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Gedenkkerzen | Seite 5
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Hoffnung, schönste Blüte,
Du lichter Himmelsschein,
Wie duftest du, wie strahlest du
Ins Menschenherz hinein!
Wie bist du ihm ein tröstend,
Ein heilig Himmelspfand!
Wie schmückest, wie vergoldest
Du ihm der Zukunft Land! -
(Johann Dietrich Lüttringhaus; 1814 - 1888)
Die Hoffnung ist der Regenbogen
über den herabstürzenden jähen Bach des Lebens,
hundertmal vom Gischt verschlungen
und sich immer von neuem zusammensetzend,
und mit zarter schöner Kühnheit ihn überspringend,
dort wo er am wildesten und gefährlichsten braust.
(Friedrich Nietzsche)
Obwohl ich weiß,
dass ich dir nie mehr begegnen werde
auf diesem Weg,
geh ich ihn immer wieder und hoffe,
es möchte dennoch geschehen.
(Unbekannt)
Halte niemals jemanden für glücklich,
der vom Glück abhängt!
Auf Zerbrechliches stützt sich der,
welcher an dem Freude hat,
was von außen kommt.
Die Freude wird verschwinden,
wie sie gekommen ist.
Doch was aus dem Innern kommt,
ist zuverlässig und sicher,
es bereichert sich noch
und begleitet uns bis ans Lebensende....
(Seneca)
Für dich lasse ich meine Blicke aufblühen,
gehe in meinen Gefühlen baden,
putze meine Gedanken,
bis sie glänzen.
Für dich tanze ich auf einem Bein,
singe laut auf offener Straße,
mache mich zum Gespött der Leute.
Für dich bringe ich mir die Flötentöne bei,
heule den Mond an,
frühstücke um Mitternacht.
Für dich nehme ich das Leben
auf die leichte Schulter
und gehe damit
bis ans Ende der Welt -
wenn du dort auf mich wartest.
(Hans Kruppa)
Was für ein Zufall... Geboren an einem Tag mit meinem Großneffen und verstorben zeitnah... Ruhe in Frieden und hoffe doch sehr, dass dieser Tag auch in Gottes Reiches irgendwie etwas besonderes ist...
In den Nächten
bist du da wie eh und je
nah und gegenwärtig
tauchst auf in den Träumen
wagst den weiten Weg zu mir
von anderswoher
bist mir nah wie eh und je
im Lächeln dem vertrauten
in Schritten auf mich zu
mühelos inmitten der Nacht
(Annemarie Schnitt)
… lieber Marcus.
Du feierst hoffentlich
ein feines Fest
im Himmel.
Wir hier unten
denken sehr sehr sehr
und gern
an dich!
Wunderbar, dass du geboren wurdest
und wir einige Zeit mit dir
verbringen durften!
Wohl dem Menschen,
wenn er gelernt hat
zu ertragen,
was er nicht ändern kann,
und preiszugeben mit Würde,
was er nicht retten kann.
(Friedrich von Schiller; 1759 - 1805)
Friede ist ein Zustand des Herzens,
und beginnt bei jedem Einzelnen von uns.
(Mahatma Gandhi)
Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken lässt.
Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.
(Rainer Maria Rilke)
Wäre der Tod nicht,
es würde keiner
das Leben schätzen;
man hätte vielleicht
nicht einmal ein Wort dafür.
(Jakob Bosshart; 1862 - 1924),
Last night, I had a crazy dream
Wish was granted just for me
It could be for anything
I didn′t ask for money
Or a mansion in Malibu
I simply wished for one more day with you
One more day
One more time
One more sunset, maybe I’d be satisfied
But then again
I know what it would do
Leave me wishin′ still for one more day with you
One more day
First thing I’d do, is pray for time to crawl
I’d unplug the telephone
Keep the TV off
I′d hold you every second
Say a million I love you‘s
That′s what I’d do with one more day with you
One more day
One more time
One more sunset, maybe I′d be satisfied
But then again
I know what it would do
Leave me wishin‘ still, one more day
Leave me wishin′ still, one more day
Leave me wishin‘ still, one more day
With you
(Text und Musik: Steven Jones, Bobby Wayne Tomberlin;
Diamond Rio)
Lieber möchte ich
zu den geringsten Menschen gehören,
mit Träumen
und dem Verlangen,
sie zu erfüllen,
als der Größte zu sein,
ohne Träume
und ohne Verlangen.
(Khalil Gibran)
Friede mit Gott
ist des Menschen höchstes Gut,
denn Friede mit Gott
ist auch Friede mit uns selbst
und Friede mit der Welt.
(Julie Burow; 1806 - 1868),
Wirklich reich ist,
wer mehr Träume
in seiner Seele hat,
als die Realität
zerstören kann.
(Hans Kruppa)
IN DEN HIMMEL WACHSEN
Die Bäume werden in den Himmel wachsen,
dass ihre Kronen das Licht trinken,
ihre Wurzeln aber sind fest vergraben
in der Erde.
Die Träume werden in den Himmel wachsen,
dass sie sich ausbreiten und entfalten
bis zum Himmelszelt,
und kehren wieder zurück auf die Erde;
geerdete Träume bekommen Hand und Fuß.
Güte und Treue begegnen sich wieder,
Gerechtigkeit und Frieden küssen sich.
Die Treue wächst auf der Erde
Und die Gerechtigkeit schaut vom Himmel herab.
Mit meinem Leben wachse ich
Dem Himmel entgegen,
und der Himmel kommt mir entgegen;
er breitet sich unter meinen Füßen aus
wie Hände, die mich halten.
Ich möchte Leuchtspur zum Himmel sein,
damit die Wege zu ihm
begehbar und hell werden.
Güte und Treue begegnen sich wieder,
Gerechtigkeit und Frieden werden sich küssen.
Die Treue wächst auf der Erde
Und die Gerechtigkeit schaut vom Himmel herab.
Gott sei Dank.
(Psalm 85; neu gedacht und formuliert von Hanns Dieter Hüsch;
aus: „Ein Glück, dass es den Himmel gibt“)
Und ob dir auch Dein schönster Traum gefalle,
und alle Träume, die vorübergehn, –
das Leben, wenn wir es nur recht verstehn,
das Leben kommt und übertrifft sie alle.
(Rainer Maria Rilke)
Nenne dich nicht arm,
weil deine Träume
nicht in Erfüllung gegangen sind;
wirklich arm ist nur,
der nie geträumt hat.
(Marie von Ebner-Eschenbach)
Wir alle sind in Gottes Hand
Ein jeder Mensch in jedem Land
Wir kommen und wir gehen,
wir singen und wir grüßen
Wir weinen und wir lachen
Wir beten und wir büßen
Gott will uns fröhlich machen.
Wir alle haben unsre Zeit
Gott hält die Sanduhr stets bereit
Wir blühen und verwelken
Vom Kopf bis zu den Füßen
Wir packen unsre Sachen
Wir beten und wir büßen
Gott will uns leichter machen....
Wir alle bleiben Gottes Kind
Auch wenn wir schon erwachsen sind
Wir werden immer kleiner
Bis wir am Ende wissen
Vom Mund bis zu den Zehen
Wenn wir gen Himmel müssen
Gott will uns heiter sehen.
(Psalm 130, neu gefasst von Hanns Dieter Hüsch, Uwe Seidel;
aus: „Ich stehe unter Gottes Schutz; Psalmen für Alletage“)
Groß ist die Mühe,
den Himmel zu ersteigen,
doch für die Seele
ist es eine Heimkehr.
(Seneca)
Sorge dich nicht um das,
was kommen mag,
weine nicht um das,
was vergeht;
aber sorge,
dich nicht selbst zu verlieren,
und weine,
wenn du dahintreibst
im Strome der Zeit,
ohne den Himmel
in dir zu tragen.
(Friedrich Schleiermacher; 1768 - 1834)
Solange es das noch gibt,
diesen wolkenlosen blauen Himmel,
darf ich nicht traurig sein.
(Anne Frank; 1929 - 1945)
Ich steh hier, was auch geschieht
Ein Teil von mir geht auf die Reise
Leise klingt ein altes Lied
"Die Liebe bleibt
Die Liebe bleibt"
Es geht der Tag
Es geht das Jahr
Das Glück, es lag in unsern Händen
Und muss auch alles, alles enden
Die Liebe bleibt
Die Liebe bleibt
Und schau ich auf, hoch zu den Sternen
Ihr Licht, es leuchtet hell und klar
Und kann ihr Glanz mich auch nicht wärmen
So wärmt mich doch, was einmal war
In jedem Traum träum ich von dir
In jedem Raum hör ich dein Lachen
Dann wünsch ich mir nie zu erwachen
Die Liebe bleibt
Die Liebe bleibt
Das zu verstehn, fällt mir schwer
Wir werden sehn. Gib mir ein Zeichen!
Es wird mich irgendwie erreichen
Die Liebe bleibt
Die Liebe bleibt
Ich blick zurück auf schöne Stunden
Ich schau nach vorn und kann es sehn
Dass wir für uns den Weg gefunden
Und bis zum Ende weitergehn
(Songschreiber: Annette Humpe, Max Raabe, Christoph Israel)
Als ich am Ende des Tages hörte, wie mein Name im Kapitol mit Beifall empfangen worden war, so war die darauf folgende Nacht für mich doch nicht glücklich.
Auch sonst, wenn ich zechte oder wenn meine Pläne aufgingen, war ich doch nicht glücklich.
Aber an dem Tag, als ich mich in der Dämmerung von meinem Lager erhob, vollkommen genesen, erfrischt, singend, die reife Luft des Herbstes in mich atmend,
als ich den vollen Mond im Westen blass werden und im Morgenlicht verschwinden sah, als ich allein über den Strand wanderte und, mich entkleidend, badete, mit den kühlen Wassern lachend, und die Sonne aufgehen sah,
und als ich daran dachte, wie mein lieber Freund, mein Geliebter, auf dem Weg zu mir war, oh, da war ich glücklich.
Oh, dann schmeckte jeder Atemzug süßer, und den ganzen Tag nährte mich mein Essen besser, und der schöne Tag nahm einen guten Verlauf.
Und der nächste kam mit der gleichen Freude, und mit ihm kam am Abend mein Freund.
Und nachts, als alles still war, hörte ich die Wasser langsam und stetig an die Küste rollen; ich hörte das zischende Geräusch von Flüssigem und Sand, wie zu mir geschickt, flüsternd mich zu beglückwünschen.
Denn der, den ich am meisten liebe, lag schlafend neben mir, unter derselben Decke in der kühlen Nacht.
In der Stille, in den Mondstrahlen des Herbstes, war sein Gesicht mir zugeneigt, und sein Arm lag leicht um meine Brust – und in dieser Nacht war ich glücklich.
(Walt Whitman)
Oft denk ich, sie sind nur ausgegangen,
Bald werden sie wieder nach Haus gelangen,
Der Tag ist schön, o sei nicht bang,
Sie machen nur einen weitern Gang.
Jawohl, sie sind nur ausgegangen,
Und werden jetzt nach Haus gelangen,
O sei nicht bang, der Tag ist schön,
Sie machen den Gang zu jenen Höhn.
Sie sind uns nur vorausgegangen,
Und werden nicht hier nach Haus verlangen,
Wir holen sie ein auf jenen Höhn
Im Sonnenschein, der Tag ist schön.
(Friedrich Rückert)
Von hohen Himmelsfernen,
auf einem blauen Band
im Glanz von tausend Sternen
kam stilles Glück ins Land,
und hat in dunklen Herzen
viel Lichter angesteckt,
hat Sorgen, Gram und Schmerzen
mit Frieden zugedeckt.
(Richard von Schaukal; 1874 - 1942)
Liebeslied
Als ich dir heute nah war
nach all dem Regen
lachte plötzlich die Sonne
wärmte mein Gesicht
und auch das deine
so fühlbar
wie in Zeiten zuvor
(Annemarie Schnitt)
….. ist Timons Geburt heute her.
Ich bin dem Universum - und dir! -
so dankbar
für dieses kostbare Geschenk!
Auch wenn der Weg dorthin
krass und steinig war….-
Ziele nach dem Mond.
Selbst wenn du ihn verfehlst,
wirst du zwischen den Sternen landen.
(Friedrich Nietzsche; 1844 -1900)
May you have auspiciousness and causes of success
May you have the confidence to always do your best
May it take no effort in your being generous
Sharing what you can, nothing more, nothing less
May you know the meaning of the word happiness
May you always lead from the beating in your chest
May you be treated like an esteemed guest
May you get to rest, may you catch your breath
And may the best of your todays
be the worst of your tomorrows
May the road less paved
be the road that you follow
Well heres to the hearts that youre gonna break
Heres to the lives that youre gonna change
Heres to the infinite possible ways to love you
I want you to have it
Heres to the good times were gonna have
You dont need money, youve got a free pass
Heres to the fact that Ill be sad without you
I want you to have it all
May you be as fascinating as the slap bracelet
May you keep the chaos and the clutter off your desk
May you have unquestionable health and less stress
Having no possessions, though immeasurable wealth
May you get a gold star on your next test
May your educated guesses always be correct
And may you win prizes, shining like diamonds
May you really own it each moment to the next
I want you to have it all
All you can imagine,
No matter what your path is
If you believe it, then anything can happen
Go, go, go, raise your glasses
Go, go, go, you can have it all
I toast you
(Text und Musik: Jacob Kasher Hindlin, Mona Tavakoli, Mai Sunshine Bloomfield, Chaska Lela Potter, Jason Thomas Mraz, David Hall Hodges, Rebecca Emily Gebhardt)
Was hält dich davon ab,
dich jetzt, gerade jetzt,
da du dies liest,
für die Hoffnung zu entscheiden –
endgültig und abgrundtief,
und ohne dir die Möglichkeit
des Widerrufs einzuräumen?
Der Sinn des Lebens
ist ein verborgener Schatz,
für den es alles einzusetzen gilt,
wenn wir ihn heben wollen.
Er wartet und drängt sich uns nicht auf.
Die Hoffnung ist wie eine Schaufel,
mit der wir nach dem Sinn graben können.
(Ulrich Schaffer)
Wenn einer fünfundsiebzig Jahre alt ist,
kann es nicht fehlen,
dass er mitunter an den Tod denke.
Mich lässt dieser Gedanke in völliger Ruhe,
denn ich habe die feste Überzeugung,
dass unser Geist ein Wesen ist
ganz unzerstörbarer Natur,
es ist ein fortwirkendes von Ewigkeit zu Ewigkeit,
es ist der Sonne ähnlich,
die bloß unsern irdischen Augen unterzugehen scheint,
die aber eigentlich nie untergeht,
sondern unaufhörlich fortleuchtet.
(Johann Wolfgang von Goethe)
UNWICHTIG
Wolken
Blumen
Stunden des Glücks
zählen zu wollen
Wolken ziehen weiter
Blumen verblühen
Stunden des Glücks vergehen
wichtig aber
sie überhaupt
zu sehen
zu erkennen zu genießen
sie in den Gedanken
zu bewahren
(Margot Bickel)
Weder Liebe noch Vermissen können jemals ein Ende haben.
Du fehlst mir wie immer, Marcus!
Falls der Tod aber
gleichsam ein Auswandern ist
von hier an einen anderen Ort,
und wenn es wahr ist,
was man sagt,
dass alle, die gestorben sind,
sich dort befinden,
welch ein größeres Glück
gäbe es wohl als dieses?
(Sokrates; 469 - 399 v. Chr.)
MITTERNACHT NAHT, und die Stille hebt an,
Überall
In den verschiednen Stockwerken des Lebens ...
Im dritten Stockwerk verstummt das Klavier ...
Im zweiten Stock ist kein Schritt mehr zu hören ...
Im Erdgeschoss schweigt das Radio ...
Alles geht schlafen ...
Ich bleibe allein mit dem ganzen Weltall.
Ich will nicht ans Fenster gehen:
Wenn ich hinausschaue, soviele Sterne!
Welch großes Schweigen dort oben!
Lieber lausche ich einsam,
mit dem Wunsche, nicht einsam zu sein,
ruhelos auf die Straßengeräusche ...
Ein Auto - zu schnell! -
Doppelschritte, gesprächsvertieft ...
Alles geht schlafen ...
Ich allein wache und lausche schläfrig
und hoffe
auf irgendetwas, bevor der Schlaf kommt ...
Auf irgendetwas …
(Fernando Pessoa; 1888 - 1935)
Sei dir der Sterne
und der Unendlichkeit
in der Höhe
klar bewusst.
Dann scheint das Leben
doch fast
verzaubert zu sein.
(Vincent Van Gogh)
No pessimist
ever discovered
the secret of the stars
or sailed an uncharted land,
or opened
a new doorway
for the human spirit.
Kein Pessimist hat je
das Geheimnis der Sterne entdeckt,
ist je zu einem unbekannten Land gesegelt
oder hat jemals
dem menschlichen Geist
einen neuen Himmel eröffnet.
(Helen Keller; 1880 - 1968)
RESEDADUFT
Lilakühl das Schweigen nach dem Regen.
Blaue Winde fließen über dunkle Ackerfurchen.
Im lichtgrünen Himmelskelch
Öffnet sich der erste Stern.
(Max Dauthendey; 1867-1918)
Von den Sternen kommen wir,
zu den Sternen gehen wir.
Das Leben ist nur
eine Reise in die Fremde.
(Walter Moers; aus: Die Stadt der träumenden Bücher)
Obwohl wir frei denken
und handeln können,
werden wir doch,
wie die Sterne am Firmament,
mit Verbindungen untereinander
untrennbar zusammengehalten.
Diese Verbindungen
kann man nicht sehen,
aber wir spüren sie.
(Nikola Tesla; 1856 - 1943)
Die Sonne lehrt
alle Lebewesen
die Sehnsucht
nach dem Licht.
Doch es ist die Nacht,
die uns alle
zu den Sternen
erhebt.
(Khalil Gibran)
Gib dem Leid Wörter;
denn Kummer,
der nicht spricht,
strickt ein eisernes Herz
und gebietet ihm,
zu brechen.
(Shakespeare)
Unter der Erde ist Schlaf,
über der Erde ist Traum,
aber zwischen
dem Schlaf und Traum
seh ich Lichtaugen
wandeln wie Sterne.
(Jean Paul)
Wer wie die Biene wäre,
die die Sonne auch durch den Wolkenhimmel fühlt,
die den Weg zur Blüte findet
und nie die Richtung verliert,
dem lägen die Felder in ewigem Glanz,
wie kurz er auch lebte,
er würde selten
weinen.
(Hilde Domin)
Es ist ein Gesetz im Leben:
Wenn sich eine Tür vor uns schließt,
öffnet sich dafür eine andere.
(André Gide; 1869 - 1951)
Du Herz, das immer die Sterne begehrte,
Für jeden Wunsch verschenkt sich ein Traum.
Sieh, schon neigt sich der abendverklärte
Himmel zu dir, und du faßt es kaum.
Neigt sich und neigt sich. Und in sein Sinken
Hebt die Erde verschreckt ihr Gesicht,
Und wie mit purpurnen Lippen trinken
Die Höhen das letzte löschende Licht.
Alle Bäume schon müssen ihn fühlen,
Steil greift ihr Schmerz in den Abend empor,
Und mit den zitternden Armen wühlen
Sie sich in den samtenen Sternenflor.
Und tiefer rauschen die Wolkenfernen.
Schon streifen sie dich, wie ein Kuß, wie ein Kleid,
Und wiegen nun sanft mit den silbernen Sternen
Dein Herz in die nahe Unendlichkeit.
(Stefan Zweig; 1881 - 1942)
Wie eine Welle, die vom Schaum gekränzt
Aus blauer Flut sich voll Verlangen reckt ...
Und müd und schön im großen Meer verglänzt –
Wie eine Wolke, die im leisen Wind
Hinsegelnd aller Pilger Sehnsucht weckt
Und blass und silbern in den Tag verrinnt –
Und wie ein Lied am heißen Straßenrand
Fremdtönig klingt mit wunderlichem Reim
Und dir das Herz entführt weit über Land –
So weht mein Leben flüchtig durch die Zeit,
Ist bald vertönt und mündet doch geheim
Ins Reich der Sehnsucht und der Ewigkeit.
(Hermann Hesse)
Atem
Wieder noch einmal ist Juni geworden.
Wieder noch einmal solch eine Nacht.
Halbhelle Nacht im halbhohen Norden.
Wieder noch einmal zur Liebe erwacht.
Wieder noch einmal das sichere Wissen:
Es gibt keine höhere Weisheit als Glück.
In einem Atem zur Lust hingerissen.
Das Leben bäumt auf. Der Tod fällt zurück.
Gesegneter Juni mit seinen Jasminen,
Holundern, Rosen und all ihrem Duft.
Wie winterlich alt wir uns eben noch schienen.
Und nun diese Juninacht! Lenzjunge Luft.
(Eva Strittmatter)
Könnte ich mein Leben nochmals leben,
dann würde ich das nächste Mal versuchen,
mehr Fehler zu machen.
Ich würde mich entspannen,
lockerer und humorvoller sein als dieses Mal.
Ich kenne nur sehr wenige Dinge,
die ich ernster nehmen würde.
Ich würde mehr verreisen
und ein bisschen verrückter sein.
Ich würde mehr Berge erklimmen,
mehr Flüsse durch schwimmen
und mehr Sonnenuntergänge anschauen.
Ich würde mehr spazierengehen
und mir alles besser ansehen.
Ich würde öfters ein Eis essen
und weniger Bohnen.
Ich hätte mehr echte Schwierigkeiten
und weniger eingebildete.
Ich würde im Frühjahr früher
und im Herbst länger barfuß gehen.
Auf dem Rummelplatz würde ich mehr Fahrten machen.
Ich würde mir nicht so hohe Stellungen erarbeiten,
es sei denn, ich käme zufällig daran.
Müsste ich es noch einmal machen,
ich würde einfach versuchen,
immer nur einen Augenblick
nach dem anderen zu leben,
anstatt jeden Tag
schon viele Jahre im Voraus.
(ein alter Mönch)
Nothing you love is lost.
Not really.
Things, people - -
they always go away,
sooner or later.
You can’t hold them,
any more than
you can hold moonlight.
But if they’ve touched you,
if they’re inside you,
then they’re still yours.
The only things
you ever really have
are the ones
you hold inside your heart.
(Bruce Coville)
Wer das Licht
sehen will
wie es ist,
muss zurückweichen
in den Schatten.
(Hans Magnus Enzensberger; 1929 - 2022)
Frieden
Frieden
ist manchmal Stille
Frieden
ist manchmal Natur
Frieden
ist manchmal Musik
Frieden
beginnt immer in uns.
(Anita Namer)
Nicht außerhalb,
nur in sich selbst
soll man den Frieden suchen.
Wer die innere Stille gefunden hat,
der greift nach nichts,
und er verwirft auch nichts.
(Buddha; 560 - 480 v. Chr.)
In uns, in uns
Wenn der Friede,
der die Welt wie eine liebende Hand
umspannen soll,
nicht in uns beginnt,
wenn wir nicht begreifen,
dass wir zu einer Familie gehören,
dass jeder von uns Bruder und Schwester,
Mutter, Vater und Kind ist,
dann werden keine Reden und Feiern,
keine Formeln und Anrufe
uns retten
vor der Zerstörung,
die auch in uns
beginnt.
(Ulrich Schaffer)
Dem Menschen, der zur Ethik
der Ehrfurcht vor dem Leben
gelangt ist,
ist jedes Leben als solches heilig.
Er hat Scheu davor,
ein Insekt zu töten,
eine Blume abzureißen.
Den Wurm,
der auf der Straße verschmachtet,
errettet er,
indem er ihn ins Gras legt.
(Albert Schweitzer; 1885 - 1965)
Das Leben ist kurz,
brich die Regeln.
Verzeihe schnell,
küsse langsam.
Liebe aufrichtig.
Lache unkontrolliert
und vergiss niemals irgendetwas,
was dich zum Lachen bringt.
(Mark Twain)
„Siehst Du, Momo",
sagte er, "es ist so:
Manchmal hat man
eine sehr lange Straße vor sich.
Man denkt, die ist so schrecklich lang,
die kann man niemals schaffen,
denkt man."
Er blickte eine Weile
schweigend vor sich hin,
dann fuhr er fort:
"Und dann fängt man an,
sich zu eilen.
Und man eilt sich immer mehr.
Jedes Mal,
wenn man aufblickt,
sieht man,
dass es gar nicht weniger wird,
was noch vor einem liegt.
Und man strengt sich
noch mehr an,
man kriegt es
mit der Angst zu tun,
und zum Schluss
ist man ganz aus der Puste
und kann nicht mehr.
Und die Straße
liegt immer noch vor einem.
So darf man es nicht machen!"
Er dachte einige Zeit nach.
Dann sprach er weiter:
"Man darf nie an
die ganze Straße
auf einmal denken,
verstehst Du?
Man muss nur
an den nächsten Schritt denken,
den nächsten Atemzug,
den nächsten Besenstrich.
Und immer wieder nur den nächsten."
Wieder hielt er inne
und überlegte,
ehe er hinzufügte:
"Dann macht es Freude;
das ist wichtig,
dann macht man seine Sache gut.
Und so soll es sein.“
(Michael Ende; aus: Momo)
Während der Eiszeit
starben viele Tiere wegen der Kälte.
Da beschlossen die Stachelschweine,
sich aneinanderzukuscheln,
um sich gegenseitig
zu wärmen und zu schützen.
Doch die Stacheln verletzten die Gefährten,
die ihnen am nächsten waren -
- ausgerechnet jene,
die ihnen am meisten Wärme lieferten.
Deshalb rückten sie wieder voneinander ab.
Und froren wieder,
und einige von ihnen
gingen an der Kälte zugrunde.
Da mussten sie eine Wahl treffen.
Entweder sie würden alle umkommen
und als Spezies aussterben,
oder sie lernten,
die Stacheln ihrer Nächsten zu lieben.
Weise beschlossen sie,
noch einmal zusammenzurücken.
Sie lernten, mit den kleinen Wunden zu leben,
die eine sehr enge Beziehung schaffen kann,
denn das Wichtigste war die Wärme des anderen.
Und so überlebten sie.
(Paulo Coelho;
aus: Adultério, 2013;
dt.: Untreue, 2014)
Es gibt wichtigeres
im Leben,
als beständig
dessen Geschwindigkeit
zu erhöhen.
(Mahatma Gandhi;
eigentlich Mohandas Karamchand Gandhi;
1869 - 1948)
Aus dem wallenden Ozean der Menge kam ein Tropfen sanft zu mir,
flüsternd: Ich liebe dich, bald werde ich sterben,
ich bin einen langen Weg gereist, nur um dich zu sehen, zu berühren,
weil ich nicht sterben konnte, ehe ich dich einmal gesehen habe,
weil ich fürchtete, dich danach zu verlieren.
Nun haben wir uns getroffen, haben uns gesehen, wir sind geborgen,
kehren in Frieden zum Ozean zurück, meine Liebe,
auch ich bin Teil des Ozeans, meine Liebe, wir sind nicht völlig getrennt,
Sieh das gewaltige Rund, den Zusammenhang von allem, wie vollkommen!
Aber für mich, für dich bedeutet das unaufhaltsame Meer Trennung,
trägt uns für eine Weile auseinander, doch kann uns nicht für immer auseinandertragen;
sei nicht ungeduldig - eine kurze Weile - wisse, dass ich die Luft, den Ozean und das Land grüße,
jeden Tag bei Sonnenuntergang um deinetwillen, meine Liebe.
(Walt Whitman; 1819 - 1892;
aus dem Englischen von Jim Doss und Wersch)
In three words
I can sum up
everything I’ve learned
about life — It goes on.
(Robert Frost; 1884-1963)
Wir gingen langsam
im Mondlicht über die Hügel.
Das Rauschen des Meeres
drang zu uns hinauf,
der prächtige Sternenhimmel
verzauberte unsere Schritte,
die Sommerluft duftete
nach purem Leben.
Ich habe dir nicht gesagt,
dass ich mich
wie neugeboren fühlte,
dass ich glücklich war.
Ich habe geschwiegen
und ich werde immer schweigen,
wenn ich an diese Nacht denke.
Ich werde die Augen schließen,
das Zirpen der Grillen hören
und deine Hand in meiner fühlen.
(Hans Kruppa)
Freude am Leben
zu sitzen und zuzusehen
wie der Abend einfällt.
Abend von lichtem Grau,
jetzt wo der Tag sich entfernt.
Und glücklich zu sein wie Epikur
mit dem Bisschen, das ich will
an Erreichbarem.
Nichts mehr zu erwarten
von einem Jenseits
keine Angst zu haben vor dem Leben
und auch nicht vor dem Tod.
(Montserrat Abelló; 1918 - 2014;
übersetzt aus dem Katalanischen von Claudia Kalász)
Don’t wait on tomorrow,
`cause tomorrow may not show.
Say your sorries,
your I-love-yous,
`cause man you never know.
If you got a chance,
take it,
take it while you got a chance.
If you got a dream,
chase it,
`cause a dream
won’t chase you back.
If you’re gonna love somebody
hold `em as long
and as strong
and as close as you can
`til you can`t.
(Matthew Rogers, Benjamin Stennis;
Song: Cody Johnson, `Til you can‘t; 2021)
Das Leben ist ewig,
und die Liebe unsterblich,
und der Tod nur ein Horizont –
und ein Horizont nichts
als die Grenze unseres Blicks.
(Marie v. Ebner-Eschenbach)
Das Meer hat seine Perlen,
der Himmel hat seine Sterne.
Aber mein Herz,
mein Herz hat seine Liebe.
Groß ist das Meer
und der Himmel,
doch größer ist mein Herz
und schöner als Perlen
und Sterne
leuchtet und strahlt
meine Liebe.
(Nachruf)


