haben
Nach Süden sich aufgemacht,
Bei Tage krächzen die Raben,
Die Käuze schreien bei Nacht.
Was ist das für ein Gesause!
Es stürmt bereits und schneit.
Da bleiben wir zwei zu Hause
In trauter Verborgenheit.
Kein Wetter kann uns verdrießen.
Mein Liebchen, ich und du,
Wir halten uns warm und schließen
Hübsch feste die Türen zu.
Wilhelm Busch, *14.02.1832 in Wiedensahl, Schaumburger Land, Niedersachsen, + 09.01.1908 Mechtshausen, heute Stadt Seesen, Niedersachsen.
Sind Sie in der Nähe, besuchen Sie doch einmal das alte Pfarrhaus im Ortsteil Mechtshausen, dort wurde Wilhelm Busch zu Ehren ein Museum eingerichtet, in dem neben seinen Werken seine Wohn- und Arbeitsräume zu besichtigen sind. Vor der Kirche steht eine Max-und-Moritz-Statue, sein Grabmal ist auf dem dortigen Friedhof zu finden





