Mit einem Geschenk hinterlassen Sie Ihr persönliches Zeichen in Gedenken an Marcus Zickendraht. Veredeln Sie jetzt diese Gedenkseite durch ein Geschenk in Ihrem Namen.
Gedenkkerzen
Kerze anzündenHier sehen Sie alle 749 Gedenkkerzen, welche für Marcus Zickendraht angezündet wurden. Entzünden auch Sie eine Gedenkkerze.
Eine ewige Erfahrung lehrt,
dass jeder Mensch,
der Macht hat,
dazu getrieben wird,
sie zu missbrauchen.
Er geht immer weiter,
bis er an Grenzen stößt.
(Charles de Montesquieu; 1689 - 1755)
Wäre es uns möglich,
weiter zu sehen,
als unser Wissen reicht...
vielleicht würden wir dann
unsere Traurigkeiten
mit größerem Vertrauen ertragen
als unsere Freuden.
Denn sie sind die Augenblicke,
da etwas Neues
in uns eingetreten ist,
etwas Unbekanntes;
unsere Gefühle verstummen
in scheuer Befangenheit,
alles in uns tritt zurück,
es entsteht eine Stille
und das Neue,
das niemand kennt,
steht mitten darin
und schweigt.
(Rainer Maria Rilke)
Werden wir uns also wiedersehen?
Wenn dich plötzlich das starke Gefühl erfasst,
der, den du geliebt hast und liebst, sei dir nahe,
er habe dir ein Zeichen gegeben,
dann lass dich nicht irremachen. Nimm es an.
Ich bin überzeugt, dass es mehr Verbindungen gibt
zwischen denen drüben und uns hier,
als die meisten von uns heute meinen.
Ich glaube, dass ein Mensch, zu dem wir reden
in der Stunde nach seinem Sterben,
hört, was wir ihm sagen,
und dass die Toten uns Zeichen geben.
Wir brauchen dazu keine besonderen Fähigkeiten.
Wir müssen nur wissen, dass die Wand dünn ist
zwischen jener Welt und der unseren.
Werden wir uns also wiedersehen?
Unser Auftrag auf dieser Erde ist der,
an Liebe reicher zu werden.
Und ich glaube, dass die Liebe,
die in uns gewachsen ist, nicht verlorengeht.
Ich glaube an ein Finden und Begegnen –
wie immer es dann geschehen sollte –
wie hier, so in der anderen Welt.
(Jörg Zink)
Ich denke an Dich,
denk an das Leben.
Wie lang es war,
wie kurz
beim Blick zurück.
Wie viele Worte sprachen wir
zu wenig.
So wie Musik verklingt,
das Licht erlischt zur Nacht,
sind ungetröstet wir im Dunkel.
Nichts löst sich auf
in Wohlgefallen,
vom Anfang bis zum Ende hin
sind wir bestimmt.
Doch was dazwischen war und ist,
so schön, so still,
so laut, so schrill,
so sanft, so böse und so gut
- was kommen mag:
es bleibt die Liebe uns.
Und vielleicht
ein Amsellied
am nächsten Morgen.
(Annette Gonserowski)
Manchmal
berühre ich Dinge,
die du
berührt hast
und suche dort
nach dem Echo
deiner Finger
(Rea Revekka Poulharidou)
Fast wünschte ich mir,
wir wären Schmetterlinge
und lebten
nur drei Sommertage lang.
Drei solche Tage mit dir
könnte ich
mit mehr Entzücken füllen,
als fünfzig gewöhnliche Jahre
jemals fassen könnten.
(John Keats; 1795 - 1821)
Schick mir keinen Engel,
der alle Dunkelheit bannt
aber einen,
der mir ein Licht anzündet
Schick mir keinen Engel,
der alle Antworten kennt
aber einen,
der mit mir die Fragen aushält
Schick mir keinen Engel,
der allen Schmerz wegzaubert
aber einen,
der mit mir Leiden aushält
Schick mir keinen Engel,
der mich über die Schwelle trägt
aber einen,
der in dunkler Stunde noch flüstert:
Fürchte dich nicht...
(Elisabeth Bernet)
Zu leben,
das ist Kraft,
die voll sich genügt.
Ganz ohne sonst‘gen Sinn,
allmächtig genug.
(Emily Dickinson)
Mein Leben geht zu Ende;
doch ich spüre auch,
wie mein irdisches Leben
übergeht in ein neues,
unendliches, unbekanntes,
zukünftiges Leben,
dessen Vorgefühl meine Seele
vor Entzücken erzittern lässt,
meinen Geist erleuchtet,
mein Herz vor Freude weinen macht.
(Fjodor Michailowitsch Dostojewski)
Und wenn sich dann
viele verschiedene Wege
vor dir auftun
und du nicht weißt,
welchen du einschlagen sollst,
dann überlasse es nicht dem Zufall,
sondern setz dich,
und warte.
Atme so tief und vertrauensvoll,
wie du an dem Tag geatmet hast,
als du auf die Welt kamst,
lass dich von nichts ablenken,
warte, warte noch.
Lausche still und schweigend
auf dein Herz.
Wenn es dann zu dir spricht,
steh auf,
und geh, wohin es dich trägt.
(Susanna Tamaro; aus:“Geh, wohin dein Herz dich trägt“)
deine träume, die lieder deines herzens
will ich beschützen.
sie in blauen wolkenstoff hüllen
weit entfernt von den groben händen dieser welt
(Rea Revekka Poulharidou; rea-poulharidou.de)
Warum sich nicht sofort
ins Vergnügen stürzen?
Wie oft wird das Glück zerstört
durch Vorbereitung,
törichte Vorbereitung.
(Jane Austen; 1775 - 1817)
Über‘n Garten durch die Lüfte
Hört ich Wandervögel ziehn,
Das bedeutet Frühlingsdüfte,
Unten fängt‘s schon an zu blühn.
Jauchzen möcht ich, möchte weinen,
Ist mir’s doch, als könnt‘s nicht sein!
Alte Wunder wieder scheinen
Mit dem Mondesglanz herein.
Und der Mond, die Sterne sagen‘s,
Und in Träumen rauscht’s der Hain,
Und die Nachtigallen schlagen‘s:
Sie ist deine, sie ist dein!
(Joseph Freiherr von Eichendorff)
Seit du diesen Ort verlassen hast,
erscheint er in meinem Augenblick
nicht mehr ganz so hell wie zuvor.
Das Strahlen deiner Augen war
das hellste mir in diesen Tagen.
Seit du diesen Ort verlassen hast,
vermisse ich dein Lachen beim
Elfentanz der suchenden Seelen.
Das Lächeln deiner Seele war
das liebste mir in diesen Tagen.
Seit du diesen Ort verlassen hast,
bist Du da, denn wenn ich ganz leise,
auf Zehenspitzen, mein Herz besuche,
dann finde ich, welch Zauber,
mein Licht in mir,
und nebendran auch deines.
(Pablo Neruda)
Das wahre Licht ist das Licht,
das aus dem Innern
der menschlichen Seele hervorbricht,
das den anderen das Geheimnis
seiner Seele offenbart
und andere glücklich macht,
so dass sie singen im Namen des Geistes.
Die Wahrheit aber gleicht den Sternen:
sie erscheint nur auf dem dunklen Hintergrund der Nacht.
Die Wahrheit ist wie alle schönen und guten Dinge in dieser Welt:
ihre Wirkungen enthüllen sich nur dem,
der die Unbarmherzigkeit
der Falschheit und Verstellung gespürt hat.
Die Wahrheit ist das verborgene Gefühl,
das uns lehrt, uns zu erfreuen
und die Freude mit anderen Menschen zu teilen.
(Khalil Gibran)
Betrachtung der Zeit
Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen;
Mein sind die Jahre nicht, die etwa möchten kommen;
Der Augenblick ist mein, und nehm ich den in acht,
So ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht.
(Andreas Gryphius; 1616 - 1664)
Die Zeit als Lehrmeisterin
Ein Vogel wollte singen,
ein wunderschönes Lied.
Es mocht ihm nicht gelingen,
wie er sich auch bemüht‘.
Da sprach der Wind: „Sei leise,
hör auf mit dem Gepfeif:“
(der Wind war alt und weise),
„Das Lied ist noch nicht reif!
Du brauchst dich nicht zu sorgen,
was heut nicht geht, geht morgen!“
Der Vogel hat’s begriffen,
verschwand im dunklen Tann.
Erst als die Zeit das Lied geschliffen,
zog es den Wind in seinen Bann:
„Das Lied, das du gesungen
vom Werden und Vergehn,
nun ist es dir gelungen,
das Lied ist wunderschön!“
(Elli Michler)
Nimm dir jeden Tag die Zeit,
still zu sitzen
und auf die Dinge zu lauschen.
Achte auf die Melodie des Lebens,
welche in dir schwingt.
(Buddha)
Burnt Norton IV
Time and the bell have buried the day,
The black cloud carries the sun away.
Will the sunflower turn to us, will the clematis
Stray down, bend to us; tendril and spray
Clutch and cling?
Chill
Fingers of yew be curled
Down on us? After the kingfishers wing
Has answered light to light, and is silent, the light is still
At the still point of the turning world.
————--
Zeit und die Glocke begruben den Tag.
Fort zog Sonne, mit dem Gewölk, so zag.
Kehrt sich uns zu die Sonnenblume, wird die Waldrebe
straucheln, uns gewogen; ranken und reifen, oder mag
sie nur klammern und klingen?
Sticht
der Eibenfinger, schleichend gekräuselt
auf uns hernieder? Nachdem des Eisvogels Schwingen
erwiderten Feuer mit Feuer, und schweigen, still wie das Licht
im reglosen Zentrum der kreisenden Welt.
(T.S. Eliot; Four Quartets;
dt. Übersetzung: Stefan Plasa; stefanplasa.org)
Traum
Ich schenk Dir
meinen Traum,
weil du in diesem bist.
Du bist der Traum,
Du bist mein Ein
Du bist mein Alles
Du bist die Nacht
Du bist der Morgen
bist Nähe
Ferne
Sehnen
Liebe
Glück
und Traurigkeit
bist Wenn
und Aber
und dennoch
bist
Antrieb
Bremse
Motor
Feder
machst federleicht
machst schwebend
machst bodenlos
und schwer.
Ich schenk Dir diesen Traum,
weil er mir alles ist
und er ist ich
und er ist Du -
nun ist er Dein
ich bin traumlos
im Erwachen -
Du bist fern,
ich bin allein.
(Annette Gonserowski)
Viele suchen ihr Glück,
wie sie ihren Hut suchen,
den sie auf dem Kopf tragen.
(Nikolaus Lenau)
Für Klabund
Nehmen Sie jene erste
tauende Nacht im Jahr
und die strömenden blauen
Streifen des Februar,
nehmen Sie jene Verse,
Reime, Strophen, Gedicht,
die unsere Jugend erhellten
und man vergaß sie dann nicht,
nehmen Sie von den Wesen,
die man liebte und so,
jenen Hauch des Erlöschens,
und dann Salut und Chapeau –
ach, diese spärlichen, vollen
Schläge des Herzens und
über uns fallen die Schollen –
leben Sie wohl, Klabund!
(Gottfried Benn; 1886 - 1956)
Alles, was geschieht,
ist nur Leid und Lied.
Gott spielt auf der Harfe
Trost sich zu.
Welle fällt und steigt.
Ach, wie bald schon neigt
sich dein Haupt im Tod. Dann lächle du.
(Klabund; eigtl. Alfred Henschke; 1890 - 1928)
Stell dich mitten in den Regen,
glaube an den Tropfensegen
spinn dich in das Rauschen ein
und versuche, gut zu sein!
Stell dich mitten in den Wind,
glaub an ihn und sei ein Kind –
lass den Sturm in dich hinein
und versuche, gut zu sein!
Stell dich mitten in das Feuer –
Liebe dieses Ungeheuer
in des Herzens rotem Wein
und versuche, gut zu sein!
(Wolfgang Borchert; 1921 - 1947)
Das Leben ist so:
Du wirst hineingeworfen wie ins kalte Wasser,
ungefragt, ob du willst oder nicht.
Du kommst lebend nicht mehr heraus.
Darüber kannst du:
a) unglücklich sein und ersaufen
b) dich lustlos und frierend so lange über Wasser halten, bis es vorbei ist;
c) einen Sinn suchen und einfordern und dich grämen, weil er sich nicht zeigt.
Oder du kannst:
d) dich darin voller Freude tummeln wie ein Fisch und sagen:
"Ich wollte sowieso ins Wasser, kaltes Wasser ist meine Leidenschaft.
Was für ein verdammt schönes Vergnügen, Leute!"
...und das ist die Lebenskunst!
(Janosch)
Als du gingst
ging die Welt entzwei
ging nichts mehr
als du gingst
ging das Licht aus
gingen die Träume
als du gingst
ging ich meilenweit
über Scherben
ging über dich hinaus
zurück zu mir
als du gingst
(Annemarie Schnitt)
Ich will an deiner Seite
still über beschneite Wege gehn
tief in das unbekannte Weiße
und alle Spuren sollen hinter uns verwehn.
Dir werden Flocken leicht im Haare hängen
in deinem Lächeln sich verfangen,
im blauen Atem glitzern und zergehn.
Du bist so leise,
als könntest du verstehn,
dass wir schon lange nur auf Flocken schreiten
und endlos fallend aus den Ewigkeiten
ins Grenzenlose sanft herniedergleiten.
(Ernst Penzoldt; 1892 - 1955)
Nichts war umsonst
Wenn wir einmal gehen müssen - was bleibt?
Ist es die Liebe,
die wir in andere Herzen gelegt haben;
ist es die Hoffnung,
die wir anderen Menschen geschenkt haben;
ist es der Glaube,
der uns auf ein Wiedersehen hoffen lässt;
ist es der Trost,
den wir verbreitet haben;
ist es der Gedanke an unsere Arme,
die uns beschützt haben;
sind es die schönen Worte,
die wir gesprochen haben?
Das alles bleibt - nichts war umsonst.
(Hildegard Peresson)
Es ist ein ganz jämmerlich Ding,
dass der Mensch also dem nachläuft,
was ihm doch von selber nachliefe.
Er läuft nach Kummer und Sorgen,
und das läuft ihm doch selber nach.
Es ist, als wäre er immer toll und mache sich Unruhe.
Ließe er sich genügen, so hätte er Ruhe.
(Jakob Böhme; 1575 - 1624)
Immer
Ich liebe immer.
Die Entzückungen
der Seele.
Die in ein Auge
sieht, das Antwort
gibt,
Sie sind es, die ich
schamlos stehle.
Und niemand weiß,
wen ich geliebt,
als nur der eine,
den ich anseh,
Für eine Stunde,
einen Tag,
Und der mit
eingeht in mein
Fernweh.
Nach dem ich
immer wieder frag.
(Eva Strittmatter)
Es gibt Zeiten im Leben,
da ist es das Beste, einfach zu warten.
Geduldig, aufmerksam und sehr wachsam
ohne Erwartungen und der Natur ihren Lauf zu lassen
in dem Vertrauen, dass alles gut ist, so wie es ist
und dass alles so kommt, wie es am Besten ist.
So wie die Bäume, die genau wissen, wann es Zeit ist, zu blühen
und wann es Zeit ist, wieder die Blätter fallen zu lassen,
so ist es auch für uns etwas sehr Wichtiges,
auf den richtigen Zeitpunkt warten zu können.
Wenn ich in Stille warten kann, dann wächst etwas in mir -
mein wahres Wesen.
Stille ist eine eigene, ganz leise Musik,
die ich in mir hören kann,
wenn ich in meiner Mitte bin und ganz tief in mich hineinhorche.
Eile mit Weile.
Vertraue dem Leben ohne Erwartungen
und es schenkt dir unendlichen inneren Frieden...
(Karin Brunner)
Beginne das Schwere,
wenn es noch leicht ist.
Tue das Große,
wenn es noch klein ist.
Denn alles Schwere auf Erden
entspringt aus dem Leichten.
(Laotse)
Noch bist du da
Noch bist du da
Wirf deine Angst
in die Luft
Bald
ist deine Zeit um
bald
wächst der Himmel
unter dem Gras
fallen deine Träume
ins Nirgends
Noch
duftet die Nelke
singt die Drossel
noch darfst du lieben
Worte verschenken
noch bist du da
Sei was du bist
Gib was du hast
(Rose Ausländer)
Wie wenig doch
die äußeren Umstände
mit dem Glücklichsein
zu tun haben!
(Fanny Burney; 1752 - 1840)
Die schwersten Wege
werden alleine gegangen,
die Enttäuschung, der Verlust,
das Opfer,
sind einsam.
Selbst der Tote der jedem Ruf antwortet
und sich keiner Bitte versagt
steht uns nicht bei
und sieht zu
ob wir es vermögen.
Die Hände der Lebenden die sich ausstrecken
ohne uns zu erreichen
sind wie die Äste der Bäume im Winter.
Alle Vögel schweigen.
Man hört nur den eigenen Schritt
und den Schritt den der Fuß
noch nicht gegangen ist aber gehen wird.
Stehenbleiben und sich Umdrehn
hilft nicht. Es muss
gegangen sein.
Nimm eine Kerze in die Hand
wie in den Katakomben,
das kleine Licht atmet kaum.
Und doch, wenn du lange gegangen bist,
bleibt das Wunder nicht aus,
weil das Wunder immer geschieht,
und weil wir ohne die Gnade
nicht leben können:
die Kerze wird hell vom freien Atem des Tags,
du bläst sie lächelnd aus
wenn du in die Sonne trittst
und unter den blühenden Gärten
die Stadt vor dir liegt,
und in deinem Hause
dir der Tisch weiß gedeckt ist.
Und die verlierbaren Lebenden
und die unverlierbaren Toten
dir das Brot brechen und den Wein reichen -
und du ihre Stimmen wieder hörst
ganz nahe
bei deinem Herzen.
(Hilde Domin)
Wenn ich ein Vöglein wär
und auch zwei Flüglein hätt,
flög ich zu dir.
Weil’s aber nicht kann sein,
bleib ich allhier.
Bin ich gleich weit von dir,
bin ich doch im Schlaf bei dir
und red mit dir.
Wenn ich erwachen tu,
bin ich allein.
Es vergeht kein Stund in der Nacht,
da nicht mein Herz erwacht
und an dich denkt,
dass du mir tausendmal
dein Herz geschenkt.
(Johann Gottfried Herder; 1744 -1803)
Wie schön
kann das sein
Ruhe
Zeitlosigkeit
Einfachheit
Sanftheit
Behutsamkeit
Achtsamkeit
Schweigen
Blickkontakt
Einvernehmen
wie wunderschön
leise
(Beate Schlumberger; 1967 - 2021)
Was für ein einfaches
und genügsames Ding
das Glück doch ist:
ein Glas Wein,
eine geröstete Kastanie,
ein winzig kleines Kohlenfeuer,
der Klang des Meeres…
Alles, was du brauchst,
um das Glück
im Hier und Jetzt zu erfahren,
ist ein einfaches, genügsames Herz.
(Nikos Kazantzakis; 1883 -1957)
Je mehr
man sich erträumt,
desto voller und reicher
lebt man.
(Rudyard Kipling; 1865 - 1936)
Tee mit Honig trinken
und Musik hören,
das ist Glück.
Sich freuen
über einen Freund,
weil er sich
über Kleinigkeiten freut,
das ist Glück.
Nichts wollen,
wunschlos sein,
das ist Glück -
und hier und jetzt sein,
ganz im Augenblick:
morgen komt zu spät,
und gestern war einmal.
(Hans Kruppa)
Das Schönste und Tiefste, was der Mensch erleben kann, ist das Gefühl des Geheimnisvollen.
Es liegt der Religion sowie allem tieferen Streben in Kunst und Wissenschaft zugrunde.
Wer dies nicht erlebt hat, erscheint mir, wenn nicht wie ein Toter, so doch wie ein Blinder.
Zu empfinden, dass hinter dem Erlebbaren ein für unseren Geist Unerreichbares verborgen sei, dessen Schönheit und Erhabenheit uns nur mittelbar und in schwachem Widerschein erreicht, das ist Religiosität.
In diesem Sinne bin ich religiös.
Es ist mir genug, diese Geheimnisse staunend zu ahnen und zu versuchen, von der erhabenen Struktur des Seienden in Demut ein mattes Abbild geistig zu erfassen.
(Albert Einstein; 1879 - 1955)
Der große Tag,
das krönende Fest des Lebens kommt,
wenn das innere Auge
sich der Einheit der Dinge,
der Allgegenwart des Gesetzes öffnet;
wenn es erkennt,
dass alles, was ist,
sein muss und sein soll
und dass es das Beste ist.
(Ralph Waldo Emerson; 1803 - 1882),
Glück ist kein wertvoller Besitz,
es ist eine Art des Denkens,
ein Geisteszustand.
(Daphne du Maurier; 1907 - 1989)
Lebenskünstler nehmen
von allem ein wenig,
aber immer nur das Beste.
(Jacques Chardonne; 1884 - 1968)
Lass dein Leben leichtfüßig
auf den Rändern der Zeit tanzen
wie Tau auf der Spitze eines Blatts.
(Rabindranath Tagore)
komme zu dir
halte inne
lausche
wie zärtlich doch
die stille
spricht
(Hans-Christoph Neuert; 1958 - 2011)
Mein Haus sagt zu mir:
„Verlass mich nicht, denn hier lebt deine Vergangenheit.“
Und die Straße sagt zu mir:
„Komm und folge mir, denn ich bin deine Zukunft.“
Und ich sage zu meinem Haus und zur Straße:
„Ich habe keine Vergangenheit
und ich habe auch keine Zukunft.
Wenn ich bleibe, liegt in meinem Bleiben ein Gehen.
Und wenn ich gehe, liegt in meinem Gehen ein Bleiben.
Nur die Liebe und der Tod verändern alles.“
(Khalil Gibran)
Manchmal bricht mitten am Tag
wie ein Lichtstrahl aus einer Wolke
ein kleines Glück über mich herein.
Dann halt ich still,
damit sich der Augenblick
in meine Seele schreibt.
Und ich ihn in mir trage -
eine Grußkarte, die unverhofft
vom Himmel fiel.
(Tina Willms)
Das Loslassen von unerfüllbaren Träumen
und das Freigeben von Menschen,
an denen dein Herz hängt,
ist wohl das Schwerste
was es im Leben gibt.
Aber so, wie du nicht nur einatmen
und die Luft in dir behalten kannst,
sondern wieder ausatmen,
gleichsam freigeben musst, um leben zu können,
so kannst du dich neuen Begegnungen nur öffnen,
wenn du die Hoffnungen aufgeben kannst,
die sich verbraucht haben.
Denn alles hat seine Zeit,
einatmen und ausatmen,
halten und hergeben,
binden und lösen,
Abschied nehmen und neu beginnen.
(Christa Spilling-Nöker)
Mein Beileid
Wie ein Regenbogen
In den schönsten Farben der Sonne aufleuchtet,
um sich dann wieder in den Wolkenfeldern zu verlieren,
so leuchten Erinnerungen
am Firmament unserer Gedankenwelt auf,
in den zartesten Farben der Vergangenheit,
um dann wieder in unsere Seele zurück zu versinken.
Dem Tod gehört nur ein Augenblick,
der Liebe gehört Zeit und Ewigkeit.
Ein stiller Gruß
an deine Familie
(Unbekannterweise)
Alle Hindernisse
und Schwierigkeiten
sind Stufen,
auf denen wir
in die Höhe
steigen.
(Franz Kafka)
Man öffnet die Augen,
schließt sie wieder
und nimmt das,
was man erblickt,
hinüber in den Traum.
Das ist das Leben.
(Friedrich Hebbel; 1813 - 1863)
Tu erst das Notwendige,
dann das Mögliche,
und plötzlich schaffst du
das Unmögliche.
(Franz von Assisi; 1181 - 1226)
Mein Beileid
Geliebte Menschen verschwinden nicht.
Sie begleiten uns jeden Tag.
Unsichtbar und geräuschlos
aber immer in unserer Nähe.
Stiller Gruß
Christine mit Melanie fest im Herzen
Es ist nie zu spät,
das zu werden,
was man hätte
sein können.
(George Eliot; eigentlich Mary Ann Evans;
1819 - 1880)
Die Liebe ist das einzige,
was wir am Ende mitnehmen können,
und sie macht das Ende so einfach.
(Louisa May Alcott; 1832 - 1888)
Wofür es sich zu leben lohnt
Für das Rauschen des Meeres,
für das Funkeln der Sterne,
für das Leuchten in den Augen derer,
die wir lieben.
Für die Musik
und für den Tanz,
für die leisen Momente
und für das Innehalten im Trubel der Tage.
Für die Zärtlichkeit
und für die Sonne in unseren Herzen.
Für unsere unermüdliche Hoffnung...
(Jochen Mariss)
Das Leben ist,
was wir daraus machen.
So war es schon immer
und so wird es auch bleiben.
(Grandma Moses; eigentlich Anna Mary Robertson Moses;
1860 - 1961)


