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Gedenkkerzen | Seite 4
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Glücklich, die wissen, dass hinter allen
Sprachen das Unsägliche steht;
dass, von dort her, ins Wohlgefallen
Größe zu uns übergeht!
Unabhängig von diesen Brücken,
die wir mit Verschiedenem baun:
so dass wir immer, aus jedem Entzücken
in ein heiter Gemeinsames schaun.
(Rainer Maria Rilke)
Niemals war mehr Anfang als jetzt,
Nie mehr Jugend oder mehr Alter als jetzt,
Nie wird es mehr Vollkommenheit geben als jetzt,
Nie mehr Himmel und Hölle als jetzt.
(Walt Whitman)
Liebe ist
ganz aus Freiheit gemacht.
Kein Muss
richtet da etwas aus.
(Hans Kasper; 1916 - 1990)
Ein wesentlicher Mensch
ist wie die Ewigkeit,
die unverändert bleibt
von aller Äußerheit.
(Angelus Silesius; 1624 - 1677)
Bewahre uns der Himmel
vor dem „Verstehen“.
Es nimmt unserm Zorn die Kraft,
unserm Hass die Würde,
unserer Rache die Lust
und noch
unserer Erinnerung die Seligkeit.
(Arthur Schnitzler; 1862 - 1931)
Gibt es schließlich
eine bessere Form,
mit dem Leben fertig zu werden,
als Liebe und Humor?
(Charles Dickens; 1812 - 1870)
Wir hoffen immer,
und in allen Dingen
ist besser hoffen
als verzweifeln.
Denn:
Wer kann das Mögliche berechnen?
(Johann Wolfgang von Goethe)
Die Dahingegangenen bleiben
mit dem Wesentlichen,
womit sie auf uns gewirkt haben,
mit uns lebendig,
solange wir selber leben.
Manchmal können wir sogar
besser mit ihnen sprechen,
uns besser mit ihnen beraten
und uns Rat von ihnen holen
als von den Lebenden.
(Herrmann Hesse; Briefe)
Über die Welt hin ziehn die Wolken.
Grün durch die Wälder
Fließt ihr Licht.
Herz, vergiss!
In stiller Sonne
Lebt lindester Zauber;
Unter wehenden Blumen blüht tausend Trost.
Vergiss! Vergiss!
Aus fernem Grund pfeift, horch, ein Vogel ...
Er singt ein Lied.
Das Lied vom Glück!
Vom Glück.
(Arno Holz; 1863 - 1929),
Vieles, was an Zeit gebunden,
flüchtig, lange schon verjährt,
hat es einmal stattgefunden,
kehrt zurück in manchen Stunden,
dunkel oder lichtverklärt.
Blicke sehen uns an,
und aus der Ferne winken Hände,
Menschen sprechen mit vertrauten Stimmen –
so, als wär die Zeit mit ihnen nicht zu Ende.
Traum und Wirklichkeit verschwimmen.
Lebt doch alles, was da je gewesen,
in uns weiter, nur in einer tiefren Schicht,
im Gedächtnis nachzulesen,
und zu sterben braucht es nicht.
(Elli Michler)
Well, sometimes you can‘t change
And you can‘t choose
And sometimes it seems you gain
Less than you lose
Now we‘ve got holes in our hearts
Yeah, we‘ve got holes in our lives
Where we’ve got holes, we‘ve got holes
But we carry on
(„Holes“, Text und Musik von Michael David Rosenberg
= Passenger; 2013)
You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will be as one.
(John Lennon; „Imagine“, 1971)
Glaubensbekenntnis
Ich glaube, dass Liebe Unmögliches schafft.
Ich glaube an ihre unendliche Kraft.
Ich glaube, solange die Erde besteht,
dass niemals ein Tag ohne Liebe vergeht.
Ich glaube, dass selbst noch die unheile Welt
bisweilen aus Liebe den Atem anhält.
Ich glaube, dass Liebe uns retten könnte,
wenn Einsamkeit droht und Gefahr.
Ich glaube, dass jeder nach Liebe sich sehnte,
spräche er ehrlich und wahr.
Ich glaube, dass Liebe ganz leise und sacht
schon mancherlei Wunder hat heimlich vollbracht.
Ich glaube, dass Liebe die Wege findet,
welche wir suchen in Not.
Ich glaube, dass Liebe die Wunden verbindet
und uns ernährt - mehr als Brot.
Ich glaube, dass Liebe noch glaubwürdig ist,
selbst wenn du lächelst und zweiflerisch bist.
Ich glaube, dass Gott alle Sünden vergibt,
wenn er nur weiß, du hast wirklich geliebt.
(Elli Michler)
Lieben heißt,
das größte Glück zu empfinden,
das Gott uns geschenkt hat.
Lieben heißt,
einander anzunehmen,
mit allen Stärken und Schwächen.
Lieben heißt,
sich anzusehen und zu wissen,
was der andere fühlt.
Lieben heißt,
sich über jeden gemeinsamen Tag zu freuen.
Lieben heißt,
gemeinsam lachen und
gemeinsam traurig sein.
Lieben heißt auch,
loszulassen, wenn der Tag gekommen ist.
Lieben heißt auch,
zu trauern, weiterzuleben,
in der Hoffnung, sich wiederzusehen.
Das ist meine Liebe.
(Maria Höll-Fiebrandt)
Spuren im Sand
Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel
erstrahlten, Streiflichtern gleich,
Bilder aus meinem Leben.
Und jedesmal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.
Als das letzte Bild an meinen Augen
vorübergezogen war, blickte ich zurück.
Ich erschrak, als ich entdeckte,
dass an vielen Stellen meines Lebensweges
nur eine Spur zu sehen war.
Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.
Besorgt fragte ich den Herrn:
„Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen,
da hast du mir versprochen,
auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich,
dass in den schwersten Zeiten meines Lebens
nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen,
als ich dich am meisten brauchte?"
Da antwortete er: „Mein liebes Kind,
ich liebe dich und werde dich nie allein lassen,
erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen."
(Margaret Fishback Powers;
in der deutschen Übersetzung von Eva-Maria Busch)
Schon immer war es so,
dass die Liebe
bis zur Stunde der Trennung
ihre eigene Tiefe nicht kennt.
(Khalil Gibran)
Der Himmel
hat den Menschen
als Gegengewicht
zu den vielen Mühseligkeiten
des Lebens
drei Dinge gegeben:
die Hoffnung,
den Schlaf
und das Lachen.
(Immanuel Kant; 1724 - 1804)
Gesetzt ich verliere dich
und habe dann zu entscheiden
ob ich dich noch ein Mal sehen will
und ich weiß:
Das nächste Mal
bringst du mir zehnmal mehr Unglück
und zehnmal weniger Glück
Was würde ich wählen?
Ich wäre sinnlos vor Glück
dich wiederzusehen.
(Erich Fried)
Wahrlich,
unser Leben
währet nur kurz,
darum durchmesst
seine Bahnen
auf das fröhlichste.
(Euripides; 480 - 407 v. Chr.)
Blaue Blume der Nähe
Ferne zwischen dir und mir
und die Zäune der Zeit …
Aber wenn deiner Gedanken
suchende Helle
mich findet,
blühen in meiner Seele
die Blumen der Nähe auf.
(Erika Beltle; 1921 - 2013)
I wish that Heaven had visiting hours
And I would ask them if I could take you home
But I know what they‘d say, that it’s for the best
So I will live life the way you taught me
And make it on my own
And I will close the door, but I will open up my heart
And everyone I love will know exactly who you are
´Cause this is not goodbye, it is just ˋtil we meet again
So much has changed since you‘ve been away
(Song „Visiting Hours“; Text und Musik: Ed Sheeran, 2021)
Der Traum
ist der beste Beweis,
dass wir nicht
so fest
in unserer Haut
eingeschlossen sind,
als es scheint.
(Friedrich Hebbel; 1813 -1863)
Schattenspendender Baum,
schmeichelndes Sonnenlicht.
Blätter flüstern im Wind,
versprechen magische Abende
in Räumen, wo die Phantasie
die Wirklichkeit verführt.
Und die Zeit löst sich auf
in der Tiefe unsres Lächelns.
(Hans Kruppa)
Der Mensch ist nicht das Haus,
in dem er wohnt.
Die Seele ist nicht der Körper,
in dem sie wohnt.
Das Haus zerfällt,
der Körper welkt –
doch die Seele
blüht zu immer größerer Schönheit auf,
wenn du ihren Sinn erkennst.
Denn sie ist nicht von dieser Welt
und nicht von dieser Zeit.
Ihre Erbschaft ist die Unsterblichkeit.
(Phil Bosmans)
Spürst du es nicht, wenn ich um dich weine,
bist du wirklich so weit?
Und bist mir doch das Schönste, das Eine,
um das ich sie trage, die Einsamkeit.
(Selma Meerbaum-Eisinger; 1924 - 1942)
Im Leben eines Indianers gibt es keine schlechten Tage.
Auch wenn die Zeiten noch so schwierig sind.
Jeder Tag ist gut.
Weil du am Leben bist, ist jeder Tag gut!
(Indianische Weisheit; von den Crow)
Sag
in was
schneide ich
deinen Namen?
In den Himmel?
Der ist zu hoch
In die Wolken?
Die sind zu flüchtig
In den Baum
der gefällt und verbrannt wird?
Ins Wasser
das alles fortschwemmt?
In die Erde
die man zertritt
und in der nur
die Toten liegen?
Sag
in was
schneide ich
deinen Namen?
In mich
und in mich
und immer tiefer
in mich
(Erich Fried)
Bedenkt, dass er eine sehr schöne Zeit gehabt hat,
und dass nichts dadurch besser wird,
wenn man es tausendmal hat.
Nur sehr wenige Menschen sind wirklich je lebendig
und die, die es sind, sterben nie;
es zählt nicht, dass sie nicht mehr da sind.
Niemand, den man liebt, ist jemals tot.
(Ernest Hemingway)
Einige Menschen haben die Gabe Engeln zu begegnen!
Andere Menschen haben die Kraft,
diese Engel wieder gehen zu lassen!
Ihr seid ganz besondere Menschen:
Ihr hattet die Gabe und die Kraft
und Euer Engel bleibt für immer in Euren Herzen!
(Arthur Schopenhauer)
Lieber Marcus, ich denke heute an Dich und stelle fest, wie wenig ich eigentlich von Dir wusste.Möge Deine Seele an einem guten Ort sein.
Lass dich fallen, lerne, Schlangen zu beobachten.
Pflanze unmögliche Gärten,
lade jemand Gefährlichen zum Tee ein.
Mache kleine Zeichen, die "ja" sagen und verteile sie
überall in deinem Haus;
werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.
Freue dich auf Träume.
Weine bei Kinofilmen, schaukle, so hoch du kannst, im Mondlicht;
Pflege verschiedene Stimmungen.
Verweigere verantwortlich zu sein - tue es aus Liebe.
Mach eine Menge Nickerchen.
Gib Geld weiter, mach es jetzt, das Geld wird folgen...
Glaube an Zauberei, lache eine Menge,
bade im Mondlicht, träume wilde, phantastische Träume.
Zeichne auf Wände, lies jeden Tag.
Stell dir vor, du wärst verzaubert;
lache mit Kindern, höre alten Menschen zu,
freue dich, tauche ein, sei frei.
Preise dich selbst, lass die Angst fallen, spiele mit allem.
Unterhalte das Kind in dir, du bist unschuldig.
Baue eine Burg aus Decken,
werde nass, umarme Bäume, schreibe Liebesbriefe.
(Joseph Beuys; 1921 -1986)
Euer Ich ist nicht eingekerkert
in eurem Leib, noch ist es beschränkt
auf eure Häuser und Felder.
Euer wahres Selbst weilt über dem Berg
und streift mit dem Wind.
Es ist ein freies Wesen, ein Geist,
der die Erde umspannt
und sich im Weltall bewegt.
(Khalil Gibran)
Hoffnung ist das gefiederte Ding,
das sich in der Seele niederlässt
und die Melodie ohne Worte singt
und niemals aufhört ...
(Emily Dickinson)
Mir ist mein ganzes Leben zumut,
als ginge mein Weg oft
an der Hecke des Paradieses vorbei.
Dann streift mich ein warmer Hauch,
dann mein` ich, Rosen zu sehen
und zu atmen,
ein süßer Ton rührt mich zu Tränen,
auf der Stirn liegt es mir
wie eine liebe friedgebende Hand –
sekundenlang.
So streife ich oft vorbei
an der Hecke des Paradieses…
(Christian Morgenstern)
Wunder
wo Hoffnung ist
verrücken Felsen
wo Vertrauen ist
trägt dich das Meer
wo Liebe ist
wachsen Wunder
(Annemarie Schnitt)
Diejenigen,
die gehen,
fühlen nicht
den Schmerz
des Abschieds.
Der Zurückbleibende leidet.
(Henry Wadsworth Longfellow; 1807 - 1882)
...da sitzt jemand ganz still
und verändert die Welt.
Da rast einer umher
und trägt dazu bei,
dass alles so bleibt,
wie es ist.
Die Treue zur Hoffnung
ist nicht sichtbar,
sogar die Hoffnung selbst
ist oft nicht sichtbar,
weil sie so unscheinbar ist.
Und doch wird
die ganze Welt
von dem Hoffenden
getragen.
(Ulrich Schaffer)
Wenn wir uns geben,
wie wir sind,
gewinnen wir mehr
als mit dem Versuch
zu scheinen,
was wir nicht sind.
(François de La Rochefoucauld)
…..so tief geliebt worden zu sein,
selbst wenn der Mensch,
der uns geliebt hat,
nicht mehr da ist,
wird uns immer
ein wenig schützen.
(Joanne K. Rowling)
Das ist ein Abschied mit Standarten
aus Pflaumenblau und Apfelgrün.
Goldlack und Astern flaggt der Garten,
und tausend Königskerzen glühn.
Das ist ein Abschied mit Posaunen,
mit Erntedank und Bauernball.
Kuhglockenläutend ziehn die braunen
und bunten Herden in den Stall.
Das ist ein Abschied mit Gerüchen
aus einer fast vergessenen Welt.
Mus und Gelee kocht in den Küchen.
Kartoffelfeuer qualmt im Feld.
Das ist ein Abschied mit Getümmel,
mit Huhn am Spieß und Bier im Krug.
Luftschaukeln möchten in den Himmel.
Doch sind sie wohl nicht fromm genug.
Die Stare gehen auf die Reise.
Altweibersommer weht im Wind.
Das ist ein Abschied laut und leise.
Die Karussells drehn sich im Kreise.
Und was vorüber schien, beginnt.
(Erich Kästner)
Eine Wolke weiß nicht,
warum sie sich
in einer gewissen Richtung und
mit genau dieser Geschwindigkeit
bewegt.
Sie spürt einen inneren Drang
und weiß,
wo der richtige Ort liegt.
Aber der Himmel
kennt den Grund
und das Muster,
dem alle Wolken folgen.
Und auch du
wirst das erfahren,
wenn du dich
hoch genug in die Lüfte erhebst
um hinter den Horizont
zu blicken.
(Richard Bach; aus: “Illusionen”)
Ein Krieger des Lichts glaubt.
Weil er an Wunder glaubt, geschehen auch Wunder.
Weil er sich sicher ist, dass seine Gedanken
sein Leben verändern können, verändert sich sein Leben.
Weil er sicher ist, dass er der Liebe begegnen wird,
begegnet ihm diese Liebe auch.
Manchmal wird er enttäuscht, manchmal verletzt,
Aber der Krieger weiß, dass es sich lohnt.
Für jede Niederlage gibt es zwei Siege.
Alle die glauben, wissen das.
(Paulo Coelho)
In unserer Welt
aus Granit
finden kleine Prinzen
kein Zuhause.
Sie erbitten
den Biss
einer Schlange,
um ihre Hülle
abzustreifen,
zu schwer
für ihren Weg
zu den Sternen.
Um zurückzukehren
zu ihrer
einsamen Rose,
die ihnen mehr ist
als tausend Rosen
dieser Erde.
Uns schicken sie
den Glanz
ihrer Sterne,
den wir nur
mit unseren Herzen
sehen.
(Renate Salzbrenner)
Das lebendige Leben
muss etwas
unglaublich Einfaches sein.
Und deshalb
gehen wir an ihm vorüber,
ohne es zu erkennen.
(Fjodor Michailowitsch Dostojewski)
Was du denkst,
bist du.
Was du bist,
strahlst du aus.
Was du ausstrahlst,
ziehst du an.
(Siddhartha Gautama = Buddha Shakyamuni; 563 - 483 v. Chr.)
Wer Menschen froh machen will,
muss Freude in sich haben.
Wer Wärme in die Welt bringen will,
muss Feuer in sich tragen.
Wer Menschen helfen will,
muss von Liebe erfüllt sein.
Wer Frieden auf Erden schaffen will,
muss Frieden im Herzen gefunden haben.
(Phil Bosmans)
Liebe,
Wärme,
Solidarität,
Hoffnung,
Trauer,
Schmerz,
Schönheit,
Güte
– alles teilen,
ohne jemandem
etwas wegzunehmen!
BITTE!
(Bettina Wegner)
Wenn du nicht bei dir bist
und dich für dich entscheidest,
werden andere von dir nicht lernen können,
wie du zu lieben bist.
Sie werden sich nach dir richten
und dich vernachlässigen,
wenn du dich selbst vernachlässigst.
Sie werden dich verachten,
so wie du dich verachtest.
Sie werden annehmen,
dass ihre Meinung auch deine sei,
weil du deine nicht sagst.
Sie werden dich wenig fragen,
dir aber viel sagen.
Sie werden von dir erwarten,
dass du mitmachst, mitlachst, mitwählst
und nicht fragst, herausforderst und verneinst.
Sie werden mit dir so umgehen,
wie du selbst mit dir umgehst.
Aber wenn du dich wertschätzt,
wenn du dein Innenleben ernst nimmst,
wenn du auf dich hörst
und nicht alles mit dir machen lässt,
dann werden andere lernen, dich zu achten,
zu ehren und zu lieben.
Es beginnt bei dir.
(Ulrich Schaffer)
Das wiegt alles auf:
Dass wir uns gewöhnen,
ruhig zu schlafen.
Dass wir aus dem Vollen schöpfen,
als gäbe es übergenug
von diesem seltsamem Stoff Leben.
Als könnte er nie zuende gehen.
(Christa Wolf; 1929 - 2011)
Lass dich nicht unterkriegen.
Sei frech und wild und wunderbar.
(Astrid Lindgren; 1907 - 2002)
Möge dein Weg dir freundlich entgegenkommen.
Möge die Sonne dein Gesicht erhellen.
Möge der Wind dir den Rücken stärken
und der Regen um dich herum die Felder tränken.
Möge der gütige Gott dich in seinen Händen halten.
(Aus Irland)
Ich schlafe in der Nacht an fremden Wänden
Und wache in der Frühe auf an fremder Wand.
Ich legte mein Geschick in harten Händen
Und reihe Tränen auf,
So dunkle Perlen ich nie fand.
Ich habe einmal einen blauen Pfad gekannt
Doch weiß ich nicht mehr
Wo ich mich vor dieser Welt befand.
Und - meine Sehnsucht will nicht enden! . . .
Vom Himmel her sind beide wir verwandt
Und unsere Seelen schweben übers Heilige Land
In "einem" Sternenkleide leuchtend um die Lenden.
(Else Lasker-Schüler)
Lass mich schlafen,
bedecke nicht meine Brust
mit Weinen und Seufzen,
sprich nicht voller Kummer
von meinem Weggehen,
sondern schließe deine Augen,
und du wirst mich unter euch sehen,
jetzt und immer.
(Khalil Gibran)
Sind wir die,
die wir sind,
werden wir
immer weniger Angst haben,
wenn andere
uns ins Herz
sehen können.
(Ulrich Schaffer)
Glück ist,
was lächeln macht,
was Sorge,
Angst,
Ungewißheit
vertreibt
und inneren Frieden schenkt.
Es ist ein magisches Licht
im Herzen eines Menschen,
dessen Leben
von Liebe erfüllt ist.
(Phil Bosmans)
Wenn mein Herz traurig ist,
ist es Liebe.
Wenn mein Herz leicht ist,
ist es Liebe.
Es ist Liebe,
wenn ich die Augen öffne.
Es ist Liebe,
wenn ich die Augen schließe.
Es ist Liebe.
Immer.
Überall.
Deine Liebe.
Meine Liebe.
Grenzenlos.
(ღ Petra Franziska Killinger)
Hoffnung ist Kraft.
Es ist soviel Energie in der Welt,
als Hoffnung drin ist.
(Albert Schweitzer)
I have a dream today.
I have a dream, that one day every valley shall be exalted, every hill and mountain shall be made low, the rough places will be made plain, and the crooked places will be made straight, and the glory of the Lord shall be revealed, and all flesh shall see it together.
This is our hope. This is the faith that I go back to the South with. With this faith we will be able to hew out of the mountain of despair a stone of hope. With this faith we will be able to transform the jangling discords of our nation into a beautiful symphony of brotherhood.
With this faith we will be able to work together, to pray together, to struggle together, to go to jail together, to stand up for freedom together, knowing that we will be free one day.
This will be the day when all of Gods children will be able to sing with a new meaning, "My country, tis of thee, sweet land of liberty, of thee I sing. Land where my fathers died, land of the pilgrims pride, from every mountainside, let freedom ring."
Ich habe heute einen Traum.
Ich habe einen Traum, dass eines Tages jedes Tal erhöht und jeder Hügel und Berg erniedrigt wird. Die rauhen Orte werden geglättet und die unebenen Orte begradigt werden. Und die Herrlichkeit des Herrn wird offenbar werden, und alles Fleisch wird es sehen.
Das ist unsere Hoffnung. Mit diesem Glauben kehre ich in den Süden zurück.
Mit diesem Glauben werde ich fähig sein, aus dem Berg der Verzweiflung einen Stein der Hoffnung zu hauen. Mit diesem Glauben werden wir fähig sein, die schrillen Missklänge in unserer Nation in eine wunderbare Symphonie der Brüderlichkeit zu verwandeln.
Mit diesem Glauben werden wir fähig sein, zusammen zu arbeiten, zusammen zu beten, zusammen zu kämpfen, zusammen ins Gefängnis zu gehen, zusammen für die Freiheit aufzustehen, in dem Wissen, dass wir eines Tages frei sein werden.
Das wird der Tag sein, an dem alle Kinder Gottes diesem Lied eine neue Bedeutung geben können: "Mein Land von dir, du Land der Freiheit singe ich. Land, wo meine Väter starben, Stolz der Pilger, von allen Bergen lasst die Freiheit erschallen."
(Martin Luther King; 1929 - 1968; aus: „I have a dream“, Rede anlässlich des „March on Washington for Jobs and Freedom“ am 28.08.1963)
Lieber Gott,
Der kleine Junge ist tot.
Ich werde weiter eine rosa Dame bleiben, aber ich werde nie wieder Oma Rosa sein. Die war ich nur für Oskar.
Er ist heute Morgen gestorben, während der halben Stunde, die ich mit seinen Eltern einen Kaffee trinken war.
Er hat es ohne uns getan.
Ich glaube, dass er diesen Moment abgewartet hat, um uns zu schonen.
Als wolle er uns den Schrecken ersparen, ihn gehen zu sehen. Eigentlich ist er es gewesen, der über uns gewacht hat.
Mein Herz ist voller Trauer, mein Herz ist schwer, Oskar wohnt in ihm, und ich kann ihn nicht daraus vertreiben.
Ich muss meine Tränen für mich behalten, jedenfalls bis heute Abend, weil ich meinen Kummer nicht messen möchte mit dem unermesslichen seiner Eltern.
Vielen Dank, dass du mich Oskar hast kennenlernen lassen.
Dank seiner war ich fröhlich, ich habe Märchen erfunden, ich wurde sogar zu einer Expertin im Catchen.
Dank seiner habe ich gelacht und Freude empfunden.
Er hat mir geholfen, an dich zu glauben.
Ich bin so voll von Liebe, dass es mich verbrennt, hat er mir doch so viel davon gegeben, dass sie mich die paar Jahre, die mir noch bleiben, erfüllen wird.
Bis bald,
Oma Rosa.
P. S.:
Die letzten drei Tage hatte Oskar ein Schild auf seinen Nachttisch gestellt.
Ich glaube, es ist für dich.
Es stand drauf:
„Nur der liebe Gott darf mich wecken.“
(Eric-Emmanuel Schmitt; aus: Oskar und die Dame in Rosa; in der Übersetzung von Annette und Paul Bäcker; 2003)
Lieber Gott,
Heute bin ich hundert. Wie Oma Rosa. Ich schlafe viel, aber ich fühle mich wohl.
Ich habe versucht, meinen Eltern zu erklären, was das Leben für ein komisches Geschenk ist.
Am Anfang überschätzt man dieses Geschenk, man glaubt, man lebt ewig.
Später unterschätzt man es, man findet es kümmerlich, zu kurz, am liebsten würde man es wegschmeißen.
Am Ende wird einem klar, dass es gar kein Geschenk ist, sondern nur geliehen. Also versucht man, es sich zu verdienen.
Ich, der ich hundert Jahre alt bin, ich weiß, wovon ich rede.
Je älter man wird, umso mehr Findigkeit muss man entwickeln, damit man das Leben zu schätzen weiß. Man muss feinfühliger werden, ein Künstler.
Jeder hergelaufene Dummkopf kann das Leben mit zehn oder zwanzig genießen, aber um es mit hundert noch zu schätzen, wenn man sich nicht mehr rühren kann, muss man seinen Verstand benutzen.
Ich weiß nicht, ob ich die beiden wirklich überzeugen konnte.
Besuch sie. Bring du die Arbeit zu Ende.
Ich bin ein bisschen müde.
Bis morgen, Küsschen,
Oskar
(Eric-Emmanuel Schmitt; aus: Oskar und die Dame in Rosa; in der Übersetzung von Annette und Paul Bäcker; 2003)
Wenn man allein träumt,
ist‘s nur ein Traum; - aber
wenn man gemeinsam träumt,
ist es der Anfang der Wirklichkeit.
(Hélder Câmara; 1909 - 1999)
Das Hohelied
komm in meinen Garten
Liebster
der schiefe Birnbaum
möcht gestützt werden
wir bauen eine Leiter
mit blühendem Gehänge
dass Trübsinn vergeht
über hellem Lachen
komm in meinen Garten
Liebster
schwächer geworden
die Äste des Flieders
doch du spürst den Duft
der vollen weißen Dolden
der trunkensüßer nie war
in all unsern Jahren
komm in meinen Garten
Liebster
komm in die Nische
zu mir ins Zaubereck
die Baumbank trägt noch
nach so vielen Wintern
in ihren Poren eingeritzt
das Hohelied unserer Liebe
(Annemarie Schnitt)


