Gedenkkerzen | Seite 5
Kerze anzündenHier sehen Sie alle 404 Gedenkkerzen, welche für Gerda Sophia Steinhardt angezündet wurden. Entzünden auch Sie eine Gedenkkerze.
Mein Bruder, Gerdas ältester Sohn Axel ist am 12. Dezember, einen Tag nach seinem Geburtstag, völlig unerwartet verstorben. Dieses Weihnachten steht damit im großen Zeichen der Trauer. Man kann es nicht begreifen. Da es ein Urnenbegräbnis wird, steht ein Termin der Trauerfeier auch noch nicht fest. Meine Gedanken sind bei seiner Ehefrau, seinen beiden Söhnen und seinem kleinen Enkel.
Diese Gedenkkerze ist Gerda, aber auch Axel gewidmet. Über ein Beerdigungsinstitut wurde eine Trauerseite, auch mit der Möglichkeit zum Entzünden einer Kerze, angelegt. Daher werde ich nicht ohne eine Erlaubnis einzuholen, hier in diesem Forum eine Seite anlegen bzw. werde zu einem späteren Zeitpunkt eventuell seine Söhne dazu anregen.
Dieses Weihnachten werde ich daher nicht die schöne, fröhliche Geschichte aus der Kindheit, welche ich bisher immer zur Weihnacht zur Gedenkkerze veröffentlicht habe, erneut schreiben.
Allen, die auch an diesem Weihnachtsfest trauern, wünsche ich einfach nur viel Kraft, diese Tage zu überstehen.
Gerdas Sohn, mein ältester Bruder Axel ist gestern unerwartet verstorben. Er feierte am Samstag noch seinen 70. Geburtstag, einen Tag später verstarb er. Es ist unfassbar, nicht zu begreifen. Zur letzten Gedenkkerze schrieb ich unten im Text noch etwas anlässlich seines Geburtstages über ihn. Leider bin ich aus familiären Gründen nicht direkt berechtigt, eine Gedenkseite zu erstellen. Vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt.
Zur Gedenkkerze ein schönes Gedicht von Rilke:
Advent
Es treibt der Wind im Winterwalde, die Flockenherde wie ein Hirt, und manche Tanne ahnt, wie balde sie fromm und lichterheilig wird; und lauscht hinaus. Den weissen Wegen streckt sie die Zweige hin - bereit, und wehrt dem Wind und
wächst entgegen der einen Nacht der Herrlichkeit.
Es ist zu erwähnen, das Gerdas ältester Sohn, mein ältester Bruder Axel, am morgigen 11.Dezember das 70. Lebensjahr vollendet. Als ich geboren wurde, war er schon 18 Jahre alt. Ich danke ihm zum 70. Geburtstag, das er der beste Bruder war, den man sich als Kind vorstellen konnte. Als ich Kleinkind war, studierte er schon in Münster und Marburg. Er hat mir jeden Wunsch erfüllt, immer mit außerordentlicher Geduld mit mir gespielt, ohne das wir jemals in meiner Kindheit und Jugend in Streit gekommen sind. Wir gingen zusammen schwimmen, zum Eislaufen, ins Fußballstadion... nun ist Gerda ältester Sohn 70 Jahre alt. Damit hat er schon das Todesalter seiner Mutter um 7 Jahre, seiners Vaters um 11 Jahre übertroffen - Gott seis gedankt!
In der Adventszeit denke ich viel an meine Mutter. Ich denke daran, wie festlich, mit welch Vorfreude Gerda uns Kinder auf das Weihnachtsfest vorbereitete. Man konnte es kaum erwarten! Jeden Tag ein Türchen
des Adventskalenders öffnen, die Tage zählen, die Nachfrage ob ich denn den Playmobil-Zirkus bekommen würde? Wenn ich lieb bin, bringt mir vielleicht das Christkind den Zirkus...ach wie lieb
ich bis zum Fest blieb...nun, ich hatte ihn auch bekommen...ein wundervolles Geschenk!
Heute zur Gedenkkerze ein Gedicht von Friedrich Wilhelm Kritzinger (1816-1890)
Es ist Advent!
Die Blumen sind verblüht im Tal,
Die Vöglein heimgezogen;
Der Himmel schwebt so grau und fahl,
Es brausen kalt die Wogen.
Und doch nicht Leid im Herzen brennt:
Es ist Advent!
Es zieht ein Hoffen durch die Welt,
Ein starkes, frohes Hoffen;
Das schließet auf der Armen Zelt
Und macht Paläste offen;
Das kleinste Kind die Ursach kennt:
Es ist Advent!
Advent, Advent, du Lerchensang
Von Weihnachtsfrühlingstunde!
Advent, Advent, du Glockenklang
Vom neuem Gnadenbunde!
Du Morgenstrahl von Gott gesendt!
Es ist Advent.
Ach, was war das schön...wenn unsere Mutter das Haus zur Adventszeit so liebevoll schmückte, ich erinnere mich an die duftenden Kerzen aus Bienenwachs, Lichterketten und Kränze
für Fenster und Türen, das Singen beim Entzünden der ersten
Kerze auf dem Adventskranz, spätestens zum 2. Advent wurden Plätzchen ausgestochen und gebacken - so das man das bevorstehende Weihnachtsfest kaum noch erwarten konnte....
Hier ein schönes Adventgedicht zur Gedenkkerze:
von Rainer Maria Rilke
* 04.12.1875 in Prag
+ 29.12.1926 in Montreux
Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus.
Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.
Rainer Maria Rilke (1875-1926)
Heute, nach diesem sonnendurchfluteten Novermbertag, zur Gedenkkerze ein Gedicht, welches ich sehr schön finde - und
Gerda sicher auch gefallen hätte.
Spaziergang
von Gustav Renner, geb. 17. 10. 1866 in Freiburg (Schlesien),
gest. 29. 05.1945 ebenda
Im Winde knarren
Die alten Föhren
Und schütteln des Regens letzte Tropfen
Auf unser Haupt;
Kein Laut zu hören,
Nur unserer Herzen leises Klopfen.
Noch einmal bricht
Aus schweren Wolken
Die Sonne hervor mit stillem Leuchten,
Im Abendlicht
Aufblüht der See
Und Stämme und Gräser, die regenfeuchten.
Dein Antlitz glüht
In Jugendröte,
In Jugendglück wie in alten Tagen.
Mir ists, als müsste
Wie damals wieder
Ich heisse, tiefe Worte dir sagen.
Die Sonne sinkt,
Und es verblassen
Auf deinem Gesicht des Abends Flammen,
Und ich denke der Jahre,
Der schweren Jahre,
Die Hand in Hand wir trugen zusammen.
Wie lange noch,
Und einer sieht
Den andern im stillen Dunkel schwinden,
Da wir, getrennt,
Uns immer suchen
Und nimmer, nimmer wiederfinden.
Zur Gedenkkerze ein Herbstgedicht, passend zum Novemberbeginn. Wie für viele so war auch für Gerda der November nicht gerade der Lieblingsmonat. Ich komme gut mit ihm klar, ich liebe den Herbst und freue mich auf die schöne Advents- und Weihnachtszeit, für mich der Höhepunkt des Jahres, den bevorstehenden Winter mit hoffentlich vielem Schnee, wie zuletzt im Januar und Februar auch in meiner Region.
Herbst
von Christian Morgenstern
Golde ward die Welt;
zu lange traf
der Sonne süßer Strahl
das Blatt, den Zweig.
Nun neig
dich, Welt, hinab
Bald sinkts von droben dir
in flockigen Geweben
verschleiernd zu -
und bringt dir Ruh,
o Welt,
o dir, zu Gold geliebtes Leben,
Ruh
Nun, als absolutes Sommerkind tat sich Gerda natürlich sehr schwer mit dem Herbst und Winter, aber mit einem wundervollen, noch recht angenehm lauen Herbsttag konnte sie das traumhaft schöne Oktoberlicht der tiefstehenden Abendsonne, welche die Wipfel wunderbar diffus anstrahlen, das bunte Farbenspiel der Blätter vor blauem Himmeslkontrast natürlich auch genießen. Passend dazu ein schönes, kleines Gedicht von Friedrich Hebbel:
Herbstbild
von Friedrich Hebbel (* 18.03.1813 in Wesselburen, (heute Bundesland Schleswig-Holstein), + 13.12.1863 in Wien)
Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.
Was Gerda zuwider war, ist mir als Sohn eine wahre Freude: Der Oktober-Beginn. Sie war das Sommerkind, ich bin ihr Herbst- und Winterkind. Endlich bist Du da, mein Oktober! Das schöne tiefstehende Abendsonnenlicht, das sich rasch bunt verfärbende Laub, das wilde Wolkenspiel mit auflebendem Wind. Dazu hier ein relativ langes Gedicht von Erich Kästner:
Der Oktober
Fröstelnd geht die Zeit spazieren.
Was vorüber schien, beginnt.
Chrysanthemen blühn und frieren.
Fröstelnd geht die Zeit spazieren.
Und du folgst ihr wie ein Kind.
Geh nur weiter, bleib nicht stehen.
Kehr nicht um, als seis zuviel.
Bis ans Ende musst du gehen,
hadre nicht in den Alleen.
Ist der Weg denn schuld am Ziel?
Geh nicht wie mit fremden Füßen
und als hättst du dich verirrt.
Willst du nicht die Rosen grüßen?
Lass den Herbst nicht dafür büßen,
dass es Winter werden wird.
Auf den Wegen, in den Wiesen
leuchten, wie auf grünen Fliesen,
Bäume bunt und blumenschön.
Sinds Buketts für sanfte Riesen?
Geh nur weiter, bleib nicht stehn.
Blätter tanzen sterbensheiter
ihre letzten Menuetts.
Folge folgsam dem Begleiter.
Bleib nicht stehen. Geh nur weiter,
denn das Jahr ist dein Gesetz.
Nebel zaubern in der Lichtung
eine Welt des Ungefährs.
Raum wird Traum. Und Rausch wird Dichtung.
Folg der Zeit. Sie weiß die Richtung.
„Stirb und werde!“ nannte ers.
Hier zur Gedenkkerze ein vielleicht "Herbstbejahenderes Gedicht" als zur letzten Kerze:
O Herbst, was ist lieblicher als deine Schritte im Tal? Was ist herrlicher, als dein Wandel auf den Hügeln? Der September ist die Zeit, Gedichte zu machen, und aus dem Leben ein Gedicht
Wilhelm Rabe (*1831 in Eschershausen, Landkreis Holzminden, + 1910 in Braunschweig. Rabe, Pseudonym Jakob Corvinius, war ein dt. Erzähler, einer der wichtigsten Vertreter des poetischen Realismus
Zwar ist das Wetter momentan gar nicht so schlecht wie die Septemberstimmung im folgenden Gedicht von Hermann Hesse, aber diese schaurig-schöne Sommer-Abschiedsstimmung versprüht doch etwas nachdenklich-melancholisches...
Der Garten trauert,
kühl sinkt in die Blumen der Regen.
Der Sommer schauert
still seinem Ende entgegen.
Golden tropft Blatt um Blatt
nieder vom hohen Akazienbaum.
Sommer lächelt erstaunt und matt
in den sterbenden Gartentraum.
Lange noch bei den Rosen
bleibt er stehen, sehnt sich nach Ruh.
Langsam tut er die großen
müdgewordnen Augen zu...
Zum 1. September hier ein kleines, bekanntes Gedicht von Eduard Mörike. Was für Gerda ein Greuel war ist für mich als Sohn eine wahre Freude: Der Herbst steht vor der Tür. Der letzte Sommermonat und erste Herbstmonat hat begonnen.
Eduard Friedrich Mörike (* 8. September 1804 in Ludwigsburg,
+ 4. Juni 1875 in Stuttgart) war ein deutscher Lyriker der Schwäbischen Schule, Erzähler und Übersetzer. Er war zudem auch evangelischer Pastor, haderte aber bis zu seiner frühen Pensionierung stets mit seinem Beruf.
Septembermorgen
Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.
Gerdas Schwester, meine Tante Dorothea, konnte gestern ihren 90. Geburtstag feiern. Letztes Jahr wäre Gerda 90 geworden. Ich sprach mit meiner Tante darüber, wie schön es gewesen wäre, wenn auch Gerda noch leben würde, mit ihr den runden Geburtstag hätte zusammen begehen können, vielleicht genauso beneidenswert fit und rüstig für das Alter wie ihre Schwester. Aber es war Gerda nicht vergönnt, vor 27 Jahren musste sie schon gehen.
Gerda hätte bei diesem verregneten Juli und August sicherlich die warme Sonne flehend herbei gesehnt. Passend dazu ein nettes, altes Gedicht von Hoffmann von Fallersleben:
Liebe Sonne, scheine wieder,
Schein die düstern Wolken nieder!
Komm mit deinem goldnen Strahl
Wieder über Berg und Tal!
Trockne ab auf allen Wegen
Überall den alten Regen!
Liebe Sonne, lass dich sehn,
Dass wir können spielen gehn!
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)
In Gedenken an die vielen Opfer der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz, NRW und auch dem BGL und anderen Teilen Bayerns ein altes Gedicht von Felix Dörmann, * 29. Mai 1870 in Wien, + 26. Oktober 1928 in Wien.
Meine Familie und ich trauern um die Todesopfer, fühlen mit den Hinterbliebenen, und bitten um Kraft und Hilfe für die unzähligen Flutgeschädigten. Auch wir, ich persönlich, kenne mehrere von der Flut geschädigte Opfer im Rheinland, dessen Hab und Gut mit den Wassermassen mitgerissen wurde.
Sturmflut
Gleichwie des Meeres Wogen dann und wann,
Den Damm zerreißend, mächtig überfluten,
Erscheinen jedem Menschen auch Minuten
Wo er sein Elend nicht verschweigen kann.
Sich selber überstürzend, naht es dann,
Aufwachen Qualen, die nur scheintot ruhten,
Vernarbte Wunden fangen an zu bluten,
Und es zerbricht des Schweigens starrer Bann.
Und wie das Meer, gepeitscht, der Stürme Spiel,
Aufrast und tobt und um Erlösung schreit,
So gellt der Mensch sein namenloses Leid
Hinaus zur Welt, wenn nur der Bann erst fiel.
Und rast und tobt und eher schweigt er nicht,
Als bis er todesmatt zusammenbricht.
Am 03. Juli vor 91 Jahren wurde Gerda geboren - was für eine Zeit dies gewesen sein mag, den die 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Ich erinnere mich an viele schöne Geburtstage meiner Mutter,
welche zu dieser Jahreszeit meistens auch wettertechnisch eine schöne Gartenfeier erlaubte. Leckere selbstgebackene Torten am Nachmittag, das Grillen am Abend, später gemütliches Beisammensein unter Lampions. Nach dem Tod ihres Mannes, meines Vaters, Gerda war zu diesem Zeitpunkt 55 Jahre alt, feierte sie nie wieder ihren Geburtstag. Sie fuhr jedes Jahr bis zu ihrem Tod zur Kur, Kurlaub oder auch privat nach Bad Driburg, sie liebte diesen Ort, den Kurpark, das Kurkonzert, das Wildgehege im Park...
Die Rose, besonders die Rote, war Gerdas absolute Lieblingsblume, eigentlich schon so etwas wie ihr Wappen. Das folgende Gedicht passt sicherlich ganz gut zu Gerda;
Sommer
von Thekla Lingen, 1866-1931, deutsche Schauspielerin und Dichterin)
Sieh, wie sie leuchtet,
Wie sie üppig steht,
Die Rose –
Welch satter Duft zu dir hinüberweht!
Doch lose
Nur haftet ihre Pracht –
Streift deine Lust sie,
Hältst du über Nacht
Die welken Blätter in der heißen Hand …
Sie hatte einst den jungen Mai gekannt
Und muß dem stillen Sommer nun gewähren –
Hörst du das Rauschen goldener Ähren?
Es geht der Sommer übers Land …
Dieser Tag heute, im übrigen der Geburtstag ihrer Mutter Theresia Remiorz (eigene Gedenkseite) hätte Gerda geliebt. 32°, strahlend blauer Himmel, Gerda hätte mit der Sonne heut um die Wette gestrahlt. Und ich erinnere mich natürlich heute auch an viele schöne Geburtstage ihrer Mutter, meiner Großmutter, die Mal verregnet, mal so warm wie heute waren...
Ein nettes Maigedicht vom österr. Dichter Friedrich von Schaukal: Gerda liebte so sehr den Mai, das Jahr begann erst jetzt für sie mit dem Wonnemonat.
Mai
Der Flieder am Tor
dringt rötlich hervor,
das himmlische Blau
erduftet im Tau.
Noch blendets vom Blühn,
schon rieselt es grün
und flimmert und bebt,
von Licht überschwebt.
O seliger Mai
und morgen vorbei:
ein trunkener Zug,
ein blitzender Flug!
Richard von Schaukal, * 27. Mai 1874 in Brünn, heute Tschechien,
+ 10. Oktober 1942 in Wien
Ich erwähne immer gerne den Unterschied (bei sonst solch unglaublichen Gemeinsamkeiten mit meiner Mutter) in puncto Jahreszeiten, weil es so gar nicht passt: Im Gegensatz zu meiner Mutter bin ich ein Winterkind, mein Jahr beginnt ab Oktober...dessen Beginn ich zelebriere wie die meisten den Maibeginn...endlich kühler, wilde Wolken, der Laubfall, Vorfreude auf den Winter...
Heute vor 24 Jahren starb Gerdas Mutter, Theresia Remiorz, im Alter
von 89 Jahren. Sie überlebte Gerda über 3 Jahre. Theresia war schon dement, als Ihre Tochter starb, bekam es aber so gesehen noch mit. Wenig später schon erinnerte sich Gerdas Mutter nicht mehr daran,
das sie starb, auch nicht, das sie überhaupt Töchter hat und hatte.
Ich ziehe ernsthaft in Erwägung, die Gedenkseiten meiner Lieben bald zu deaktivieren und mir ein anderes Format zu suchen. Lesen Sie dazu bitte den Nachruf von Theresia Remiorz.
Bleiben Sie bitte gesund - alles wird einmal wieder besser!
Meine Hoffnung stirbt zuletzt.
Nun haben wir das 2. Osterfest im Zeichen der Pandemie. Darum erinnere ich mich besonders jetzt gerne an frühere Ostern, die Feste meiner Kindheit. Wie schön Gerda, meine Mutter, immer alles österlich geschmückt hatte! Blühende Ostersträuche mit bunten Dekoreiern festlich geschmückt, kleine und große Porzellanhasen standen hier und dort und: Die Suche nach den vielen bunten Ostereiern im Garten! Natürlich gab es auch ein paar schöne Geschenke, einen Stoffhasen beispielshalber und viele, viele Leckereien...
Den Besuchern von Gerdas Seite wünsche ich ein friedvolles Osterfest, das Sie und Ihre Lieben weiterhin verschont bleiben
vom Virus und mit etwas Zuversicht in die Nachösterliche Woche gehen. Wir werden auch wieder schönere Osterfeiertage erleben.
Heute vor 95 Jahren wurde Gerdas Ehemann Franz geboren. (siehe auch zum Tage die Seite von Franz Steinhardt)
Die Geburtstage meines Vaters hat Gerda immer besonders schön gestaltet, ich erinnere mich an viele, viele Gäste, leckerste selbstgemachte Torten und zum Abend ein kaltes Buffet. Franz
wurde ja nur 59 Jahre alt, 11 Tage vor seinem 60. Geburtstag
verstarb er an einem Herzinfarkt, ich war gerade 16 Jahre alt geworden.
Das Gerda ihren Mann nur knapp 8 Jahre überleben würde, hätte sich damals nie jemand vorstellen können.
Für Gerda war der 15. März, vor 35 Jahren, ein sehr schmerzlicher Tag. Ihr Mann, unser guter Vater (im Bild oben) starb plötzlich und unerwartet mit 59 Jahren an einem Herzinfarkt.
Eine Zusammenfassung dieses Tages finden Sie heute auf der Gedenkseite von Franz Steinhardt - als Text zur Gedenkkerze von heute.
Das Leben von Gerda und auch mir als Sohn war fortan ein anderes, vieles, vieles veränderte sich ex abrupto.
So allmählich, ab dem Beginn des Märzen, blühte Gerda langsam auf. Gott sei Dank! sagte sie immer, der Winter ist fast vorbei! Ich freue mich so auf den Frühling! Sie war ja ein absolutes Sommerkind, der Frühling weckte Ihre Lebensgeister. Obwohl ich soviel mit meiner Mutter gemeinsam hatte, liebe ich den Herbst und den Winter mehr. Aber ich vestehe durchaus die Freude der meisten Menschen über das beginnende Frühjahr.
Dazu ein Gedicht, welches Gerda bestimmt gefallen hätte:
Frühling
von Theodor Fontane
Nun ist er endlich kommen doch
In grünem Knospenschuh;
„Er kam, er kam ja immer noch“,
Die Bäume nicken sich’s zu.
Sie konnten ihn all erwarten kaum,
Nun treiben sie Schuss auf Schuss;
Im Garten der alte Apfelbaum,
Er sträubt sich, aber er muss.
Wohl zögert auch das alte Herz
Und atmet noch nicht frei,
Es bangt und sorgt: „Es ist erst März,
Und März ist noch nicht Mai.“
O schüttle ab den schweren Traum
Und die lange Winterruh:
Es wagt es der alte Apfelbaum,
Herze, wag’s auch du.
Ein Wintergedicht, passend zu dem schon seit Tagen hier hohem Schnee im Ruhrgebiet, worauf (ich) schon 10 Jahre wartete. Gerda hingegen war solch ein Wetter sicherlich ein Greuel...daher ist vielleicht dieses Gedicht eher passend, als ein Lobgesang...
Winterlandschaft
von Friedrich Hebbel *18. März 1813 in Wesselburen (Schleswig-Holstein) + 13. Dezember 1863 in Wien
Unendlich dehnt sie sich, die weiße Fläche,
bis auf den letzten Hauch von Leben leer;
die muntern Pulse stocken längst, die Bäche,
es regt sich selbst der kalte Wind nicht mehr.
Der Rabe dort, im Berg von Schnee und Eise,
erstarrt und hungrig, gräbt sich tief hinab,
und gräbt er nicht heraus den Bissen Speise,
so gräbt er, glaub ich, sich hinein ins Grab.
Die Sonne, einmal noch durch Wolken blitzend,
wirft einen letzten Blick aufs öde Land,
doch, gähnend auf dem Thron des Lebens sitzend,
trotzt ihr der Tod im weißen Festgewand.
Herzlichen Dank an die beiden Besucherinnen für die beiden Kerzen und schönen Worte!
Am 18. Januar vor 27 Jahren fand die Trauerfeier für unsere Mutter statt, die mit 63 Jahren, nach schwerer Herzkrankheit
viel zu früh von uns ging. Es war ein klarer, kalter Wintermorgen mit Rauhreif, und während der Zeremonie schönstem Sonnenschein. Zunächst fand am noch dunklen Morgen das Requiem im Rahmen einer Eucharistiefeier in der kath. Kirche St. Josef Gladbeck-Rentfort statt. Die Heilige Messe zelebrierte Pastor Norbert Hoffmann, ein Original, ein Priester zum anfassen, ein Menschenfischer.
Nach der Eucharistiefeier, bei der Pastor Hoffmann (auch Buchautor, meine Empfehlung, Wikipedia) wohltuende, tröstende Worte fand, ging die aufgrund Gerdas großen Bekanntheitsgrades immense Anzahl von Trauergästen geschlossen zum direkt neben der Josefskirche gelegenem Friedhof Gladbeck-Rentfort.
Direkt hinter dem Pastor ging ich mit meinem kleinen Neffen ganz voran. Beim Tod seiner Oma Gerda war er gerade 8 Jahre alt. Der jüngste Enkel und ich als jüngster Sohn schritten Hand in Hand voran, die kalte, aber doch tröstende Wintersonne schaute zwischen den hohen Baumwipfeln neugierig heraus. Einige Rabenkrähen begleiteten uns mit ihrem klagenden, fast schluchzenden Lauten.
Während der Zeremonie am Grab schaute ich grundsätzlich nur in die Sonne, stellte mir vor, das unsere Mutter uns jetzt vielleicht von oben zusieht. Auf jeden Fall hatte ich in diesem Moment der Zeremonie jede Menge Fantasien, die mich von den Endzeitstimmungs-Gedanken ferne führten...am späten Nachmittag, die Sonne setzte sich gerade, ging ich noch einmal - alleine - zum Grab meiner Mutter. Zuvor, am fühen Nachmittag ging ich noch mit meinen Verwandten zum Grabum die ersten Kerzen am Ihrem frischen Grab anzuzünden. Ich wollte unbedingt in der beginnenden Dämmerung einmal allein sein am Grab. Die Sonne, die am Morgen zur Trauerzeremonie am Grabe so tröstend zusah, ging langsam unter, müde vom anstrengenden Tage, wie ich auch. Ich schaute mir eine Weile diesen Untergang an, wie ich am Morgen auch aufschaute bei ihrer beginnenden Runde. Es war ein so lichterfüller Januartag - ganz, wie Gerda ihn sich mit Sicherheit für Ihre Trauerfeier gewünscht hätte. Ich dachte mir, nun bist Du dort oben, da irgendwo, wo die Sonne auch ihre Bahnen zieht...
Es ist wunderschön wenn man sieht das auch nach so langen Jahren die Bindung doch so stark ist und eine Mutter nicht vergessen wird das ist nicht selbstverständlich
Ruhe in Frieden
Den Angehörigen alle Kraft der Welt
Gerda starb am 11. Januar 1994 um 22.05 h. Wir alle hatten die Hoffnung, das es trotz ihrer schweren Herzkrankheit doch noch Rettung gibt, eine baldige Operation, bei der ihr neue Herzklappen eingesetzt werden sollten - ein neues Herz war sogar die wahrscheinlichere Option. An diesem Tage, dem 11. Januar 1994, bekam ich um ihre Todesstunde herum ein ganz bedrückendes Gefühl. Ich wurde sehr traurig und hatte den Eindruck, das sie an diesem Abend könnte sterben. Ich war noch am frühen Abend bei ihr im Hospital zu Besuch. Es gab keine Verbesserung zu den Vortagen. Mit ihrem Tod rechnete ich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht. Um 22 Uhr, Minuten vor ihrem Tod, saß ich noch mit einem Freund in einer im Ort bekannten Schüler- und Studentenkneipe zusammen und sprach zu ihm: Mir ist so eingenartig zumute, ich muss gerade ganz stark am meine Mutter denken und eine große Traurigkeit kommt in mir auf...ich habe ein ganz schlechtes Gefühl...danach sagte ich nur noch zu ihm: Ich kann nicht mehr weiter sprechen... - wenig später ging ich allein nach Hause - und das Telefon schellte. Es ereilte mich die Nachricht vom Hospital, das unsere Mutter, Gerda Sophia, um 22:05 h verstorben sei. - Leider wollten meine Brüder, denen ich anschliessend die traurige Nachricht telefonisch überbrachte, nicht noch mit mir zum Hospital gehen, um die Mutter ein letztes Mal zu sehen. Man muss das respektieren, aber ich fühlte mich dadurch als jüngster der Brüder völlig im Stich gelassen, alleine mit der Situation. - Meine Mutter lag im Zimmer des Hospitals aufgebahrt, eine Kerze stand neben einem Kruzifix auf dem Tisch und erhellte diffus den Raum. Die Athmosphäre war ein Widerspruch in sich - unwirtlich, aber auch trostreich, verstörend aber beschaulich, warm und kalt zugleich. Hoffnung nehmend und Hoffnung gebend. Eine halbe Stunde verbrachte ich in dem Sterbezimmer, sprach zu meiner Mutter. Ich dankte Ihr für eine wundervolle Zeit, Kindheit, Jugend, sagte Dinge, welche man oft zu Lebzeiten vergisst zu sagen. Vieles, was ich dort gesprochen habe, entfiel mir bereits Stunden später, der Ausnahmesituaton geschuldet. Nachdem ich um das Sterbezimmer verließ, nahmen mich die beiden netten Nachtschwestern mit in ihren Aufenthaltsraum. Sie taten mir sehr gut, wir tranken Kaffee und sie gaben mir eine Zigarette. Zu diesem Zeitpunkt rauchte ich gar nicht, aber ich nahm diese und eine weitere dankend an. Die Schwestern waren so fürsorglich, so nett, und fragten viel über meine Mutter, ich erzählte aus Ihrem Leben. Es war mittlerweile weit nach Mitternacht, und ich danke heute noch diesen beiden Schwestern, die mich in dieser extremen Situation aufgefangen haben. Nach einer schlaflosen Nacht fuhr ich am Morgen zu meinem ältesten Bruder, ich erinnere mich, das ich gar nicht verstand, warum denn jetzt die Sonne so wunderbar scheinen konnte...mein Kosmos war untergegangen und es regnete nicht Hund und Katz? Aber die Sonnenstrahlen taten natürlich auch gut. - Ein Jahr später, am 11. Januar 1995, besuchte ich am Nachmittag das Grab unserer Mutter. Der erste sich jährende Todestag ist natürlich etwas sehr spezielles, das kennen so viele von Euch sicherlich auch. Gelinde gesagt geht einem an diesem Tage natürlich ganz und gar nicht gut. Am Nachmittag besuchte ich mit meinen Verwandten das Grab unserer Mutter, legte Blumen nieder, zündete Kerzen an. Jener Tag, der nun 1 Jahr zurücklag, lief immer wieder und immer wieder wie ein Film vor meinen Augen ab. Ich entschloss mich, zur Todesstunde ab 22 h noch einmal zu ihrem Grab zu gehen. Warum nicht. Ich wohnte derzeit um die Ecke des Friedhofs, konnte hinlaufen. Es ging mir eh schlecht an diesem Tag - dann konnte ich mir dies auch ruhig noch antun - um 22 h, als ich den Friedhof in Gladbeck-Rentfort betrat, begann es furchtbar zu regnen und etwas zu hageln. Um 22:05 h, ihrer exakten Sterbeuhrzeit, stand ich vor ihrem Grab, nochmals mit einer Kerze in der Hand, die ich anzünden wollte, und es hörte ex abrupto auf zu regnen und der Himmel tat sich ganz rasch über den Gräbern wieder auf - man sah durch die große klaffende Wolkenlücke die schönsten Sterne funkeln. Das gab mir Hoffnung, wie ein Signal vom Himmel, ein Zeichen unserer Mutter. Und ich musste sogar lächeln statt ganz traurig zu sein, denn es verfehlte ganz und gar nicht seine Wirkung. Ich dachte mir: Ja, Du bist da drüben. Da oben. Da irgendwo. Da wo die schönsten Sterne sind, und einer von denen bist Du, guter Mutter! Ob es Zufall war oder nicht - ich werte es aber schon als Zeichen, da es exakt auf die Minute passte...ein schöner Trost!
Ich erinnere mich an viele tolle Silversterfeiern meiner Kindheit, die Gerda immer ganz besonders schön zu gestalten wusste. Eher ein bisschen amerikanisch als typisch deutsch, mit gemeinsamen Gesang um Mitternacht und Wunderkerzen.
Den Besucher*innen von Gerdas Seite wünsche ich nach diesem furchtbaren Jahr für das kommende Jahr 2021 vor allem Gesundheit und Zuversicht. Alles Liebe!
Jahreswechsel
von Fritz Kukuk
*09.06.1905 in Himmighausen, heute Stadt Nieheim, Ostwestfalen
+ 24.12. 2987 in Himmighausen
Verwandt mit meiner Partnerin
Die Zeit vergeht. Die Uhr rückt vor
und wieder öffnet sich ein Tor
zu einem neuen Jahr.
Sehnsüchtig schaust du in das Licht,
das dir daraus entgegen bricht,
So hoffnungsvoll und klar.
Das alte Jahr verebbt, verrint,
verfliegt mit dem Dezemberwind
in uferlose Weiten.
Was es dir auch an Wunden schlug
und was dein Herz an Weh ertrug,
war nur ein Wegbereiten.
Wie immer zur Weihnacht die schöne Geschichte, welche sich am 24.12.1976 zutrug - hierzu finden Sie unter der Rubrik Bilder ein Foto von Gerdas Katze, unserer Mieze sowie das damals festlich geschmückte Wohnzimmer an Heiligabend 1976....
Diese Weihnacht wird für uns alle eine sehr einschneidende, eine Weihnacht, wie wir sie noch nicht erlebt haben. Gerade deshalb erinnere ich mich besondes gerne an die schönen Weihnachten meiner Kindehiet und ganz speziell an diese!
24.12.1976: Ich war 6 Jahre alt, ich erinnere mich an einen kalten Tag, aber schneefrei. Niemand durfte vor der Bescherung ins Wohnzimmer gehen, und doch lukte ich als Kind oft heimlich durch das Schlüsselloch, konnte die Lichter am Baume sehen und einen Teil der Geschenke, die unter dem festlich geschmückten Christbaum lagen. Irgendwann klang ein Glöckchen. Ich weiß bis heute nicht, wer es immer aus meiner Familie läutete, denn ich verlor in meiner Aufregung auch ein wenig den Überblick. Meine Mutter Gerda hatte am späten Nachmittag das Wohnzimmer schon festlich geschmückt und bei Einbruch der Dämmerung warme und kalte Speisen für den Abend zubereitet - das ganze Haus war schnell erfüllt von dem leckerem Duft.
Ich war schon unglaublich aufgeregt, schaute zur „Entspannung‘‘ die Sendung „Wir warten aufs Christkind“ und freute mich auf mein erstes Kettcar, welches ich mir sehnsüchtig gewünscht habe.
Kurz vor der Bescherung maunzte ein kleines, schwarzes Ding vom Fenstersims, schaute mit ihren großen grünen Augen in das Küchenfenster herein als ob sie sagen würde:
"Es riecht sooo lecker! Gebt mir doch auch ein Stück ab von diesen köstlichen Speisen" -
"EINE KATZE! EINE KATZE!" Wir Kinder waren außer uns vor Freude. "Da sitzt eine kleine Katze an unserem Fenster! Ach, lasst sie uns doch hinein holen!" - Unsere Eltern waren zunächst dagegen, was man als 6-jähriger Junge natürlich nicht nachvollziehen kann.
Mutter fügte noch hinzu: "Wer weiß, wo sie herkommt! Wem sie gehört! Vielleicht ist sie krank!‘‘
Nichts desto trotz liefen wir Kinder rasch nach draußen, nahmen die kleine schwarze Katze auf den Arm und streichelten sie. Heimlich trugen wir sie in den Hausflur, gaben ihr etwas Milch. Sofort taufte ich sie auf den Namen Mieze. Vom älteren Bruder kam keinerlei Einspruch...also ab sofort hieß sie „Mieze!“
Mieze, welche sich von nun an immer in der Nähe unseres Hauses aufhielt, kam in den folgenden Weihnachtstagen immer wieder zu uns, maunzte schon morgens früh auf dem Fenstersims und schaute in die Küche. Ich rannte sofort hinaus um Mieze zu streicheln, mit ihr im Garten zu spielen, sie folgte mir auf Schritt und Tritt.
Manchmal ließen wir Kinder Mieze heimlich ins Haus und fütterten sie und wir zeigten ihr jeden Raum...
Von diesem Tag an, dem 24.12.1976, blieb Mieze bei uns. Warum sie uns an Heiligabend zulief, ob sie jemand ausgesetzt hatte - blieb etwas nebulös. Es gab die Mutmaßung, das ein uns gut bekannter Verkäufer des hiesigen Supermarktes die kleine Katze ganz bewusst an Heilgabend bei uns aussetzte. Er sprach er uns im Herbst im Markt an, ob wir nicht eine kleine Katze haben möchten - seine Katze hatte einen Wurf. Meine Eltern wollten dies aber nicht…
Clever, die Katze am Heiligen Abend in einem Haushalt mit Kindern quasi als Geschenk auf unser Küchenfenstersims zu setzen…vielleicht auf die „Barmherzigkeit“ der Eltern zu hoffen…klappte ja auch…zumindest wenig später…
Nach ein paar Wochen stimmten unsere Eltern zu, das Mieze bei uns bleiben durfte. Was für eine Freude für mich, für uns! Mieze lebte viele Jahre bei uns, sie war eine Draußen & Drinnen-Katze. Sie wurde meine beste Freundin, die gesamte Kindheit über. Was hat sie mir Freude bereitet, uns allen! Natürlich hatte auch Gerda Sophia sehr viel Spaß mit unserer Mieze. So ein liebes Wesen und von so hoher Intelligenz.
Mieze gebar einige Junge, wir gaben sie später an andere Familien ab, einmal durfte ich 2 Kater behalten - einer blieb bei uns, das andere Tier wurde zum Wohnungskater meines ältesten Bruders.
Wunderschön als Kind, kleine Katzen aufwachsen zu sehen, wie sie die Mutterkatze lehrt, sie im Garten im Sonnenschein herumtollen...
Manchmal begleitete Mieze mich morgens zur nahen Grundschule, schlich unauffällig in einem gewissen Abstand hinter mir her - manchmal wartete sie schon auf mich an unserer Haustür nach dem Schulunterricht, kam mir maunzend entgegen...
Wie schon oben erwähnt: Unter der Rubrik Bilder findet ihr, finden Sie ein Bild von unserer Mieze...und das damals festlich geschmückte Wohnzimmer an Heiligabend 1976.
Die Katze die an Weihnachten kam - hat meine große Liebe besonders zu Katzen, aber auch zu allen Tieren sicherlich geprägt.
Ich hoffe, wir sehen auch alle unsere lieben Haustiere eines Tages einmal wieder - ich freue mich auf Mieze!
Allen, die in diesen Tagen auf Gerdas Gedenkseite zu Gast waren und diese Geschichte gelesen haben, wünsche ich trotz der derzeit furchtbaren Lage eine schöne und gesegnete Weihnacht. Falls sie aktuell oder früher einen lieben Menschen verloren haben, an den sie an diesem Heiligen Abend, an diesen Weihnachtstagen besonders viel denken, sie/ihn gerade an den Weihnachtstagen furchtbar vermissen, wünsche ich viel Kraft. Ich wünsche mir, das sie in den kommenden Tagen viel Liebe und Stärke verspüren, das sie ihren Verlust - ich hoffe im Kreise Ihrer anderen Lieben, mit einem Lächeln in den Tränen, so nenne ich es immer, ertragen können. Ich weiß nicht, ob sie ein gläubiger Christ sind oder nicht, das spielt auch keine Rolle, zumindest ich glaube fest daran, das der Mensch, um den sie trauern, heute auch bei Ihnen ist. Irgendwie. Er/Sie ist nicht weg, sondern anwesend, nur nicht sichtbar. Und möchte nicht, das sie trauern, sondern lächeln - trotz Tränen im Gesicht, im Weihnachtssturm dieser für uns alle schrecklichen Tage. Alles Liebe für Sie!
Ich erinnere mich gerne zurück als Kind, an den Nikolausabend.
Es war fast so aufregend wie der Heilige Abend, schließlich gab es ja neben den Naschereinen ein oder zwei kleine Geschenke, beispielshalber ein kleines Spielzeugauto. Gerda, meien Mutter rief gen Dämmerung gespielt aufgegeregt: Der Nikolaus! Ich glaube ich habe draußen den Nikolaus gesehen! Nun, das einzig erschreckende darran war, das die Nikolausmaske, die mein Vater trug, sehr gruselig aussah. Eine Maske aus Plastik, heute würde man diese gut in einem Horrorstreifen verwenden können...mein Vater trat nah an das Wohnzimmrfenster heran und blickte rein, bis ich 5 Jahre alt war, hielt ich diese Gestalt mit der furchteinflößenden Maske wirklich für den Nikolaus...die Geschenke entschädigten dann doch für den kleinen Schrecken...
Gerda mochte diesen Monat so gar nicht. Nass und grau, stürmisch und kalt. Allein wenn sie zum Fenster ging und einen Blick nach draußen riskierte, schüttelte Gerda sich mit einem ausstossenden Laut der Unbehaglichkeit. Ich friere schon allein, wenn ich nur raussehe! sagte meine Mutter meistens. Nun, einem Kind des Sommers konnte man diesen Monat so gar nicht schmackhaft machen. Es sei denn - wie momentan - sich der November von seiner allerbesten Seite zeigte. Seit Tagen haben wir strahlend schönes Wetter, das difuse Herbstlicht der tiefstehenen Sonne taucht gen Abend die Bäume in ein surreales Licht, welches sich am liebsten verstecken möchte vor den kommenden Monaten. Gerda war heilfroh, wenn es damals einen sonnigen Ausnahme-November gab. Gut, wie die meisten Menschen wohl auch. Ich finde es auch sehr schön derzeit, allerdings macht mir als geborenes und überzeugtes Winterkind stürmisches Novemberwetter nichts aus. Es trübt nicht meine Stimmung. Das habe ich wohl von meinem Vater geerbt...
Jetzt ist er da, der Oktober - der Monat, der für Gerda der endgültige, schmerzhafte Abschied ihres geliebten Sommers war - ich als Sohn zelebriere den 01. Oktober wie die meisten den 01. Mai - mein geliebter Herbst hat begonnen...
Oktoberlied
von Theodor Storm
*14.09.1817 in Husum
+04.07.1888 in Hanerau-Hademarschen
Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!
Und geht es draußen noch so toll,
Unchristlich oder christlich,
Ist doch die Welt, die schöne Welt,
So gänzlich unverwüstlich!
Und wimmert auch einmal das Herz –
Stoß an und lass es klingen!
Wir wissen’s doch, ein rechtes Herz
Ist gar nicht umzubringen.
Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!
Wohl ist es Herbst; doch warte nur,
Doch warte nur ein Weilchen!
Der Frühling kommt, der Himmel lacht,
Es steht die Welt in Veilchen.
Die blauen Tage brechen an,
Und ehe sie verfließen,
Wir wollen sie, mein wackrer Freund,
Genießen, ja genießen!
Hier ein heiteres Gedicht über das Alter(n) von Fritz Kukuk, 1905 geboren in Himmighausen (heute zur Stadt Nieheim in Ostwestfalen gehörend), gestorben 1987 ebenfalls in Himmighausen. Es gibt von Seiten der Familie meiner Partnerin ein Verwandtschaftsverhältnis zu Fritz Kukuk.
Das ist Seltsam mit dem Alter!
von Fritz Kukuk (1905-1987)
Wenn man zehn ist und noch Kind,
weiß man glasklar, dass das Alter um die zwanzig rum beginnt.
Ist man aber selber zwanzig,
denkt man nicht mehr ganz so steif,
glaubt jedoch, genau mit vierzig ist man für den Sperrmüll reif.
Vierziger; schon etwas weiser
und vom Lebenskampf geprägt,
haben den Beginn des Alters auf Punkt sechzig festgelegt.
Sechziger, mit Hang zum Grübeln,
sagen dumpf wie ein Fagott,
achtzig ist die Altersgrenze und von da an sei man Schrott.
Doch die Achtziger, die Klugen,
denken überhaupt nicht dran,
leben, lieben, lachen weiter, Alter fängt mit hundert an.
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Seit 1934 schrieb Fritz Kukuk hauptsächlich Gedichte und erlangte mit seinen Werken überregionale Bekanntheit. Darüber hinaus fand sein Werk aber auch internationale Anerkennung: So wurde Fritz Kukuk u. a. die Ehre zuteil, im Jahre 1980 vom Nestor der schwedischen Germanistik für den Literatur-Nobelpreis vorgeschlagen zu werden. Ehrenamtlich war Fritz Kukuk als Consul de Mexico für Westfalen tätig.
Gerda hätte dieses schöne Gedicht mit Sicherheit sehr gefallen!
Ein heiteres Gedicht von Kästner, passend zum Altweibersommer
und diesem heißen Septembertag heute, welches Gerda sicherlich gefallen hätte. Vielleicht kannte sie es ja auch?
Der September
von Erich Kästner (* 23.02.1899 in Dresden, +29.04.1974 in München)
Das ist ein Abschied mit Standarten
aus Pflaumenblau und Apfelgrün.
Goldlack und Astern flaggt der Garten,
und tausend Königskerzen glühn.
Das ist ein Abschied mit Posaunen,
mit Erntedank und Bauernball.
Kuhglockenläutend ziehn die braunen
und bunten Herden in den Stall.
Das ist ein Abschied mit Gerüchen
aus einer fast vergessenen Welt.
Mus und Gelee kocht in den Küchen.
Kartoffelfeuer qualmt im Feld.
Das ist ein Abschied mit Getümmel,
mit Huhn am Spieß und Bier im Krug.
Luftschaukeln möchten in den Himmel.
Doch sind sie wohl nicht fromm genug.
Die Stare gehen auf die Reise.
Altweibersommer weht im Wind.
Das ist ein Abschied laut und leise.
Die Karussells drehn sich im Kreise.
Und was vorüber schien, beginnt.
Als heute vor 37 Jahren Gerdas erster Enkel Lars geboren wurde, war noch nicht abzusehen, das Gerda, gerade 53 Jahre alt, nur 10 Jahre Ihren Enkel begleiten konnte. Aber es war für Sie eine erfüllende Zeit, was hat sie ihren kleinen Enkel geliebt. 3 Jahre nach Lars Geburt
bekam Gerda einen zweiten Enkel - das Großmutter-Glück war perfekt. Eine perfekte Zeit - bis Gerda, eigentlich ja noch eine Oma in den besten Jahren, mit 63 starb. Die Enkel waren zu diesem Zeitpunkt 10 und 7 Jahre alt.
Morgen vor 37 Jahren wurde Gerdas 1. Enkel Lars geboren, am 09.09.1983. Was war das für eine Freude! Gerda war zu dem Zeitpunkt 53 Jahre alt. In der Nacht des 09. Septembers erhielten wir einen Anruf von meinem ältesten Bruder, das Gerdas erster Enkel geboren wurde und wohlauf ist. Fortan begann für die ganze Familie Steinhardt eine wunderschöne und aufregende Zeit. Ich, der 3. und jüngste Sohn
Gerdas wurde mit 13 Jahren Onkel. Was war ich stolz, was war ich glücklich, einen kleinen Neffen zu haben! Da wir uns im Prinzip fast jeden Tag sahen, war Lars für mich auch wie ein kleiner Bruder, den
ich mir als Letztgeborener immer wünschte...
Ein Gedicht zum Septermberbeginn zum Gedenken an Gerda.
Was für Sie datumsmäßig der erste wehmütige Abschied von
ihrem geliebten Sommer war, ist für mich der Beginn meiner Zeit
Septembermorgen
von Eduard Mörike, * 1804 in Ludwigsburg, + 1875 in Stuttgart
Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.
Ein Sommergedicht, das sicherlich Gerda sehr gefallen hätte.
Wie freu ich mich der Sommerwonne!
(v. August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, 1798-1874)
Wie freu ich mich der Sommerwonne,
Des frischen Grüns in Feld und Wald,
Wenn`s lebt und webt im Glanz der Sonne
Und wenn`s von allen Zweigen schallt!
Ich möchte jedes Blümchen fragen:
Hast du nicht einen Gruß für mich?
Ich möchte jedem Vogel sagen:
Sing, Vöglein, sing und freue dich!
Die Welt ist mein, ich fühl es wieder:
Wer wollte sich nicht ihrer freun,
Wenn er durch frohe Frühlingslieder
Sich seine Jugend kann erneun?
Kein Sehnen zieht mich in die Ferne,
Kein Hoffen lohnet mich mit Schmerz;
Da wo ich bin, da bin ich gerne,
Denn meine Heimat ist mein Herz.
Heute vor 90 Jahren wurde Gerda in als erstes Kind der
Eheleute Wilhelm und Theresia Remiorz (bei Interesse siehe
Gedenseiten) in einem Zechenhaus in Gladbeck-Schultendorf
geboren.
90 Jahre wäre sie heute - und nur 63 Jahre alt wurde Gerda.
Ihre etwas jüngere Schwester ist 88 Jahre alt und erfreut
sich noch erstaunlicher körperlicher und geistiger Fitness.
Ich besuchte heute schon in der Früh das Grab von Gerda
auf dem Friedhof Gladbeck-Rentfort um auch real eine Kerze
anzuzünden und einen Blumenstrauß auf das Grab zu stellen.
Da die Ruhefristen der Einzelgräber auf diesem Friedhof noch
bei 30 Jahren liegen, wird Gerdas Grab erst in 4 Jahren eingeebnet.
In der Früh, vor dem Friedhofsbesuch, fuhr ich an meinem
Elternhaus in Gladbeck-Ellinghorst vorbei, und einige Gedanken
zu diesem besonderen Tag schossen mir durch den Kopf.
Was wäre wenn...sie noch leben würde...denn 90 Jahre alt zu werden
ist ja nicht sooo unwahrscheinlich...ich kenne noch einige 90-jährige...
dann würden wir heute unsere Jubilarin groß feiern, sie könnte mit
ihrer Schwester ein schönes Quätschchen halten. Ihre 3 Söhne, 3
Enkel und eine ganz kleine Urenkelin würden sie hoch leben lassen.
Leider ist es nicht mehr so. Aber schön, das wir Menschen die Gabe
der Vorstellung haben, uns Dinge auszumalen, wie sie wären,
wenn nicht...wenn doch...ein wenig tröstlich an diesem besonderen Tag...
Für Gerda, das ausgesprochene Sommerkind, war meines Erachtens der Juli, ihr Geburtsmonat, der schönste im ganzen Jahr.
Sie zelebrierte den Sommer wie einen ewigen Tanz durchs warme Sonnenlicht.
Als ihr Sohn, der sehr viel mit ihr gemeinsam hat(te) wurde ein Herbst- und Winterkind, der hingegen die Kühle, den Wind, den Schnee und die dunklere Jahreszeit feiert. Vielleicht da ich im Januar geboren bin...?
Hier ein, wie ich finde, schönes kleines Sommergedicht von Heine, das Gerda bestimmt gefallen hätte:
Es schauen die Blumen alle
Heinrich Heine
Es schauen die Blumen alle
zur leuchtenden Sonne hinauf;
es nehmen die Ströme alle
zum leuchtenden Meere den Lauf.
Es flattern die Lieder alle
zu meinem leuchtenden Lieb
nehmt mit meine Tränen und Seufzer,
ihr Lieder, wehmütig und trüb!
Gerda liebte den Sommer über alles. War der Juni verregnet, so war
sie sehr melancholisch wie im Herbst oder Winter. Jetzt hat man schon die schönste Jahreszeit - und was ist das? Ein Wetter wie Ende September! Und dieser ist schneller da, als man schauen kann - dies wäre sicherlich ein Satz, den Gerda von sich gegeben hätte. Auch die langen Sommerabende genoss Gerda gerne lange in ihrem Garten, zählte mit mir freudestrahlend wie selbst ein Kind die Glüh- würmchen in den Himbeerhecken...
Leuchtkäfer ziehen durch die Juninacht
von Max Dauthendey
Leuchtkäfer ziehen durch die Juninacht
wie Blicke, die ins Dunkel fliehen,
ist dort im Abendlaub ein sacht Gefunkel -
Leuchtkäfer ziehen durch die Juninacht.
Ich möchte mich ins Gras hinknien
still wie ein Schäfer, der die Welt vergisst
und nur ein Traum bei hellen Blicken ist,
von denen keiner Dir am Tage lacht;
die nur in vager Heimlichkeit entstehen
und über schwüle Abendwiesen gehen,
von einer heißen Nacht zur Welt gebracht.
Ich hab zu jenen Blicken ein Gesicht erdacht
von zager Schönheit, dass der Tag nicht wagt
mehr aufzusehen, und allein die Nacht
tastend mit sachten Lichtern sucht und fragt.
Ich denke Gerda hätte stark verunsichert auf die derzeitige weltweite Krise reagiert. Sie hätte unter der Situation psychisch sehr gelitten. Ein so harmoniesüchtiger Mensch wie sie wäre aus dem bunten Garten Eden in die irdische Hölle gefallen. Sie wäre vor Sorge, das sich eventuell ein Familienmitglied, ein Kind wo anstecken könnte pur verzweifelt. Aber Gerda war eine sehr starke Frau und wäre nach einiger Orientierungszeit in dieser Krise über sich hinausgewachsen, wäre für andere, z.b. ältere Nachbarn, da gewesen, für sie eingekauft, zum Arzt begleite und auch anderweitig unterstützt. Sie dient mir in dieser Zeit als Vorbild, ich mache das, was auch sie getan hätte.
Liebe Leser von Gerdas Seite, bleiben Sie und Ihre Lieben weiterhin bei guter Gesundheit!
Sprach man Gerda auf den bevorstehenden Muttertag an, so lehnte sie diesen vehement ab. Sie vertrat die Meinung, das es grotesk und unwürdig sei, eine Mutter für die ganze Arbeit im Haushalt nur einmal im Jahr hochleben lässt, beschenkt und beweihräuchert. Wenn, dann sollten solche Aufmerksamkeiten mindestens einmal im Monat stattfinden, an dem der Mutter gedankt wird, die Arbeit abgenommen und sie Geschenkchen bekommt. Ich finde sie hatte vollkommen Recht. Kinder versorgen, einkaufen, kochen, putzen, waschen, bügeln, aufräumen...den ganzen Tag...und mit Verlaub, ein einziger Tag im Jahr ist Muttertag?
Die Erinnerung an viele wunderbare Osterfeste mit meiner Mutter Gerda bleibt für immer tief in mir. Nun, mir ist an diesem kommenden, sehr besonderen Osterfest 2020 nicht nach Fröhlichkeit zumute, man kann nicht alle Lieben treffen, keine Osternachtsesse mit anschließendem Osterfeuer uns Singen bei einem Glas Wein und kleinen Häppchen wie im letzten Jahr. Er wird alles anders. Daher verwende ich das Wort Frohe Ostern nicht in diesem Jahr.
Ich wünsche Ihnen, die Sie vielleicht hier gerade Gerdas Kerze entdecken, ein besinnliches, gesegnetes und gesundes Osterfest!
Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier....
Markus 16,6
Gräßlich preisen Gottes Kraft
Pestilenzen, würgende Seuchen,
Die mit der grausen Brüderschaft
Durchs öde Tal der Grabnacht schleichen.
Bang ergreifts das klopfende Herz,
Gichtrisch zuckt die starre Sehne,
Gräßlich lacht der Wahnsinn in das Angstgestöhne,
In heulende Triller ergeußt sich der Schmerz.
Raserei wälzt tobend sich im Bette -
Giftger Nebel wallt um ausgestorbne Städte,
Menschen - hager - hohl und bleich -
Wimmeln in das finstre Reich.
Brütend liegt der Tod auf dumpfen Lüften,
Häuft sich Schätze in gestopften Grüften -
Pestilenz sein Jubelfest.
Leichenschweigen - Kirchhofstille
Wechseln mit dem Lustgebrülle,
Schröcklich preiset Gott die Pest.
Friedrich von Schiller
Der Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habet durch die Kraft des heiligen Geistes.
Psalm 71,17
Trauer ist wie ein großer Felsbrocken, wegrollen kann man ihn nicht. Zuerst versucht man, nicht darunter zu ersticken, dann versucht man, ihn Stück für Stück kleiner zu brechen. Und den letzten großen Brocken steckt man sich in die Tasche und trägt ihn ein Leben lang mit herum. Übernommen von Gabi, Seite rosengarten-sterne
Beginn des Ende
von Theodor Storm
Ein Punkt nur ist es, kaum ein Schmerz,
Nur ein Gefühl, empfunden eben;
Und dennoch spricht es stets darein,
Und dennoch stört es dich zu leben.
Wenn du es andern klagen willst,
So kannst dus nicht in Worte fassen.
Du sagst dir selber: "Es ist nichts!"
Und dennoch will es dich nicht lassen.
So seltsam fremd wird dir die Welt,
Und leis verlässt dich alles Hoffen,
Bist du es endlich, endlich weißt,
Dass dich des Todes Pfeil getroffen.
- immer wenn der erste Märztag kam und kommt, denke ich an Veränderung, Tod, aber auch mit Weitblick in de Zuversicht hinein.
Gerade an diesem ersten Märztag gab es immer viele Veränderungen in Gerdas Familie, ein Zufall? Ich weiß es nicht. Der Beginn von Neuem, oder der Tag der Vorbotschaft etwas bald und unausweichlich eintreffendem. Ich erinnere mich immer an den 01. März 1993, als ich 7 Jahre nach dem Tod unseres Vaters mit meiner Mutter in ein großes Möbelgeschäft in Bottrop ging, um eine neue Couchgarnitur zu kaufen, sie war nicht gerade billig, 5000 DM. An diesem Tag fing Gerda an etwas nach Luft zu schnappen. Im April, Mai kam sie nur noch schwer atmend die Treppen hoch, musste an der Erstkommunionfeier ihres jüngsten Enkelsohnes am 20. Mai 1993, Christi Himmelfahrt, schon gestützt werden. DIe Folgezeit bestand aus einer Kur in einer Herzkurklinik in Bad Driburg, bei dem letztendlich die akute Herzschwäche bestätigt wurde. DIe Kur brachte leider keine Besserung, so dass das letzte halbe Jahr 1993 nur noch aus Klinikaufenthalten und zwischenzeitlichem Aufenthalt Zuhause bestand. Ich pflegte Gerda zu diesen Zeiten, sie konnte nicht mehr raus, nahm sehr ab und rnag nach Luft. SIe benötigte neue Herzklappen hieß es zunächst, später ein neues Herz...10 Monate nach diesem 1. März verstarb Gerda im Gladbecker St. Barbara-Hospital, nicht unbedingt sehr überraschend, aber doch plötzlich. Wir waren trotz des Krankheitsverlaufs in ihren letzten Wochen guter Hoffnung. Ein neues Spenderherz war noch nicht gefunden...
Für Gerda wäre dieses Februarwetter eine Katastrophe, immer wieder stürmischer Wind, Regen, sie hat sich bei solchen Wetterbedingungen wie eine Katze verkrochen. Sie war ein Kind des Lichts, des Sommers, und betete, das der Winter nun endlich vorüber geht...nun ja, so lang wird es wohl nicht mehr dauern...oder?
Passend zum heutigen Sturmtief ein Gedicht zur Kerze. Gerda fürchtete sich vor dem Sturme wie vor nichts anderem. Daher habe ich auch ein etwas unheilvolles, altes Gedicht gewählt:
Der Sturm
von Adelbert von Chamisso
Geboren am 30. Januar 1781 in Sivry-Ante, Frankreich
Gestorben am 21. August 1838 in Berlin
Den stillen Schoß der dunkeln Nacht durchdringen
des Donners Schmettertöne; schwarz umzogen
wölbt unheilschwanger sich der hehre Bogen, –
die Sterne löschen – Elemente ringen –
Der Feuerengel schüttelt wild die Schwingen;
es stürzen Feuer, stürzen Wasserwogen;
des Windes Heulen stöhnet langgezogen –
im Sturme ahn ich höhrer Wesen Ringen.
Es muß die bleiche Furcht das Herz erschleichen,
wenn Geister kämpfen in des Sturmes Wehen.
in banger Ahnung steht der Sohn der Erden.
Das enden wird der Kampf, der Sturm entweichen,
und der Natur ein neues Glück erstehen –
fort kämpft des Herzens Kampf der Sohn der Erden...
Hier ein wie ich finde sehr nettes Februargedicht, gewidmet meiner Mutter Gerda, die immer sehnsüchtigst das Frühjahr erwartete...
Februar
von Ernst Lissauer, geboren am 16. Dezember 1882 in Berlin, gestorben am 10. Dezember 1937 in Wien
O seliger Anfang Februar!
Es steigt das Jahr.
Die Sonne kehrt zurück, und länger bleibt das Licht.
Ich fühle mich von stiller Kraft durchfeuert,
Die rinnend weit mir das Geblüt durchflicht,
Ich treibe wachsend Ring und Schicht,
Ich werd’ erneuert.
Liebe Silke, lieben Dank für Ihren schönen Worte! Sehr nett und ehrend, das Sie eine Kerze für Gerda anzündeten und wohl schon zuvor einmal auf ihrer Seite vorbeischauten. Ich konnte leider im Januar ausnahmsweise erst heute wieder auf die Gedenkseiten gehen. Alles erdenklich Gute, Kraft, Hoffnung, Liebe auch für Sie und Ihre Familie in diesem neuen Jahre, neuem Jahrzehnt!
Für Gerda noch ein Januargedicht
von Emil Besser, 1863 -?
Januar
Das weite todesmüde Schweigen;
Die kalte Klarheit in der Luft;
Die Bäume mit den kahlen Zweigen;
Auf frischem Schnee ein blauer Duft;
Und drunter all das junge Leben,
Um dessen still verborgnes Sein
Schon ahnungsvolle Träume schweben
Von einer Welt im Sonnenschein.
www.lyrikmond.de
Am 18. Januar vor 26 Jahren fand die Trauerfeier für unsere Mutter statt, die mit 63 Jahren, nach schwerer Herzkrankheit
viel zu früh von uns ging. Es war ein klarer, kalter Wintermorgen mit Rauhreif, und während der Zeremonie schönstem Sonnenschein. Zunächst fand am noch dunklen Morgen das Requiem im Rahmen einer Eucharistiefeier in der kath. Kirche St. Josef Gladbeck-Rentfort statt. Die Heilige Messe zelebrierte Pastor Norbert Hoffmann, ein Original, ein Priester zum anfassen, ein Menschenfischer.
Nach der Eucharistiefeier, bei der Pastor Hoffmann (auch Buchautor, meine Empfehlung, Wikipedia) wohltuende, tröstende Worte fand, ging die aufgrund Gerdas großen Bekanntheitsgrades immense Anzahl von Trauergästen geschlossen zum direkt neben der Josefskirche gelegenen Friedhof Gladbeck-Rentfort.
Direkt hinter dem Pastor ging ich mit meinem kleinen Neffen ganz voran. Beim Tod seiner Oma Gerda war er gerade 8 Jahre alt. Ein surreales Bild - der jüngste Enkel und der jüngste Sohn schritten Hand in Hand voran, die kalte, aber doch tröstende Wintersonne schaute zwischen den hohen Baumwipfeln neugierig heraus. Einige Rabenkrähen begleiteten uns mit ihrem klagenden, fast schluchzenden Lauten.
Während der Zeremonie am Grab schaute ich grundsätzlich nur in die Sonne, dachte mir, das unsere Mutter uns jetzt vielleicht zusieht, unsere Trauer vielleicht gar nicht (mehr) verstehen kann, dort im ewigen Glück. Oder vielleicht war Gerda noch mitten unter uns - um mit den wohltuenden Worten des Pastors aufzusteigen...? Gedankenströme lösten Gedankenblitze ab. Auf jeden Fall hatte ich in diesem Moment der Zeremonie jede Menge Fantasien, die mich von den Endzeitstimmung-Gedanken ferne führten....ich schaute weiter in die tröstende Morgensonne...am späten Nachmittag, die Sonne setzte sich gerade, ging ich noch einmal - alleine - zum Grab meiner Mutter. Zuvor, am fühen Nachmittag marschierte ich noch mit mit meinen Verwandten zum Grab, um es jetzt aufgeschüttet, mit unglaublich vielen Kränzen überhäuft, anzusehen, die ersten Kerzen am Ihrem frischen Grab anzuzünden. Ich wollte unbedingt in der beginnenden Dämmerung einmal allein sein am Grab. Zum ersten Male - von Tausenden von Tagen. Die Sonne, die am Morgen zur Trauerzeremonie am Grabe so tröstend zusah, ging langsam unter. Müde vom anstrengenden Tage, wie ich auch. Ich schaute ihr eine Weile beim Untergang zu, wie ich am Morgen auch aufschaute bei ihrer beginnenden Runde. Es war ein so lichterfüller Januartag - ganz, wie Gerda ihn geliebt hätte. Nun war sie dort oben, irgendwo da, wo die Sonne auch ihre Bahnen zieht...
Liebe Gerda....durch die Zeilen Ihres Sohnes fühle ich mich so mitgerissen in die Vergangenheit! Diese wunderschönen Erinnerungen darf auch ich mit meinen sehr vermissten Lieben teilen...dankbar aber auch mit sehr viel Schmerz verbunden. Nichts wird wieder wie es mal war!! Lieber Andreas, alles Liebe für Sie und Ihre Familie
Als Kind war für mich Silvester fast genauso wichtig wie der Heilige Abend. Gerda feierte diesen Tag auch gerne. Bei uns gab es - im jährlichen Wechsel - Kartoffelsalat mit Wienerle - oder Eiersalat mit Wienerle. Gerda und auch ihre Mutter konnten einen hervorragenden Kartoffelsalat zaubern - ich habe nie wieder so einen lecker zubereiteten Salat gegessen wie einst daheim. Anfangs, in meiner Kindheit kam auch mein ältester Bruder samt Frau zum Silvesterabend - erschienen sie, gab es auch noch Lachs und Aal serviert. Es wurde immer sehr heiter, und ich konnte das Feuerwerk um Mitternacht kaum erwarten. Besonders erinnere mich an den Jahreswechsel 1978/79, als ganz Deutschland im hohen Schnee lag und Temperaturen selbst am Silvestertage von unter -10 grad herrschten, in Norddeutschland noch viel tiefer. Dort war aufgrund der Schneemassen Katastrophenalarm ausgelöst, viele Orte und Höfe waren Tage von der Außenwelt abgeschnitten und konnten nur mit Hilfe der Bundeswehr befreit werden. In der Nacht zu Silvester hatte es irrsinnig geschneit - und eine weiße Winterlandschaft empfing uns dann am strahlend sonnigen Silvestertage. Ich erinnere mich, das ich mit Mutter, Brüdern und Schwägerin am späten Nachmittag auf unser Feld in der Nähe des Hauses spazieren gingen - ich als 8-jähriger auf dem Schlitten - und wir sind nahezu eingefroren - Gerda hielt die Temperatur kaum aus, sie sagte Oh mein Gott! Ich glaube mein Blut gerinnt gleich zu Eiskörnchen! Meine Nase! Meine arme Nase friert ab! Als wir in der Dämmerung wieder an unserem Hause ankamen, zeigte das Thermometer -17° - eindeutig das kälteste - und das schönste Silvester meiner Kindheit! Ich bin bis heute kälteresistent und ein großer Winterfan. Um Mitternacht konnten wir die Raketen in die Schneehügel stecken, wir benötigten keine Flaschen dafür. Der hohe Schnee blieb bis zum Februar. Es kamen noch einige schöne Silvesterfeierlichkeiten mit meiner Mutter, mit meiner Familie hinzu. Nun, jetzt haben wir nicht mehr 1979, sondern bald 2020. Ich habe meine neue Familie, mit der ich seit einigen Jahren feier, aber ich werde oft heute an meine Mutter Gerda denken, an die schönen Silvesterfeiern und Wunderkerzen um Mitternacht, und ganz besonders an dieses eine Silvester, 1978/79.
Den Lesern von Gerda Sophias Gedenkseite wünsche ich für das kommende Jahr 2020 alles erdenklich Gute, viel Kraft und Gesundheit an erster Stelle!
Wie immer zur Weihnacht die schöne Geschichte, welche sich am 24.12.1976 zutrug - hierzu finden Sie unter der Rubrik Bilder ein Foto von Gerdas Katze, unserer Mieze sowie das damals festlich geschmückte Wohnzimmer an Heiligabend 1976....
24.12.1976: Ich war 6 Jahre alt, ich erinnere mich an einen kalten Tag, aber schneefrei. Niemand durfte vor der Bescherung ins Wohnzimmer gehen, und doch lukte ich als Kind oft heimlich durch das Schlüsselloch, konnte die Lichter am Baume sehen und einen Teil der Geschenke, die unter dem festlich geschmückten Christbaum lagen. Irgendwann klang ein Glöckchen. Ich weiß bis heute nicht, wer es immer aus meiner Familie läutete, denn ich verlor in meiner Aufregung auch ein wenig den Überblick. Meine Mutter Gerda hatte am späten Nachmittag das Wohnzimmer schon festlich geschmückt und bei Einbruch der Dämmerung warme und kalte Speisen für den Abend zubereitet - das ganze Haus war schnell erfüllt von dem leckerem Duft.
Ich war schon unglaublich aufgeregt, schaute zur „Entspannung‘‘ die Sendung „Wir warten aufs Christkind“ und freute mich auf mein erstes Kettcar, welches ich mir sehnsüchtig gewünscht habe.
Kurz vor der Bescherung maunzte ein kleines, schwarzes Ding vom Fenstersims, schaute mit ihren großen grünen Augen in das Küchenfenster herein als ob sie sagen würde:
"Es riecht sooo lecker! Gebt mir doch auch ein Stück ab von diesen köstlichen Speisen" -
"EINE KATZE! EINE KATZE!" Wir Kinder waren außer uns vor Freude. "Da sitzt eine kleine Katze an unserem Fenster! Ach, lasst sie uns doch hinein holen!" - Unsere Eltern waren zunächst dagegen, was man als 6-jähriger Junge natürlich nicht nachvollziehen kann.
Mutter fügte noch hinzu: "Wer weiß, wo sie herkommt! Wem sie gehört! Vielleicht ist sie krank!‘‘
Nichts desto trotz liefen wir Kinder rasch nach draußen, nahmen die kleine schwarze Katze auf den Arm und streichelten sie. Heimlich trugen wir sie in den Hausflur, gaben ihr etwas Milch. Sofort taufte ich sie auf den Namen Mieze. Vom älteren Bruder kam keinerlei Einspruch...also ab sofort hieß sie „Mieze!“
Mieze, welche sich von nun an immer in der Nähe unseres Hauses aufhielt, kam in den folgenden Weihnachtstagen immer wieder zu uns, maunzte schon morgens früh auf dem Fenstersims und schaute in die Küche. Ich rannte sofort hinaus um Mieze zu streicheln, mit ihr im Garten zu spielen, sie folgte mir auf Schritt und Tritt.
Manchmal ließen wir Kinder Mieze heimlich ins Haus und fütterten sie und wir zeigten ihr jeden Raum...
Von diesem Tag an, dem 24.12.1976, blieb Mieze bei uns. Warum sie uns an Heiligabend zulief, ob sie jemand ausgesetzt hatte - blieb etwas nebulös. Es gab die Mutmaßung, das ein uns gut bekannter Verkäufer des hiesigen Supermarktes die kleine Katze ganz bewusst an Heilgabend bei uns aussetzte. Er sprach er uns im Herbst im Markt an, ob wir nicht eine kleine Katze haben möchten - seine Katze hatte einen Wurf. Meine Eltern wollten dies aber nicht…
Clever, die Katze am Heiligen Abend in einem Haushalt mit Kindern quasi als Geschenk auf unser Küchenfenstersims zu setzen…vielleicht auf die „Barmherzigkeit“ der Eltern zu hoffen…klappte ja auch…zumindest wenig später…
Nach ein paar Wochen stimmten unsere Eltern zu, das Mieze bei uns bleiben durfte. Was für eine Freude für mich, für uns! Mieze blieb viele Jahre bei uns, sie war eine Draußen & Drinnen-Katze. Sie wurde meine beste Freundin, die gesamte Kindheit über. Was hat sie mir Freude bereitet, uns allen! Natürlich hatte auch Gerda Sophia sehr viel Spaß mit unserer Mieze. So ein liebes Wesen und von so hoher Intelligenz.
Mieze gebar einige Junge, wir gaben sie später an andere Familien ab, einmal durfte ich 2 Kater behalten - einer blieb bei uns, das andere Tier wurde zum Wohnungskater meines ältesten Bruders.
Wunderschön als Kind, kleine Katzen aufwachsen zu sehen, wie sie die Mutterkatze lehrt, sie im Garten im Sonnenschein herumtollen...
Manchmal begleitete Mieze mich morgens zur nahen Grundschule, schlich unauffällig in einem gewissen Abstand hinter mir her - manchmal wartete sie schon auf mich an unserer Haustür nach dem Schulunterricht, kam mir maunzend entgegen...
Wie schon oben erwähnt: Unter der Rubrik Bilder findet ihr, finden Sie ein Bild von unserer Mieze...und das damals festlich geschmückte Wohnzimmer an Heiligabend 1976.
Die Katze die an Weihnachten kam - hat meine große Liebe besonders zu Katzen, aber auch zu allen Tieren sicherlich geprägt.
Ich hoffe, wir sehen auch alle unsere lieben Haustiere eines Tages einmal wieder - ich freue mich auf Mieze!
Allen, die in diesen Tagen auf Gerd Sopihas Gedenkseite zu Gast waren und diese Geschichte gelesen haben, wünsche ich eine schöne und gesegnete Weihnacht. Falls sie auch aktuell oder früher einen lieben Menschen verloren haben, an den sie an diesem Heiligen Abend, an diesen Weihnachtstagen besonders viel denken, sie/ihn gerade heute und den Weihnachtstagen furchtbar vermissen, wünsche ich viel Kraft. Ich wünsche mir, das sie heute viel Liebe und Stärke verspüren, das sie ihren Verlust - ich hoffe im Kreise Ihrer anderen Lieben, mit einem liebevollen Lächeln in den Tränen, so nenne ich es immer, ertragen können. Ich weiß nicht, ob sie ein gläubiger Christ sind oder nicht, das spielt auch keine Rolle, zumindest ich glaube fest daran, das der Mensch, um den sie trauern, heute auch bei Ihnen ist. Irgendwie. Er/Sie ist nicht weg, sondern anwesend, nur nicht sichtbar. Und möchte nicht, das sie trauern, sondern lächeln - trotz Tränen im Gesicht. Im Weihnachtssturm dieser Tage. Alles Liebe für Sie!
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Ich denke gerade an diesen Tagen oft an unsere Mutter Gerda Sophia, die diese Adventszeit so liebevoll gestaltete und an meine als Kind fast nicht zu bändigende Freude und Aufgeregtheit auf den heiligen Abend...
Hier noch ein kleines, modernes Gedicht von der Seite Weihnachtsgedichte.de
Zeit schenken
Allseits sieht man Menschen hetzten,
Durch die Ladengänge wetzen,
Unsicher, ob alle schätzen,
Was der Anlass ist.
Schnell noch die Krawatte kaufen,
Computerspiele, laufend laufen,
Ohrringe und Silberketten
Und Tonnen edlen Festtagsessens.
Doch was zählt sind nicht die Dinge,
Sondern seine Zeit verbringen
Mit den meistgeliebten Menschen,
Ihnen seine Zeit zu schenken.
© 2013 Weihnachtsgedichte.de
Ach, was war das schön...wenn unsere Mutter das Haus zur Adventszeit so liebevoll schmückte, ich erinnere mich an die duftenden Kerzen aus Bienenwachs, Lichterketten und -Kränze für die Fenster - die ersten Plätzchen wurden ausgestochen und gebacken - so das man das bevorstehende Weihnachtsfest kaum noch erwarten konnte....
Gedicht Die Welt zur Weihnachtszeit
© 2017 Adventsgedichte.org (Tim Seeger GmbH)
Friedvoll, leise und bedächtig
wird die Welt zur Weihnachtszeit.
Ach, dein Zauber ist so mächtig,
Heiligabend ist nicht weit.
Kerzen brennen, Lieder klingen
und die Menschheit kommt zur Ruh‘,
nimmt sich Zeit zum Spielen, Singen,
Weihnachten, wie schön bist du!
© 2017 Adventsgedichte.org
Du bist nicht abwesend, Du bist nur unsichtbar
Hier wieder ein schönes Adventgedicht für Gerda Sophia:
von Rainer Maria Rilke
* 04.12.1875 in Prag
+ 29.12.1926 in Montreux
Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus.
Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.
Rainer Maria Rilke (1875-1926)
Hier ein weiteres modernes Adventsgedicht der Seite Adventsgedichte org. für unsere Mutter, die diese Adventszeit einmalig schön zelebrieren konnte.
Ich erinnere mich an meine Aufgeregtheit als Kind, wenn endlich am Vorabend des 1. Advents wie es auch die kath. Kirche in ihren Vorabendmessen erlaubt und üblich ist die, die erste Kerze angezündet wurde und wir alle zusammen Wir sagen euch an, den lieben Advent wie weitere Lieder , z. b. Wachet auf sungen.
Häufig gingen wir auch schon Sonnabends in die Vorabendmesse, die teilweise als Roratemessen im Kerzenschein gefeiert wurden. Eine schöne kirchliche Tradition zur Einstimmung auf den Advent und das baldige große Fest.
Vier Kerzen
© 2017 Adventsgedichte.org
Tim Seeger GmbH
Brennt die Erste von vier Kerzen,
fängt sie an, die schöne Zeit,
bringt in unser aller Herzen,
Liebe und Geborgenheit.
Kerzlein zwei weckt unsre Sehnsucht, Kerze drei Erinnerung,
viele können’s kaum erwarten, fühlen sich erfrischend jung.
Mit der vierten Kerze dann
fängt schon bald die Weihnacht an.
Und man hört mit Wohlgefallen:
„Frohe Weihnachten euch allen!“
Unsere Mutter, Gerda Spohia, hat die Adventszeit immer besonders liebevoll gestaltet, worauf ich bei der nächsten Kerze ausführlich zurückkomme.
Hier ein - wie ich meine - wunderschönes neues Adventsgedicht.
Die Vervielfältigung ist, wie ich auf der Homepage entdeckte, duechaus zur Bekanntmachung erlaubt, möchte aber trotzdessen das © angeben
Advent der Kinderzeit
© 2012 Adventsgedichte.org (Tim Seeger GmbH)
Wenn Kinder Schneemänner und Eiszapfen zählen
und sich Erwachsene mit der Schneeschaufel quälen,
wenn die Kinder beim „Brief ans Christkind“ sitzen,
während die Großen über dem Einkaufszettel schwitzen,
wenn Kinder Lieder singen und Kekse essen –
und wir uns mit Geschenkeinkäufen stressen,
wenn Kinderaugen voll Vorfreude strahlen –
und wir uns winden in der Hektik Qualen,
wenn wir geben der Weihnachtszeit am Stress die Schuld,
während Kinder auf’s Christkind warten - voll Ungeduld,
wenn die Großen die Hektik zu Weihnacht verfluchen,
währen Kinder nach Rentierspuren und Engelshaar suchen,
wenn die Kleinen sich freuen auf all die Geschenke,
während ich oft schon an den Umtausch denke –
dann wünsch ich, er wär’ nicht schon weg so weit –
mein wunderbarer Advent der Kinderzeit!
© 2012 Adventsgedichte.org (Tim Seeger GmbH)
Ich habe ein neues s/w-Bild in die Bildergalerie eingefügt, als letzteres finden Sie dort ein Jugendbild von Gerda Sophia zusammen mit Ihrer 13 Monate jüngeren Schwester Theresia, gennant Thea. Angeblich wuren die 2 damals die schönsten Mädchen von Rentfort genannt. Thea ist mittlerweile 88 Jahre alt, sieht viel jünger aus und strotzt vor Gesundheit. Sie unternimmt noch weite Schiffsreisen, zuletzt eine Donau-Flußkreuzfahrt von Passau ins Schwarze Meer und auch eine Busreise zur polnischen Ostseeküste, nach Kolberg. Gerda Sophia träumte immer von diesen Reisen, besonders die zu Schiff, hat sich diese leider nie erfüllen können. Ich glaube, das Gerda irgendwie mit Thea mitreist...sie hat Ihre Schwester nun 25 Jahre überlebt. Die beiden Schwestern waren wie Zwillinge, ein Jammer, das diese 1994 durch die schwere Herzkrankheit von Gerda getrennt wurden.
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Über die Heide
Theodor Storm
* 14. September 1817 in Husum, Schleswig-Holstein
+ 4. Juli 1888 in Hanerau-Hademaschen, SH
Über die´Heide hallet mein Schritt;
Dumpf aus der Erde wandert es mit.
Herbst ist gekommen, Frühling ist weit -
Gab es denn einmal selige Zeit?
Brauende Nebel geistern umher;
Schwarz ist das Kraut und der Himmel so leer.
Wär ich hier nur nicht gegangen im Mai!
Leben und Liebe - wie flog es vorbei!
Meine Mutter, wie schon gestern erwähnt, liebte, wie die meisten,
nur die schönen Tage des herbstes. Viel zu wehmütig schaute sie
als Sonnenkind auf Vergangenes, die verlorenen Sommertage.
Mein Vater Franz (siehe auch seine Seite Franz Steinhardt) liebte
(wie ich) den Herbst, zelebrierte förmlich Spaziergänge bei Wind und wilden Wolken. Ich erinner mich als Kind, als wir uns zusammen den Weg durch das dichte Laub in unserem kleinen Wald gegenüber unserem Wohnhaus bahnten und ich mich weich in die Blätterhügel fallen lies.
Ich kann nur sagen: Ja, schöner Herbst, Du meine Liebe, Du widerspiegelst meine Stimmung, den mein Wesen ist die (positive) Melancholie. Ich bin ein Gedanke des Herbstes, ein Kind des Winters.
Dies Gedicht passt vielelicht ganz gut zu Gerda Sophia:
Parkbank im Spätherbst
von Wilfried Chapligin
Inmitten unter hohen Bäumen
versunken ruht die kleine Bank.
sie fängt im Herbstwind an zu träumen,
wie er ihr in die Arme sank
Im milden Mai, an fernen Tagen,
als Frühling rauscht durch hohe Krone
und er es wagte sie zu fragen,
ob sie ihm schenk ihr Herz. Und ohne
zu großes Zögern kam ihr "Ja"!
doch jetzt umringt ein goldner Kranz
von Blättern Park und Bank von nah.
frühlings Versprechen welken ganz
hoch in den Spitzen. Und wer will
schon lang im Schatten alter Fragen
versonnen sitzen? Kühl und still
wehts im Geäst, und noch entsagen
der nächsten großen Liebe scheu
die Menschen blind in ihren Klagen,
bis einst der Mai lässt wieder neu
die Bäume Liebesträume tragen.
Gerda Sophia mocht den Herbst (nur), wenn er sich von der schönsten, sonnigsten, mildesten Seite zeigte, wenn das Laub sich gelb und rot verfärbte und beim Blick durch einen Baum unter blauem Himmel ein wunderbares Bild abgab. Das liebe ich auch. Zuletzt stand ich noch minutenlang unter einem Blutahornbaum und blinzelte durch den Wipfel in den strahlend, tief blauen Novemberhimmel. Es war der wunderbare Sonntag, 10. November in Mülheim a. d. Ruhr, in einem ländlichen Stadtteil nahe der Ruhr, als ich das tolle aber kalte Herbstwetter nach dem Kirchgang mit dem Radl genoss.
Spätherbst
von Theodor Fontane
* 30. Dez 1819 in Neuruppin
+20. Sep 1898 in Berlin
Schon mischt sich Rot in der Blätter Grün,
Reseden und Astern im Verblühn,
Die Trauben geschnitten, der Hafer gemäht,
Der Herbst ist da, das Jahr wird spät.
Und doch (ob Herbst auch) die Sonne glüht -
Weg drum mit der Schwermut aus deinem Gemüt!
Banne die Sorge, genieße, was frommt,
Eh Stille, Schnee und Winter kommt.
Erster November
von Max Dauthendey (1867-1918)
Da draußen ist frühe Nebelnacht,
Die hat den Tag um Stunden bestohlen,
Hat aus den Fenstern Laternen gemacht.
Ich möchte mir den Mond herholen,
Dass ich einen hätt’, der ewig lacht,
Denn die Nacht ist wie ein schwarzes Bett.
Dort hat der Tod, wie auf Lagern aus Kohlen,
Gedankenlos als Dieb seine Ruhestätt’.
Weiß nicht, ist die Stadt draußen klein oder groß,
Ob Menschen drin hausen, oder bin ich allein,
Denn ein jeder Tag schwarz wie der Fluss fortfloss,
Und beklagt gingen viele zur Nacht hinein.
Auch Vater und Mutter haben gefragt,
Und niemandem wurde der Weg gesagt.
Auch Vater und Mutter wurden zu Stein,
Ein Stein, der sich über dem Grabe schloss.
Drauf lese ich heut’ ihre Namen bloß,
Nur noch die Namen sind beide mein.
Woher sie kamen, wohin sie gingen, -
Ich kann die Nacht nicht zum Reden zwingen
Spätherbst
(von Theodor Fontane)
Schon mischt sich Rot in der Blätter Grün,
Reseden und Astern im Verblühn,
Die Trauben geschnitten, der Hafer gemäht,
Der Herbst ist da, das Jahr wird spät.
Und doch (ob Herbst auch) die Sonne glüht -
Weg drum mit der Schwermut aus deinem Gemüt!
Banne die Sorge, genieße, was frommt,
Eh Stille, Schnee und Winter kommt.
Oktober
von Max Dauthendey, dt. Dichter und Maler aus Würzburg (1867-1918)
Zaudernde Nebel gehen ums Haus,
Der Herbsttag kleidet die Bäume aus.
Werde nicht bang, Geliebte mein,
Die Liebe schläft nicht mit den Bäumen ein.
Verlöschen im Garten die Blumen wie Funken,
Sind die Gärten wie Spuk versunken,
Werden die Tage dunkel und scheuer,
Dir wächst in meiner Kammer unersättliches Feuer.
In langen Nächten küsst es sich gut,
Verliebte haben den Sommer im Blut.
Heute vor 36 Jahren wurde Gerda Sophias 1. Enkel Lars geboren, am 09.09.1983. Was war das für eine Freude! Gerda war zu dem Zeitpunkt 53 Jahre alt. In der Nacht des 09. Septembers erhielten wir einen Anruf von meinem ältesten Bruder, das Gerdas erster Enkel geboren wurde und wohlauf ist. Fortan begann für die ganze Familie Steihardt eine wunderschöne und aufregende Zeit. Ich, der 3. und jüngste Sohn Gerdas wurde mit 13 Jahren Onkel. Was wir ich stolz, was war ich glücklich, einen kleinen Neffen zu haben! Da wir uns im Prinzip fast jeden Tag sahen, was Lars für mich auch wie ein kleiner Bruder, den ich mir als Letztgeborener immer wünschte...
Letzte Woche war ich bei Gerdas Schwester, die am morgigen
20. August 88 Jahre alt wird. Gerda Sophia war es nicht vergönnt,
dieses Alter zu erreichen. SIe wurde nur 63 Jahre alt. Ihre Schwester erfreut sich diesem hohen Alter guter Gesundheit und erstaunlicher Rüstigkeit. Sie verreist öfter im Jahr, auch Kreuzfahrten unternimmt sie.
Vor kurzem war sie in erneut in Kolberg, der heute polnischen und ehemals dt. Stadt an der Ostsee. Ich schaute vor wenigen Tagen mit
ihr und ihrer Tochter, meiner lieben Cousine, viele viele alte Bilder an aus gemeinsamen Tagen. Hochzeiten, meine Erstkommunion, Festtage - und unternahmen so eine schöne Zeitreise. Es war teilweise sehr heiter, aber auch rührend. Schade, das Gerda Sophia nicht zusammen mit ihrer Schwester diese oben erwähnten vielen schönen Reisen antreten konnte! Aber - auf eine andere Art und Weise war Gerda bestimmt dabei...





