Von Andreas Steinhardt 24.07.2026 um 12:19 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht von Gustav Falke.
Diese Julitage sind etwas durchwachsener, heute ist es wolkig bei moderaten 22° C, morgen wird es sommerlich warm, Sonntag geht
es wieder runter, etwas Regen ist angekündigt. Mir ists ganz recht, Theresia wäre es ziemlich einerlei gewesen...
...es wird folgend wieder ziemlich warm, aber es ist alles besser als noch einmal diese extreme Hitzewelle vom Juni.
...ob Minusgrade, ob sengende Sonne oder starker Regen - meine Großmutter war auf jedes Wetter bestens vorbereitet, die gebürtige Ostpreußin war als Kind und Jugendliche sehr kalte Winter und auch Sommer mit anhaltender Hitze schlichtweg gewohnt - und passte sich völlig an, ohne jemals über das Wetter zu schimpfen...
Das Mohnfeld
von Gustav Falke
Es war einmal, ich weiß nicht wann
Und weiß nicht wo. Vielleicht ein Traum.
Ich trat aus einem schwarzen Tann an
einen stillen Wiesensaum.
Und auf der stillen Wiese stand rings
Mohn bei Mohn und unbewegt, und
war bis an den fernsten Rand der rote
Teppich hingelegt.
Und auf dem roten Teppich lag, von
tausend Blumen angeblickt, ein schöner,
müder Sommertag, im ersten Schlummer
eingenickt.
Ein Hase kam im Sprung. Erschreck hat er
sich tief ins Kraut geduckt, bis an die Löffel
zugedeckt, nur einer hat heraus geguckt.
Kein Hauch. Kein Laut. Ein Vogelflug bewegte
kaum die Abendluft. Ich sah kaum, wie der Flügel
schlug, ein schwarzer Strich im Dämmerduft.
Es war einmal, ich weiß nicht wo. Ein Traum vielleicht.
Lang ist es her. Ich seh’ nur noch, und immer so, das
stille, rote Blumenmeer.
Gustav Falke, *11. Januar 1853 in Lübeck, +8. Februar 1916 in Hamburg-Groß Borstel (seit 1913 zu HH)
Falke war ein dt. Schriftsteller, Dichter und Buchhändler.




