Gedenkkerzen | Seite 4
Kerze anzündenHier sehen Sie alle 357 Gedenkkerzen, welche für Gerda Sophia Steinhardt angezündet wurden. Entzünden auch Sie eine Gedenkkerze.
Zur Gedenkkerze ein sehr schönes Gedicht, auf das ich eben, nach längerer Zeit, durch Zufall stieß :
Mondnacht
von Joseph von Eichendorff
Es war, als hätt’ der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt’.
Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis’ die Wälder,
So sternklar war die Nacht.
Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Hause.
Joseph von Eichendorff
*10.03.1788 bei Ratibor, Oberschlesien, +20.11.1857 in Neisse, OSL
Eine angenehme Nachtruhe.
Zur Gedenkkerze ein Gedicht, das etwas nachdenklich stimmt, passend zu dieser Zeit allgemein, und passend zu diesjährigen Schicksalsschlägen in unserem privaten Umfeld.
Sommerbild
von
Christian Friedrich Hebbel
Ich sah des Sommers letzte Rose stehn,
Sie war, als ob sie bluten könnte, rot
Da sprach ich schaudernd im Vorübergehn:
So weit im Leben, ist zu nah dem Tod!
Es regte sich kein Hauch am heißen Tag,
Nur leise strich ein weißer Schmetterling;
Doch, ob auch kaum die Luft sein Flügelschlag
bewegte, sie empfand es und verging.
Diese Gedenkkerze möchte ich nicht nur Gerda widmen, sondern auch einer vor wenigen Tagen verstorbenen Verwandten meiner Partnerin, wie ihrer jüngst verstorbenen Mutter Maria.
Margret starb mit 82 Jahren auf sehr ähnliche Weise wie die Mutter meiner Partnerin vor wenigen Wochen. Ein Sturz in der Wohnung löste eine schreckliche Kette wie Sepsis und Corona beim Klinikaufenthalt aus, bis zum multiplen Organversagen, künstlichem Koma, das Beenden aller lebenserhaltenden Maßnahmen.
Erneut nun eine Trauerfeier auf dem selben Friedhof, nur 8 Wochen nach der Trauerfeier für Maria.
Wir sind fassungslos über die Duplizität der Ereignisse und sehr traurig über den Tod von Margret, die vor wenigen Wochen noch Auto fuhr, mitten im Leben stand.
Gesundheit zu erfahren, vollkommene Genesung oder eine gute Diagnose, einen zufriedenstellenden Befund zu bekommen, ist ein großes Glück.
Gerdas und meine enge Verwandte kann aufatmen, und damit auch alle Angehörigen.
Diese Kerze widme ich nicht nur Gerda zum Gedenken, sondern auch als Zeichen des Dankes, der Hoffnung.
Diese Gedenkkerze ist nicht nur Gerda gewidmet, sondern auch einer engen Verwandten von Gerda, von mir, die in diesen Tagen auf einen ärztlichen Befund wartet. Die Kerze als Zeichen der Hoffnung.
Am 03. Juli vor 92 Jahren wurde Gerda geboren - was für eine Zeit diese gewesen sein mag, die 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Ich erinnere mich an viele schöne Geburtstage meiner Mutter,
welche zu dieser Jahreszeit meistens auch wettertechnisch eine schöne Gartenfeier erlaubten. Leckere selbstgebackene Torten am Nachmittag, das Grillen am Abend, später gemütliches Beisammensein unter Lampions. Nach dem Tod ihres Mannes, meines Vaters - Gerda war zu diesem Zeitpunkt 55 Jahre alt - feierte sie nie wieder ihren Geburtstag. Plötzlich fürchtete sie sich vor diesem Tag und flüchtete vor den Feierlichkeiten, verreiste stets. Niemand hätte damals gedacht, das Gerda nicht mehr sehr viele Geburtstage feiern wird. In diesen Tagen lebt die Erinnerung auf, an Gerdas wunderschöne Sommer-Geburtstage, ich konnte heute diese Gedanken mit meiner Tante, ihrer Schwester Dorothea, teilen. Sie ist 90 Jahre alt.
Zur Gedenkkerze für Gerda ein Dank.
Danke, das meine Familie ihre Corona-Erkrankungen überwunden hat.
Danke für die Genesung.
Danke, das ich als Einziger verschont blieb.
Die Bitte, das sich bei einer nun negativ gesteteten Person meiner Familie die Nachwirkungen der Covid-Erkrankung rasch bessern.
Heute vor 115 Jahren wurde Theresia, Gerdas Mutter, meine Großmutter geboren. Bei Interesse siehe bitte dazu ihre eigene Gedenkseite Theresia Remiorz. Ich erinnere mich an viele schöne Geburtstage meiner Oma, die wir meistens im Garten verbringen konnten. Die vielen leckeren Obstböden und ihr exzellenter Kartoffelsalat bleiben mir in schöner Erinnerung. Wie gerne würde ich diesen Tag noch einmal erleben, mit Oma, Opa, Gerda und meinem Vater, meinen Brüdern und der ganzen Schar an Verwandten, die meisten weilen nicht mehr unter uns. Schön, daß man sich zeitweilig erinnern kann, als sei es gestern gewesen...
Wir trauern noch um meinen Bruder, der im Dezember von uns ging. Wir trauern um die Mutter meiner Partnerin, die vor 17 Tagen verstarb. Ich trauere auch heute noch um meiner Mutter. In diesen Tagen sehe ich den Schmerz, welchen meine Partnerin gerade empfindet. Ich fühle tief mit. Ja, es erinnert mich vieles an meinen langen Schmerz, den ich nach dem Tod meiner Mutter in mir trug, wie ein Schwert, das tief in der Seele steckt, unvermögend, dies zu entfernen.
Diese Gedenkkerze möchte ich Gerda, Maria und Axel widmen.
Dietrich Bonhoeffer:
Es gibt nichts, was die Abwesenheit eines geliebten Menschen ersetzen kann. Je schöner und voller die Erinnerung, desto härter die Trennung. Aber die Dankbarkeit schenkt in der Trauer eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne wie ein kostbares Geschenk in SICH.
Heute jährt sich der 118. Geburtstag meines Großvaters Wilhelm, Gerdas Vater. Zugleich trugen wir heute die Mutter meiner Partnerin zu Grabe. Maria Johanna verstarb am letzten Samstag im Universitätsklinikum Bonn. Die Trauerfeier war die Größte, an der ich jemals teilnahm. Aufgrund des hohen Bekanntheitsgrades der Verstorbenen glich es für mich einem Staatsbegräbnis, aufgrund der Größe der Trauergemeinde, der Dauer der Zeremonien in der Kirche und des Friedhofs wie dem Aufwand der musikalischen Gestaltung, der unglaublich langen Trauerrede des Zelebranten, eine Laudatio an eine überaus kirchlich und sozial engagierten Frau, die unermüdlich Spenden sammelte für ein besonderes soziales Projekt. Als während der Zeremonie das Lied Halleluja von Leonard Cohen gespielt wurde, flossen bei vielen Trauergästen die Tränen. Die Herzen flogen Maria nur so zu. Es erinnerte viel an das Begräbnis meiner Mutter Gerda. Vielleicht war es nicht ganz so pompös wie die heutige Begräbnisfeier, aber es gibt schon Parallelen. Die Mutter meiner Partnerin war eine herzensgute Frau, die immer lächelte, die sich immer in den Hintergrund stellte, sie stellte sich gerne hinten an, in der dritten Reihe, weit im Hintergrund, und wirkte im Stillen für die Ärmsten der Armen - in Südamerika. Was eine außergewöhnliche Frau. Was ein Vorbild. Leider fehlt mir die Berechtigung, für Maria eine Gedenkseite zu gestalten. In diesem Fall respektiere ich auch die Bedenken der leiblichen Verwandten. Ja, für Maria Johanna wäre ein mehr als regional begrenzter Bekanntheitsgrad gar nichts gewesen. Nein, lieber im Schatten stehen. Dort helfen wo etwas Licht nötig ist. Maria, mittlerweile über 80 Jahre alt gewesen, fragte mich öfter, ob sie bereits im Internet zu finden sei. Nein, entgegnete ich. Sie wollte das kleine Schräubchen bleiben, nicht die Maschine. Nicht so groß bekannt, aber im Hintergrund Gutes tun. Was ein Mensch. Diese Gedenkkerze ist damit ihr und natürlich auch Gerda gewidmet. Schade, das sich ihre Wege nie gekreuzt haben. Mein besonderer Dank gilt heute den beiden Zelebranten der Trauerfeier wie den Aktiven der musikalischen Gestaltung. Man kann es nicht schöner, außergewöhnlicher gestalten. Wir werden uns noch persönlich dafür bedanken.
Gestern verstarb die Mutter meiner Partnerin, Maria Johanna, im Uniklinikum Bonn im Alter von 84 Jahren. Wir sind alle sehr traurig. Der Trost ist, daß Maria Johanna ganz sanft entschlief. Das ewige Licht leuchte ihr!
Es erinnert mich vieles auch an Gerda, an ihre letzten Tage.
Diese Kerze ist nicht nur Gerda als Gedenkkerze, sondern auch als Bittkerze für die schwerstkranke Mutter meiner Partnerin gewidmet, die auf der Intensivstation des Bonner Uniklinikums zwischen Leben und Tod liegt. Zur Stunde beraten die Ärzte über die heutige Abschaltung aller medizinischen Geräte. Das Warten auf Nachricht zerreißt uns gerade. Sollte es tatsächlich zuende gehen, bitte ich um eine gute Sterbestunde, wie man es so sagt und nennt. An ein medizinisches Wunder glauben wir nicht mehr. Auch wenn man sich auch heute an den letzten Strohhalm klammert, sollte sie diesen Tag und weitere noch überstehen. Es erinnert mich an meine eigene Mutter, Gerda, als ich damals, 1994, an ihrem Sterbebett stand.
Der Wonnemonat ist da. Ab dem Mai begann Gerda zu leben. Das ewige Sommer- und Sonnenkind... an guten, warmen Maitagen strahlte sie mit der Sonne um die Wette...nun ist dieser Mai getrübt. Wie ich schon letztens schrieb: Die Sonne, die uns täuscht...nicht nur quält uns weiter der Virus, mit dem wir versuchen zu leben, der Ukrainekrieg verlangt uns seelisch viel ab. Nicht nur das Mitleid, das Entsetzen, auch die Angst, die viele packt, um eine Ausweitung des Krieges, um eine atomare Bedrohung. Die meisten, die ich kenne ängstigt der Gedanke, auch mich. Kinder, Jugendliche, alte Menschen. Ich weiß nur um ganz wenige Bekannte, die äussern, das sie keine Angst um eine Ausweitung des Krieges, um eine atomare Bedrohung Europas, Deutschlands fürchten. Gerda heutzutage hätte große Angst. Ich wünsche uns allen Zuversicht, wenn möglich, innere Ruhe und Frieden, auch wenn es sehr schwer fällt in diesen Tagen.
Nun feiern wir das 3. Osterfest im Zeichen der Pandemie. Zudem haben wir in Europa einen unabsehbaren Krieg. Privat denke ich gerade an solchen Tagen auch an meinen im Dezember verstorbenen Bruder Axel, Gerdas ältesten Sohn. Gut, das unglaubliche Osterwetter tröstet über trübe Gedanken schon ein wenig hinweg. Der Satz "Die Sonne, die uns täuscht" - angelehnt an einen Filmtitel, fällt mir in diesen Tagen immer wieder ein. Darum erinnere ich mich besonders jetzt gerne an frühere Ostern, die Feste meiner Kindheit. Wie schön Gerda, meine Mutter, alles immer österlich geschmückt hatte! Blühende Zweige mit bunten Dekoreiern festlich verziert, kleine und große Porzellanhasen standen hier und dort und: Die Suche nach den vielen bunten Ostereiern im Garten! Natürlich gab es auch ein paar schöne Geschenke, einen Stoffhasen beispielshalber und viele, viele Leckereien...
Den Besuchern von Gerdas Seite wünsche ich ein friedvolles Osterfest, versuchen Sie trotz allem zuversichtlich zu bleiben. Ich bemühe mich...
Wie würde Gerda, heute mit 91, auf den Ukrainekrieg reagieren? Wie viele, mit Angst. Als Kind und Jugendliche hatte meine Mutter den 2.Weltkrieg erleben müssen. Sie berichtete mir von Bombennächten, in der sie mit ihrer Familie, im Nachthemd, in
den gegenüber von ihrem Haus liegenden unterirdischen Bunker Schutz finden mussten. Ich hörte von Gerda tragische Geschichten unglaublichen Leids, auch erinnere ich mich an die Erzählung meiner Mutter, das der in Gladbeck bekannte und geschätzte jüdische Arzt, bei dem Gerda eine Putzstelle zur Jugendzeit inne hatte...Sie können sich das tragische Ende vorstellen. Gerda litt Ihr Leben lang unter ihren Kriegserlebnissen, die so fröhliche Frau, die immer Gott für den Frieden dankte, wurde ganz ernst, ihre Mine verzog sich eisern, fragte ich sie als Kind oder Jugendlicher nach dem 2. Weltkrieg. Gab es Sirenalarm zum Test, drehte sie das Radio laut auf oder hielt sich die Ohren zu. Als neugieriges Kind fragte ich meine Mutter, warum sie dies tat. "Ich kann es nicht hören. Die Erinnerungen werden wach" - Ja, Gerda hätte derzeit Angst, das der Krieg 2 Länder weiter, auch wieder hier ankommen könnte. Natürlich ängstigt mich dies auch.
Diese Gedenkkerze widme ich nicht nur Gerda, sondern auch meinem im Dezember unerwartet verstorbenen Bruder Axel. Das ewige Licht leuchte Ihnen! Ich sehe Euch einst wieder, im Reich des Friedens...
Diese Gedenkkerze möchte ich Gerda und ihrem Sohn Axel widmen. Leider verstarb Axel, mein ältester Bruder, im Dezember 2021 plötzlich und unerwartet einen Tag
nach seinem 70. Geburtstag. Aus bestimmten familiären Gründen habe ich bisher hier noch keine Gedenkseite für Axel angelegt. Geben Sie aber in eine Suchmaschine "Gedenkseite für Axel Steinhardt" ein, so werden Sie zu einem Trauerforum des hiesigen Bestattungsinstituts verlinkt. Ergreifend, welch tröstende, wohltuende Worte sein ehemaliges Lehrerkollegium des Essener Gymnasiums zu Axels Tod fanden.
Außerdem gedenke ich heute meinen verstorbenen Verwandten Walter und Lucia Bauer, dessen Geburtstage sich am 03. und 05. April jähren. Ihre Tochter Petra verstarb vor 3 Jahren mit nur 56 Jahren. Ich werde die Drei nie vergessen, sie waren außergewöhnlich nette und gute Menschen.
Fast der ganze März war wettermässig ein Träumchen, vieles blüht schon ein paar Wochen zu früh, nur der sehr, sehr geringe Regen im März gefällt der Natur wohl nicht ganz so gut. Gerda hätte als Sonnenkind bei solch einem Märzen auch gejucht vor Freude. Der April soll dafür um so wechselhaft werden. Vielleicht ist es auch ganz gut so. Diese Kerze widme ich Gerda wie ihrem im Dezember verstorbenen Sohn, meinem ältesten Bruder Axel. Eine Gedenkseite existiert für ihn bereits bei einem hiesigen Beerdigungsinstitut, welches diese Seite angelegt hat. Gibt man in eine Suchmaschine "Gedenkseite für Axel Steinhardt" ein, wird man zu diesem kleinen Forum verlinkt, man kann dort auch eine Gedenkkerze anzünden. Bei Interesse schauen Sie dort doch einmal hinein.
Heute vor 96 Jahren wurde Gerdas Ehemann Franz geboren. (siehe auch zum Tage die Seite von Franz Steinhardt)
Die Geburtstage meines Vaters hat Gerda immer besonders schön gestaltet, ich erinnere mich an viele, viele Gäste, leckerste selbstgemachte Torten und zum Abend ein kaltes Buffet. Franz
wurde ja nur 59 Jahre alt, 11 Tage vor seinem 60. Geburtstag
verstarb er an einem Herzinfarkt, ich war gerade 16 Jahre alt geworden.
Das Gerda ihren Mann nur knapp 8 Jahre überleben würde, hätte sich damals nie jemand vorstellen können. Besonders denke ich auch an meinen ältesten Bruder Axel, der im Dezember plötzlich und unerwartet einen Tag nach seinem 70. Geburtstag verstarb. Aus bestimmten familiären Gründen kann ich momentan noch keine Gedenkseite für ihn anlegen. Ich widme diese Gedenkkerze heute allen lieben verstorbenen Familienmitgliedern.
Zur Gedenkkerze das Friedensgebet von Bruder Alois vom letzten Donnerstag. Ich selbst vermag kaum passenden Worte zu finden angesichts des Ukraine- Krieges, vielleicht nur diese folgenden Sätze : Gott stehe den Menschen in der Ukraine bei, Gott stehe uns im restlichen Europa bei und bewahre uns vor weiterem, schweren Leid. Meine Familie und ich ängstigen uns in der derzeitigen Situation, wie auch die Allermeisten, die wir kennen. Unsere Hoffnung auf Frieden stirbt zuletzt.
Angesichts der kriegerischen Handlungen in der Ukraine sprach Frère Alois am vorherigen Donnerstag beim Mittagsgebet in Taizé das folgende Gebet:
Du liebender Gott,
fassungslos stehen wir vor der Gewalt auf unserer Welt;
besonders in diesen Tagen – angesichts des Kriegs in der Ukraine.
Gib uns die Kraft, solidarisch denen nahe zu sein,
die betroffen sind und in Angst leben.
Steh all denen bei , die in diesem Teil der Welt
besonders auf Gerechtigkeit und Frieden hoffen.
Sende uns den Heiligen Geist, den Geist des Friedens,
damit die Politiker ihre Entscheidungen
in großer Verantwortlichkeit treffen.
Gebet der EKD vom 24. 02.22:
Gott,
wie zerbrechlich unsere Sicherheiten sind,
wie gefährdet unsere Ordnungen,
das erleben wir in diesen Tagen.
Wer sieht uns mit unserer Hilflosigkeit und Angst?
Wütend und fassungslos erleben wir,
wie Machthaber die Freiheit und das Leben vieler Menschen gefährden.
Wie am Rand Europas ein Krieg beginnt.
Was geschieht als Nächstes?
Welchen Informationen können wir trauen?
Was könnten wir tun, das helfen oder etwas bewegen würde?
Sieh du die Not.
Sieh unsere Angst.
Wie so viele suchen wir Zuflucht bei dir und Schutz,
innere Ruhe und einen Grund für unsere Hoffnung.
Wir bringen dir unsere Sorgen.
Wir bitten dich für die, die um ihr Leben fürchten,
und für die, die sich beharrlich für friedliche Lösungen einsetzen.
Zur heutigen Gedenkkerze passend ein Gedicht zum Februarbeginn. Was Gerda früher am Februar ausschließlich mochte war nur die Erkenntnis, daß der Folgemonat der März ist... ein Fünkchen Hoffnung auf das baldige Frühjahr...
Februar
von
Ernst Lissauer (1882-1927)
O seliger Anfang Februar!
Es steigt das Jahr.
Die Sonne kehrt zurück, und länger bleibt das Licht.
Ich fühle mich von stiller Kraft durchfeuert,
Die rinnend weit mir das Geblüt durchflicht,
Ich treibe wachsend Ring und Schicht,
Ich werd’ erneuert
Zur heutigen Gedenkkerze ein Trauergedicht von Dietrich Bonhoeffer
*4.Februar 1906 in Breslau,
+ 9.April 1945 im KZ Flössenburg
Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist
die Trennung.
Aber die Dankbarkeit verwandelt
die Erinnerung in eine stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne
nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.
Am 11. Januar vor mittlerweile schon 28 Jahren verstarb Gerda im Alter von 63 Jahren. Heute wäre sie 91 Jahre alt. Ihre Schwester Dorothea ist in diesem Jahr 90 Jahre alt geworden, ihr geht es erstaunlich gut. Am Freitag, dem 7.Januar fand die Urnenbestattung für Gerdas ältesten Sohn, meinen Bruder Axel, statt. Er verstarb überraschend am 12. Dezember des vergangenen Jahres. Die heutige Gedenkkerze möchte ich erneut beiden widmen. Wir alle sind noch in tiefer Trauer.
Mein Bruder, Gerdas ältester Sohn Axel ist am 12. Dezember, einen Tag nach seinem Geburtstag, völlig unerwartet verstorben. Dieses Weihnachten steht damit im großen Zeichen der Trauer. Man kann es nicht begreifen. Da es ein Urnenbegräbnis wird, steht ein Termin der Trauerfeier auch noch nicht fest. Meine Gedanken sind bei seiner Ehefrau, seinen beiden Söhnen und seinem kleinen Enkel.
Diese Gedenkkerze ist Gerda, aber auch Axel gewidmet. Über ein Beerdigungsinstitut wurde eine Trauerseite, auch mit der Möglichkeit zum Entzünden einer Kerze, angelegt. Daher werde ich nicht ohne eine Erlaubnis einzuholen, hier in diesem Forum eine Seite anlegen bzw. werde zu einem späteren Zeitpunkt eventuell seine Söhne dazu anregen.
Dieses Weihnachten werde ich daher nicht die schöne, fröhliche Geschichte aus der Kindheit, welche ich bisher immer zur Weihnacht zur Gedenkkerze veröffentlicht habe, erneut schreiben.
Allen, die auch an diesem Weihnachtsfest trauern, wünsche ich einfach nur viel Kraft, diese Tage zu überstehen.
Gerdas Sohn, mein ältester Bruder Axel ist gestern unerwartet verstorben. Er feierte am Samstag noch seinen 70. Geburtstag, einen Tag später verstarb er. Es ist unfassbar, nicht zu begreifen. Zur letzten Gedenkkerze schrieb ich unten im Text noch etwas anlässlich seines Geburtstages über ihn. Leider bin ich aus familiären Gründen nicht direkt berechtigt, eine Gedenkseite zu erstellen. Vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt.
Zur Gedenkkerze ein schönes Gedicht von Rilke:
Advent
Es treibt der Wind im Winterwalde, die Flockenherde wie ein Hirt, und manche Tanne ahnt, wie balde sie fromm und lichterheilig wird; und lauscht hinaus. Den weissen Wegen streckt sie die Zweige hin - bereit, und wehrt dem Wind und
wächst entgegen der einen Nacht der Herrlichkeit.
Es ist zu erwähnen, das Gerdas ältester Sohn, mein ältester Bruder Axel, am morgigen 11.Dezember das 70. Lebensjahr vollendet. Als ich geboren wurde, war er schon 18 Jahre alt. Ich danke ihm zum 70. Geburtstag, das er der beste Bruder war, den man sich als Kind vorstellen konnte. Als ich Kleinkind war, studierte er schon in Münster und Marburg. Er hat mir jeden Wunsch erfüllt, immer mit außerordentlicher Geduld mit mir gespielt, ohne das wir jemals in meiner Kindheit und Jugend in Streit gekommen sind. Wir gingen zusammen schwimmen, zum Eislaufen, ins Fußballstadion... nun ist Gerda ältester Sohn 70 Jahre alt. Damit hat er schon das Todesalter seiner Mutter um 7 Jahre, seiners Vaters um 11 Jahre übertroffen - Gott seis gedankt!
In der Adventszeit denke ich viel an meine Mutter. Ich denke daran, wie festlich, mit welch Vorfreude Gerda uns Kinder auf das Weihnachtsfest vorbereitete. Man konnte es kaum erwarten! Jeden Tag ein Türchen
des Adventskalenders öffnen, die Tage zählen, die Nachfrage ob ich denn den Playmobil-Zirkus bekommen würde? Wenn ich lieb bin, bringt mir vielleicht das Christkind den Zirkus...ach wie lieb
ich bis zum Fest blieb...nun, ich hatte ihn auch bekommen...ein wundervolles Geschenk!
Heute zur Gedenkkerze ein Gedicht von Friedrich Wilhelm Kritzinger (1816-1890)
Es ist Advent!
Die Blumen sind verblüht im Tal,
Die Vöglein heimgezogen;
Der Himmel schwebt so grau und fahl,
Es brausen kalt die Wogen.
Und doch nicht Leid im Herzen brennt:
Es ist Advent!
Es zieht ein Hoffen durch die Welt,
Ein starkes, frohes Hoffen;
Das schließet auf der Armen Zelt
Und macht Paläste offen;
Das kleinste Kind die Ursach kennt:
Es ist Advent!
Advent, Advent, du Lerchensang
Von Weihnachtsfrühlingstunde!
Advent, Advent, du Glockenklang
Vom neuem Gnadenbunde!
Du Morgenstrahl von Gott gesendt!
Es ist Advent.
Ach, was war das schön...wenn unsere Mutter das Haus zur Adventszeit so liebevoll schmückte, ich erinnere mich an die duftenden Kerzen aus Bienenwachs, Lichterketten und Kränze
für Fenster und Türen, das Singen beim Entzünden der ersten
Kerze auf dem Adventskranz, spätestens zum 2. Advent wurden Plätzchen ausgestochen und gebacken - so das man das bevorstehende Weihnachtsfest kaum noch erwarten konnte....
Hier ein schönes Adventgedicht zur Gedenkkerze:
von Rainer Maria Rilke
* 04.12.1875 in Prag
+ 29.12.1926 in Montreux
Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus.
Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.
Rainer Maria Rilke (1875-1926)
Heute, nach diesem sonnendurchfluteten Novermbertag, zur Gedenkkerze ein Gedicht, welches ich sehr schön finde - und
Gerda sicher auch gefallen hätte.
Spaziergang
von Gustav Renner, geb. 17. 10. 1866 in Freiburg (Schlesien),
gest. 29. 05.1945 ebenda
Im Winde knarren
Die alten Föhren
Und schütteln des Regens letzte Tropfen
Auf unser Haupt;
Kein Laut zu hören,
Nur unserer Herzen leises Klopfen.
Noch einmal bricht
Aus schweren Wolken
Die Sonne hervor mit stillem Leuchten,
Im Abendlicht
Aufblüht der See
Und Stämme und Gräser, die regenfeuchten.
Dein Antlitz glüht
In Jugendröte,
In Jugendglück wie in alten Tagen.
Mir ists, als müsste
Wie damals wieder
Ich heisse, tiefe Worte dir sagen.
Die Sonne sinkt,
Und es verblassen
Auf deinem Gesicht des Abends Flammen,
Und ich denke der Jahre,
Der schweren Jahre,
Die Hand in Hand wir trugen zusammen.
Wie lange noch,
Und einer sieht
Den andern im stillen Dunkel schwinden,
Da wir, getrennt,
Uns immer suchen
Und nimmer, nimmer wiederfinden.
Zur Gedenkkerze ein Herbstgedicht, passend zum Novemberbeginn. Wie für viele so war auch für Gerda der November nicht gerade der Lieblingsmonat. Ich komme gut mit ihm klar, ich liebe den Herbst und freue mich auf die schöne Advents- und Weihnachtszeit, für mich der Höhepunkt des Jahres, den bevorstehenden Winter mit hoffentlich vielem Schnee, wie zuletzt im Januar und Februar auch in meiner Region.
Herbst
von Christian Morgenstern
Golde ward die Welt;
zu lange traf
der Sonne süßer Strahl
das Blatt, den Zweig.
Nun neig
dich, Welt, hinab
Bald sinkts von droben dir
in flockigen Geweben
verschleiernd zu -
und bringt dir Ruh,
o Welt,
o dir, zu Gold geliebtes Leben,
Ruh
Nun, als absolutes Sommerkind tat sich Gerda natürlich sehr schwer mit dem Herbst und Winter, aber mit einem wundervollen, noch recht angenehm lauen Herbsttag konnte sie das traumhaft schöne Oktoberlicht der tiefstehenden Abendsonne, welche die Wipfel wunderbar diffus anstrahlen, das bunte Farbenspiel der Blätter vor blauem Himmeslkontrast natürlich auch genießen. Passend dazu ein schönes, kleines Gedicht von Friedrich Hebbel:
Herbstbild
von Friedrich Hebbel (* 18.03.1813 in Wesselburen, (heute Bundesland Schleswig-Holstein), + 13.12.1863 in Wien)
Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.
Was Gerda zuwider war, ist mir als Sohn eine wahre Freude: Der Oktober-Beginn. Sie war das Sommerkind, ich bin ihr Herbst- und Winterkind. Endlich bist Du da, mein Oktober! Das schöne tiefstehende Abendsonnenlicht, das sich rasch bunt verfärbende Laub, das wilde Wolkenspiel mit auflebendem Wind. Dazu hier ein relativ langes Gedicht von Erich Kästner:
Der Oktober
Fröstelnd geht die Zeit spazieren.
Was vorüber schien, beginnt.
Chrysanthemen blühn und frieren.
Fröstelnd geht die Zeit spazieren.
Und du folgst ihr wie ein Kind.
Geh nur weiter, bleib nicht stehen.
Kehr nicht um, als seis zuviel.
Bis ans Ende musst du gehen,
hadre nicht in den Alleen.
Ist der Weg denn schuld am Ziel?
Geh nicht wie mit fremden Füßen
und als hättst du dich verirrt.
Willst du nicht die Rosen grüßen?
Lass den Herbst nicht dafür büßen,
dass es Winter werden wird.
Auf den Wegen, in den Wiesen
leuchten, wie auf grünen Fliesen,
Bäume bunt und blumenschön.
Sinds Buketts für sanfte Riesen?
Geh nur weiter, bleib nicht stehn.
Blätter tanzen sterbensheiter
ihre letzten Menuetts.
Folge folgsam dem Begleiter.
Bleib nicht stehen. Geh nur weiter,
denn das Jahr ist dein Gesetz.
Nebel zaubern in der Lichtung
eine Welt des Ungefährs.
Raum wird Traum. Und Rausch wird Dichtung.
Folg der Zeit. Sie weiß die Richtung.
„Stirb und werde!“ nannte ers.
Hier zur Gedenkkerze ein vielleicht "Herbstbejahenderes Gedicht" als zur letzten Kerze:
O Herbst, was ist lieblicher als deine Schritte im Tal? Was ist herrlicher, als dein Wandel auf den Hügeln? Der September ist die Zeit, Gedichte zu machen, und aus dem Leben ein Gedicht
Wilhelm Rabe (*1831 in Eschershausen, Landkreis Holzminden, + 1910 in Braunschweig. Rabe, Pseudonym Jakob Corvinius, war ein dt. Erzähler, einer der wichtigsten Vertreter des poetischen Realismus
Zwar ist das Wetter momentan gar nicht so schlecht wie die Septemberstimmung im folgenden Gedicht von Hermann Hesse, aber diese schaurig-schöne Sommer-Abschiedsstimmung versprüht doch etwas nachdenklich-melancholisches...
Der Garten trauert,
kühl sinkt in die Blumen der Regen.
Der Sommer schauert
still seinem Ende entgegen.
Golden tropft Blatt um Blatt
nieder vom hohen Akazienbaum.
Sommer lächelt erstaunt und matt
in den sterbenden Gartentraum.
Lange noch bei den Rosen
bleibt er stehen, sehnt sich nach Ruh.
Langsam tut er die großen
müdgewordnen Augen zu...
Zum 1. September hier ein kleines, bekanntes Gedicht von Eduard Mörike. Was für Gerda ein Greuel war ist für mich als Sohn eine wahre Freude: Der Herbst steht vor der Tür. Der letzte Sommermonat und erste Herbstmonat hat begonnen.
Eduard Friedrich Mörike (* 8. September 1804 in Ludwigsburg,
+ 4. Juni 1875 in Stuttgart) war ein deutscher Lyriker der Schwäbischen Schule, Erzähler und Übersetzer. Er war zudem auch evangelischer Pastor, haderte aber bis zu seiner frühen Pensionierung stets mit seinem Beruf.
Septembermorgen
Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.
Gerdas Schwester, meine Tante Dorothea, konnte gestern ihren 90. Geburtstag feiern. Letztes Jahr wäre Gerda 90 geworden. Ich sprach mit meiner Tante darüber, wie schön es gewesen wäre, wenn auch Gerda noch leben würde, mit ihr den runden Geburtstag hätte zusammen begehen können, vielleicht genauso beneidenswert fit und rüstig für das Alter wie ihre Schwester. Aber es war Gerda nicht vergönnt, vor 27 Jahren musste sie schon gehen.
Gerda hätte bei diesem verregneten Juli und August sicherlich die warme Sonne flehend herbei gesehnt. Passend dazu ein nettes, altes Gedicht von Hoffmann von Fallersleben:
Liebe Sonne, scheine wieder,
Schein die düstern Wolken nieder!
Komm mit deinem goldnen Strahl
Wieder über Berg und Tal!
Trockne ab auf allen Wegen
Überall den alten Regen!
Liebe Sonne, lass dich sehn,
Dass wir können spielen gehn!
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)
In Gedenken an die vielen Opfer der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz, NRW und auch dem BGL und anderen Teilen Bayerns ein altes Gedicht von Felix Dörmann, * 29. Mai 1870 in Wien, + 26. Oktober 1928 in Wien.
Meine Familie und ich trauern um die Todesopfer, fühlen mit den Hinterbliebenen, und bitten um Kraft und Hilfe für die unzähligen Flutgeschädigten. Auch wir, ich persönlich, kenne mehrere von der Flut geschädigte Opfer im Rheinland, dessen Hab und Gut mit den Wassermassen mitgerissen wurde.
Sturmflut
Gleichwie des Meeres Wogen dann und wann,
Den Damm zerreißend, mächtig überfluten,
Erscheinen jedem Menschen auch Minuten
Wo er sein Elend nicht verschweigen kann.
Sich selber überstürzend, naht es dann,
Aufwachen Qualen, die nur scheintot ruhten,
Vernarbte Wunden fangen an zu bluten,
Und es zerbricht des Schweigens starrer Bann.
Und wie das Meer, gepeitscht, der Stürme Spiel,
Aufrast und tobt und um Erlösung schreit,
So gellt der Mensch sein namenloses Leid
Hinaus zur Welt, wenn nur der Bann erst fiel.
Und rast und tobt und eher schweigt er nicht,
Als bis er todesmatt zusammenbricht.
Am 03. Juli vor 91 Jahren wurde Gerda geboren - was für eine Zeit dies gewesen sein mag, den die 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Ich erinnere mich an viele schöne Geburtstage meiner Mutter,
welche zu dieser Jahreszeit meistens auch wettertechnisch eine schöne Gartenfeier erlaubte. Leckere selbstgebackene Torten am Nachmittag, das Grillen am Abend, später gemütliches Beisammensein unter Lampions. Nach dem Tod ihres Mannes, meines Vaters, Gerda war zu diesem Zeitpunkt 55 Jahre alt, feierte sie nie wieder ihren Geburtstag. Sie fuhr jedes Jahr bis zu ihrem Tod zur Kur, Kurlaub oder auch privat nach Bad Driburg, sie liebte diesen Ort, den Kurpark, das Kurkonzert, das Wildgehege im Park...
Die Rose, besonders die Rote, war Gerdas absolute Lieblingsblume, eigentlich schon so etwas wie ihr Wappen. Das folgende Gedicht passt sicherlich ganz gut zu Gerda;
Sommer
von Thekla Lingen, 1866-1931, deutsche Schauspielerin und Dichterin)
Sieh, wie sie leuchtet,
Wie sie üppig steht,
Die Rose –
Welch satter Duft zu dir hinüberweht!
Doch lose
Nur haftet ihre Pracht –
Streift deine Lust sie,
Hältst du über Nacht
Die welken Blätter in der heißen Hand …
Sie hatte einst den jungen Mai gekannt
Und muß dem stillen Sommer nun gewähren –
Hörst du das Rauschen goldener Ähren?
Es geht der Sommer übers Land …
Dieser Tag heute, im übrigen der Geburtstag ihrer Mutter Theresia Remiorz (eigene Gedenkseite) hätte Gerda geliebt. 32°, strahlend blauer Himmel, Gerda hätte mit der Sonne heut um die Wette gestrahlt. Und ich erinnere mich natürlich heute auch an viele schöne Geburtstage ihrer Mutter, meiner Großmutter, die Mal verregnet, mal so warm wie heute waren...
Ein nettes Maigedicht vom österr. Dichter Friedrich von Schaukal: Gerda liebte so sehr den Mai, das Jahr begann erst jetzt für sie mit dem Wonnemonat.
Mai
Der Flieder am Tor
dringt rötlich hervor,
das himmlische Blau
erduftet im Tau.
Noch blendets vom Blühn,
schon rieselt es grün
und flimmert und bebt,
von Licht überschwebt.
O seliger Mai
und morgen vorbei:
ein trunkener Zug,
ein blitzender Flug!
Richard von Schaukal, * 27. Mai 1874 in Brünn, heute Tschechien,
+ 10. Oktober 1942 in Wien
Ich erwähne immer gerne den Unterschied (bei sonst solch unglaublichen Gemeinsamkeiten mit meiner Mutter) in puncto Jahreszeiten, weil es so gar nicht passt: Im Gegensatz zu meiner Mutter bin ich ein Winterkind, mein Jahr beginnt ab Oktober...dessen Beginn ich zelebriere wie die meisten den Maibeginn...endlich kühler, wilde Wolken, der Laubfall, Vorfreude auf den Winter...
Heute vor 24 Jahren starb Gerdas Mutter, Theresia Remiorz, im Alter
von 89 Jahren. Sie überlebte Gerda über 3 Jahre. Theresia war schon dement, als Ihre Tochter starb, bekam es aber so gesehen noch mit. Wenig später schon erinnerte sich Gerdas Mutter nicht mehr daran,
das sie starb, auch nicht, das sie überhaupt Töchter hat und hatte.
Ich ziehe ernsthaft in Erwägung, die Gedenkseiten meiner Lieben bald zu deaktivieren und mir ein anderes Format zu suchen. Lesen Sie dazu bitte den Nachruf von Theresia Remiorz.
Bleiben Sie bitte gesund - alles wird einmal wieder besser!
Meine Hoffnung stirbt zuletzt.
Nun haben wir das 2. Osterfest im Zeichen der Pandemie. Darum erinnere ich mich besonders jetzt gerne an frühere Ostern, die Feste meiner Kindheit. Wie schön Gerda, meine Mutter, immer alles österlich geschmückt hatte! Blühende Ostersträuche mit bunten Dekoreiern festlich geschmückt, kleine und große Porzellanhasen standen hier und dort und: Die Suche nach den vielen bunten Ostereiern im Garten! Natürlich gab es auch ein paar schöne Geschenke, einen Stoffhasen beispielshalber und viele, viele Leckereien...
Den Besuchern von Gerdas Seite wünsche ich ein friedvolles Osterfest, das Sie und Ihre Lieben weiterhin verschont bleiben
vom Virus und mit etwas Zuversicht in die Nachösterliche Woche gehen. Wir werden auch wieder schönere Osterfeiertage erleben.
Heute vor 95 Jahren wurde Gerdas Ehemann Franz geboren. (siehe auch zum Tage die Seite von Franz Steinhardt)
Die Geburtstage meines Vaters hat Gerda immer besonders schön gestaltet, ich erinnere mich an viele, viele Gäste, leckerste selbstgemachte Torten und zum Abend ein kaltes Buffet. Franz
wurde ja nur 59 Jahre alt, 11 Tage vor seinem 60. Geburtstag
verstarb er an einem Herzinfarkt, ich war gerade 16 Jahre alt geworden.
Das Gerda ihren Mann nur knapp 8 Jahre überleben würde, hätte sich damals nie jemand vorstellen können.
Für Gerda war der 15. März, vor 35 Jahren, ein sehr schmerzlicher Tag. Ihr Mann, unser guter Vater (im Bild oben) starb plötzlich und unerwartet mit 59 Jahren an einem Herzinfarkt.
Eine Zusammenfassung dieses Tages finden Sie heute auf der Gedenkseite von Franz Steinhardt - als Text zur Gedenkkerze von heute.
Das Leben von Gerda und auch mir als Sohn war fortan ein anderes, vieles, vieles veränderte sich ex abrupto.
So allmählich, ab dem Beginn des Märzen, blühte Gerda langsam auf. Gott sei Dank! sagte sie immer, der Winter ist fast vorbei! Ich freue mich so auf den Frühling! Sie war ja ein absolutes Sommerkind, der Frühling weckte Ihre Lebensgeister. Obwohl ich soviel mit meiner Mutter gemeinsam hatte, liebe ich den Herbst und den Winter mehr. Aber ich vestehe durchaus die Freude der meisten Menschen über das beginnende Frühjahr.
Dazu ein Gedicht, welches Gerda bestimmt gefallen hätte:
Frühling
von Theodor Fontane
Nun ist er endlich kommen doch
In grünem Knospenschuh;
„Er kam, er kam ja immer noch“,
Die Bäume nicken sich’s zu.
Sie konnten ihn all erwarten kaum,
Nun treiben sie Schuss auf Schuss;
Im Garten der alte Apfelbaum,
Er sträubt sich, aber er muss.
Wohl zögert auch das alte Herz
Und atmet noch nicht frei,
Es bangt und sorgt: „Es ist erst März,
Und März ist noch nicht Mai.“
O schüttle ab den schweren Traum
Und die lange Winterruh:
Es wagt es der alte Apfelbaum,
Herze, wag’s auch du.
Ein Wintergedicht, passend zu dem schon seit Tagen hier hohem Schnee im Ruhrgebiet, worauf (ich) schon 10 Jahre wartete. Gerda hingegen war solch ein Wetter sicherlich ein Greuel...daher ist vielleicht dieses Gedicht eher passend, als ein Lobgesang...
Winterlandschaft
von Friedrich Hebbel *18. März 1813 in Wesselburen (Schleswig-Holstein) + 13. Dezember 1863 in Wien
Unendlich dehnt sie sich, die weiße Fläche,
bis auf den letzten Hauch von Leben leer;
die muntern Pulse stocken längst, die Bäche,
es regt sich selbst der kalte Wind nicht mehr.
Der Rabe dort, im Berg von Schnee und Eise,
erstarrt und hungrig, gräbt sich tief hinab,
und gräbt er nicht heraus den Bissen Speise,
so gräbt er, glaub ich, sich hinein ins Grab.
Die Sonne, einmal noch durch Wolken blitzend,
wirft einen letzten Blick aufs öde Land,
doch, gähnend auf dem Thron des Lebens sitzend,
trotzt ihr der Tod im weißen Festgewand.
Herzlichen Dank an die beiden Besucherinnen für die beiden Kerzen und schönen Worte!
Am 18. Januar vor 27 Jahren fand die Trauerfeier für unsere Mutter statt, die mit 63 Jahren, nach schwerer Herzkrankheit
viel zu früh von uns ging. Es war ein klarer, kalter Wintermorgen mit Rauhreif, und während der Zeremonie schönstem Sonnenschein. Zunächst fand am noch dunklen Morgen das Requiem im Rahmen einer Eucharistiefeier in der kath. Kirche St. Josef Gladbeck-Rentfort statt. Die Heilige Messe zelebrierte Pastor Norbert Hoffmann, ein Original, ein Priester zum anfassen, ein Menschenfischer.
Nach der Eucharistiefeier, bei der Pastor Hoffmann (auch Buchautor, meine Empfehlung, Wikipedia) wohltuende, tröstende Worte fand, ging die aufgrund Gerdas großen Bekanntheitsgrades immense Anzahl von Trauergästen geschlossen zum direkt neben der Josefskirche gelegenem Friedhof Gladbeck-Rentfort.
Direkt hinter dem Pastor ging ich mit meinem kleinen Neffen ganz voran. Beim Tod seiner Oma Gerda war er gerade 8 Jahre alt. Der jüngste Enkel und ich als jüngster Sohn schritten Hand in Hand voran, die kalte, aber doch tröstende Wintersonne schaute zwischen den hohen Baumwipfeln neugierig heraus. Einige Rabenkrähen begleiteten uns mit ihrem klagenden, fast schluchzenden Lauten.
Während der Zeremonie am Grab schaute ich grundsätzlich nur in die Sonne, stellte mir vor, das unsere Mutter uns jetzt vielleicht von oben zusieht. Auf jeden Fall hatte ich in diesem Moment der Zeremonie jede Menge Fantasien, die mich von den Endzeitstimmungs-Gedanken ferne führten...am späten Nachmittag, die Sonne setzte sich gerade, ging ich noch einmal - alleine - zum Grab meiner Mutter. Zuvor, am fühen Nachmittag ging ich noch mit meinen Verwandten zum Grabum die ersten Kerzen am Ihrem frischen Grab anzuzünden. Ich wollte unbedingt in der beginnenden Dämmerung einmal allein sein am Grab. Die Sonne, die am Morgen zur Trauerzeremonie am Grabe so tröstend zusah, ging langsam unter, müde vom anstrengenden Tage, wie ich auch. Ich schaute mir eine Weile diesen Untergang an, wie ich am Morgen auch aufschaute bei ihrer beginnenden Runde. Es war ein so lichterfüller Januartag - ganz, wie Gerda ihn sich mit Sicherheit für Ihre Trauerfeier gewünscht hätte. Ich dachte mir, nun bist Du dort oben, da irgendwo, wo die Sonne auch ihre Bahnen zieht...
Es ist wunderschön wenn man sieht das auch nach so langen Jahren die Bindung doch so stark ist und eine Mutter nicht vergessen wird das ist nicht selbstverständlich
Ruhe in Frieden
Den Angehörigen alle Kraft der Welt
Gerda starb am 11. Januar 1994 um 22.05 h. Wir alle hatten die Hoffnung, das es trotz ihrer schweren Herzkrankheit doch noch Rettung gibt, eine baldige Operation, bei der ihr neue Herzklappen eingesetzt werden sollten - ein neues Herz war sogar die wahrscheinlichere Option. An diesem Tage, dem 11. Januar 1994, bekam ich um ihre Todesstunde herum ein ganz bedrückendes Gefühl. Ich wurde sehr traurig und hatte den Eindruck, das sie an diesem Abend könnte sterben. Ich war noch am frühen Abend bei ihr im Hospital zu Besuch. Es gab keine Verbesserung zu den Vortagen. Mit ihrem Tod rechnete ich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht. Um 22 Uhr, Minuten vor ihrem Tod, saß ich noch mit einem Freund in einer im Ort bekannten Schüler- und Studentenkneipe zusammen und sprach zu ihm: Mir ist so eingenartig zumute, ich muss gerade ganz stark am meine Mutter denken und eine große Traurigkeit kommt in mir auf...ich habe ein ganz schlechtes Gefühl...danach sagte ich nur noch zu ihm: Ich kann nicht mehr weiter sprechen... - wenig später ging ich allein nach Hause - und das Telefon schellte. Es ereilte mich die Nachricht vom Hospital, das unsere Mutter, Gerda Sophia, um 22:05 h verstorben sei. - Leider wollten meine Brüder, denen ich anschliessend die traurige Nachricht telefonisch überbrachte, nicht noch mit mir zum Hospital gehen, um die Mutter ein letztes Mal zu sehen. Man muss das respektieren, aber ich fühlte mich dadurch als jüngster der Brüder völlig im Stich gelassen, alleine mit der Situation. - Meine Mutter lag im Zimmer des Hospitals aufgebahrt, eine Kerze stand neben einem Kruzifix auf dem Tisch und erhellte diffus den Raum. Die Athmosphäre war ein Widerspruch in sich - unwirtlich, aber auch trostreich, verstörend aber beschaulich, warm und kalt zugleich. Hoffnung nehmend und Hoffnung gebend. Eine halbe Stunde verbrachte ich in dem Sterbezimmer, sprach zu meiner Mutter. Ich dankte Ihr für eine wundervolle Zeit, Kindheit, Jugend, sagte Dinge, welche man oft zu Lebzeiten vergisst zu sagen. Vieles, was ich dort gesprochen habe, entfiel mir bereits Stunden später, der Ausnahmesituaton geschuldet. Nachdem ich um das Sterbezimmer verließ, nahmen mich die beiden netten Nachtschwestern mit in ihren Aufenthaltsraum. Sie taten mir sehr gut, wir tranken Kaffee und sie gaben mir eine Zigarette. Zu diesem Zeitpunkt rauchte ich gar nicht, aber ich nahm diese und eine weitere dankend an. Die Schwestern waren so fürsorglich, so nett, und fragten viel über meine Mutter, ich erzählte aus Ihrem Leben. Es war mittlerweile weit nach Mitternacht, und ich danke heute noch diesen beiden Schwestern, die mich in dieser extremen Situation aufgefangen haben. Nach einer schlaflosen Nacht fuhr ich am Morgen zu meinem ältesten Bruder, ich erinnere mich, das ich gar nicht verstand, warum denn jetzt die Sonne so wunderbar scheinen konnte...mein Kosmos war untergegangen und es regnete nicht Hund und Katz? Aber die Sonnenstrahlen taten natürlich auch gut. - Ein Jahr später, am 11. Januar 1995, besuchte ich am Nachmittag das Grab unserer Mutter. Der erste sich jährende Todestag ist natürlich etwas sehr spezielles, das kennen so viele von Euch sicherlich auch. Gelinde gesagt geht einem an diesem Tage natürlich ganz und gar nicht gut. Am Nachmittag besuchte ich mit meinen Verwandten das Grab unserer Mutter, legte Blumen nieder, zündete Kerzen an. Jener Tag, der nun 1 Jahr zurücklag, lief immer wieder und immer wieder wie ein Film vor meinen Augen ab. Ich entschloss mich, zur Todesstunde ab 22 h noch einmal zu ihrem Grab zu gehen. Warum nicht. Ich wohnte derzeit um die Ecke des Friedhofs, konnte hinlaufen. Es ging mir eh schlecht an diesem Tag - dann konnte ich mir dies auch ruhig noch antun - um 22 h, als ich den Friedhof in Gladbeck-Rentfort betrat, begann es furchtbar zu regnen und etwas zu hageln. Um 22:05 h, ihrer exakten Sterbeuhrzeit, stand ich vor ihrem Grab, nochmals mit einer Kerze in der Hand, die ich anzünden wollte, und es hörte ex abrupto auf zu regnen und der Himmel tat sich ganz rasch über den Gräbern wieder auf - man sah durch die große klaffende Wolkenlücke die schönsten Sterne funkeln. Das gab mir Hoffnung, wie ein Signal vom Himmel, ein Zeichen unserer Mutter. Und ich musste sogar lächeln statt ganz traurig zu sein, denn es verfehlte ganz und gar nicht seine Wirkung. Ich dachte mir: Ja, Du bist da drüben. Da oben. Da irgendwo. Da wo die schönsten Sterne sind, und einer von denen bist Du, guter Mutter! Ob es Zufall war oder nicht - ich werte es aber schon als Zeichen, da es exakt auf die Minute passte...ein schöner Trost!
Ich erinnere mich an viele tolle Silversterfeiern meiner Kindheit, die Gerda immer ganz besonders schön zu gestalten wusste. Eher ein bisschen amerikanisch als typisch deutsch, mit gemeinsamen Gesang um Mitternacht und Wunderkerzen.
Den Besucher*innen von Gerdas Seite wünsche ich nach diesem furchtbaren Jahr für das kommende Jahr 2021 vor allem Gesundheit und Zuversicht. Alles Liebe!
Jahreswechsel
von Fritz Kukuk
*09.06.1905 in Himmighausen, heute Stadt Nieheim, Ostwestfalen
+ 24.12. 2987 in Himmighausen
Verwandt mit meiner Partnerin
Die Zeit vergeht. Die Uhr rückt vor
und wieder öffnet sich ein Tor
zu einem neuen Jahr.
Sehnsüchtig schaust du in das Licht,
das dir daraus entgegen bricht,
So hoffnungsvoll und klar.
Das alte Jahr verebbt, verrint,
verfliegt mit dem Dezemberwind
in uferlose Weiten.
Was es dir auch an Wunden schlug
und was dein Herz an Weh ertrug,
war nur ein Wegbereiten.
Wie immer zur Weihnacht die schöne Geschichte, welche sich am 24.12.1976 zutrug - hierzu finden Sie unter der Rubrik Bilder ein Foto von Gerdas Katze, unserer Mieze sowie das damals festlich geschmückte Wohnzimmer an Heiligabend 1976....
Diese Weihnacht wird für uns alle eine sehr einschneidende, eine Weihnacht, wie wir sie noch nicht erlebt haben. Gerade deshalb erinnere ich mich besondes gerne an die schönen Weihnachten meiner Kindehiet und ganz speziell an diese!
24.12.1976: Ich war 6 Jahre alt, ich erinnere mich an einen kalten Tag, aber schneefrei. Niemand durfte vor der Bescherung ins Wohnzimmer gehen, und doch lukte ich als Kind oft heimlich durch das Schlüsselloch, konnte die Lichter am Baume sehen und einen Teil der Geschenke, die unter dem festlich geschmückten Christbaum lagen. Irgendwann klang ein Glöckchen. Ich weiß bis heute nicht, wer es immer aus meiner Familie läutete, denn ich verlor in meiner Aufregung auch ein wenig den Überblick. Meine Mutter Gerda hatte am späten Nachmittag das Wohnzimmer schon festlich geschmückt und bei Einbruch der Dämmerung warme und kalte Speisen für den Abend zubereitet - das ganze Haus war schnell erfüllt von dem leckerem Duft.
Ich war schon unglaublich aufgeregt, schaute zur „Entspannung‘‘ die Sendung „Wir warten aufs Christkind“ und freute mich auf mein erstes Kettcar, welches ich mir sehnsüchtig gewünscht habe.
Kurz vor der Bescherung maunzte ein kleines, schwarzes Ding vom Fenstersims, schaute mit ihren großen grünen Augen in das Küchenfenster herein als ob sie sagen würde:
"Es riecht sooo lecker! Gebt mir doch auch ein Stück ab von diesen köstlichen Speisen" -
"EINE KATZE! EINE KATZE!" Wir Kinder waren außer uns vor Freude. "Da sitzt eine kleine Katze an unserem Fenster! Ach, lasst sie uns doch hinein holen!" - Unsere Eltern waren zunächst dagegen, was man als 6-jähriger Junge natürlich nicht nachvollziehen kann.
Mutter fügte noch hinzu: "Wer weiß, wo sie herkommt! Wem sie gehört! Vielleicht ist sie krank!‘‘
Nichts desto trotz liefen wir Kinder rasch nach draußen, nahmen die kleine schwarze Katze auf den Arm und streichelten sie. Heimlich trugen wir sie in den Hausflur, gaben ihr etwas Milch. Sofort taufte ich sie auf den Namen Mieze. Vom älteren Bruder kam keinerlei Einspruch...also ab sofort hieß sie „Mieze!“
Mieze, welche sich von nun an immer in der Nähe unseres Hauses aufhielt, kam in den folgenden Weihnachtstagen immer wieder zu uns, maunzte schon morgens früh auf dem Fenstersims und schaute in die Küche. Ich rannte sofort hinaus um Mieze zu streicheln, mit ihr im Garten zu spielen, sie folgte mir auf Schritt und Tritt.
Manchmal ließen wir Kinder Mieze heimlich ins Haus und fütterten sie und wir zeigten ihr jeden Raum...
Von diesem Tag an, dem 24.12.1976, blieb Mieze bei uns. Warum sie uns an Heiligabend zulief, ob sie jemand ausgesetzt hatte - blieb etwas nebulös. Es gab die Mutmaßung, das ein uns gut bekannter Verkäufer des hiesigen Supermarktes die kleine Katze ganz bewusst an Heilgabend bei uns aussetzte. Er sprach er uns im Herbst im Markt an, ob wir nicht eine kleine Katze haben möchten - seine Katze hatte einen Wurf. Meine Eltern wollten dies aber nicht…
Clever, die Katze am Heiligen Abend in einem Haushalt mit Kindern quasi als Geschenk auf unser Küchenfenstersims zu setzen…vielleicht auf die „Barmherzigkeit“ der Eltern zu hoffen…klappte ja auch…zumindest wenig später…
Nach ein paar Wochen stimmten unsere Eltern zu, das Mieze bei uns bleiben durfte. Was für eine Freude für mich, für uns! Mieze lebte viele Jahre bei uns, sie war eine Draußen & Drinnen-Katze. Sie wurde meine beste Freundin, die gesamte Kindheit über. Was hat sie mir Freude bereitet, uns allen! Natürlich hatte auch Gerda Sophia sehr viel Spaß mit unserer Mieze. So ein liebes Wesen und von so hoher Intelligenz.
Mieze gebar einige Junge, wir gaben sie später an andere Familien ab, einmal durfte ich 2 Kater behalten - einer blieb bei uns, das andere Tier wurde zum Wohnungskater meines ältesten Bruders.
Wunderschön als Kind, kleine Katzen aufwachsen zu sehen, wie sie die Mutterkatze lehrt, sie im Garten im Sonnenschein herumtollen...
Manchmal begleitete Mieze mich morgens zur nahen Grundschule, schlich unauffällig in einem gewissen Abstand hinter mir her - manchmal wartete sie schon auf mich an unserer Haustür nach dem Schulunterricht, kam mir maunzend entgegen...
Wie schon oben erwähnt: Unter der Rubrik Bilder findet ihr, finden Sie ein Bild von unserer Mieze...und das damals festlich geschmückte Wohnzimmer an Heiligabend 1976.
Die Katze die an Weihnachten kam - hat meine große Liebe besonders zu Katzen, aber auch zu allen Tieren sicherlich geprägt.
Ich hoffe, wir sehen auch alle unsere lieben Haustiere eines Tages einmal wieder - ich freue mich auf Mieze!
Allen, die in diesen Tagen auf Gerdas Gedenkseite zu Gast waren und diese Geschichte gelesen haben, wünsche ich trotz der derzeit furchtbaren Lage eine schöne und gesegnete Weihnacht. Falls sie aktuell oder früher einen lieben Menschen verloren haben, an den sie an diesem Heiligen Abend, an diesen Weihnachtstagen besonders viel denken, sie/ihn gerade an den Weihnachtstagen furchtbar vermissen, wünsche ich viel Kraft. Ich wünsche mir, das sie in den kommenden Tagen viel Liebe und Stärke verspüren, das sie ihren Verlust - ich hoffe im Kreise Ihrer anderen Lieben, mit einem Lächeln in den Tränen, so nenne ich es immer, ertragen können. Ich weiß nicht, ob sie ein gläubiger Christ sind oder nicht, das spielt auch keine Rolle, zumindest ich glaube fest daran, das der Mensch, um den sie trauern, heute auch bei Ihnen ist. Irgendwie. Er/Sie ist nicht weg, sondern anwesend, nur nicht sichtbar. Und möchte nicht, das sie trauern, sondern lächeln - trotz Tränen im Gesicht, im Weihnachtssturm dieser für uns alle schrecklichen Tage. Alles Liebe für Sie!
Ich erinnere mich gerne zurück als Kind, an den Nikolausabend.
Es war fast so aufregend wie der Heilige Abend, schließlich gab es ja neben den Naschereinen ein oder zwei kleine Geschenke, beispielshalber ein kleines Spielzeugauto. Gerda, meien Mutter rief gen Dämmerung gespielt aufgegeregt: Der Nikolaus! Ich glaube ich habe draußen den Nikolaus gesehen! Nun, das einzig erschreckende darran war, das die Nikolausmaske, die mein Vater trug, sehr gruselig aussah. Eine Maske aus Plastik, heute würde man diese gut in einem Horrorstreifen verwenden können...mein Vater trat nah an das Wohnzimmrfenster heran und blickte rein, bis ich 5 Jahre alt war, hielt ich diese Gestalt mit der furchteinflößenden Maske wirklich für den Nikolaus...die Geschenke entschädigten dann doch für den kleinen Schrecken...
Gerda mochte diesen Monat so gar nicht. Nass und grau, stürmisch und kalt. Allein wenn sie zum Fenster ging und einen Blick nach draußen riskierte, schüttelte Gerda sich mit einem ausstossenden Laut der Unbehaglichkeit. Ich friere schon allein, wenn ich nur raussehe! sagte meine Mutter meistens. Nun, einem Kind des Sommers konnte man diesen Monat so gar nicht schmackhaft machen. Es sei denn - wie momentan - sich der November von seiner allerbesten Seite zeigte. Seit Tagen haben wir strahlend schönes Wetter, das difuse Herbstlicht der tiefstehenen Sonne taucht gen Abend die Bäume in ein surreales Licht, welches sich am liebsten verstecken möchte vor den kommenden Monaten. Gerda war heilfroh, wenn es damals einen sonnigen Ausnahme-November gab. Gut, wie die meisten Menschen wohl auch. Ich finde es auch sehr schön derzeit, allerdings macht mir als geborenes und überzeugtes Winterkind stürmisches Novemberwetter nichts aus. Es trübt nicht meine Stimmung. Das habe ich wohl von meinem Vater geerbt...
Jetzt ist er da, der Oktober - der Monat, der für Gerda der endgültige, schmerzhafte Abschied ihres geliebten Sommers war - ich als Sohn zelebriere den 01. Oktober wie die meisten den 01. Mai - mein geliebter Herbst hat begonnen...
Oktoberlied
von Theodor Storm
*14.09.1817 in Husum
+04.07.1888 in Hanerau-Hademarschen
Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!
Und geht es draußen noch so toll,
Unchristlich oder christlich,
Ist doch die Welt, die schöne Welt,
So gänzlich unverwüstlich!
Und wimmert auch einmal das Herz –
Stoß an und lass es klingen!
Wir wissen’s doch, ein rechtes Herz
Ist gar nicht umzubringen.
Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!
Wohl ist es Herbst; doch warte nur,
Doch warte nur ein Weilchen!
Der Frühling kommt, der Himmel lacht,
Es steht die Welt in Veilchen.
Die blauen Tage brechen an,
Und ehe sie verfließen,
Wir wollen sie, mein wackrer Freund,
Genießen, ja genießen!
Hier ein heiteres Gedicht über das Alter(n) von Fritz Kukuk, 1905 geboren in Himmighausen (heute zur Stadt Nieheim in Ostwestfalen gehörend), gestorben 1987 ebenfalls in Himmighausen. Es gibt von Seiten der Familie meiner Partnerin ein Verwandtschaftsverhältnis zu Fritz Kukuk.
Das ist Seltsam mit dem Alter!
von Fritz Kukuk (1905-1987)
Wenn man zehn ist und noch Kind,
weiß man glasklar, dass das Alter um die zwanzig rum beginnt.
Ist man aber selber zwanzig,
denkt man nicht mehr ganz so steif,
glaubt jedoch, genau mit vierzig ist man für den Sperrmüll reif.
Vierziger; schon etwas weiser
und vom Lebenskampf geprägt,
haben den Beginn des Alters auf Punkt sechzig festgelegt.
Sechziger, mit Hang zum Grübeln,
sagen dumpf wie ein Fagott,
achtzig ist die Altersgrenze und von da an sei man Schrott.
Doch die Achtziger, die Klugen,
denken überhaupt nicht dran,
leben, lieben, lachen weiter, Alter fängt mit hundert an.
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Seit 1934 schrieb Fritz Kukuk hauptsächlich Gedichte und erlangte mit seinen Werken überregionale Bekanntheit. Darüber hinaus fand sein Werk aber auch internationale Anerkennung: So wurde Fritz Kukuk u. a. die Ehre zuteil, im Jahre 1980 vom Nestor der schwedischen Germanistik für den Literatur-Nobelpreis vorgeschlagen zu werden. Ehrenamtlich war Fritz Kukuk als Consul de Mexico für Westfalen tätig.
Gerda hätte dieses schöne Gedicht mit Sicherheit sehr gefallen!
Ein heiteres Gedicht von Kästner, passend zum Altweibersommer
und diesem heißen Septembertag heute, welches Gerda sicherlich gefallen hätte. Vielleicht kannte sie es ja auch?
Der September
von Erich Kästner (* 23.02.1899 in Dresden, +29.04.1974 in München)
Das ist ein Abschied mit Standarten
aus Pflaumenblau und Apfelgrün.
Goldlack und Astern flaggt der Garten,
und tausend Königskerzen glühn.
Das ist ein Abschied mit Posaunen,
mit Erntedank und Bauernball.
Kuhglockenläutend ziehn die braunen
und bunten Herden in den Stall.
Das ist ein Abschied mit Gerüchen
aus einer fast vergessenen Welt.
Mus und Gelee kocht in den Küchen.
Kartoffelfeuer qualmt im Feld.
Das ist ein Abschied mit Getümmel,
mit Huhn am Spieß und Bier im Krug.
Luftschaukeln möchten in den Himmel.
Doch sind sie wohl nicht fromm genug.
Die Stare gehen auf die Reise.
Altweibersommer weht im Wind.
Das ist ein Abschied laut und leise.
Die Karussells drehn sich im Kreise.
Und was vorüber schien, beginnt.
Als heute vor 37 Jahren Gerdas erster Enkel Lars geboren wurde, war noch nicht abzusehen, das Gerda, gerade 53 Jahre alt, nur 10 Jahre Ihren Enkel begleiten konnte. Aber es war für Sie eine erfüllende Zeit, was hat sie ihren kleinen Enkel geliebt. 3 Jahre nach Lars Geburt
bekam Gerda einen zweiten Enkel - das Großmutter-Glück war perfekt. Eine perfekte Zeit - bis Gerda, eigentlich ja noch eine Oma in den besten Jahren, mit 63 starb. Die Enkel waren zu diesem Zeitpunkt 10 und 7 Jahre alt.
Morgen vor 37 Jahren wurde Gerdas 1. Enkel Lars geboren, am 09.09.1983. Was war das für eine Freude! Gerda war zu dem Zeitpunkt 53 Jahre alt. In der Nacht des 09. Septembers erhielten wir einen Anruf von meinem ältesten Bruder, das Gerdas erster Enkel geboren wurde und wohlauf ist. Fortan begann für die ganze Familie Steinhardt eine wunderschöne und aufregende Zeit. Ich, der 3. und jüngste Sohn
Gerdas wurde mit 13 Jahren Onkel. Was war ich stolz, was war ich glücklich, einen kleinen Neffen zu haben! Da wir uns im Prinzip fast jeden Tag sahen, war Lars für mich auch wie ein kleiner Bruder, den
ich mir als Letztgeborener immer wünschte...
Ein Gedicht zum Septermberbeginn zum Gedenken an Gerda.
Was für Sie datumsmäßig der erste wehmütige Abschied von
ihrem geliebten Sommer war, ist für mich der Beginn meiner Zeit
Septembermorgen
von Eduard Mörike, * 1804 in Ludwigsburg, + 1875 in Stuttgart
Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.
Ein Sommergedicht, das sicherlich Gerda sehr gefallen hätte.
Wie freu ich mich der Sommerwonne!
(v. August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, 1798-1874)
Wie freu ich mich der Sommerwonne,
Des frischen Grüns in Feld und Wald,
Wenn`s lebt und webt im Glanz der Sonne
Und wenn`s von allen Zweigen schallt!
Ich möchte jedes Blümchen fragen:
Hast du nicht einen Gruß für mich?
Ich möchte jedem Vogel sagen:
Sing, Vöglein, sing und freue dich!
Die Welt ist mein, ich fühl es wieder:
Wer wollte sich nicht ihrer freun,
Wenn er durch frohe Frühlingslieder
Sich seine Jugend kann erneun?
Kein Sehnen zieht mich in die Ferne,
Kein Hoffen lohnet mich mit Schmerz;
Da wo ich bin, da bin ich gerne,
Denn meine Heimat ist mein Herz.
Heute vor 90 Jahren wurde Gerda in als erstes Kind der
Eheleute Wilhelm und Theresia Remiorz (bei Interesse siehe
Gedenseiten) in einem Zechenhaus in Gladbeck-Schultendorf
geboren.
90 Jahre wäre sie heute - und nur 63 Jahre alt wurde Gerda.
Ihre etwas jüngere Schwester ist 88 Jahre alt und erfreut
sich noch erstaunlicher körperlicher und geistiger Fitness.
Ich besuchte heute schon in der Früh das Grab von Gerda
auf dem Friedhof Gladbeck-Rentfort um auch real eine Kerze
anzuzünden und einen Blumenstrauß auf das Grab zu stellen.
Da die Ruhefristen der Einzelgräber auf diesem Friedhof noch
bei 30 Jahren liegen, wird Gerdas Grab erst in 4 Jahren eingeebnet.
In der Früh, vor dem Friedhofsbesuch, fuhr ich an meinem
Elternhaus in Gladbeck-Ellinghorst vorbei, und einige Gedanken
zu diesem besonderen Tag schossen mir durch den Kopf.
Was wäre wenn...sie noch leben würde...denn 90 Jahre alt zu werden
ist ja nicht sooo unwahrscheinlich...ich kenne noch einige 90-jährige...
dann würden wir heute unsere Jubilarin groß feiern, sie könnte mit
ihrer Schwester ein schönes Quätschchen halten. Ihre 3 Söhne, 3
Enkel und eine ganz kleine Urenkelin würden sie hoch leben lassen.
Leider ist es nicht mehr so. Aber schön, das wir Menschen die Gabe
der Vorstellung haben, uns Dinge auszumalen, wie sie wären,
wenn nicht...wenn doch...ein wenig tröstlich an diesem besonderen Tag...
Für Gerda, das ausgesprochene Sommerkind, war meines Erachtens der Juli, ihr Geburtsmonat, der schönste im ganzen Jahr.
Sie zelebrierte den Sommer wie einen ewigen Tanz durchs warme Sonnenlicht.
Als ihr Sohn, der sehr viel mit ihr gemeinsam hat(te) wurde ein Herbst- und Winterkind, der hingegen die Kühle, den Wind, den Schnee und die dunklere Jahreszeit feiert. Vielleicht da ich im Januar geboren bin...?
Hier ein, wie ich finde, schönes kleines Sommergedicht von Heine, das Gerda bestimmt gefallen hätte:
Es schauen die Blumen alle
Heinrich Heine
Es schauen die Blumen alle
zur leuchtenden Sonne hinauf;
es nehmen die Ströme alle
zum leuchtenden Meere den Lauf.
Es flattern die Lieder alle
zu meinem leuchtenden Lieb
nehmt mit meine Tränen und Seufzer,
ihr Lieder, wehmütig und trüb!
Gerda liebte den Sommer über alles. War der Juni verregnet, so war
sie sehr melancholisch wie im Herbst oder Winter. Jetzt hat man schon die schönste Jahreszeit - und was ist das? Ein Wetter wie Ende September! Und dieser ist schneller da, als man schauen kann - dies wäre sicherlich ein Satz, den Gerda von sich gegeben hätte. Auch die langen Sommerabende genoss Gerda gerne lange in ihrem Garten, zählte mit mir freudestrahlend wie selbst ein Kind die Glüh- würmchen in den Himbeerhecken...
Leuchtkäfer ziehen durch die Juninacht
von Max Dauthendey
Leuchtkäfer ziehen durch die Juninacht
wie Blicke, die ins Dunkel fliehen,
ist dort im Abendlaub ein sacht Gefunkel -
Leuchtkäfer ziehen durch die Juninacht.
Ich möchte mich ins Gras hinknien
still wie ein Schäfer, der die Welt vergisst
und nur ein Traum bei hellen Blicken ist,
von denen keiner Dir am Tage lacht;
die nur in vager Heimlichkeit entstehen
und über schwüle Abendwiesen gehen,
von einer heißen Nacht zur Welt gebracht.
Ich hab zu jenen Blicken ein Gesicht erdacht
von zager Schönheit, dass der Tag nicht wagt
mehr aufzusehen, und allein die Nacht
tastend mit sachten Lichtern sucht und fragt.
Ich denke Gerda hätte stark verunsichert auf die derzeitige weltweite Krise reagiert. Sie hätte unter der Situation psychisch sehr gelitten. Ein so harmoniesüchtiger Mensch wie sie wäre aus dem bunten Garten Eden in die irdische Hölle gefallen. Sie wäre vor Sorge, das sich eventuell ein Familienmitglied, ein Kind wo anstecken könnte pur verzweifelt. Aber Gerda war eine sehr starke Frau und wäre nach einiger Orientierungszeit in dieser Krise über sich hinausgewachsen, wäre für andere, z.b. ältere Nachbarn, da gewesen, für sie eingekauft, zum Arzt begleite und auch anderweitig unterstützt. Sie dient mir in dieser Zeit als Vorbild, ich mache das, was auch sie getan hätte.
Liebe Leser von Gerdas Seite, bleiben Sie und Ihre Lieben weiterhin bei guter Gesundheit!
Sprach man Gerda auf den bevorstehenden Muttertag an, so lehnte sie diesen vehement ab. Sie vertrat die Meinung, das es grotesk und unwürdig sei, eine Mutter für die ganze Arbeit im Haushalt nur einmal im Jahr hochleben lässt, beschenkt und beweihräuchert. Wenn, dann sollten solche Aufmerksamkeiten mindestens einmal im Monat stattfinden, an dem der Mutter gedankt wird, die Arbeit abgenommen und sie Geschenkchen bekommt. Ich finde sie hatte vollkommen Recht. Kinder versorgen, einkaufen, kochen, putzen, waschen, bügeln, aufräumen...den ganzen Tag...und mit Verlaub, ein einziger Tag im Jahr ist Muttertag?
Die Erinnerung an viele wunderbare Osterfeste mit meiner Mutter Gerda bleibt für immer tief in mir. Nun, mir ist an diesem kommenden, sehr besonderen Osterfest 2020 nicht nach Fröhlichkeit zumute, man kann nicht alle Lieben treffen, keine Osternachtsesse mit anschließendem Osterfeuer uns Singen bei einem Glas Wein und kleinen Häppchen wie im letzten Jahr. Er wird alles anders. Daher verwende ich das Wort Frohe Ostern nicht in diesem Jahr.
Ich wünsche Ihnen, die Sie vielleicht hier gerade Gerdas Kerze entdecken, ein besinnliches, gesegnetes und gesundes Osterfest!
Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier....
Markus 16,6
Gräßlich preisen Gottes Kraft
Pestilenzen, würgende Seuchen,
Die mit der grausen Brüderschaft
Durchs öde Tal der Grabnacht schleichen.
Bang ergreifts das klopfende Herz,
Gichtrisch zuckt die starre Sehne,
Gräßlich lacht der Wahnsinn in das Angstgestöhne,
In heulende Triller ergeußt sich der Schmerz.
Raserei wälzt tobend sich im Bette -
Giftger Nebel wallt um ausgestorbne Städte,
Menschen - hager - hohl und bleich -
Wimmeln in das finstre Reich.
Brütend liegt der Tod auf dumpfen Lüften,
Häuft sich Schätze in gestopften Grüften -
Pestilenz sein Jubelfest.
Leichenschweigen - Kirchhofstille
Wechseln mit dem Lustgebrülle,
Schröcklich preiset Gott die Pest.
Friedrich von Schiller
Der Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habet durch die Kraft des heiligen Geistes.
Psalm 71,17



