Theresia Remiorz

Theresia
Remiorz

16.06.1907
Neu-Wuttrienen
-
16.04.1997
Gladbeck

stimmungsbild
ZurückEine brennende Kerze: Kerze creme lang
Zum heutigen Geburtstag

Von Andreas Steinhardt 16.06.2026 um 12:54 Uhr | melden

Heute vor 119 Jahren wurde Theresia als dreizehntes (!) und letztes Kind ihrer Eltern im ostpreußischen Neu-Wuttrienen (heutiges Chaberkowo, Kreis Allenstein) geboren, dem letzten Zipfel des Ermlands, heutige polnische Woiwodschaft Ermland-Masuren.
Als dreizehntes Kind? Man kann dies eigentlich kaum glauben...

Wie gerne schaue ich zurück auf die Geburtstage meiner Oma Theresia, das Haus und/oder der Garten waren gefüllt mit der großen Schar an Verwandtschaft. Theresia buk die besten Kuchen und kreierte die tollsten Torten, ihr schmackhafter Kartoffelsalat mit dicken Knackern war ebenfalls ein Schmaus.

Wir konnten bis zur Wende auch immer sehr lange aus dem Geburtstag "rausfeiern", da ja zu der Zeit der 17. Juni der Tag der Deutschen Einheit war.

Ich werde heute viel an Theresias Geburtstage zurückdenken - unvergessen sicherlich ihr 76. Geburtstag, an dem es wie aus Kübeln regnete und ein Ereignis am Nachmittag die Feier in eine Tragödie umwandelte. Verwandte wurden schuldlos in einen schweren Autounfall mit einem Lkw und mehreren Fahrzeugen verwickelt, sie selber blieben unverletzt, es gab meines Wissens aber auch schwerverletzte Beteiligte. Man wunderte sich nur, wo denn die Gäste blieben - erst am frühen Abend kamen sie völlig verstört an...denke ich lieber heute an die vielen fröhlichen Geburtstage meiner Oma - aber zu allererst fällt mir halt immer dieser Tag ein...


Zum Geburtstag im Juni

von Wilhelm Busch


Den Jahreszeiten allen
Selbviert sei Preis und Ehr!
Nur sag’ ich: „Mir gefallen
Sie minder oder mehr.“

Der Frühling wird ja immer
Gerühmt, wie sich’s gebührt,
Weil er mit grünem Schimmer
Die graue Welt verziert.

Doch hat in unsrer Zone
Er durch den Reif der Nacht
Schon manche grüne Bohne
Und Gurke umgebracht.

Stets wird auch Ruhm erwerben
Der Herbst, vorausgesetzt,
Dass er mit vollen Körben
Uns Aug und Mund ergötzt.

Indes durch leises Zupfen
Gemahnt er uns bereits:
Bald, Kinder, kommt der Schnupfen
Und’s Gripperl seinerseits.

Der Winter kommt. Es blasen
Die Winde scharf und kühl;
Rot werden alle Nasen,
Und Kohlen braucht man viel.

Nein, mir gefällt am besten
Das, was der Sommer bringt,
Wenn auf belaubten Ästen
Die Schar der Vöglein singt.

Wenn Rosen, zahm und wilde,
In vollster Blüte stehn,
Wenn über Lustgefilde
Zephire kosend wehn.

Und wollt’ mich einer fragen,
Wann’s mir im Sommer dann
Besonders tät behagen,
Den Juni gäb’ ich an.

Und wieder dann darunter
Denselben Tag gerad,
Wo einst ein Kindlein munter
Zuerst zutage trat.

Drum flattert dies Gedichtchen
Jetzt über Berg und Tal
Und grüßt das liebe Nichtchen
Vom Onkel tausendmal.

Wilhelm Busch, *14.02.1832 in Wiedensahl, Schaumburger Land, Niedersachsen, +09.01.1908 Mechtshausen, heute Stadt Seesen, Niedersachsen.