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Gedenkkerzen | Seite 3
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Man öffnet die Augen,
schließt sie wieder
und nimmt das,
was man erblickt,
hinüber in den Traum.
Das ist das Leben.
(Friedrich Hebbel; 1813 - 1863)
Tu erst das Notwendige,
dann das Mögliche,
und plötzlich schaffst du
das Unmögliche.
(Franz von Assisi; 1181 - 1226)
Mein Beileid
Geliebte Menschen verschwinden nicht.
Sie begleiten uns jeden Tag.
Unsichtbar und geräuschlos
aber immer in unserer Nähe.
Stiller Gruß
Christine mit Melanie fest im Herzen
Es ist nie zu spät,
das zu werden,
was man hätte
sein können.
(George Eliot; eigentlich Mary Ann Evans;
1819 - 1880)
Die Liebe ist das einzige,
was wir am Ende mitnehmen können,
und sie macht das Ende so einfach.
(Louisa May Alcott; 1832 - 1888)
Wofür es sich zu leben lohnt
Für das Rauschen des Meeres,
für das Funkeln der Sterne,
für das Leuchten in den Augen derer,
die wir lieben.
Für die Musik
und für den Tanz,
für die leisen Momente
und für das Innehalten im Trubel der Tage.
Für die Zärtlichkeit
und für die Sonne in unseren Herzen.
Für unsere unermüdliche Hoffnung...
(Jochen Mariss)
Das Leben ist,
was wir daraus machen.
So war es schon immer
und so wird es auch bleiben.
(Grandma Moses; eigentlich Anna Mary Robertson Moses;
1860 - 1961)
Du bist so nah,
ungreifbar nah.
Bist um mich herum,
Du bist so fern,
bist Liebe,
die ich empfing,
die ich verströmen konnte,
bist der Blick
in die Erinnerung,
bist Wohlbehagen,
bist Behütetsein,
bist Wärme,
Berührung im Vorübergehen.
Du bist in mir,
ungreifbar nah.
(Annette Gonserowski)
Brachzeit
Vom Winter lernen
der Stille zu vertrauen
der Sprengkraft des Unsichtbaren
und dem Sammeln in den Kammern
während der Brachzeit
Vom Winter wieder lernen
sich überschneien zu lassen
ohne Furcht
(Eveline Hasler)
Gib dich der Mühe der Stille hin,
und du wirst etwas finden,
was du von niemandem sonst
hören kannst.
(Isaak von Ninive; 640 - 700)
Oft kommt das Glück
durch eine Tür herein,
von der man gar nicht wusste,
dass man sie
offengelassen hatte.
(John Barrymore; 1882 - 1942)
Wer Frieden in der Seele hat,
beunruhigt weder sich selbst
noch einen anderen.
(Epikur; 341 - 271 v. Chr.)
Wollen wir in Frieden leben,
muss der Frieden
aus uns selbst kommen.
(Jean Jacques Rousseau; 1712 - 1778)
Will das Glück nach seinem Sinn,
dir was Gutes schenken,
sage Dank und nimm es hin
ohne viel Bedenken.
Jede Gabe sei begrüßt,
doch vor allen Dingen:
Das, worum du dich bemühst,
möge dir gelingen!
(Wilhelm Busch; 1832 - 1908)
Ich wünsche dir Zeit
Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:
Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,
und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.
Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,
nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche dir Zeit – nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.
Ich wünsche dir Zeit – nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge dir übrigbleiben
als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,
anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.
Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.
Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!
(Elli Michler)
Von Zeit zu Zeit
der Welt verloren gehen
in Träumen
den Lärm der Stunden
unterlaufen
die rotierende Zeit
überspringen
von Zeit zu Zeit
der Welt verloren gehen
um neu anzukommen
(Annemarie Schnitt)
Das Glück
Sein Lächeln scheint , so klar und weich,
wie Götter es Erwählten spenden.
Es trägt im Haar den Efeuzweig,
Christrosen in den blassen Händen.
Taub war es meiner Stürme Weh
und meiner Jugend heißen Bitten -
nun kommt im Mondlicht durch den Schnee
es lautlos auf mich zugeschritten.
(Clara Müller-Jahnke; 1860-1905)
Wir sind ganz angstallein,
haben nur aneinander Halt,
jedes Wort wird wie ein Wald
vor unserm Wandern sein.
Unser Wille ist nur der Wind,
der uns drängt und dreht;
weil wir selber die Sehnsucht sind,
die in Blüten steht.
(Rainer Maria Rilke)
Das Glück ist ein Mosaikbild,
das aus lauter unscheinbaren
kleinen Freuden
zusammengesetzt ist.
(Daniel Spitzer; 1835 - 1893)
Ich wünsche dir,
dass dir das Licht,
das zu Weihnachten
dein Herz erhellt,
nach den Feiertagen
nicht wieder verlorengeht,
sondern dass es deine Seele
und all deine Wege
durchwärmt und erleuchtet
durch das kommende Jahr.
(Christa Spilling-Nöker)
Ich werde Weihnachten
in meinem Herzen ehren
und versuchen,
es das ganze Jahr aufzuheben.
(Charles Dickens)
Wenn du doch nur hiersein könntest…
- ach, was rede ich!?
Du bist heute bei uns.
Wir lieben dich !
Merry Christmas!
Mit Freude beantworten wir sofort und damit auf herausragende Weise die folgende Mitteilung und geben gleichzeitig unserer großen Freude Ausdruck, dass ihre gewissenhafte Autorin zu den Freunden der SUN zählt:
„Lieber Redakteur: Ich bin 8 Jahre alt.
Einige meiner kleinen Freunde sagen, dass es keinen Weihnachtsmann gibt.
Papa sagt: ‚Wenn du es in der SUN siehst, ist es so.‘
Bitte sagen Sie mir die Wahrheit: Gibt es einen Weihnachtsmann?“
Virginia O’Hanlon.
115 West Ninety-fifth Street.
Virginia, deine kleinen Freunde haben unrecht. Sie sind beeinflusst von der Skepsis eines skeptischen Zeitalters. Sie glauben an nichts, das sie nicht sehen. Sie glauben, dass nichts sein kann, was ihr kleiner Verstand nicht fassen kann. Der Verstand, Virginia, sei er nun von Erwachsenen oder Kindern, ist immer klein. In diesem unserem großen Universum ist der Mensch vom Intellekt her ein bloßes Insekt, eine Ameise, verglichen mit der grenzenlosen Welt über ihm, gemessen an der Intelligenz, die zum Begreifen der Gesamtheit von Wahrheit und Wissen fähig ist.
Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Er existiert so zweifellos wie Liebe und Großzügigkeit und Zuneigung bestehen, und du weißt, dass sie reichlich vorhanden sind und deinem Leben seine höchste Schönheit und Freude geben. O weh! Wie öde wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe. Sie wäre so öde, als wenn es dort keine Virginias gäbe. Es gäbe dann keinen kindlichen Glauben, keine Poesie, keine Romantik, die diese Existenz erträglich machen. Wir hätten keine Freude außer durch die Sinne und den Anblick. Das ewige Licht, mit dem die Kindheit die Welt erfüllt, wäre ausgelöscht.
Nicht an den Weihnachtsmann glauben! Du könntest ebenso gut nicht an Elfen glauben! Du könntest deinen Papa veranlassen, Menschen anzustellen, die am Weihnachtsabend auf alle Kamine aufpassen, um den Weihnachtsmann zu fangen; aber selbst wenn sie den Weihnachtsmann nicht herunterkommen sähen, was würde das beweisen? Niemand sieht den Weihnachtsmann, aber das ist kein Zeichen dafür, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Die wirklichsten Dinge in der Welt sind jene, die weder Kinder noch Erwachsene sehen können. Sahst du jemals Elfen auf dem Rasen tanzen? Selbstverständlich nicht, aber das ist kein Beweis dafür, dass sie nicht dort sind. Niemand kann die ungesehenen und unsichtbaren Wunder der Welt begreifen oder sie sich vorstellen.
Du kannst die Babyrassel auseinanderreißen und nachsehen, was darin die Geräusche erzeugt; aber die unsichtbare Welt ist von einem Schleier bedeckt, den nicht der stärkste Mann, noch nicht einmal die gemeinsame Stärke aller stärksten Männer aller Zeiten, auseinanderreißen könnte. Nur Glaube, Phantasie, Poesie, Liebe, Romantik können diesen Vorhang beiseiteschieben und die übernatürliche Schönheit und den Glanz dahinter betrachten und beschreiben. Ist das alles wahr? Ach, Virginia, in der ganzen Welt ist nichts sonst wahrer und beständiger.
Kein Weihnachtsmann! Gott sei Dank! lebt er, und er lebt auf ewig. Noch in tausend Jahren, Virginia, nein, noch in zehnmal zehntausend Jahren wird er fortfahren, das Herz der Kindheit zu erfreuen.
(Francis Pharcellus Church; 1839 - 1906;
Leitartikel der NEW YORK SUN vom 21.09.1897)
Ich bin die Trauer.
Ich gehe nicht weg,
auch nicht an Weihnachten.
Ich bleibe dicht bei Dir,
auch wenn überall schöne Lichter glänzen.
Ich ducke mich und verstecke mich,
damit andere mich nicht entdecken.
Aber: Ich gehe nicht weg.
Auch Dein Lächeln vertreibt mich nicht,
auch keine Musik oder lustige Weihnachtskarten.
Ich stelle mich hinter Dich,
und wenn Du viel Spaß hast,
tippe ich Dich an und erinnere Dich:
Ich gehe nicht weg.
Kirchenlieder, Weihnachtsbaum,
alle Familien rücken zusammen.
Nur die, die fehlen, kommen nicht wieder.
Aber ich gehe nicht weg.
Die Nachbarn wünschen „Frohe Weihnacht“
und leise stehe ich neben Dir.
Ich bin immer da.
Mal vor Dir, mal hinter Dir und mal daneben.
Wie eine Stütze.
Ungewollt,
immer als schlecht betrachtet und doch:
Ich gehe nicht weg.
Deine Freunde mögen mich nicht.
Die Familie schweigt,
wenn ich mit Dir den Raum betrete,
denn ich setze mich neben alle Menschen.
Die Gesellschaft übersieht mich,
mich will keiner haben.
Es wird alles getan,
damit ich verschwinde.
Nach einigen Monaten verlangt man
von den Menschen,
dass sie mich verdrängen
und nicht beachten.
Nur wenige,
die es selbst erlebt haben, verstehen:
Ich gehe doch nicht weg.
Ich bin wichtig.
Ich darf sein.
Ich darf bleiben.
Ich muss beachtet werden.
Auch wenn ich kleiner werde,
mal Abstand zwischen uns lasse
und auch mal ein paar Tage in den Urlaub fahre:
Ich werde Dich stets begleiten.
Ich gehe nicht weg.
(S. Elvert; 2019; trauerkinder.de)
Rufe nicht
Lege den Finger auf den Mund.
Rufe nicht.
Bleibe stehen
am Wegrand.
Vielleicht solltest du dich hinlegen
in den Staub.
Dann siehst du in den Himmel
und bist eins mit der Straße,
und wer sich umdreht nach dir
kann gehen als lasse er niemand zurück.
Es geht sich leichter fort,
wenn du liegst
als wenn du stehst,
wenn du schweigst als wenn du rufst.
Sieh die Wolken ziehn.
Sei bescheiden, halte nichts fest.
Sie lösen sich auf.
Auch du bist sehr leicht.
Auch du wirst nicht dauern.
Es lohnt sich nicht Angst zu haben
vor Verlassenheit,
wenn schon der Wind steigt
der die Wolke
verweht.
(Hilde Domin)
Es gibt nur einen
Weg zum Glück
und der bedeutet,
aufzuhören
mit der Sorge um Dinge,
die jenseits der Grenzen
unseres Einflussvermögens
liegen.
(Epiktet; 50 - 138)
Fahr‘ dein Schiffchen durch ein Meer von Kerzen
Sei dein Kurs mit Sternenstaub bestreut
Durch alle Gezeiten
Soll dich Liebe leiten
Mögen dir die Herzen immer zufliegen wie heute
Mögen dir die Herzen immer zufliegen wie heut‘!
Es sollen die Steine, die auf deinen Wegen liegen
Freundlich, sanft und weich zu Deinen Füßen sein
Mög’ dein Bündel leicht auf deinen Schultern wiegen
Und sei’n Fußstapfen dir nie zu groß und nie zu klein
Über allen Straßen sollen Fähnchen für dich wehen
Und von allen Dächern pfeifen Spatzen Symphonien
Blumen soll‘n auf den Balkons die Köpfe nach dir drehen
Und den Seraphim, die deinen Wagen ziehn
Fahr’ dein Schiffchen durch ein Meer von Kerzen
Sei dein Kurs mit Sternenstaub bestreut
Durch alle Gezeiten
Soll dich Liebe leiten
Mögen dir die Herzen immer zufliegen wie heute
Mögen dir die Herzen immer zufliegen wie heut‘!
Immer einen Glückspfennig in einer Deiner Taschen
Immer einen ruh‘gen Atemzug im Ziel
Immer voll Vertrau’n, doch mit allen Wassern gewaschen
Immer eine Handbreit davon unterm Kiel
Dass durch alle Fährnis dich ein Schutzengel begleite
Dass ein Leuchtfeuer dich führ‘ mit sich‘rem Schein!
Immer sei ein bester Freund an deiner Seite -
Ich will gern der älteste von ihnen sein
Fahr’ dein Schiffchen durch ein Meer von Kerzen
Sei dein Kurs mit Sternenstaub bestreut
Durch alle Gezeiten
Soll dich Liebe leiten
Mögen dir die Herzen immer zufliegen wie heute
Mögen dir die Herzen immer zufliegen wie heut‘!
(Reinhard Mey)
Entspanne dich.
Lass das Steuer los.
Trudle durch die Welt.
Sie ist so schön.
(Kurt Tucholsky)
Einige Menschen
sehen die Dinge,
wie sie sind,
und fragen:
Warum?
Ich träume
nie dagewesene
Träume
und frage:
Warum nicht?
(George Bernard Shaw; 1856 - 1950)
Es ist immer leichter,
unterwegs zu sein.
Haltmachen heißt,
der Wirklichkeit
ins Auge zu sehen.
(Louis L‘Amour; 1908 - 1988)
Neben der edlen Kunst,
Dinge zu verrichten,
gibt es die edle Kunst,
Dinge unverrichtet zu lassen.
(Laotse)
Jeder Tag
trägt tausend Möglichkeiten
der Freude, der Hoffnung
und eines kleinen Glücks in sich:
Ganz still und unbemerkt,
inmitten dieser lauten Welt,
können die herrlichsten Wunder geschehen.
Es sind jene kleinen Ereignisse,
die das Leben hell und schön machen,
jene kostbaren Augenblicke,
von denen nur das Herz weiß...
(Irmgard Erath)
Der Engel in dir
freut sich über dein Licht,
weint über deine Finsternis.
Aus seinen Flügeln rauschen
Liebesworte, Gedichte,
Liebkosungen.
Er bewacht deinen Weg,
lenkt deinen Schritt –
engelwärts.
(Rose Ausländer)
Ich glaube
an eine Bleibe
hinter dem Horizont
wohin kein Weh mich verfolgt
wo keine Sorge mich lähmt
wo keine Trauer mich drückt
Ich glaube an eine Bleibe für mich
unter einem anderen Himmel
befreit von Erdenschwere
auferstanden aus Asche
Ich glaube an Siege über den Tod
Ich glaube solange ich glauben kann
an etwas ganz Neues
das noch kein Auge gesehen
kein Ohr erhorcht
keine Stimme besungen hat
Ich glaube
über das Leben hinaus ans Leben
(Annemarie Schnitt)
Den Tag nicht verloren geben.
Vielleicht begegne ich einem,
der ein paar Schritte mit mir geht.
Vielleicht fällt ein Wort in mein Herz
und malt eine Spur aus Licht.
Vielleicht geht etwas über auf mich
von der Freude, die einer teilt mit mir.
Vielleicht besucht mich ein Trostgedanke
und ein Lächeln geht auf in mir.
Vielleicht wartet einer auf mein Verstehen
und ich erfahre,
dass ich wichtig für ihn bin.
Vielleicht zieht der Unmut von gestern
sich zurück und gibt den Blick frei
auf etwas Schönes.
Es könnte doch sein,
dass ich am Abend erkenne,
der Tag war gut.
(Antje Sabine Naegeli)
Warum muss es immer so gemacht werden,
wie es früher gemacht wurde?
Wenn das konsequent geschehen wäre,
säßen wir heute noch auf den Bäumen!
(Erich Kästner; aus: „Fabian. Die Geschichte eines Moralisten“)
Wer den Himmel nicht in sich selber trägt,
sucht ihn vergebens im ganzen Weltall.
(Carl Sonnenschein; 1876 - 1929),
Stärke wächst in den Momenten,
in denen man denkt,
dass man nicht mehr weiter kann,
aber trotzdem weitermacht.
(Mahatma Gandhi)
Heute möge dir ein Lichtblick
des Himmels so tief in die
Abgründe deines Herzens
fallen, dass es darin heller,
freundlicher und wärmer wird.
Heute möge dir der Augenblick
eines einzigen freundlichen
Lächelns so gut tun in der Seele,
dass ihr dadurch Flügel wachsen,
die dir neue Spannkraft verleihen.
Heute möge dir ein herzlicher Gruß
so wohltuend in den Ohren klingen,
dass er die Schwere in dir auflöst
und dich staunen lässt über so viel
Wunderbares in deinem Leben...
(Paul Weismantel)
Solange die Erinnerungen
auf blauen Rossen reiten,
bleibt der gescheiteste Verstand zurück.
Man kann, was Glück war,
nicht bestreiten,
dazu liegt es zu lang zurück.
Im Einst sind wohl die Räume größer,
durchsonnt von einem hellen Licht.
Und alle Früchte schmeckten besser,
und Würmer drin, die gab es nicht.
(Elli Michler)
Wir müssen nicht über Nacht
zu Helden werden.
Nur einen Schritt
nach dem anderen,
jedem Ding begegnen,
das auftaucht,
es nicht so schrecklich sehen,
wie es scheint,
entdecken,
dass wir die Kraft haben,
es niederzustarren.
(Eleanor Roosevelt)
Ein guter Mensch
ist wie ein kleines Licht,
das durch die Nacht
unserer Welt wandert
und auf seinem Weg
tote Sterne wieder anzündet.
Das Gute, das Menschen
in Freundschaft und Liebe
Menschen erweisen,
liegt jenseits von Effizienz
und Konkurrenz.
Es kann nicht gemessen,
nicht in Statistiken
festgelegt werden.
Es liegt tiefer,
es ist wie ein unsichtbarer
warmer Golfstrom.
Aber man spürt es
an der Küsten einer Welt,
in der man zu lange gefroren hat
vor Kälte unter den Menschen.
(Phil Bosmans)
Wir sollen immer verzeihen,
dem Reuigen um seinetwillen,
dem Reuelosen um unseretwillen.
(Marie von Ebner-Eschenbach)
Einfache Menschen – wunderbare Menschen.
Menschen, von denen ohne viel Aufhebens
ein Strom der Liebe in die Welt ausgeht.
Sie sind Oasen in unserer Wüste,
sie sind Sterne in unserer Nacht.
(Phil Bosmans)
Es sind nicht die Höhen und Tiefen,
die das Leben schwierig machen;
es sind die Idioten.
(Charlie Chaplin)
Jedes Mal
wenn ich jetzt an dich denke
entsteht in meinem Kopf
ein freier Raum
eine Art Vorraum zu dir
in dem sonst nichts ist
Ich stelle fest
am Ende jedes Tages
dass viel mehr freier Raum
in meinem Kopf
übriggewesen sein muss
als ich sonst glaubte
(Erich Fried)
Leben heißt lernen,
dass wir uns Zeit nehmen müssen,
wenn wir welche haben wollen;
dass wir verantwortlich sind
für Gedachtes und Nichtgedachtes,
Gesagtes und Nichtgesagtes,
Getanes und Nichtgetanes;
dass der Sinn des Lebens
darin liegt, immer die Liebe
und das Leben im Sinn zu haben.
Leben heißt lernen,
dass es nicht darauf ankommt,
ob wir uns etwas schenken,
sondern darauf, ob wir imstande sind,
uns gegenseitig etwas zu geben;
dass das Wesen des Lebens
die Veränderung ist;
dass wir Liebe säen müssen,
wenn wir Liebe ernten wollen.
Leben heißt lernen,
die Kunst der Gelassenheit auszuüben:
das Weglassen, das Zulassen,
das Loslassen;
dass die schwierigste Aufgabe
unseres Leben darin besteht,
nie aufzugeben;
dass unser Mensch-Sein untrennbar
mit dem Mensch-Werden verbunden ist.
(Ernst Ferstl)
Das Leben ist ein Theaterstück ohne vorherige Probe.
Drum singe, lache, tanze und liebe...
Und lebe jeden einzelnen Augenblick deines Lebens,
bevor der Vorhang fällt
und das Theaterstück ohne Applaus zu Ende geht.
(Charlie Chaplin; 1889 - 1977)
Mein Herz…
Mein Herz, ich will dich fragen,
Was ist denn Liebe, sag?
- Zwei Seelen und ein Gedanke,
Zwei Herzen und ein Schlag!
Und sprich, woher kommt Liebe?
- Sie kommt und sie ist da!
Und spricht, wie schwindet Liebe?
- Die war´s nicht, der´s geschah!
Und was ist reine Liebe?
- Die ihrer selbst vergisst!
Und wann ist Lieb am tiefsten?
- Wenn sie am stillsten ist!
Und wann ist Lieb am reichsten?
- Das ist sie, wenn sie gibt!
Und sprich, wie redet Liebe?
- Sie redet nicht, sie liebt!
(Friedrich Halm; 1806-1871)
Einen Stern wünsche ich dir,
zu dem deine Träume himmelwärts steigen,
Stufe um Stufe
auf der Leiter der Nacht.
Einen Stern wünsche ich dir,
der dir ins Fenster leuchtet
und dich die Dunkelheit
vergessen macht.
Und für all die kalten Tage,
nicht nur im Dezember,
in denen das Licht scheint so fern,
da wünsch ich ihn dir
in deinem Herzen –
einen Stern.
(Isabella Schneider)
Alle Zufälle unseres Lebens
sind Materialien,
aus denen wir machen können,
was wir wollen.
Wer viel Geist hat,
macht viel aus seinem Leben.
(Novalis; 1772 - 1801)
Stört die Liebe nicht auf,
weckt sie nicht,
bis es ihr selbst gefällt.
(Das Hohelied Salomons, 3, 5)
Der Tod ist für niemanden außer den Sterbenden eine Erlösung.
Für die Lebenden ist er die Hölle, die nur ständig ihr Gesicht verändert.
Man glaubt, es wird einem bessergehen.
Man glaubt, eines Tages wird man den Schmerz loslassen können.
Aber der Tag kommt nie.
Niemals kann man den Schmerz ganz loslassen.
Und die einzigen Menschen, die das verstehen können,
sind die, die das gleiche durchgemacht haben.
(Elizabeth George;
aus: „Missing Joseph“, 1993;
deutsch: „Denn keiner ist ohne Schuld“,
in der Übersetzung von Mechthild Sandberg-Ciletti, 1994)
Alles Großartige,
was jemals
auf dieser Welt passiert ist,
geschah zuerst
in der Vorstellung von jemandem.
(Astrid Lindgren; aus ihrer Dankesrede für die Hans Christian Anderson Medaille, 1958)
GLÜCK
Solang du nach dem Glücke jagst,
Bist du nicht reif zum Glücklichsein,
Und wäre alles Liebste dein.
Solang du um Verlornes klagst
Und Ziele hast und rastlos bist,
Weißt du noch nicht, was Friede ist.
Erst wenn du jedem Wunsch entsagst,
Nicht Ziel mehr noch Begehren kennst,
Das Glück nicht mehr mit Namen nennst,
Dann reicht dir des Geschehens Flut
Nicht mehr ans Herz – und deine Seele ruht.
(Hermann Hesse)
Ein Mensch mit Frieden in der Seele
ist wie eine Sonne im Haus,
die Nebel und Wolken aufzehrt.
(Albert Schweitzer)
…. gab‘s und gibt‘s leider viel zu viele:
Je weniger Ahnung jemand hat,
desto mehr Spektakel macht er
und ein desto höheres Gehalt verlangt er.
(Mark Twain)
Heimat ist nicht dort,
wo man wohnt,
sondern wo man liebt
und geliebt wird.
(Karlheinz Deschner; 1924 - 2014)
Wohin ich auch gehe –
Du bist dabei.
Ich fühle noch ganz deine Nähe,
als ob es nie anders gewesen sei.
Unwirklich ist’s und doch wunderschön –
wie soll ich es nur beschreiben?
Mit geschlossenen Augen kann ich dich sehn
und ich weiß: die Liebe wird bleiben.
(Elli Michler)
…. vor nunmehr 30 (unbegreiflichen) Jahren,
als wir uns das erste Mal begegnet sind,
hat sich mir unauslöschlich eingeprägt.
Von da an war für immer alles anders,
neu, herrlich, chaotisch, schön und schrecklich,
- - nacheinander, nebeneinander und
manchmal sogar alles zugleich.
Sowohl die besten und
die wunderbarsten Tage meines Lebens,
als auch die allerschlimmsten,
- - sie sind untrennbar mit dir verknüpft.
Soviel falsch gemacht!
Soviel Glück gefühlt!
Soviel gelitten!
Soviel Liebe erfahren!
Soviel zusammen erlebt
und soviel geteilt!
Einen wunderbaren Sohn
zusammen in die Welt gegeben.
Hölle erlebt,
aber auch den Himmel auf Erden!
Das Leben eben!
Wie könnte ich jemals
auch nur auf eine einzige Stunde
von alldem verzichten wollen?
Danke Danke Danke, mein Marcus!
Mit dem Himmelreich
ist es wie mit einem Schatz,
der in einem Acker vergraben war.
Ein Mann entdeckte ihn,
grub ihn aber wieder ein.
Und in seiner Freude verkaufte er alles,
was er besaß,
und kaufte den Acker.
Auch ist es mit dem Himmelreich,
wie mit einem Kaufmann,
der schöne Perlen suchte.
Als er eine besonders wertvolle Perle fand,
verkaufte er alles,
was er besaß,
und kaufte sie.
(Matthäus 13, 44 - 46)
Sei nicht traurig, ärgere dich nicht,
streite nicht, fluche nicht,
sei nicht neidisch
und ziehe keinen Neid auf dich,
mache dir keine unnötigen Sorgen,
denke nicht an den Tod
und rede nicht über die Pest,
sondern sei froh im Geiste.
Zur Zerstreuung suche
die Gesellschaft gleichgesinnter Freunde,
verbringe mit ihnen die Zeit
bei Würfel-, Schach- und Kartenspiel,
aber spiele nicht um Geld,
damit du deine gute Laune
nicht mit Geld verlierst.
Suche Ablenkung in Musik
und bei einem Schluck Wein.
Söhne dich mit Gott aus
und ordne die Dinge so,
dass du mit Frieden erwarten kannst,
was Gott für dich bereithält.
Wenn du nach meinem Rat handelst,
kannst du deine Angelegenheiten
auch während der Pest ohne Angst regeln….
(Auszug aus dem Traktat des Arztes Jan Černý:
„Spis o nemocech morních, kterak se mají lidé chovati před tím i po tom času“,
- deutsch etwa:
Schrift über Pestkrankheiten, wie sich die Menschen vor und nach dieser Zeit verhalten sollen -;
Beginn16. Jahrhundert; https://www.goethe.de/prj/jad/de/the/cor/21892295.html)
Ich setze auf die Liebe
Das ist das Thema
Den Hass aus der Welt zu entfernen
Bis wir bereit sind zu lernen
Dass Macht Gewalt Rache und Sieg
Nichts anderes bedeuten als ewiger Krieg
Auf Erden und dann auf den Sternen
Ich setze auf die Liebe
Wenn Sturm mich in die Knie zwingt
Und Angst in meinen Schläfen buchstabiert
Ein dunkler Abend mir die Sinne trübt
Ein Freund im anderen Lager singt
Ein junger Mensch den Kopf verliert
Ein alter Mensch den Abschied übt
Ich setze auf die Liebe
Das ist das Thema
Den Hass aus der Welt zu vertreiben
Ihn immer neu zu beschreiben
Die einen sagen es läge am Geld
Die andern sagen es wäre die Welt
Sie läg in den falschen Händen
Jeder weiß besser woran es liegt
Doch es hat noch niemand den Hass besiegt
Ohne ihn selbst zu beenden
Er kann mir sagen was er will
Er kann mir singen wie er’s meint
Und mir erklären was er muss
Und mir begründen wie er’s braucht
Ich setze auf die Liebe! Schluss!
(Hanns Dieter Hüsch; aus: „Ein Glück, dass es den Himmel gibt“)
Auf dem Teich, dem regungslosen,
weilt des Mondes holder Glanz,
flechtend seine bleichen Rosen
in des Schilfes grünen Kranz.
Hirsche wandeln dort am Hügel,
blicken in die Nacht empor.
Manchmal regt sich das Geflügel
träumerisch im tiefen Rohr.
Weinend muss mein Blick sich senken.
Durch die tiefste Seele geht
mir ein süßes Deingedenken
wie ein stilles Nachtgebet!
(Nikolaus Lenau)
Auf der Windorgel sang
sich das Meer einst ein Lied,
zu besänftigen stürmende Wellen,
wie das heute noch Abend für Abend geschieht,
wenn sie sanft an der Mole zerschellen.
Das Seeschwalbenpaar und der Kiebitz im Rohr,
am Strand die unendlichen Weiten,
der Himmel, die Sonne, die Wolken davor:
Dies Bild lass dir niemals entgleiten!
Bewahr dir das Rauschen des Meeres im Ohr
und auch das Gespür für Gezeiten!
Vergiss nicht, dass hier deine Angst sich verlor,
sich deine Gedanken befreiten!
Und die Tage, sie bleiben noch lange jung.
Sie treiben zum Schluss wie die Wogen
am Abend ins Meer der Erinnerung
und spannen dort weit ihren Bogen.
(Elli Michler)
Meine Gefühle
sind vielleicht
Schnee von gestern
aber so zertreten
sind sie noch nicht
dass ich deine Spuren
nicht deutlich
erkennen kann.
(Jörn Pfennig)
So ist der Mensch
und nicht anders
so ist die Welt
und nicht anders
so bist du selbst
und nicht anders
so und nicht anders
brüchig und bunt
verwundbar verwandelbar
unter wechselndem Wind
(Annemarie Schnitt)


