Wilhelm Remiorz

Wilhelm
Remiorz

27.05.1904
Bottrop
-
25.06.1993
Gladbeck

stimmungsbild

Gedenkkerzen | Seite 3

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Oktobersommer Von Andreas Steinhardt am 02.10.2023 um 22:06 | melden

Zur heutigen Gedenkkerze ein schönes Herbstgedicht von Friedrich Hebbel.

Haben Sie diesen sehr warmen Oktobertag in vollen Zügen genossen? Schon ungewöhnlich, ich erinnere mich an recht kühle und stürmische erste Oktobertage, und auch nicht wenige verregnete Feiertage der Deutschen Einheit. Nun, morgen soll es tatsächlich etwas unbeständig werden, aber die Wetterprognose für die darauffolgenden Tage sieht durchweg sonnig und mild aus.

Wilhelm säße bei diesen ungewöhnlich warmen Oktobertagen sicherlich unter seinem alten Apfelbaum oder dem Birnbaum, bis
die Sonne sich neigen würde...

"Dies ist ein Herbsttag wie ich keinen sah", so beginnt das Gedicht von Friedrich Hebbel, wir könnten dem heute durchweg zustimmen...


Herbstbild

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält;
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

Friedrich Hebbel, früheres Pseudonym Dr. J. F. Franz,
*18. März 1813 in Wesselburen/Dithmarschen, heutiges
Schleswig-Holstein, +13. Dezember 1863 in Wien.

Hebbel war deutscher Dramatiker, Lyriker und Erzähler "Maria Magdalena", sehenswert das Hebbel-Museum in Wesselburen
mit 550 Exponaten.

Kerze rot viereckig
Gedicht zum Herbstbeginn Von Andreas Steinhardt am 24.09.2023 um 14:23 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Georg Heym, passend zum gestrigen meteorologischen Herbstanfang. Wilhelm mochte den Herbst, er war retativ Wetter- und Jahreszeiten unabhängig, ein Murren über das zu stürmische oder regnerische Wetter hab es bei ihm nicht. Staunend und neugierig beobachte mein Opa Willi die Wetterentwicklung im Herbst, machte ausgedehnte Spaziergänge durch das umhertreibende Laub. "Endlich kann man wieder richtig durchatmen" hörte ich öfter
von meinem Großvater bei gemeinsamen Spaziergängen.in meiner Kindheit. Ich stimme dem voll zu...

Für Wilhelm. Für Axel.


Der Herbst

Viele Drachen stehen in dem Winde,
Tanzend in der weiten Lüfte Reich.
Kinder stehn im Feld in dünnen Kleidern,
Sommersprossig und mit Stirnen bleich.

In dem Meer der goldnen Stoppeln segeln
Kleine Schiffe, weiß und leicht erbaut;
Und in Träumen seiner leichten Weite
Sinkt der Himmel wolkenüberblaut.

Weit gerückt in unbewegter Ruhe
Steht der Wald wie eine rote Stadt.
Und des Herbstes goldne Flaggen hängen
Von den höchsten Türmen schwer und matt.

Georg Friedrich Franz Artur Heym, *30. Oktober 1887 in
Hirschberg, Schlesien (heute Jelenia Góra, poln. Niederschlesien)
+16. Januar 1912 in Gatow, Osthavelland, seit 1920 eingemeindet
zum Berliner Stadtbezirk Spandau.

Heym gilt als einer der wichtigsten Lyriker des früheren literarischen
Expressionismus.

Kerze orange lang
Septembertag Von Andreas Steinhardt am 17.09.2023 um 18:17 | melden

Zur Gedenkkerze ein kleines Gedicht passend zur Jahreszeit von Christian Morgenstern. Nach dem warmen, sonnigen Wochenende stehen uns nun durchwachsenere Tage bevor, die Ausläufer des Hurrikan ziehen auch durch unser Land, mit Wind und Gewitter.
Bleiben Sie standhaft!

Für Wilhelm. Für Axel.

Septembertag

Dies ist des Herbstes leidvoll süße Klarheit,
die dich befreit, zugleich sie dich bedrängt;
wenn das kristallene Gewand der Wahrheit
sein kühler Geist um Wald und Berge hängt.
Dies ist des Herbstes leidvoll süße Klarheit.

Christian Otto Josef Wolfgang Morgenstern,
*06. Mai 1871 in München, +31. März 1914 in
Untermais, Tirol

Kerze blau klein
Geburtstag von Wilhelms erstem Urenkel Von Andreas Steinhardt am 09.09.2023 um 20:40 | melden

Zur Gedenkkerze für meinen Großvater eine Erinnerung an den 09.09.1983, dem Geburtstag seines ersten Urenkels Lars, dem
ältesten Sohn meines im Dezember 2021 verstorbenen Bruders
Axel.

Mein Neffe ist heute 40. Jahre alt geworden, verzichtete allerdings
auf eine Feier. Ich kann dies durchaus nachvollziehen, zu meinem
40. Geburtstag "flüchtete" ich ein paar Tage auf Sylt. Ich gehöre zu denjenigen, die den Hype um Geburtstage nicht nachvollziehen können.

Zurück zu Wilhelms erstem Urenkel Lars: Als mein Neffe heute vor 40 Jahren geboren wurde, ich war gerade erst mal 13 Jahre alt und bis dato der jüngste in der gesamten Familie, war ich unglaublich stolz Onkel zu werden, es war für mich wir die Geburt eines kleinen Bruders.
Mein Großvater Willi war zu diesem Zeitpunkt 79 Jahre alt - er konnte seinen ersten Urenkel noch fast 10 Jahre erleben. Knapp drei Jahre später wurde Wilhelm zum zweiten Male Urgroßvater.

Nachts um etwa 3 Uhr bekamen wir den Anruf, das Lars das Licht der Welt erblickte. Mit Schlafen war nun nichts mehr...in der Schule hang ich ziemlich durch, schon am Nachmittag konnte ich im hiesigen Hospital einen ersten Blick auf meinen kleinen Neffen werfen. Und Wilhelm war sehr stolz, zum ersten Mal Urgroßvater zu sein! Es begann eine unglaublich aufregende und wunderschöne Zeit, Lars aufwachsen zu sehen. Eine Lebensbereicherung für uns alle!

Aber auch an diesem Tag denke ich an meinen verstorbenen Bruder Axel, der den runden Geburtstag seines Sohnes nicht mehr miterleben kann.

Diese Gedenkkerze widme ich heute Wihelm und Axel.

Kerze gelb lang
Septembermorgen Von Andreas Steinhardt am 04.09.2023 um 19:30 | melden

Zur Gedenkkerze ein schönes, kleines Gedicht von Eduard Morike.

Freuen Sie sich über diese warmen Septembertage? Das der Frühherbst uns mit viel Sonnenschein verwöhnt?

Mein Großvater Willi würde in diesen Tagen unter seinem Apfelbaum sitzen, an ganz heißen Tagen auf dem Gartenstuhl im Schatten des mächtigen, alten Kirschbaums...

Für Wilhelm. Für Axel.


Septembermorgen

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.

Eduard Morike, *18. Sept. 1804 in Ludwigsburg, Kurfürstentum Württemberg, +04. Juni 1875 in Stuttgart, Königreich Württemberg
(ab 1806)

Kerze orange rund
Gedicht zur Erntezeit Von Andreas Steinhardt am 26.08.2023 um 18:52 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht, passend zum Augustende und zur Erntezeit von Julius Sturm. Passend vielleicht nicht zur derzeitig weniger üppig ausfallenden Ernte, wie beim Gedanken an Kornkrisen mit Blick auf ukrainisches Getreide. Trotz diesem grotesken Widerspruchs möchte ich dieses Gedicht doch verwenden, rückblickend auf bessere Tage, vorausschauend und zart hoffnungsvoll auf wieder bessere Zeiten.

Dieses Gedicht habe ich auch heute auf die Gedenkseite meiner Mutter, Wilhelms Tochter Gerda Sophia Steinhardt, gestellt.

Für Wilhelm. Für Axel.

Erntefestlied

Wagen auf Wagen schwankte herein,
Scheune und Böden wurden zu klein:
Danket dem Herrn und preist seine Macht,
glücklich ist wieder die Ernte vollbracht.

Hoch auf der Fichte flattert der Kranz,
Geigen und Brummbass laden zum Tanz;
leicht wird das Leben trotz Mühe und Plag’,
krönet die Arbeit ein festlicher Tag.

Seht ihr der Kinder fröhliche Schar,
blühende Wangen, goldlockiges Haar?
Hört ihr sie jubeln? O liebliches Los,
fällt ihnen reif doch die Frucht in den Schoß!

Wir aber furchen, den Pflug in der Hand,
morgen geschäftig aufs neue das Land;
ewig da reiht, nach des Ewigen Rat,
Saat sich an Ernte und Ernte an Saat.

Pfarrer Julius Carl Reinhold Sturm, auch "Julius Stern",
*31. Juli 1816 in Köstritz, +02. Mai 1896 in Leipzig.
Sein ältester Sohn August war ebenfalls Verfasser von
Gedichten und anderen Werken, sein jüngerer Sohn Heinrich
war bis 1917 Oberbürgermeister von Chemnitz.

Kerze hellgrün geschwungen
Schwebende Zukunft Von Andreas Steinhardt am 19.08.2023 um 19:14 | melden

Zur Gedenkkerze ein schönes Sommergedicht von Joachim Ringelnatz. Mein sehr humorvoller Opa Willi trug mir einst einige heutere Gedichte von Ringelnatz vor, teilweise auswendig, andere las er aus einem kleinen Sammelband vor.

Einige dieser Verse von Ringelnatz sind schon von sehr deftigem Humor, welche man nur schwer für die Gedenkseiten verwenden kann.

Ich glaube dieses, auch passend zum August, läd zumindest zum Schmunzeln ein...

Für meinen heiteren Opa.


Schwebende Zukunft

Habt ihr einen Kummer in der Brust
Anfang August,
Seht euch einmal bewußt an,
Was wir als Kinder übersahn.

Da schickt der Löwenzahn
Seinen Samen fort in die Luft.
Der ist so leicht wie Duft
Und sinnreich rund umgeben
Von Faserstrahlen, zart wie Spinneweben.

Und er reist hoch über euer Dach,
Von Winden, schon vom Hauch gepustet.
Wenn einer von euch hustet,
Wirkt das auf ihn wie Krach,
Und er entweicht.

Luftglücklich leicht.
Wird sich sanft wo in Erde betten.
Und im Nächstjahr stehnen dort,
die fetten, goldigen Rosetten,
Kuhblumen, die wir als Kind übersehn.

Zartheit und Freimut lenken
Wieder später deren Samen Fahrt.
Flöge doch unser aller Zukunftsdenken
So frei aus und so zart.


Joachim Ringelnatz (eigentl. Hans-Gustav Bötticher),
*06. August 1883 in Wurzen, heute Große Kreisstadt im
Landkreis Leipzig), +17. Nov. 1934 in Berlin.

Ringelnatz war dt. Dichter und Lyriker, Schriftsteller, Erzähler, Kabarettist und auch Maler.

Kerze rot lang
Atemloser August Von Andreas Steinhardt am 09.08.2023 um 18:33 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Max Dauthendey, welches ganz gut zum Monat der Meteoritenschauer passt.

Diese Gedenkkerze widme ich meinem Großvater Wilhelm und meinem Bruder Axel.

Atemloser August

Sommermonde machen Stroh aus Erde,
Die Kastanienblätter wurden ungeheuer von Gebärde,
Und die kühnen Bäume stehen nicht mehr auf dem Boden,
Drehen sich in Lüften her gleich den grünen Drachen.
Blumen nahen sich mit großen Köpfen, und scharlachen,
Blau und grün und gelb ist das Gartenbeet, hell zum Greifen,
Als ob grell mit Pfauenschweifen ein Komet vorüberweht.
Und mein Blut, das atemlos bei den sieben Farbenstreifen
stille steht...Fragt sich: wenn die Blum, Baum und Felder sich verschieben, ob zwei Menschen, wenn die Welt vergeht.
Zweie, die sich lieben, nicht von allen Wundern übrig blieben.

Max Dauthendey, * 25.07. 1860 in Würzburg, + 29.08.1918 in Malang, Indonesien

Kerze orange klein
Neue Bilder im Album Von Andreas Steinhardt am 22.07.2023 um 20:05 | melden

Zur Gedenkkerze der Hinweis - ich habe 7 neue Bilder dem Album hinzugefügt, Aufnahme 7 - 13 der Album-Reihenfolge.

Vor 2 Tagen bekam ich von Wilhelms Tochter Dorothea einige alte Bilder an die Hand, welche ich nun digitalisiert habe.

Bild 7 und 8 des Albums zeigt meinen Großvater Wilhelm als noch recht jungen Mann.

Foto 9 zeigt Wilhelm mit seiner Ehefrau Theresia (auch eigene Gedenkseite, Theresia Remiorz) und ihren beiden Töchtern Gerda (meiner Mutter, eigene Gedenkseite Gerda Steinhardt) wie meiner Tante Dorothea.

Auf Bild 10 sehen Sie beide Töchter in jungen Jahren, Aufnahme 11
als Kinder anlässlich der Erstkommunion von Gerda.

Aufnahme Nr. 12 des Albums zeigt Wilhelms Ehefrau Theresia.

Das letzte Foto im Album zeigt Wilhelm und Theresia bei einer großen Familienfeier zwischen 1987-1990.

Kerze gelb geschwungen
Das ist seltsam mit dem Alter Von Andreas Steinhardt am 16.07.2023 um 17:24 | melden

Zur Gedenkkerze ein heiteres Gedicht über das Alter(n) von Fritz Kukuk. Es gibt von Seiten meiner Partnerin ein Verwandtschafts- verhältnis zum Dichter, ihre Mutter war eine geborene Kukuk aus demselben Ort, Himmighausen in Ostwestfalen.

Meinem humorvollen Opa Willi hätte dieses Gedicht sicherlich auch sehr gefallen.


Das ist Seltsam mit dem Alter!

von Fritz Kukuk


Wenn man zehn ist und noch Kind,
weiß man glasklar, dass das Alter um die zwanzig rum beginnt.

Ist man aber selber zwanzig,
denkt man nicht mehr ganz so steif,
glaubt jedoch, genau mit vierzig ist man für den Sperrmüll reif.

Vierziger; schon etwas weiser
und vom Lebenskampf geprägt,
haben den Beginn des Alters auf Punkt sechzig festgelegt.

Sechziger, mit Hang zum Grübeln,
sagen dumpf wie ein Fagott,
achtzig ist die Altersgrenze und von da an sei man Schrott.

Doch die Achtziger, die Klugen,
denken überhaupt nicht dran,
leben, lieben, lachen weiter, Alter fängt mit hundert an.


Fritz Kukuk, *09.06.1905 in Himmighausen (heute zur Stadt Nieheim, Ostwestfalen gehörend), +24.12.1987 ebenda.

Seit 1934 schrieb Fritz Kukuk hauptsächlich Gedichte und erlangte mit seinen Werken überregionale Bekanntheit. Er bekam 1980 das Bundesverdienstkreuz für die Heimatdichtung wie die Erforschung von literarischen Werken verliehen, Darüber hinaus fand sein Werk aber auch internationale Anerkennung: So wurde Fritz Kukuk u. a. die Ehre zuteil, auch im Jahre 1980 vom Nestor der schwedischen Germanistik für den Literatur-Nobelpreis vorgeschlagen zu werden. Ehrenamtlich war Fritz Kukuk als Consul de Mexico für Westfalen tätig.

Kerze hellgrün lang
Hab Sonne im Herzen Von Andreas Steinhardt am 05.07.2023 um 15:34 | melden

Zur Gedenkkerze ein meiner Meinung nach schönes, weises Gedicht von Cäsar Flaischlen.

Die Verse passen sehr gut zu meinem Großvater Wilhelm - er hatte auch stets Sonne im Herzen und ein Lied auf den Lippen - er konnte Menschen motivieren, zum Lachen bringen, aufbauen, trösten...


Hab Sonne im Herzen


von Cäsar Flaischlen


Hab Sonne im Herzen,
ob’s stürmt oder schneit,
ob der Himmel voll Wolken,
die Erde voll Streit ...
hab Sonne im Herzen,
dann komme was mag:
Das leuchtet voll Licht dir
den dunkelsten Tag!

Hab ein Lied auf den Lippen
mit fröhlichem Klang,
und macht auch des Alltags
Gedränge dich bang ...
hab ein Lied auf den Lippen,
dann komme was mag:
Das hilft dir verwinden
den einsamsten Tag!

Hab ein Wort auch für andre
in Sorg und in Pein
und sag, was dich selber
so frohgemut lässt sein:
Hab ein Lied auf den Lippen,
verlier nie den Mut,
hab Sonne im Herzen,
und alles wird gut!

Cäsar Otto Hugo Flaischlen, *12. Mai 1864 in Stuttgart,
+16. Oktober 1920 im Sanatorium Horreck in Gundelsheim.

Kerze orange klein
Wilhelms Todestag und John Wayne Von Andreas Steinhardt am 24.06.2023 um 23:36 | melden

Vor 30 Jahren starb Wilhelm im Alter von 89 Jahren nach kurzer Krankheit im Hospital. Er war ein äußerst humorvoller Großvater, der immer einen Scherz auf den Lippen hatte, immer sehr heitere Anekdoten erzählte. Als 1979 der amerik. Schauspieler John Wayne starb, titelte ein großes deutsches Boulevardblatt die Schlagzeile:
"Er starb wie ein Held" - Wilhelm sagte zu mir: "...das werden sie über mich nicht schreiben, wenn ich einmal sterbe!" - ...doch, Opa, Du bist wie ein Held gestorben, mit einem Lächeln im Gesicht, einem letzten Scherz auf den Lippen und ohne Furcht. Und ich schreibe es DOCH über Dich: "Wilhelm Remiorz starb wie ein Held"

-

Inschrift auf John Waynes Grabstein:

„Der morgige Tag ist das Wichtigste im Leben. Er kommt zu uns um Mitternacht – ganz rein. Er ist makellos, wenn er ankommt, und gibt sich in unsere Hände. Er hofft, dass wir vom Gestern etwas gelernt haben.“

John Wayne, 26.05.1907 in Winterset, Iowa, +11.06.1979 in L.A. *)

*) vergleiche John Waynes und Wilhelms Geburts- und Todesdaten

Kerze grau-blau Grabkerze
Zitate vom Mark Twain Von Andreas Steinhardt am 09.06.2023 um 19:56 | melden

Zur Gedenkkerze ein paar Zitate von Mark Twain. Ich merkte erst jetzt, wieviele bekannte Zitate seiner wir so täglich um uns werfen. Mein Opa Wilhelm hatte so einige in petto.

Genießen sie die sehr warmen Junitage gerade in vollen Zügen? Oder ist es Ihnen ein Greuel? Wilhelm säße jetzt im Schatten seines alten Kirschbaums und würde zitieren, Andekdoten erzählen - und vielleicht ein wenig über die Hitze stöhnen...aber nur ein wenig!

Für Wilhelm. Für Axel.


Sommer ist die Zeit, in der es zu heiß ist, um das zu tun, wozu es im Winter zu kalt war.

Ehe man anfängt seine Feinde zu lieben, sollte man seine Freunde besser behandeln.

Die Wahrheit ist das kostbarste, was wir haben - gehen wir sparsam damit um!

Als ich 14 war, war mein Vater so unwissend. Ich konnte den alten Mann kaum in meiner Nähe ertragen. Als ich 21 war, war ich verblüfft, wieviel er in 7 Jahren dazu gelernt hatte...

Mark Twain, eigentl. Samuel Langhorne Clemens, *30.11.1835 in Florida (Ort in Missouri), +21.04.1910 in Redding, Connecticut.

Kerze dunkelgrün geschwungen
Schöne Junitage Von Andreas Steinhardt am 05.06.2023 um 17:56 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Detlev von Liliencron. Lieben Sie den Juni? Denken Sie "endlich der erste Sommermonat?" Viele sagen "bloß keinen Regen" - allerdings wäre es schön, wenn es doch mal öfter regnen würde - denken Sie an die Natur. Die Wiesen sind bei uns schon gelb, die Bäume verlieren nicht wenige grüne Blätter...

Für Wilhelm. Für Axel.

Schöne Junitage

Mitternacht, die Gärten lauschen,
Flüsterwort und Liebeskuss,
Bis der letzte Klang verklungen,
Weil nun alles schlafen muss –
Flussüberwärts singt eine Nachtigall.

Sonnengrüner Rosengarten,
Sonnenweiße Stromesflut,
Sonnenstiller Morgenfriede,
Der auf Baum und Beeten ruht –
Flussüberwärts singt eine Nachtigall.

Straßentreiben, fern, verworren,
Reicher Mann und Bettelkind,
Myrtenkränze, Leichenzüge,
Tausendfältig Leben rinnt –
Flussüberwärts singt eine Nachtigall.

Langsam graut der Abend nieder,
Milde wird die harte Welt,
Und das Herz macht seinen Frieden,
Und zum Kinde wird der Held –
Flussüberwärts singt eine Nachtigall.

Detlev von Liliencron, *1844 in Kiel, +1909 in Alt-Rahlstedt (ab1937
zu Hamburg, Stadtbezirk Wandsbek)

Liliencron war dt. Lyriker, Prosa- und Bühnenautor.

Kerze gelb lang
Zum Geburtstag Von Andreas Steinhardt am 27.05.2023 um 00:51 | melden

Heute vor 119 Jahren wurde mein Großvater Wilhelm, vom Familienstamm Schlesier, in Bottrop geboren. Ein Original erblickte
das Licht der Welt, eine Frohnatur, ein unglaublich humorvoller
Mensch - er sollte viele Menschen fröhlich und glücklich machen.

In 4 Wochen jährt sich Wilhelms Todestag - 30 Jahre ist es jetzt schon her.

Wilhelms Geburtsjahr 1904 - was war das für eine Zeit? Vor fast 120 Jahren? Können wir es uns vorstellen, in dieser Zeit zu leben?

Kaiser Wilhelm ll. war Staatsoberhaupt, Bernhard von Bülow Reichskanzler.

Das Kinderschutzgesetz trat in Kraft, die Arbeit von Kindern unter 12 wurde in allen Betrieben verboten.

Wilhelm musste aber auch bereits mit 14 Jahren eine Bergmannslehre beginnen.

Sein Lieblingsclub FC.Schalke 04 wurde gegründet, noch unter dem Namen Westfalia Schalke.

Die FIFA wurde ebenfalls gegründet.

Die beliebtesten Vornamen 1904 waren u. a. Maria, Helene und Erna, Hans, Paul, Otto und Walter.

Ich werde am heutigen Tag viel an meinem Opa denken - an seine tollen Geburtstagsfeiern mit vielen Gästen, und ich werde viel lächeln, wenn mir einige seiner Späße einfallen...

Kerze türkis dunkel rund
Humor und Lachen Von Andreas Steinhardt am 16.05.2023 um 12:47 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Emil Rittershaus.
Wilhelm hatte einen exorbitanten Humor, lachte sehr viel. Ähnlich wie in den Versen von Rittershaus " Komm! Laß uns einen Scherz erzählen" sagte mein Großvater so oft: "Ich muß Dir mal einen Spaß erzählen" - es handelte sich dabei fast ausschließlich über selbst erlebte Anekdoten - Wilhelm hatte die Gabe, viel aufs Korn zu nehmen, das Leben von der heiteren Seite zu betrachten. Und darum ging es ihm im Prinzip immer gut. Manchmal gelingt mir dies auch - meines Erachtens viel häufiger als meinen Mitmenschen - aber es ist nicht so einfach, immer alles von der humorvollen Seite zu betrachten. Ich habe einen Freund, der scheinbar alles humoristisch betrachtet kann - derweil ist dies aber auch sehr anstrengend. Ich bin zufrieden mit meiner Mischung aus objektiver Betrachtungsweise, einer großen Portion Melancholie - und manchmal bin ich auch "Wilhelm" - Gott sei Dank!



Ihr, die ihr allen Scherz vernehmet,
Laßt dem Humor das Spiel beim Krug!
Wer nie zum Denken sich bequemet,
Hat doch zum Lästern Witz genug!
Da trifft der Pfeil den Armen, Schwachen,
Da will nicht die Verleumdung ruhn! –
Viel besser ists beim Scherz zu lachen,
Als seinem Nächsten weh zu tun!

Bevor die bösen Reden fallen,
Bring heitrer Sinn das Blut in Fluß. –
Ach, auch der Klügste unter Allen
Liebt ja nicht immer Spiritus!
Warum sich stets zum Ernste quälen?
Ein jedes Ding zu seiner Stund! –
Komm! Laß uns einen Scherz erzählen!
Man lacht – und Lachen ist gesund!

Emil Rittershaus, *03. April 1834 in Barmen (heute zu Wuppertal),
+03.. März 1897 ebenda. Rittershaus war ein westfälischer Lyriker
und Rezitator, sehr bekannt sein "Westfalenlied"

Kerze hellgrün geschwungen
Frühlingsglaube Von Andreas Steinhardt am 05.05.2023 um 14:37 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Uhland.

Für Wilhelm. Für Axel.


Frühlingsglaube

Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muß sich alles, alles wenden.

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal;
Nun, armes Herz, vergiß der Qual!
Nun muß sich alles, alles wenden.

Johannes Ludwig "Louis" Uhland, *26.04.1787 in Tübingen,
+ 13.11.1862 ebenda.

Kerze gelb klein
Im April Von Andreas Steinhardt am 28.04.2023 um 00:00 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Emanuel Geibel. Der kälteste und nasseste April seit vielen Jahrzehnten geht bald zuneige. Sind Sie dem launischen Wetter bereits überdrüssig? Ich mag es so, ich bin ein Freund des kühleren, wechselhafteren Wetters. Wilhelm kam prächtig mit jeder Jahreszeit zurecht, er war aber auch sicherlich kein überzeugter Sonnenanbeter...was habe ich derweil schon für Anfeindungen erfahren, wenn man sich als Herbst- und Winterfan outet? Man sei verrückt! Gott sei Dank kenne ich auch einige andere Menschen, die doch mehr "Isländer*in" als "Australier*in" sind... besonders, wenn man Hitze nicht verträgt, unter Pollinosis und Sonnenallergie leidet. Der nächste Herbst kommt bestimmt...ich gönne aber auch jedem seine Freude auf einen sonnigen, warmen Sommer...

Im April

Du feuchter Frühlingsabend,
Wie hab’ ich dich so gern!
Der Himmel wolkenverhangen,
Nur hie und da ein Stern.

Wie leiser Liebesodem
Hauchet so lau die Luft,
Es steigt aus allen Talen
Ein warmer Veilchenduft.

Ich möcht’ ein Lied ersinnen,
Das diesem Abend gleich,
Und kann den Klang nicht finden,
So dunkel, mild und weich.

Emanuel Geibel, * 17.10.1815 in Lübeck, + 06.04. 1884 ebenda.

Kerze rot lang
Gedicht von Storm Von Andreas Steinhardt am 20.04.2023 um 19:07 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Theodor Storm.

Warten Sie auf mehr Sonne, weniger Regen, wärmere Temperaturen? In unseren Breitengraden, wahrscheinlich in den meisten Gebieten unseres Landes ist dieser April ja sehr durchwachsen, recht kühl. Mir gefällt es, ich mag dieses Wetter. Mein Opa Willi kam im Prinzip mit jeder Jahreszeit zurecht, zu warm mochte er es allerdings nicht.

Für Wilhelm. Für Axel.

April

Das ist die Drossel, die da schlägt,
Der Frühling, der mein Herz bewegt;
Ich fühle, die sich hold bezeigen,
Die Geister aus der Erde steigen.
Das Leben fließet wie ein Traum -
Mir ist wie Blume, Blatt und Baum.

Theodor Storm, *14.09.1817 in Husum, + 04.1888 in Hanerau-Hademarschen, heute Kreis Rendsburg-Eckernförde

Kerze dunkelgrün geschwungen
April Von Andreas Steinhardt am 11.04.2023 um 17:09 | melden

Zur Gedenkkerze ein schönes, nettes Gedicht von Julius Rodenberg über den April.

Für Wilhelm. Für Axel.

April

Bald ein raues kaltes Rauschen,
Dass der dunkle Forst erkracht;
Bald ein Flüstern, Kosen, Lauschen,
Wie die stillste Frühlingsnacht.

Bald der Himmel, bald die Sonne,
Bald die Wolken, bald der Schnee –
Wie der Liebe erste Wonne,
Wie der Liebe erstes Weh.

Bald das Jauchzen, bald die Trauer
In der aufgeregten Brust –
Und noch halb in Winterschauer,
Und schon halb in Frühlingslust.

Bald ein ungestümes Ringen,
Bald ein Frieden sonntagsstill –
O, was wirst du mir noch bringen
Schöner, stürmischer April?

Julius Rodenberg (eigentl. Julius Levy), dt. Journalist und Schriftsteller, * 26. Juni 1831 in Rodenberg, heute Kreis Schaumburg, NI, + 11. Juli 1924 in Berlin.

Kerze gelb klein
Gedicht von Theodor Storm Von Andreas Steinhardt am 23.03.2023 um 20:32 | melden

Zur Gedenkkerze ein kurzes Gedicht von Theodor Storm.

Wilhelm mochte Gedichte sehr gerne, er las mir aus einem kleinen vergilbten Büchlein meist kurze und heitere Verse vor.
Einige konnte er auswendig, und trug sie gerne, passend zur Jahreszeit, vor. So fand ich schon als Kind Zugang zu Gedichten, und versuchte mich daran - nun, ich lese sie lieber - und lasse besser das Reimen...

Für Wilhelm. Für Axel.

März

Und aus der Erde schauet nur
Alleine noch Schneeglöckchen;
So kalt, so kalt ist noch die Flur,
Es friert im weißen Röckchen.

Hans Theodor Woldsen Storm
*14.09.1817 in Husum
+04.07.1888 in Hanerau-Hademarschen, heute Kreis Rendsburg-Eckernförde

Kerze lila rund
Märztag Von Andreas Steinhardt am 20.03.2023 um 18:37 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Detlev von Liliencron.

Für Wilhelm. Für Axel.


Märztag

von Detlev von Liliencron

Wolkenschatten fliehen über Felder,
Blau umdunstet stehen ferne Wälder.

Kraniche, die hoch die Luft durchpflügen,
Kommen schreiend an in Wanderzügen.

Lerchen steigen schon in lauten Schwärmen,
Überall ein erstes Frühlingslärmen.

Lustig flattern, Mädchen, deine Bänder;
Kurzes Glück träumt durch die weiten Länder.

Kurzes Glück schwamm mit den Wolkenmassen;
Wollt es halten, musst es schwimmen lassen.

Detlev von Liliencron, eigentl. Friedrich Adolf Axel Freiherr von Liliencron, dt. Lyriker, Prosa- und Bühnenautor, * 03. Juni 1844 in Kiel,
+ 22. Juli 1909 in Alt-Rahlstedt, seit 1937 zur Stadt Hamburg gehörend.

Kerze hellgrün geschwungen
Humor Von Andreas Steinhardt am 08.03.2023 um 21:42 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Fred Endrikat über den Humor.
Wilhelm war einer der humorvollsten Menschen, die ich jemals kannte. Ein Typ vom Schlage eines Heinz Erhardt, ohne damit zu übertreiben.
Sicherlich passend dazu folgende Verse:

Für Wilhelm. Für Axel.

Der Humor

Humor ist sozusagen unser Senf des Lebens.
Er macht ein Stücklein trocken Brot zum Leibgericht.
Wer ihn nicht selbst besitzt, der hamstert ihn vergebens,
so hat man ihn entweder - oder hat ihn nicht.

Humor ist schwierig oder gar nicht zu ergründen.
Er ist stets taktvoll, niemals vorlaut und nicht spitz.
Humor ist zu erleben und nicht zu erfinden,
im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder Witz.

Humor ist unser Freund in allen Lebenslagen,
weil er dem Herz entspringt und nicht dem Intellekt.
Man kann zum Beispiel mit Humor die Wahrheit sagen,
so dass sie uns bekommt und halb so bitter schmeckt.

Humor blüht auch an kühlen Dauerregentagen
und stimmt uns fröhlich, wenn es noch so schaurig ist.
Ja, mit Humor lässt sich sogar ein Humorist ertragen,
und wenn er wirklich noch so traurig ist.

Fred Endrikat, Schriftsteller, Dichter und Kabarettist, * 07. Juni 1890 in Nakel an der Netze, Pommern, aufgewachsen im Ruhrgebiet, + 12. August 1942 in München. Seinerzeit galt Endrikat als äußerst populär.

Kerze gelb geschwungen
Willi und Theo Von Andreas Steinhardt am 26.02.2023 um 20:07 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Fred Endrikat.

Diese Kerze widme ich Wilhelm und seinem Bruder Theodor, meinem Großonkel.

Mein Großvater Willi war ein sehr bodenständiger Mann, fuhr nie in den Urlaub, hatte Angst etwas daheim zu verpassen, sein Bruder Theo hingegen reiste sehr gerne umher. Auch im hohen Alter flog Theo noch häufiger alleine nach Mallorca. Beide hatten einen unglaublichen Humor, mein Großvater Willi vom Schlage eines Heinz Erhardt, Theos Humor war gezielt, konnte auch leicht derb ausfallen. Beide verstanden sich sehr gut, fuhren häufig an Wochenenden gemeinsam in ihre Bottroper Heimat, um Erinnerungen aufzufrischen.

Ich glaube, die Beiden haben sich dort droben eine Menge zu erzählen...

Ich denke an Euch, drücke Euch imaginär, wir sehen uns einst wieder.


Früher Frühling

von Fred Endrikat

Zwischen Februar und März
liegt die große Zeitenwende,
und, man spürt es allerwärts,
mit dem Winter geht’s zu Ende.
Schon beim ersten Sonnenschimmer
steigt der Lenz ins Wartezimmer.
Keiner weiß, wie es geschah,
und auf einmal ist der da.

Manche Knospe wird verschneit
zwar im frühen Lenz auf Erden.
Alles dauert seine Zeit,
nur Geduld, es wird schon werden.
Folgt auch noch ein rauer Schauer,
lacht der Himmel um so blauer.
Leichter schlägt das Menschenherz
zwischen Februar und März.

Fred Endrikat, Schriftsteller, Dichter und Kabarettist, *07.06. 1890 in Nakel an der Netze, Pommern, + 12.08.1942 in München. Seinerzeit galt Endrikat als äußerst populär.

Kerze rot lang
Aschermittwoch Von Andreas Steinhardt am 22.02.2023 um 21:59 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Alfred Lichtenstein.

Die Masken sind gefallen, die Fastenzeit hat begonnen. Sind Sie froh, das der ganze Spuk des Faschings nun ein Ende hat? Oder trauern Sie der närrischen Zeit nach? Mein Opa Wilhelm, die reinste Frohnatur vom Schlage eines Heinz Erhardt, mochte den Karneval überaus gern, wie auch ich. Wilhelm ließ keine Karnevalsveranstaltung aus, ich sehe ihn noch mit buntem Clownshut und Pappnase vor mir. Er erzählte mir gerne, das es eine Gaststätte in seiner Nähe gab, an dem man den Veilchendienstag gen Mitternacht ausklingen ließ, die Masken fielen, ein letztes Glas Bier und einen Korn, die Musik wechselte vom stimmungsvollen Faschingslied zum melancholischen Chanson -

Nun ist er da, der Aschermittwoch, da hilft kein Weh und kein Ach...eine karge Zeit beginnt, je nach dem wie Sie diese annehmen, mit christlichem Hintergrund oder purem Ignorieren. Das ist jedem selbst überlassen. Wilhelm war zwar gläubig, aber nicht der Kirchgänger vor dem Herrn. Läuteten die Glocken, sagte mein Großvater immer gerne: "Der Poppek ruft! (Name des damaligen Pfarrers), rennt nur alle hin, und betet auch für mich. Einer muss ja auf das Haus aufpassen"...so war er, dieser immerzu gut gelaunte Wilhelm.

Die gute Nachricht: In 40 Tagen ist Ostersonntag. Ein überschaubarer Zeitraum, wie auch immer Sie diese kommenden Wochen gestalten, möge es Ihnen gut gelingen!

Aschermittwoch

von Alfred Lichtenstein

Gestern noch ging ich gepudert und süchtig
In der vielbunten tönenden Welt.
Heute ist alles schon lange ersoffen.

Hier ist ein Ding.
Dort ist ein Ding.
Etwas sieht so aus.
Etwas sieht anders aus.
Wie leicht pustet einer die ganze
Blühende Erde aus.

Der Himmel ist kalt und blau.
Oder der Mond ist gelb und platt.
Ein Wald hat viele einzelne Bäume.

Ist nichts mehr zum Weinen.
Ist nichts mehr zum Schreien.
Wo bin ich?

Alfred Lichtenstein, expressionistischer Dichter, * 23.08.1889 in Wilmersdorf (seit 1920 zu Berlin), + 25.09.1914 in Vermandovillers, Nordfrankreich.

Kerze rosa klein
Winternacht Von Andreas Steinhardt am 09.02.2023 um 13:10 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Nikolaus Lenau. Sind Sie dem Winter überdrüssig? Sehnen Sie sich nach dem Frühling? Ich sehe meinen Opa Willi noch vor Augen, wie er im Schatten seines alten Kirschbaumes im Gartenstuhl saß, Stunden. Gern erzählte er mir dort die vielen heiteren Anekdoten aus seinem Leben. Wilhelm murrte aber auch nie über den Herbst, den Winter. Ausgedehnte Spaziergänge, selbst bei Regen und stürmischem Wetter machten ihm nichts aus.

Ich selbst bin ein passioniertes Winterkind, habe aber nichts gegen ein solches Frühlingsbild, nach einem langen und kalten Winter...

Winternacht

von Nikolaus Lenau

Vor Kälte ist die Luft erstarrt,
Es kracht der Schnee von meinen Tritten,
Es dampft mein Hauch, es klirrt mein Bart;
Nur fort, nur immer fortgeschritten!

Wie feierlich die Gegend schweigt!
Der Mond bescheint die alten Fichten,
Die, sehnsuchtsvoll zum Tod geneigt,
Den Zweig zurück zur Erde richten.

Frost! friere mir ins Herz hinein,
Tief in das heißbewegte, wilde!
Dass einmal Ruh’ mag drinnen sein,
Wie hier im nächtlichen Gefilde!

Nikolaus Lenau, eigentl. Nikolaus Franz Niembach, Edler von Strehlenau, * 13.08.1802 in Lenauheim (heutiges Rumänien), + 22.08. 1850 in Oberdöbling, heute zur Stadt Wien gehörend.

Eine längere Interpretation des Gedichtes finden Sie auf der Internetseite von Lyrikmond, Wintergedichte, Winternacht.

Kerze türkis hell geschwungen
Januar Von Andreas Steinhardt am 12.01.2023 um 13:10 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Robert Reinick, das meinem sehr humorvollen Großvater Wilhelm sicherlich gefallen hätte:

Januar

Wohin man schaut, nur Schnee und Eis,
Der Himmel grau, die Erde weiß;
Hei, wie der Wind so lustig pfeift,
Hei, wie er in die Backen kneift!
Doch meint er’s mit den Leuten gut,
Erfrischt und stärkt, macht frohen Mut.
Ihr Stubenhocker, schämet euch.
Kommt nur heraus, tut es uns gleich.
Bei Wind und Schnee auf glatter Bahn,
Da hebt erst recht der Jubel an!

Robert Reinick, * 22.02.1805 in Danzig, + 07.02.1852 in Dresden

Kerze rot lang
Herz aus Stein Von Andreas Steinhardt am 07.01.2023 um 12:43 | melden

Diese Gedenkerze ist nicht nur Wilhelm gewidmet, sondern auch seinem erstgeborenem Enkel Axel, meinem Bruder, den wir heute vor einem Jahr zu Grabe trugen.

Es war ein sehr trüber Tag, noch lange standen wir alle nach der Trauerzeremonie auf dem Friedhof, unterhielten uns mit lange Zeit nicht mehr gesehenen Verwandten. Es wurde zur Überraschung kein Trauercafé organisiert. Alle Gespräche fanden vor der Trauerhalle statt, auf Abstand im großen Kreis, mit FFP2 Masken. Ein surrealer Tag, an dem viele Wunden der Vergangenheit, einer schon ewig entzweiten Familie, versucht wurden, aufzuarbeiten. Dies gelang nur zum Teil. Bisher haben wir uns nicht wiedergesehen. Meine mehrfachen, späteren Versuche diesbezüglich verliefen im Sande und Nachrichen blieben unbeantwortet. Es lag gewiss nicht an mir, ich bin immer zur Aussöhnung bereit, kann mich undrehen, und wir fangen neu an.
Diese Gabe ist nicht jedem gegeben, wenn man ein Herz aus Stein besitzt.

Wilhelm, der so fröhliche, heitere Mann wäre auch vor den Kopf gestoßen gewesenen bei soviel Gefühlskälte.

Ein enger Verwandter sagte nach der Trauerfeier, so wurde es mir übermittelt: "es kommt alles zu spät" - für mich ist es nie zu spät,
neu anzufangen.



"Die Toten sind nicht tot, sie sind nur nicht mehr sichtbar. Sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer"

Aurelius Augustinus (auch Augustinus von Hippo, Hl. Augustinus, Bischof von Rom)

Kerze lila geschwungen
Gedanken zum Jahreswechsel Von Andreas Steinhardt am 31.12.2022 um 23:06 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht zum Jahreswechsel von Hoffmann von Fallersleben.

Wie feiern Sie diesen Jahreswechsel? Was das Zeug hält? Oder eher besinnlich, was alles in 2022 war und im nächsten Jahr da kommen wird? Denken wir daran, wenn wir eine Rakete zünden an die Menschen in der Ukraine, denen die Raketen auch heute Nacht um die Ohren fliegen? Ist Ihnen nach Feiern zumute? Nein, oder gerade erst recht?
Den Besuchern von Wilhelms Gedenkseite wünsche ich ein friedvolles, gesundes Jahr 2023. Bleiben wir trotz allem zuversichtlich!

Er ist der letzte von zwölf Brüdern,
Des Jahres Pforte schließt er zu.
Was du gewonnen hast an Gütern
Und was verloren, zähle du!
Doch wäge strenger und besonnen,
Und schließ genaue Rechnung ab,
Was du an Weisheit hast gewonnen,
Und was an Torheit sich ergab.

Kerze hellgrün geschwungen
Weihnachten mit den Großeltern Von Andreas Steinhardt am 25.12.2022 um 16:43 | melden

Was wäre ein Heiliger Abend, ein Weihnachten ohne unseren so humorvollen Opa Wilhelm gewesen! Und meine liebe, gute Oma!

Wir sehr freute ich mich als Kind auf die Großeltern, wenn ich am Nachmittag des 24. Dezembers am Wohnzimmerfenster saß
um Ausschau zu halten, ob nicht schon die Großeltern, aus dem benachbarten Stadtteil Rentfort laufend, zu sehen waren. "Oma! Opa!" Ich stürmte ihnen entgegen, riss an beiden rum und neugierig lukte ich in die Taschen der Großmutter, um einen Blick auf die bunt verpackten Geschenke zur erhaschen.

"Noch 2 Stunden bis zur Bescherung! Nicht auszuhalten!" dachte ich mir als Kind...was hätte ich dafür gegeben, wenigstens zu erahnen, welche Geschenke denn die Großeltern da für mich so schön verpackt hatten...auch wenn es dann keine Überraschung mehr gewesen wäre, das ist dem vor Neugier platzenden Kind aber wirklich völlig egal...

Noch immer sitzt bei mir auf der Couch der kleine braune Stoffhund, welchen mir Oma & Opa zur Weihnacht 1978 (ich war 8 Jahre alt) schenkten. Ein ganz wertvolles Andenken!

Weihnachten ohne die Großeltern? Unvorstellbar. Und doch war es eines Tages so weit, das der Opa nicht mehr dabei war, später auch
die Oma...

Ich danke Euch für so viele unvergesslich schöne Heilige Abende, Weihnachten mit Euch! Ich denke auch dieser Weihnacht ganz fest an Euch.

Allen Lesern von Theresias Gedenkseite wünsche ich eine friedvolle Weihnacht. Feiern Sie noch mit Ihren Eltern? Gar Ihren Großeltern? Sehen sie dies als ganz wertvolles Geschenk an. Genießen sie es, auch wenn es manchmal, auch an Tagen wie diesem, mehr als nur eine Meinung gab. Irgendwann bleibt uns nur noch die Eri

Kerze rot lang
Geburtstag und Todestag von Wilhelms ältestem Enkel Von Andreas Steinhardt am 13.12.2022 um 14:33 | melden

Diese Gedenkerze ist Wilhelm und seinem ältesten Enkel, meinem Bruder Axel gewidmet, der vor nunmehr einem Jahr, einen Tag nach seinem 70. Geburtstag verstarb.

Mehr über Axels Leben finden Sie zur aktuellen Gedenkkerze von Wilhelms Tochter Gerda Steinhardt. Aus familiären Gründen habe ich noch keine Gedenkseite für Axel erstellen können.

Dort oben, im Land des Lichtes und der Sonne werden sich mein sehr heiterer Großvater und mein lieber, humorvoller Bruder viel zu erzählen haben...einst freue ich mich, mit ihnen wieder zu lachen, wenn alle Tränen getrocknet sind, im ewigen Glück.

Kerze rosa geschwungen
Erneuter Trauerfall Von Andreas Steinhardt am 19.11.2022 um 00:04 | melden

Erneut haben wir einen Todesfall zu beklagen. Der sechste seit letztem Dezember.

Diese Gedenkerze ist Wilhelm und auch Werner gewidmet.

Gute Reise, Werner! Du bist jetzt bei Deiner Ruth.

Sein Humor erinnerte mich schon stark an meinen Großvater Wilhelm.

Sein irdisches Licht ist erloschen, sein ewiges Licht leuchtet hell. Es strahlt in unsere Herzen hinein.




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Kerze grau-blau Grabkerze
Allerseelen Von Andreas Steinhardt am 01.11.2022 um 21:24 | melden

Zu den beiden Gedenktagen Allerheiligen und Allerseelen ein Gedicht von Hermann von Gilm zu Rosenegg*)

Allerseelen

Stell’ auf den Tisch die duftenden Reseden,
Die letzten roten Astern trag’ herbei
Und laß uns wieder von der Liebe reden,
Wie einst im Mai.

Gieb mir die Hand, daß ich sie heimlich drücke,
Und wenn man’s sieht, mir ist es einerlei;
Gieb mir nur einen deiner süßen Blicke,
Wie einst im Mai.

Es blüht und funkelt heut auf jedem Grabe,
Ein Tag im Jahre ist den Toten frei;
Komm’ an mein Herz, daß ich dich wieder habe,
Wie einst im Mai.

*) Hermann von Gilm zu Rosenegg, * 01. Nov 1812 Innsbruck, + 31. Mai 1864 in Linz

Kerze rot lang
Lied im Herbst Von Andreas Steinhardt am 23.10.2022 um 16:46 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von "Klabund" *)

Für den humorvollsten Menschen, den ich persönlich kannte.

Lied im Herbst

Wie Krieger in Zinnober
Stehn Bäume auf der Wacht.
Ich taumle durch Oktober
Und Nacht.

Blut klebt an meinem Rocke.
Mein Weg ist weit und lang.
Des Tales dunkle Glocke
Verklang.

Auf einem schwarzen Pferde
Reit ich von Stern zu Stern.
Die Sonne und die Erde
Sind fern.

Ich bin von vielen Winden
Zu Gott emporgereicht.
Werd ich den Frühling finden?
Vielleicht ...

*) "Klabund", eigentlich Alfred Georg Hermann Henschke, das Pseudonym ist eine Zusammensetzung aus "Klabautermann und Vagabund", geb. 04.11.1890 in Crossen/Oder, BRB, verst. 14.08.1928
in Davos, Graubünden, CH

Kerze hellgrün geschwungen
Lied im Oktober Von Andreas Steinhardt am 02.10.2022 um 23:50 | melden

Zur Gedenkerze ein Gedicht von Guido Zernatto, österr. Schriftsteller, 1903-1943

Lied im Oktober

Wenn ich jetzt in meinem Garten
Bei den blassen Astern stehe,
Oder zugeknöpft und fröstelnd
Durch die leeren Felder gehe,

Wenn ich irgendwo am Wegrand
Einen toten Maulwurf sehe,
Spüre ich und fühl’s gewaltig:
Ja, der Herbst ist in der Nähe!

Ja, der Herbst ist in der Nähe
Und der Winter und die Ruh!
Und jetzt fließen alle Zeiten
Sänftlich ihrer Mündung zu.

Kerze lila geschwungen
Gedicht Atemloser August Von Andreas Steinhardt am 13.08.2022 um 00:12 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Dauthendey, welches ganz gut zum Vollmond und dem derzeitigen Meteoritenschauer passt.

Diese Gedenkkerze widme ich meinem Großvater Wilhelm und meinem Bruder Axel.

Atemloser August

von

Max Dauthendey

Sommermonde machen Stroh aus Erde,
Die Kastanienblätter wurden ungeheuer von Gebärde,
Und die kühnen Bäume stehen nicht mehr auf dem Boden,
Drehen sich in Lüften her gleich den grünen Drachen.
Blumen nahen sich mit großen Köpfen, und scharlachen,
Blau und grün und gelb ist das Gartenbeet, hell zum Greifen,
Als ob grell mit Pfauenschweifen ein Komet vorüberweht.
Und mein Blut, das atemlos bei den sieben Farbenstreifen stille steht,
Fragt sich: wenn die Blum, Baum und Felder sich verschieben,
Ob zwei Menschen, wenn die Welt vergeht,
Zweie, die sich lieben, nicht von allen Wundern übrig blieben.

Max Dauthendey, * 25.07. 1860 in Würzburg, + 29.08.1918 in Malang, Indonesien

Kerze rot lang
Sommer Von Andreas Steinhardt am 25.07.2022 um 23:05 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Goethe, welches ich in meines Großvaters altem Goethe-Büchlein fand.

Sommer
von
Johann Wolfgang von Goethe

Der Sommer folgt. Es wachsen Tag und Hitze, und von den Auen dränget uns die Glut
doch dort am Wasserfall, am Felsensitze erquickt ein Trunk, erfrischt ein Wort das Blut.
Der Donner rollt, schon kreuzen sich die Blitze, die Höhle wölbt sich auf zur sichern Hut, dem Tosen nach kracht schnell ein knatternd Schmettern
doch Liebe lächelt unter Sturm und Wettern.

Kerze hellgrün geschwungen
Wilhelm starb wie ein Held Von Andreas Steinhardt am 27.06.2022 um 23:20 | melden

Vor 29 Jahren starb Wilhelm im Alter von 89 Jahren nach kurzer Krankheit im Hospital. Er war ein äußerst humorvoller Großvater, der immer einen Scherz auf den Lippen hatte, immer sehr heitere Anekdoten erzählte. Als 1979 der amerik. Schauspieler John Wayne starb, titelte eine große deutsche Gazette die Schlagzeile: "Er starb wie ein Held" - Wilhelm sagte zu mir: "Das werden sie über mich nicht schreiben, wenn ich einmal sterbe!" - doch, Opa, Du bist wie ein Held gestorben, mit einem Lächeln im Gesicht, einem letzten Scherz auf den Lippen und ohne Furcht...

...und es wurde doch über Dich geschrieben:
"Wilhelm Remiorz starb wie ein Held"

Kerze rosa geschwungen
Trauerfeier an Wilhelms Geburtstag Von Andreas Steinhardt am 27.05.2022 um 22:04 | melden

Heute jährt sich der 118. Geburtstag meines Opa Willi" Gleichzeitig trugen wir heute die Mutter meiner Partnerin zu Grabe, die am letzten Samstag im Universitätsklinikum Bonn verstorben ist. Die Eindrücke wirken nach, aufgrund ihres hohen Bekanntheitsgrades war es schon eine Art von Staatsbegräbnis. Einer größeren Trauereier wohnte ich noch nicht bei. Die Gedenkkerze ist heute nicht nur meinem Großvater, auch Maria Johanna gewidmet.

Kerze grau-blau Grabkerze
Ostern mit den Großeltern Von Andreas Steinhardt am 17.04.2022 um 22:29 | melden

An Tagen wie diesem gedenken wir ganz besonders unserem lieben Großvater, diesem herzensguten Menschen, mit dem wir so viele schöne Osterfeste als Kinder und auch später feierten. Ostern ohne die Großeltern wäre kein richtiges Ostern gewesen. Mir fallen so viele schöne Feste ein. Wie zum Beispiel ein strahlend schönes, sehr warmes Osterfest (wie heute!) in den 80er Jahren, als wir alle den ganzen Tag im Garten mit Dir, Euch, feierten...einfach nur ein riesengroßes Dankeschön für solche Momente!

Kerze hellgrün lang
Kerze für Wilhelm und Enkel Axel Von Andreas Steinhardt am 12.04.2022 um 18:50 | melden

Diese Gedenkkerze widme ich meinem Großvater und meinem Bruder. Wilhelms ältester Enkel, mein ältester Bruder, verstarb im Dezember plötzlich und unerwartet einen Tag nach seinem 70. Geburtstag. Unbegreiflich für uns alle. Eine Gedenkseite für Axel entsteht aus bestimmten familiären Gründen erst zu einem späteren Zeitpunkt. Geben Sie in eine Suchmaschine "Gedenkseite für Axel Steinhardt" ein, so werden Sie in das Gedenkforum des hiesigen Bestattungsinstituts verlinkt. Ergreifend, welch wundervolle Worte sein ehemaliges Lehrerkollegium des Essener Gymnasiums für Axel fanden. Bei Interesse schauen Sie dort doch einmal hinein.

Kerze lila geschwungen
Opa erzählte mir einen Spaß Von Andreas Steinhardt am 27.03.2022 um 21:10 | melden

Ich werde nie vergessen, wie oft Du zu mir sagtest: Ich muss Dir einmal einen Spaß erzählen: Einen Spaß bedeutete, einen Schwank aus seinem Leben, seine lustigsten Erlebnisse. Mein Gott, Dein Humor war unschlagbar. Du nahmst das Leben von der heitersten Seite, nichts konnte Dich umwerfen. Ach, könnten wir doch alle das Leben aus dieser Perspektive sehen, dann ging es vielen besser. Aber ich habe Gott sei Dank einen Teil davon geerbt...

Kerze rot lang
Gebet für den Frieden Von Andreas Steinhardt am 26.02.2022 um 22:26 | melden

Gebet der ev. Kirche für den Frieden:

Gott,
wie zerbrechlich unsere Sicherheiten sind,
wie gefährdet unsere Ordnungen,
das erleben wir in diesen Tagen.

Wer sieht uns mit unserer Hilflosigkeit und Angst?

Wütend und fassungslos erleben wir,
wie Machthaber die Freiheit und das Leben vieler Menschen gefährden.
Wie am Rand Europas ein Krieg beginnt.
Was geschieht als Nächstes?
Welchen Informationen können wir trauen?
Was könnten wir tun, das helfen oder etwas bewegen würde?

Sieh du die Not.
Sieh unsere Angst.

Wie so viele suchen wir Zuflucht bei dir und Schutz,
innere Ruhe und einen Grund für unsere Hoffnung.
Wir bringen dir unsere Sorgen.
Wir bitten dich für die, die um ihr Leben fürchten,
und für die, die sich beharrlich für friedliche Lösungen einsetzen.

Kerze türkis dunkel dünn
Gedicht zum Februarbeginn Von Andreas Steinhardt am 01.02.2022 um 15:09 | melden

Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht, passend zum Februarbeginn, auch passend zu meinem stets fröhlichen Großvater:

Februar
von
Cäsar Flaischlen

(*16.10.1920 in Gundelsheim,
+ 12.05.1864 in Stuttgart)

Schon leuchtet die Sonne wieder am Himmel
und schmilzt die Schneelast von den Dächern
und taut das Eis auf an den Fenstern
und lacht ins Zimmer: wie gehts? wie stehts?

Und wenn es auch noch lang nicht Frühling,
so laut es überall tropft und rinnt ...
du sinnst hinaus über deine Dächer ...
du sagst, es sei ein schreckliches Wetter,
man werde ganz krank! und bist im stillen
glückselig drüber wie ein Kind.

Kerze flieder geschwungen
Trauerfeier für Wilhelms Enkel Axel und Todestag Von Andreas Steinhardt am 12.01.2022 um 16:14 | melden

Gestern vor mittlerweile schon 28 Jahren verstarb Wlhelms Tochter Gerda im Alter von 63 Jahren. Heute wäre sie 91 Jahre alt. Seine jüngere Tochter Dorothea ist in diesem Jahr 90 Jahre alt geworden, ihr geht es gesundheitlich sehr gut. Am Freitag, dem 7. Januar fand die Urnenbestattung für Wilhelms ältesten Enkel, meinen Bruder Axel, statt. Er verstarb überraschend am 12. Dezember des vergangenen Jahres. Die heutige Gedenkkerze möchte ich meinem Großvater, meinen Mutter und auch meinem Bruder Axel widmen. Wir alle sind noch in tiefer Trauer.

Kerze rot klein
Weihnachten im Zeichen der Trauer Von Andreas Steinhardt am 21.12.2021 um 13:30 | melden

Mein Bruder, Wilhelms ältester Enkel Axel ist am 12. Dezember, einen Tag nach seinem Geburtstag, völlig unerwartet verstorben. Dieses Weihnachten steht damit im großen Zeichen der Trauer. Man kann es nicht begreifen. Da es ein Urnenbegräbnis wird, steht ein Termin der Trauerfeier auch noch nicht fest. Meine Gedanken sind bei seiner Ehefrau, seinen beiden Söhnen und seinem kleinen Enkel.

Diese Gedenkkerze ist Wilhelm, aber auch Axel gewidmet. Über ein Beerdigungsinstitut wurde eine Trauerseite, auch mit der Möglichkeit zum Entzünden einer Kerze, angelegt. Daher werde ich nicht ohne eine Erlaubnis einzuholen, hier in diesem Forum eine Seite anlegen bzw. werde zu einem späteren Zeitpunkt eventuell seine Söhne dazu anregen.

Allen, die auch an diesem Weihnachtsfest trauern, wünsche ich einfach nur viel Kraft, diese Tage irgendwie zu überstehen.

Kerze rost Grabkerze
Gedicht Advent von Rilke Von Andreas Steinhardt am 06.12.2021 um 17:54 | melden

Zur Gedenkkerze ein schönes Gedicht von Rilke:

Advent

Es treibt der Wind im Winterwalde Die Flockenheerde wie ein Hirt, Und manche Tanne ahnt, wie balde Sie fromm und lichterheilig wird; Und lauscht hinaus. Den weissen Wegen Streckt sie die Zweige hin – bereit, Und wehrt dem Wind und wächst entgegen Der einen Nacht der Herrlichkeit.

Kerze lila geschwungen
Gedicht von Fontane Von Andreas Steinhardt am 22.11.2021 um 19:29 | melden

Nun, noch ist es nicht Spätherbst, aber dieses Gedicht zur Gedenkkerze hätte meinem immer heiteren, fröhlichem Großvater WIlhelm sicherlich sehr gefallen:

Spätherbst

von Theodor Fontane

Schon mischt sich Rot in der Blätter Grün,
Reseden und Astern sind im Verblühn,
Die Trauben geschnitten, der Hafer gemäht,
Der Herbst ist da, das Jahr wird spät.

Und doch (ob Herbst auch) die Sonne glüht, -
Weg drum mit der Schwermut aus deinem Gemüt!
Banne die Sorge, geniesse, was frommt,
Eh Stille, Schnee und Winter kommt.

Kerze hellgrün geschwungen
Oktoberlied Von Andreas Steinhardt am 19.10.2021 um 20:06 | melden

Hier ein schönes Gedicht von Storm, welches mein Großvater Wilhelm mir einst aus einem Gedichtebüchlein, wie viele andere, vortrug. Einige vergisst man nie, die Passage Schenk ein den Wein ist mir gut in Erinnerung.

Oktoberlied

von Theodor Storm

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!

Und geht es draußen noch so toll,
Unchristlich oder christlich,
Ist doch die Welt, die schöne Welt,
So gänzlich unverwüstlich!
Und wimmert auch einmal das Herz, -
Stoß an und lass es klingen!
Wir wissens doch, ein rechtes Herz
Ist gar nicht umzubringen.

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenkt ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!

Wohl ist es Herbst; doch warte nur,
Doch warte nur ein Weilchen!
Der Frühling kommt, der Himmel lacht,
Es steht die Welt in Veilchen.

Die blauen Tage brechen an,
Und ehe sie verfließen,
Wir wollen sie, mein wackrer Freund,
Genießen, ja genießen.

Kerze rot kreuz
Für Opa Von Andreas Steinhardt am 20.09.2021 um 17:59 | melden

Eine Kerze für den besten, humorvollsten, liebsten Opa der Welt!

Kerze lila geschwungen
Für Wilhelm Remiorz von Andreas Steinhardt Von Andreas Steinhardt am 22.08.2021 um 12:43 | melden

Wilhelms Tochter Dorothea, meine Tante, wurde vor 2 Tagen 90 Jahre alt. Damit ist sie alter geworden als ihre Eltern, die beide 89 Jahre alt wurden. Leider starb ja Wilhelms Tochter Gerda (siehe eigene Gedenkseite Gerda Sophia Steinhardt) schon mit 63 Jahren an schwerer Herzkrankheit. Ihre Mutter Theresia musste dies leider noch mit 86 Jahren miterleben, Wilhelm starb nur etwas über 6 Monate vor seiner Tochter Gerda.

Kerze rot lang
Wilhelm und die Kriegsjahre Von Andreas Steinhardt am 21.08.2021 um 17:57 | melden

Im Gegensatz zu meinem Vater, der nie über seine Kriegserfahrung als junger Soldat ein Wort verlor und eisern schwieg, so erfuhr ich von meinem Großvater Willy jede Menge aus dem 2. Weltkrieg. Allerdings musste mein Opa auch nicht zur Wehrmacht, er war freigestellt. Vielleicht hätte ich ihn ansonsten nie kennen gelernt? Undenkbar. Mein Opa Wilhelm war einer der wichtigsten Menschen, die ich je traf.

Kerze hellgrün geschwungen
Sturmflut - Gedenken an die Opfer Von Andreas Steinhardt am 23.07.2021 um 22:25 | melden

In Gedenken an die vielen Opfer der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz, NRW und auch dem BGL und anderen Teilen Bayerns und dem Salzburger Land ein altes Gedicht von Felix Dörmann, * 29. Mai 1870 in Wien, + 26. Oktober 1928 in Wien.

Meine Familie und ich trauern um die Todesopfer, fühlen mit den Hinterbliebenen, und bitten um Kraft und Hilfe für die unzähligen Flutgeschädigten. Auch wir, ich persönlich, kenne mehrere von der Flut geschädigte Opfer im Rheinland, dessen Hab und Gut mit den Wassermassen mitgerissen wurde.

Sturmflut

Gleichwie des Meeres Wogen dann und wann,
Den Damm zerreißend, mächtig überfluten,
Erscheinen jedem Menschen auch Minuten
Wo er sein Elend nicht verschweigen kann.
Sich selber überstürzend, naht es dann,
Aufwachen Qualen, die nur scheintot ruhten,
Vernarbte Wunden fangen an zu bluten,
Und es zerbricht des Schweigens starrer Bann.
Und wie das Meer, gepeitscht, der Stürme Spiel,
Aufrast und tobt und um Erlösung schreit,
So gellt der Mensch sein namenloses Leid
Hinaus zur Welt, wenn nur der Bann erst fiel.
Und rast und tobt und eher schweigt er nicht,
Als bis er todesmatt zusammenbricht.

Kerze dunkelblau rund
John Wayne und Wilhelms Tod Von Andreas Steinhardt am 25.06.2021 um 09:50 | melden

Heute vor 28 Jahren starb Wilhelm im Alter von 89 Jahren nach kurzer Schwäche. Ansonsten konnte mein Opa Willi auf ein gesundes, erfülltes Leben zurückblicken. Er war ein äußerst humorvoller Großvater, der immer einen Scherz auf den Lippen hatte, immer sehr heitere Anekdoten erzählte. Als 1979 der amerik. Schauspieler John Wayne starb, titelte eine große deutsche Gazette die Schlagzeile: Er starb wie ein Held. Wilhelm sagte zu mir: Das werden sie über mich nicht schreiben, wenn ich einmal sterbe! Doch, Opa, Du starbst wie ein Held, mit einem Lächeln im Gesicht, tatsächlich einen letzten Scherz auf den Lippen und ohne Furcht. Und es wurde doch über Dich geschrieben: Wilhelm Remiorz starb wie ein Held.

Kerze rot geschwungen
Zum Geburtstag Von Andreas Steinhardt am 29.05.2021 um 21:10 | melden

Vor 117 Jahren wurde mein Großvater Wilhelm, meistens genannt Willi, in Bottrop auf der Paßstraße geboren. Seine Eltern waren Schlesier, auch wenn Wilhelm im Ruhrgebiet geboren wurde, so verstand er sich aber als Schlesier und sprach mit Stolz über seine Wurzeln und Abstammung. Opa Willi verfügte über einen Humor, der seinesgleichen suchte. Als Enkel hatte man mit diesem heiteren Großvater jede Menge Spaß - ich vermisse ihn sehr!

Kerze hellgrün geschwungen
April Von Andreas Steinhardt am 16.04.2021 um 14:13 | melden

Altes, bekanntes Volksgut, welches mir mein Opa Wilhelm gerne vortrug:

April, April,
der weiß nicht, was er will!
Mal Regen und mal Sonnenschein,
dann hagelts wieder zwischendrein.
April, April,
der weiß nicht, was er will!

Nun seht, nun seht,
wies wieder stürmt und weht,
und jetzt, oh weh, oh weh!
da fällt schon wieder dicker Schnee!
April, April,
der weiß nicht, was er will!

Kerze rot lang
Für den besten Opi der Welt Von Andreas Steinhardt am 14.03.2021 um 19:38 | melden

Wenn ihr mich sucht,
sucht mich in eurem Herzen.
Habe dort eine Bleibe gefunden,
Werde immer bei Euch sein.

von Rainer Maria Rilke

Kerze flieder geschwungen
März Von Andreas Steinhardt am 27.02.2021 um 22:45 | melden

Mensch, was erinnere ich mich gerne an unseren heiteren, lebensfrohen Großvater! Seine Frau, Theresia (siehe bitte Gedenkseite) war eine etwas andere Persönlichkeit, zeitweise konnte sie auch heiter sein, lebhaft, aber eher melancholisch als eine Frohnatur wie ihr Ehemann.

Hier ein Gesicht zum bevorstehenden März, das schon ganz gut zu Opa Willi passt:

März
von
Ludwig Thoma, * 21. Januar 1867 in Oberammergau, +26. August 1921 in Tegernsee


Ah! Wie die buttergelbe Sonne
Uns wärmend durch die Poren dringt!
Wie neu erwachte Frühlingswonne
Uns das vergrämte Herz beschwingt!

Dem wintermüden Menschentume
Erheitert ihr die Phantasie,
Schneeglöckchen, Veilchen, Schlüsselblume
Und was auf Wiesen sonst gedieh!

Im Mistbeet herrscht ein reges Leben;
Das drängt sich an das helle Licht
Und will uns bald Gemüse geben,
Will Zutat sein zum Leibgericht.

Und wie sich froh den Hühnersteißen
Entringt das liebe Osterei!
So mag sich die Natur befleißen,
Dass sie nebst schön auch schmackhaft sei.

Das Starkbier regelt dann die Stühle,
Wenn Hertling spricht, ists ebenso,
Man sitzt im Frühlingslustgefühle
Und wird im Sitzen lebensfroh.

Kerze hellgrün geschwungen
Wenn es Winter wird Von Andreas Steinhardt am 11.02.2021 um 23:12 | melden

Dieses schöne Wintergedicht hätte meinem sehr humorvollen Großvater Wilhelm sicherlich gut gefallen:

Wenn es Winter wird

von

Christian Morgenstern (* 6. Mai 1871 in München - + 31. März 1914 in Untermais, Österreich)

Wenn es Winter wird

Der See hat eine Haut bekommen,
so dass man fast drauf gehen kann,
und kommt ein großer Fisch geschwommen,
so stößt er mit der Nase an.

Und nimmst du einen Kieselstein
und wirfst ihn drauf, so macht es klirr
und titscher - titscher - titscher - dirr...
Heißa, du lustiger Kieselstein!

Er zwitschert wie ein Vögelein
und tut als wie ein Schwälblein fliegen -
doch endlich bleibt mein Kieselstein
ganz weit, ganz weit auf dem See draußen liegen.

Da kommen die Fische haufenweis
und schaun durch das klare Fenster von Eis
und denken, der Stein wär etwas zum Essen;
doch sosehr sie die Nase ans Eis auch pressen,
das Eis ist zu dick, das Eis ist zu alt,
sie machen sich nur die Nasen kalt.

Aber bald, aber bald
werden wir selbst auf eignen Sohlen
hinausgehn können und den Stein wiederholen.

Kerze rot lang
Gedicht Januar für Opa Willi Von Andreas Steinhardt am 16.01.2021 um 15:06 | melden

Meinem Opa Willi hätte dieses Gedicht sicherlich gefallen, sein Humor war einzigartig, seine Witzigkeit erinnerte schon an Heinz Erhardt.
Ich als Enkel habe viel Humor von ihm geerbt, oft zitiere ich in privatem Kreis im angebrachten Momenten seine sehr schlagfertigen Witzeleien...

Januar
von

Robert Reinick . *1805 in Danzig, + 1852 in Dreden

Wohin man schaut, nur Schnee und Eis,
Der Himmel grau, die Erde weiß;
Hei, wie der Wind so lustig pfeift,
Hei, wie er in die Backen kneift!
Doch meint er’s mit den Leuten gut,
Erfrischt und stärkt, macht frohen Mut.
Ihr Stubenhocker, schämet euch.
Kommt nur heraus, tut es uns gleich.
Bei Wind und Schnee auf glatter Bahn,
Da hebt erst recht der Jubel an!

Kerze flieder klein
Weihnachten mit den Großeltern Von Andreas Steinhardt am 22.12.2020 um 20:16 | melden

Was wäre ein Heiliger Abend, ein Weihnachten ohne unseren lieben und so humorvollen Opa gewesen (und natürlich auch Oma Theresia)

Wir sehr freute ich mich als Kind auf die Großeltern, wenn ich kurz vor der Dämmerung an Heiligabend am Wohnzimmerfenster saß
um Ausschau zu halten, ob nicht schon die Großeltern aus dem benachbarten Stadtteil Rentfort laufend, zu sehen waren. Neugierig lukte ich in die Taschen der Großmutter, um einen Blick auf die bunten Geschenke zur erhaschen.

" Noch 2 Stunden bis zur Bescherung! Nicht auszuhalten!" dachte ich mir als Kind...was hätte ich dafür gegeben, wenigstens zu erahnen, welche Geschenke denn die Großeltern da für mich so schön verpackt hatten...

Noch immer sitzt bei mir auf der Couch der kleine braune Stoffhund, welche mir Oma & Opa zur Weihnacht 1978 (ich war 8 Jahre alt) schenkten. Ein ganz wertvolles Andenken!

Weihnachten ohne Opa, ohne die Großeltern? Unvorstellbar. Und doch war es eines Tages so weit, das der Opa nicht mehr dabei war, später auch die Oma...

Ich danke Dir Opa, Dir Oma für so viele unvergesslich schöne Heilige Abende, Weihnachten mit Euch! Ich denke auch diese Weihnacht ganz fest an Euch.

Liebe Leser von Wilhelms Gedenkseite: Diese Weihnacht wird eine sehr einschneidende, eine Weihnacht, wie wir sie alle noch nicht erlebten. Ich wünsche Ihnen trotz dessen besinnliche Tage und bitte bleiben Sie gesund!!!

Kerze rot rund
An eine matte Herbstfiege Von Andreas Steinhardt am 08.11.2020 um 19:35 | melden

Meinem immer fröhlichen Großvater hätte dieses Gedicht
sicherlich gefallen, vielleicht kannte er es ja auch. Der Herbst, auch wenn es auch noch so stürmisches Wetter gab, störte Wilhelm nicht. Er ging wie emin Vater auch bei fiesestem Wetter spazieren. Ich tue es den beiden gleich...Nun, natürlich freue ich mich selbstredend auch über diesen aussergwewöhnkich sonnigen November, aber sollte es mal wieder anders sein - ich bekomme keine schlechte Laune...

An eine matte Herbstfliege

von
Franz Grillparzer (*15.01. 1791, in Wien,
+ 21.01.1872 in Wien)

Wanken dir die matten Füße,
ist der Flügel Schwung erlahmt?
Traurig schleichst du an dem Fenster,
das einst deine Spiele sah:
Ach, der Sommer ist verronnen,
und der raue Winter naht.

Doch sieh meine welken Knie,
sieh das Antlitz totenbleich,
sieh der Augen mutges Feuer,
von der Krankheit Hauch gelöscht;
ist denn schon mein Herbst gekommen,
eh mein Sommer noch erschien?

Kerze lila geschwungen
Herbst-Spruch Von Andreas Steinhardt am 21.09.2020 um 20:19 | melden

...von Peter Hille
*1874 in Erwitzen (heute zu Nieheim, OWL)
+ 1904 in Berlin

Herbst-Spruch

Das bunte Herbstlaub! Es dichtet wohl? Aufgespeicherte Sonne. Darunter Stimmenrausch des Abschieds.
______

Kurz aber treffend.

Kerze hellgrün lang
Der erste Urenkel Von Andreas Steinhardt am 09.09.2020 um 21:29 | melden

Heute vor 37 Jahren wurde Wilhelms erster Urenkel Lars geboren.
Uropa Willi war zu diesem Zeitpunkt 79 Jahre alt. Er freute sich so
sehr über den kleinen Urenkel , war ganz vernarrt in ihn! Immerhin
konnte er Lars noch etwa 10 Jahre begleiten.

Kerze gelb rund
September-Gedicht Von Andreas Steinhardt am 01.09.2020 um 19:12 | melden

Mein Großvater Wilhelm konnte mit jeder Jahreszeit etwas anfangen. Er nahm sie, wie sie kamen, und murrte nie, das es zu heiß oder zu kalt oder zu regnerisch sei.

Hier ein schönes Gedicht im Gedenken an Wilhelm, welches ihm sicherlich sehr gefallen hätte:

September

von Gustav Falke , * 1853 in Lübeck, +1916 in Hamburg

Der Dornbusch prangt im Schmuck der roten Beeren,
Die Dahlien in ihrer bunten Pracht,
Und Sonnenblumen mit den Strahlenspeeren
Stehn stolz wie goldne Ritter auf der Wacht.

Die Wespe nascht um gelbe Butterbirnen,
Die Äpfel leuchten rot im Laub und glühn
Den Wangen gleich der muntren Bauerdirnen,
Die sich im Klee mit ihren Sicheln mühn.

Noch hauchen Rosen ihre süßen Düfte,
Und freuen Falter sich im Sonnenschein,
Und schießen Schwalben durch die lauen Lüfte,
Als könnt des Sommerspiels kein Ende sein.

Nur ab und an, kaum dass der Wind die Äste
Des Baumes rührt, löst leise sich ein Blatt,
Wie sich ein stiller Gast vom späten Feste
Heimlich nach Hause stiehlt, müde und satt.

Kerze lila geschwungen
Er starb wie ein Held Von Andreas Steinhardt am 25.06.2020 um 11:23 | melden

Heute vor 27 Jahren starb Wilhelm im Alter von 89 Jahren nach kurzer Schwäche. Ansonsten konnte mein Opa Willi auf ein gesundes, erfülltes Leben zurückblicken. Er war ein äußerst humorvoller Großvater, der immer einen Scherz auf den Lippen hatte, immer sehr heitere Anekdoten erzählte. Als 1979 der amerik. Schauspieler John Wayne starb, titelte eine große deutsche Gazette die Schlagzeile: Er starb wie ein Held. Wilhelm sagte zu mir, das werden sie über mich nicht schreiben, wenn ich einmal sterbe! Doch, Opa, Du starbst wie ein Held, mit einem Lächeln im Gesicht, tatsächlich einem letzten Scherz auf den Lippen und ohne Furcht. Und es wurde doch über Dich geschrieben: Wilhelm Remiorz starb wie ein Held.

Kerze hellgrün geschwungen
für Wilhelm Von Eva Maria Gruttmann Karaus am 25.06.2020 um 05:54 | melden

von Eva*

Kerze gelb rund
Kleines Junigedicht Von Andreas Steinhardt am 07.06.2020 um 13:50 | melden

Ein kleines Gedicht, das zu unserem heiteren Großvater Willi ganz
gut passt - ich sehe ihn immer noch im Gartenstuhl unter seinem großen Kirschbaum sitzen und dem Wind und den Vögeln lauschend...dabei tiefenentspannt, zufrieden, völlig mit sich und
der Welt im Reinen

Juni

von Theodoer Storm

Leichtherzig ist die Sommerzeit!
Getändelt wird, geküsst, gefreit,
Ein Kränzel auch wohl wird gemacht,
An Hochzeit nimmer gern gedacht.

Kerze gelb klein
Zum heutigen Geburtstag Von Andreas Steinhardt am 27.05.2020 um 16:10 | melden

Heute vor 116 Jahren wurde mein Großvater Willi in Bottrop auf der Paßstraße geboren. Seine Eltern waren Schlesier, auch wenn Wilhelm im Ruhrgebiet geboren wurde, so verstand er sich aber als Schlesier und sprach mit Stolz über seine Wurzeln und Abstammung. Opa Willi verfügte über einen Humor, der seinesgleichen suchte. Als Enkel hatte man mit diesem heiteren Großvater jede Menge Spaß - ich vermisse ihn sehr!

Kerze lila geschwungen
WIe hätte Opa Willy auf die heutige Krise reagiert Von Andreas Steinhardt am 18.05.2020 um 22:40 | melden

Wie hätte Wilhelm auf die momentane Krise reagiert? Ich denke sehr gelassen. Seinen Humor hätte er bewahrt, vielleicht über die momentane Krise auch gefrotzelt. Ihn hätte das alles wenig tangiert.
Manchmal wünsche ich mir mehr von seiner Heiterkeit und Gelassenheit, die ich als sein Enkel ohne Zweifel durchaus geerbt habe, aber manchmal stößt man halt an die Aussengrenze seines eigenes Humoruniversums...

Kerze rosa lang