Gerda Sophia Steinhardt

Gerda Sophia
Steinhardt

03.07.1930
Gladbeck
-
11.01.1994
Gladbeck

stimmungsbild

Gedenkkerzen | Seite 4

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Hier sehen Sie alle 404 Gedenkkerzen, welche für Gerda Sophia Steinhardt angezündet wurden. Entzünden auch Sie eine Gedenkkerze.

Todestag von Gerdas Vater Von Andreas Steinhardt am 25.06.2023 um 00:26 | melden

Heute vor 30 Jahren starb Gerdas Vater, mein Opa Wilhelm, im Alter von 89 Jahren nach kurzer Krankheit im Hospital.

Gerda und Wilhelm verstanden sich äußerst gut, wie sollte es auch anders sein bei solch einem Vater? Laut Gerdas Aussagen und auch ihrer Schwester Dorothea hat er nie wirklich geschimpft, hat niemals die Hand gegenüber seinen Töchtern erhoben. Er hat ihnen eine schöne Kindheit und Jugend bereitet - sie durch Kriegswirren väterlich beschützend geführt.

Wilhelm war ein äußerst humorvoller Großvater, der immer einen Scherz auf den Lippen hatte, immer sehr heitere Anekdoten erzählte. Als 1979 der amerik. Schauspieler John Wayne starb, titelte ein großes deutsches Boulevardblatt die Schlagzeile:

"Er starb wie ein Held" - Gerdas Vater sagte zu mir: "...das werden sie über mich nicht schreiben, wenn ich einmal sterbe!" - ...doch, Opa, Du bist wie ein Held gestorben, mit einem Lächeln im Gesicht, einem letzten Scherz auf den Lippen und ohne Furcht. Und ich schreibe es DOCH über Dich: "Wilhelm starb wie ein Held"

Für Gerda. Für Wilhelm.

-

Inschrift auf John Waynes Grabstein:

„Der morgige Tag ist das Wichtigste im Leben. Er kommt zu uns um Mitternacht – ganz rein. Er ist makellos, wenn er ankommt, und gibt sich in unsere Hände. Er hofft, dass wir vom Gestern etwas gelernt haben.“

John Wayne, 26.05.1907 in Winterset, Iowa, +11.06.1979 in L.A.

Kerze rot lang
Mittsommer Von Andreas Steinhardt am 21.06.2023 um 16:06 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht - passend zum Mittsommer - von
Clara Müller-Jahnke.

Der längste Tag - die kürzeste Nacht. Heute um 16:57 h ist die
Sommersonnenwende, was wir allgemein als "Sommeranfang"
betiteln, aber tatsächlich fälschlich ist.

Gerdas geliebter Sommer - ewige Wärme, lange Tage, das wäre
meiner Mutter nur recht gewesen. Falsche Region...an der Costa
del Sol überwintern - das wäre Gerdas Traum gewesen, welchen
sie sich nie erfüllte.

Für Gerda. Für Axel.

Sonnenwende

Es fiel ein Blütenregen
herab auf Wald und Feld,
ein Netz von Sonnenstrahlen
umspinnt die grüne Welt;
das flammt und blüht und duftet
und höhnt den Glockenschlag,
als ging er nie zu Ende,
der süße, goldene Tag ...

O Tag der Sonnenwende,
vollblühende Rosenzeit,
du hast mir ins Herz geduftet
berauschende Seligkeit!
Das pocht und glüht und zittert
und bebt im Vollgenuss,
als ging er nie zu Ende,
der süße, erste Kuss -

O Tag der Sonnenwende -

Clara Müller-Jahnke, dt. Dichterin, Journalistin und Frauenrechtlerin,
*1860 in Lenzen, damaliges Hinterpommern, heute zur polnischen
Woiwodschaft Westpommern gehörend -
+1905 in Wilhelmshagen, seit 1920 zu Berlin gehörend, Bezirk
Treptow-Köpenick.

Kerze orange klein
Geburtstag von Gerdas Mutter Von Andreas Steinhardt am 16.06.2023 um 11:51 | melden

Heute vor 116 Jahren wurde Gerdas Mutter, meine Oma Theresia als 13. (!) und letztes Kind ihrer Eltern im ostpreußischen Wuttrienen (heute Butrynin) geboren, dem letzten Zipfel des Ermlands. Als dreizehntes Kind? Man kann dies eigentlich kaum glauben. Einige ihrer Geschwister, Gerdas Tanten, konnte ich noch kennen lernen, gerne erinnere ich mich zurück an Franziska "Ziska", die später im selben Ortsteil lebte, sie war ähnlich lebhaft wie ihre Schwester Theresia. Auch habe ich Susanne "Susa", welche erst in Berlin, dann bei Frankfurt und zuletzt bei Marburg lebte in liebevoller Erinnerung. Sie war eher die Stille, ein zurückhaltender Mensch.

Was hatte Gerda mit ihrer Mutter gemein? Bei erster Betrachtung sicherlich nicht so viel - beide waren aber sehr herzlich, lebhaft, direkt, Gerda war schillernd, Theresia eher unauffällig. Gerda ging mit der Zeit - ihre Mutter konnte sich im Prinzip nie an eine modernere Zeit gewöhnen. Man musste Oma Theresia tatsächlich eine Waschmaschine, einen Kühlschrank und ein Telefon aufzwingen - sie lehnte dies immer strikt ab, bis in die 80er Jahre. Sie kühlte Lebensmittel im Keller, wusch mit einem Waschbrett im Stall, rief von einer Telefonzelle an. Ein Fernsehgerät hatte Theresia aber
schon in den 70ern - immerhin!

Wie gerne schaue ich zurück auf die Geburtstage meiner Oma Theresia, das Haus und der Garten waren voller Menschen. Theresia buk die besten Kuchen und kreierte die tollsten Torten, ihr schmackhafter Kartoffelsalat mit dicken Knackern waren ebenfalls ein Schmaus. Wir konnten bis zur Wende auch immer sehr lange in den Abend hineinfeiern, da ja zu der Zeit der 17. Juni ein Feiertag war.

Ich werde heute viel an Theresias Geburtstage zurückdenken - und uns heute den Kartoffelsalat nach Theresias Rezept zubereiten, welchen Gerda auch in gleicher Perfektion kreiern konnte...

Kerze hellgrün geschwungen
Juninacht Von Andreas Steinhardt am 11.06.2023 um 17:55 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Thassilo von Scheffer.
Lieben Sie diese schon sehr heißen Junitage? Oder verkriechen Sie sich ganz schnell in den Schatten? Gerda liebte die sehr warmen Tage, die große Hitze gar, manchmal meine ich, es konnte ihr nicht heiß genug sein...ich halte diese Tage aus, aber mein Ding ist es nun wirklich nicht...ich habe ein Bild vor Augen, wie Gerda mit meinem Vater, meinem Bruder Axel und mir an einem sehr heißen Sommertag unter einem großen Sonnenschirm sitzen - Korrektur: Gerda zog die pralle Sonne vor...was immer Sie an diesem Sonntag tun - in der Sonne oder im Schatten - genießen Sie es!

Für Gerda. Für Axel.

Juninacht

Still wie der Mond, der dort entsteigt,
Und mir die dunklen Wege zeigt,
So geh ich, von Gedanken trunken,
Die ganze Welt liegt schlafversunken.
In stillen Adern fließt das Leben,
Das spürsam alles rings erfüllt:
In tiefe Ruhe eingehüllt,
Wird jedem neuen Kraft gegeben.
Nur wen’ge, die der stillen Nacht
Die tiefsten Quellen aufgemacht:
Sie fühlen der Gestirne Bahnen,
Die warme Seele jeden Baums.
Zum Wissen wird ihr dunkles Ahnen,
Zum Leben der Gesang des Traums.

Ich greife in die grünen Ranken,
Ich geh, weiß kaum wohin, woher:
So schwer voll Liebe und Gedanken,
Und ringsumher ein blühend Meer.

Thassilo von Scheffer, *01.07.1873 in Preußisch Stargard, +27.11.1951 in Berlin.

Kerze gelb klein
Gedicht zu Fronleichnam Von Andreas Steinhardt am 08.06.2023 um 20:02 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Georg Heym.
Sind sie vielleicht katholisch und folgten gar heute einer Fronleichnamsprozession? Oder ist Ihnen dies schir einerlei?
Freuen Sie sich wenigstens über einen erneuten Feiertag in der Woche? Nun, zumindest haben wir heute wie 4 weitere Bundes-
länder einen gesetzlichen Feiertag.

Ich erinnere mich an einige Prozessionen, die ich mit meiner Mutter, respektive Vater, Bruder, Großeltern beiwohnte. Mal die kleine Prozession in unserem Ortsteil, aber auch der wesentlich größere, feierliche Umzug im benachbarten Stadteill wie der in Ortsmitte.
Gerda nahm immer gern an der Prozession teil, war diese doch meist bei gutem Wetter - und anschließend gab es ein kleines Fest rund um die Kirche mit Bratwurst und Waffeln...und man traf viele Bekannte zum Schnacken....

Für Gerda. Für Axel.


Fronleichnamsprozession

O weites Land des Sommers und der Winde,
Der reinen Wolken, die dem Wind sich bieten.
Wo goldener Weizen reift und die Gebinde
Des gelben Roggens trocknen in den Mieten.

Die Erde dämmert von den Düften allen,
Von grünen Winden und des Mohnes Farben,
Des schwere Köpfe auf den Stielen fallen
Und weithin brennen aus den hohen Garben.

Des Feldwegs Brücke steigt im halben Bogen,
Wo helle Wellen weiße Kiesel feuchten.
Die Wassergräser werden fortgezogen,
Die in der Sonne aus dem Bache leuchten.

Die Brücke schwankt herauf die erste Fahne.
Sie flammt von Gold und Rot. Die Seidenquasten
Zu beiden Seiten halten Kastellane
Im alten Chorrock, dem von Staub verblassten.

Man hört Gesang. Die jungen Priester kommen.
Barhäuptig gehen sie vor den Prälaten.
Zu Flöten schallt der Messgesang. Die frommen
Und alten Lieder wandern durch die Saaten.

In weißen Kleidchen kommen Kinder singend.
Sie tragen kleine Kränze in den Haaren.
Und Knaben, runde Weihrauchkessel schwingend,
Im Spitzenrock und roten Festtalaren.

Die Kirchenbilder kommen auf Altären.
Mariens Wunden brennen hell im Licht.
Und Christus naht, von Blumen bunt, die wehren
Die Sonne von dem gelben Holzgesicht.

Im Baldachine glänzt des Bischofs Krone.
Er schreitet singend mit dem heiligen Schrein.
Der hohe Stimmenschall der Diakone
Fliegt weit hinaus durch Land und Felderreih’n.

Der Truhen Glanz weht um die alte Tracht.
Die Kessel dampfen, drin die Kräuter kohlen.
Sie ziehen durch der weiten Felder Pracht,
Und matter glänzen die vergilbten Stolen.

Der Zug wird kleiner. Der Gesang verhallt.
Sie ziehn dahin, dem grünen Wald entgegen.
Er tut sich auf. Der Glanz verzieht im Wald,
Wo goldne Stille träumt auf dunklen Wegen.

Der Mittag kommt. Es schläft das weite Land,
Die tiefen Wege, wo die Schwalbe schweift,
Und eine Mühle steht am Himmelsrand,
Die ewig nach den weißen Wolken greift.

Georg Heym, *30.10.1887 in Hirschberg, Schlesien (heutiges Jelenia Gora der pl. Woiwodschaft Niederschlesien),
+16.01. 1912 in Gatow (Wannsee), seit 1920 zum Berliner Stadtbezirk Spandau gehörend.

Kerze rot geschwungen
Schöne Junitage Von Andreas Steinhardt am 03.06.2023 um 23:12 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Detlev von Liliencron. Lieben Sie den Juni? Denken Sie "endlich der erste Sommermonat?" Gerda konnte es fast nicht warm genug sein, sie zelebrierte den Sonnenschein und die Wärme förmlich. Gerda ist im Juli geboren und sah immer einen Zusammenhang des Geburtsmonats mit der Vorliebe für eine Jahreszeit. Nun, ich bin im Januar geboren und ein Winkerkind. Ich kenne einige, auf die jene Neigung zum Geburtsmonat als Vorliebe für die Jahreszeit für immer besteht...

Schöne Junitage

Mitternacht, die Gärten lauschen,
Flüsterwort und Liebeskuss,
Bis der letzte Klang verklungen,
Weil nun alles schlafen muss –
Flussüberwärts singt eine Nachtigall.

Sonnengrüner Rosengarten,
Sonnenweiße Stromesflut,
Sonnenstiller Morgenfriede,
Der auf Baum und Beeten ruht –
Flussüberwärts singt eine Nachtigall.

Straßentreiben, fern, verworren,
Reicher Mann und Bettelkind,
Myrtenkränze, Leichenzüge,
Tausendfältig Leben rinnt –
Flussüberwärts singt eine Nachtigall.

Langsam graut der Abend nieder,
Milde wird die harte Welt,
Und das Herz macht seinen Frieden,
Und zum Kinde wird der Held –
Flussüberwärts singt eine Nachtigall.

Detlev von Liliencron, *1844 in Kiel, +1909 in Alt-Rahlstedt (ab1937
zu Hamburg, Stadtbezirk Wandsbek)

Liliencron war dt. Lyriker, Prosa- und Bühnenautor.

Kerze hellgrün lang
Pfingstgedicht Von Andreas Steinhardt am 28.05.2023 um 13:54 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Gustav Falke.

Zu Pfingsten blieben wir früher meiner Erinnerung nach immer
daheim - Gerda kredenzte einen herzhaften Sonntagsbraten und
buk leckere Obstböden mit Schlag. Die Großeltern kamen zu Besuch und wir feierten bis zum Abend - und länger.

Ich wünsche den Lesern von Gerdas Gedenkseite ein schönes Pfingstfest.

Pfingsten

Das Fest der Pfingsten kommt im Hall der Glocken,
Da jauchzt in Frühlingsschauern die Natur;
Auf jedem Strauch des Waldes und der Flur
Schwebt eine Ros als Flamme mit Frohlocken.

O Geist, der einst in goldnen Feuerflocken
Aufs Haupt der Jünger brausend niederfuhr,
Von deinem Reichtum einen Funken nur,
Hernieder send ihn auf des Sängers Locken!

Ich weiß es wohl, nicht würdig bin ich dein;
Doch hast du nie die Tugend ja gemessen,
Der Glaube zieht, die Sehnsucht dich allein.

Der Armen hast du nimmermehr vergessen,
Du kehrtest in der Fischer Hütten ein,
Und an der Sünder Tisch bist du gesessen

Gustav Falke, *1853 in Lübeck, +1916 in Hamburg-Groß Borstel
(G. seit 1913 zu HH)

Kerze gelb geschwungen
Gedenktage Von Andreas Steinhardt am 24.05.2023 um 13:02 | melden

Diese Gedenkkerze möchte ich nicht nur Gerda widmen, sondern auch Maria Johanna, der Mutter meiner Partnerin, die vor einem Jahr in Bonn verstarb. Viele Erinnerungen kommen wieder hoch an ihre letzten Tage des Lebens, wie wir sie auf diesem Weg in Bonn begleiteten.
Auch werden wieder Erinnerungen präsent an die Tage des Leidens und Sterbens meiner Mutter.

Für Gerda. Für Maria Johanna.

"Wenn du in der Nacht den Himmel betrachtest, weil ich auf einem von ihnen wohne, dann wird es für dich so sein, als ob alle Sterne lachten, weil ich auf einem von ihnen lache"

Antoine de Saint Exepúry

Kerze grau-blau Grabkerze
Das Lachen Von Andreas Steinhardt am 16.05.2023 um 11:05 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Friedrich Rückert.
Gerda hatte ein sehr ansteckendes Lachen. Es konnte ihr einfach so herausplatzen, gleich in welcher Gesellschaft oder Situation - und damit steckte sie andere an, brachte selbst den hölzernsten Menschen zum Schmunzeln. Es glich dem schallenden Lachen von Montserrat Caballé, vielleicht erinnern Sie sich an einige ihrer Auftritte in großen Shows im deutschen Fernsehen. Das Lachen meiner Mutter werde ich nie vergessen, ich höre es noch oft.

Das Lachen

O nehmt es mir nicht übel,
Wenn über euch ich lache,
Weil ich einmal muß lachen!
Selbst über mich nicht minder
Als über euch ich lache;
Und nehm’ es euch nicht übel,
Daß über mich ihr lachet,
Wenn ihr nicht seid im Stande
Selbst über euch zu lachen

Friedrich Rückert, *16. Mai 1788 in Schweinfurt, +31.01.1866 in Neuses, heute zu Coburg, BY - Rückert war dt. Dichter, Lyriker, Übersetzer und Orientalist.

Kerze dunkelgrün lang
König Mai Von Andreas Steinhardt am 08.05.2023 um 14:05 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Adolph Glaser.

Mairegen bringt Segen - gönnen wir es der Natur, wahrscheinlich wird Prognosen nach der kommende Sonner wieder viel zu trocken. Nehmen wir uns ein bisschen zurück, sonnen können wir uns noch genug. Ich verstehe nicht ganz, warum auch die meisten Menschen die ich kenne, jeden Tag Sonnenschein wünschen - " bloß kein Regen" - nun, Gerda, das Sommer- und Sonnenkind hat sich auch immer nur sonnige Tage gewünscht - Regentage widerspiegelten ihre Stimmung.
Allerdings waren die Sommer einst auch nicht zu trocken, es gibt in meiner Erinnerung Sommer in den 70ern und 80ern, die fast völlig verregnet waren...

Für Gerda. Für Axel.


König Mai


Als Bote eilt der März herbei
Und bringt der Erde frohe Kunde,
Dass sie erwählt vom Bräutgam sei
Als Braut zu süssem Liebesbunde
Und laut erklärt er in der Runde:
Der Bräutigam, das ist der Mai,
Der schöne Mai.

Da er die Kunde ihr gebracht,
Der Erde Freudentränen rinnen
Auf ihre ernste Jungfrautracht
Von glattgelegtem weissem Linnen;
Sie weiss nicht, was sie soll beginnen,
Denn wohlbekannt ist ihr der Mai,
Der schöne Mai.

Bald ist sie tiefbewegt, bald still,
Weiss nicht, was sie soll tun und lassen,
So wechselnd endet der April.
Nun muss sie in Geduld sich fassen,
Denn zwischen Lieb und zwischen Hassen
Träumt ahnend doch sie nur vom Mai,
Vom schönen Mai.

Der aber kommt mit einem Mal
Ganz unerwartet angezogen
Und übern Berg und durch das Tal
Ist sein Gefolge mitgeflogen:
Ein Zirpen, Girren, Schwirren, Wogen,
Ein Jauchzen kündigt an den Mai,
Den schönen Mai.

Wie wird der Braut so wohl und bang,
Sie fühlt ihr Herz an seinem Hangen,
Sein Hauch ist Duft, sein Wort Gesang,
Es glühn von Rosen seine Wangen,
Sie ruht von seinem Arm umfangen
Und jauchzt: O lieber, lieber Mai,
O schöner Mai!

Adolph Glaser (Pseudonym Reinhard Reimar), *15.12.1829 in Wiesbaden, +31.03.1915 in Freiburg.
Glaser war dt. Schriftsteller, Schriftleiter und Journalist.

Kerze gelb geschwungen
Der erste Mai Von Andreas Steinhardt am 01.05.2023 um 19:04 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Friedrich von Hagedorn.

Ich erinnere mich, das Gerda mir dieses Gedicht schon als Kind auswendig vortrug, sie fand es sicherlich auch sehr schön - der Maibeginn war für Gerda quasi der Sommeranfang - ihre Jahreszeit. Ich liebe mehr die Herbstgedichte, aber freilich sind diese Verse sehr lebensbejahend.


Der 1. Mai

Der erste Tag im Monat Mai
Ist mir der glücklichste von allen.
Dich sah ich und gestand dir frei,
Den ersten Tag im Monat Mai,
Daß dir mein Herz ergeben sei.
Wenn mein Geständnis dir gefallen,
So ist der erste Tag im Mai
Für mich der glücklichste von allen.

Friedrich von Hagedorn, dt. Dichter des Rokoko, *23.08.1708 in Hamburg, +28.10.1754 ebenda.

Kerze orange kreuz
In der ersten Nacht des Maien Von Andreas Steinhardt am 30.04.2023 um 21:14 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Wilhelm Busch zur kommenden Walpurgisnacht. Feiern, tanzen Sie in den Mai? Vielleicht ist Ihnen auch gar nicht danach, falls Sie in letzter Zeit einen lieben Angehörigen verloren haben. Im letzten Jahr war uns nicht danach zumute, da eine Angehörige im Bonner Uniklinikum lag und im Mai verstarb.

Gerda zelebrierte diesen Abend zum 1. Mai, sie kredenzte eine schmackhafte Maibowle und lud Gäste ein. Der Mai war für sie das Tor zum Sommer, ihre so ersehnte Jahreszeit...

Wir gönnen wir uns heute eine Maibowle, nach Gerdas Art. Auf unsere lieben Verstorbenen!


In der ersten Nacht des Maien / Walpurgisnacht

In der ersten Nacht des Maien
läßts den Hexen keine Ruh;
sich gesellig zu erfreuen,
eilen sie dem Brocken zu.
dorten haben sie ihr Kränzchen.
man verleumdet, man verführt,
macht ein lasterhaftes Tänzchen,
und der Teufel präsidiert...

Heinrich Christian Wilhelm Busch, *14.April 1832 in Wiedensahl (Schaumburger Land, NI), +09. Januar 1908 in Mechtshausen, heute zur Stadt Seesen, Harz, NI)

Kerze hellgrün lang
Aus einem April Von Andreas Steinhardt am 27.04.2023 um 23:42 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Rilke.
Der kälteste und nasseste April seit Jahrzehnten geht bald vorüber. Sind Sie dem launischen Wetter bereits überdrüssig? Ich gar nicht mal. Der Islandfan fühlt sich pudelwohl und genießt es derweil...Gerda wäre kreuzunglücklich, das uns der April nicht bereits mit vielen warmen Tagen verwöhnte...gut, das ich auch andere Menschen kenne, welche doch mehr den Herbst und Winter zelebrieren... gehören Sie vielleicht auch zu dieser Minderheit?

Für Gerda. Für Axel.

Aus einem April

Wieder duftet der Wald.
Es heben die schwebenden Lerchen
mit sich den Himmel empor, der unseren Schultern
schwer war;
zwar sah man noch durch die Äste den Tag, wie er
leer war, –
aber nach langen, regnenden Nachmittagen
kommen die goldübersonnten
neueren Stunden,
vor denen flüchtend an fernen Häuserfronten
alle die wunden
Fenster furchtsam mit Flügeln schlagen.
Dann wird es still. Sogar der Regen geht leiser
über der Steine ruhig dunkelnden Glanz.
Alle Geräusche ducken sich ganz
in die glänzenden Knospen der Reiser.

Rainer Maria Rilke, *04.12.1875 in Prag, +29.12.1926 in Glion sur Montreux

Kerze gelb geschwungen
Gedicht von Jacobi Von Andreas Steinhardt am 24.04.2023 um 13:44 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Johann Georg Jacobi.

Der April ist bald vorüber, die meisten freuen sich schon auf den Mai. Gerda zelebrierte den Maibeginn, er durfte bloß nicht verregnet sein, sonst war die Stimmung dahin. War dieser sonnig und warm, wie das kommende Wochenende zum 1. Mai prognostiziert wird, strahlte meine Mutter mit dem Sonnenschein um die Wette...Gerda trank wirklich sehr wenig Alkohol, wenn dann nur zu bestimmten Anlässen einen Sekt. Am Abend zum 1. Mai kredenzte sie eine herzhafte Maibowle, die unsere Gäste zum Maitanze dankend annahmen...

Aber verweilen wir im Gedicht noch einmal in diesem Monat...

April

Was kümmert’s dich in deinen Wolken droben,
Du launischer April,
Ob wir dich tadeln, oder loben?

Ein großer Herr tut meistens, was er will.
Auch halten wir geduldig still,
Und leiden, was wir leiden müssen.
Gib uns zuweilen nur ein wenig Sonnenschein,
Damit wir dessen uns erfreun:
Dann magst du wiederum mit Schnee und Regengüssen,
Mit Sturm und Blitz und Hagel dir
Bei Tag und Nacht die Zeit vertreiben!
In unsrer kleinen Wirtschaft hier
Soll dennoch gutes Wetter bleiben.
Was kümmert’s dich in deinen Wolken droben,
Du launischer April,
Ob wir dich tadeln, oder loben?
Ein großer Herr tut meistens, was er will.
Auch halten wir geduldig still,
Und leiden, was wir leiden müssen.
Gib uns zuweilen nur ein wenig Sonnenschein,
Damit wir dessen uns erfreun:
Dann magst du wiederum mit Schnee und Regengüssen,
Mit Sturm und Blitz und Hagel dir
Bei Tag und Nacht die Zeit vertreiben!
In unsrer kleinen Wirtschaft hier
Soll dennoch gutes Wetter bleiben.

Johann Georg Jacobi, * 02.09.1740 auf Gut Pempelfort
(P. heute Ortsteil von Düsseldorf), + 04.01.1814 in Freiburg.
Jacobi war Dichter und Publizist.und der ältere Bruder von
Friedrich Heinrich Jacobi.

Kerze rot viereckig
Im April Von Andreas Steinhardt am 19.04.2023 um 19:17 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Emanuel Geibel. Erwarten sie mit Sehnsucht die wärmeren Tage? Dieser April ist zumindest hier ziemlich kühl, was ich begrüße...Gerda, dem Sommer- und Sonnenkind konnte es gar nicht warm genug sein...es ist schon seltsam, ich habe soviel mit meiner Mutter gemein, nur nicht die Vorliebe für die Jahreszeiten.

Für Gerda. Für Axel.

Im April

Du feuchter Frühlingsabend,
Wie hab’ ich dich so gern!
Der Himmel wolkenverhangen,
Nur hie und da ein Stern.

Wie leiser Liebesodem
Hauchet so lau die Luft,
Es steigt aus allen Talen
Ein warmer Veilchenduft.

Ich möcht’ ein Lied ersinnen,
Das diesem Abend gleich,
Und kann den Klang nicht finden,
So dunkel, mild und weich.

Emanuel Geibel, * 17.10.1815 in Lübeck, + 06.04. 1884 ebenda.

Kerze hellgrün geschwungen
Ostersonntag Von Andreas Steinhardt am 09.04.2023 um 13:06 | melden

Ich einnere mich besonders gerne an frühere Ostern, die Feste meiner Kindheit. Wie schön Gerda, meine Mutter, alles immer österlich geschmückt hatte! Blühende Zweige mit bunten Dekoreiern festlich verziert, kleine und große Porzellanhasen standen hier und dort und: Die Suche nach vielen bunten Ostereiern im Garten! Natürlich gab es auch ein paar schöne Geschenke, einen Stoffhasen, Playmobil, ein Spielzeugauto und viele, viele Leckereien...

Den Besuchern von Gerdas Seite wünsche ich ein friedvolles Osterfest!

Kerze gelb lang
Karfreitag Von Andreas Steinhardt am 07.04.2023 um 13:03 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Annette von Droste-Hülshoff.
Wie begehen Sie diesen Karfreitag? Im christlichen Sinne, oder ignorieren sie ihn? Melancholisch, sehr ruhig, oder fröhlich wandernd im Osterurlaub? Es sei jedem überlassen, wie man diesen Tag begeht.

Ich erinnere mich als Kind, das ich an diesem Tage immer mit meiner Mutter die Ostereier färbte, und auch am Nachmittag zur Todesstunde des Herrn zum katholischen Karfreitagsgottesdienst gingen. Für ein Kind ist diese Karfreitagsliturgie eigentlich ziemlich "anstrengend" und vielleicht auch nicht immer nachvollziehbar, allerdings fand ich als kleiner Messdiener diese wie den Gründonnerstagsgottesdienst sehr spannend...


Am Karfreitage

Weinet, weinet, meine Augen,
Rinnt nur lieber gar zu Tränen,
Ach, der Tag will euch nicht taugen,
Und die Sonne will euch höhnen!
Seine Augen sind geschlossen,
Seiner Augen süßes Scheinen.
Weinet, weinet unverdrossen,
Könnt doch nie genugsam weinen!

Als die Sonne das vernommen,
Hat sie eine Trauerhülle
Um ihr klares Aug genommen,
Ihre Tränen fallen stille.
Und ich will noch Freude saugen
Aus der Welt, der hellen, schönen?
Weinet, weinet meine Augen,
Rinnt nur lieber gar zu Tränen!

Gedicht gekürzt

Annette von Droste-Hülshoff, * 10.01.1797 auf Burg Hülshoff, heute Gemeinde Havixbeck, Münsterland, + 24.05.1848 in Meersburg am Bodensee.

Kerze rosa klein
Frühlingsgedicht Von Andreas Steinhardt am 23.03.2023 um 18:18 | melden

Zur Gedenkkerze ein schönes Gedicht von Heinrich Seidel über den Frühling.

Gerda konnte es gar nicht erwarten, das der Frühling begann. Sie mochte den Winter so gar nicht, im Gegensatz zu mir.

Für Gerda. Für Axel.

Was rauschet, was rieselt...

Was rauschet, was rieselt, was rinnet so schnell?
Was blitzt in der Sonne? Was schimmert so hell?
Und als ich so fragte, da murmelt der Bach:
"Der Frühling, der Frühling, der Frühling ist wach!"

Was knospet, was keimet, was duftet so lind?
Was grünet so fröhlich? Was flüstert im Wind?
Und als ich so fragte, da rauscht es im Hain:
"Der Frühling, der Frühling, der Frühling zieht ein!"

Was klingelt, was klaget, was flötet so klar?
Was jauchzet, was jubelt so wunderbar?
Und als ich so fragte, die Nachtigall schlug:
"Der Frühling, der Frühling!" – da wußt ich genug!

Heinrich Seidel

Heinrich Friedrich Wilhelm Karl Phillip Georg Eduard Seidel, *25.06.1842 in Perlin, heute Landkreis Nordwest-Mecklenburg,
+07.11.1906 in Groß-Lichterfelde, seit 1912 zu Berlin.

Kerze hellgrün geschwungen
Gedenktag Von Andreas Steinhardt am 14.03.2023 um 21:49 | melden

Wenn Du bei Nacht den Himmel anschaust,
wird es sein,
als lachten alle Sterne,
weil ich auf einem von ihnen wohne,
weil ich von einem von ihnen lache.

Antoine de Saint-Exupéry

Für Gerda. Für Franz.

Am 15. März jährt sich der Todestag meines Vaters, Gerdas Ehemann Franz. Siehe dazu auch am Gedenktag seine eigene Seite.

Kerze rot lang
Märzschnee Von Andreas Steinhardt am 08.03.2023 um 19:34 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Hermann Löns, passend zum heutigen, erneuten "Wintereinbruch" in meiner Region.

Gerda war zwar ein passioniertes Sommerkind, aber wenn es denn schon Winter sein muss, dann doch bitte mit Schneefall! Meine Mutter saß gern am Fenster und schaute sich die rieselnden Flocken an, summte dabei ein passendes Lied.

Märzschnee

von Hermann Löns

Märzschnee rieselt durch die Zweige
Und umspinnt den weiten Wald,
Alle Vogellieder schweigen
Und es wird so stumm und kalt.

Eine kleine graue Meise
Trillert einmal noch ihr Lied,
Einmal noch ein Sonnenstreifen
Dünn den stillen Wald durchzieht.

Auf den kalten, nassen Wegen
Gehe ich mit leichtem Fuß,
Wie ein Lied war mir dein Lächeln
Und wie Sonnenschein dein Gruß.

Hermann Löns, dt. Journalist und Schriftsteller, * 22.08. 1866 in Culm, Westpreußen, + gefallen 26.09.1914 bei Loivre, nähe Reims, Fr.

Löns galt als "der Heidedichter", seine Schriften zum Umweltschutz, in Zeiten, wo kaum ein Mensch daran nur dachte, klingen heute noch wegweisend und modern.

Kerze flieder geschwungen
Märztag Von Andreas Steinhardt am 01.03.2023 um 23:32 | melden

Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht passend zum Märzanfang.

Gerda freute sich immer immens, wenn der März begann. Der letzte Wintermonat, der erste Frühlingsmonat. Die ersten Frühlingsboten können wir schon erblicken, Osterglocken sprießen, trotz der noch anhaltenden Kälte. Momentan hält zumindest hier seit Tagen der Sonnenschein permanent an, wildfremde Menschen lächeln und
grüßen. Es liegt etwas in der Luft, mutmaßlich der Frühlingsduft... Gerda hätte jetzt auch mit der Sonne um die Wette gestrahlt...


Märztag

von Detlev von Liliencron

Wolkenschatten fliehen über Felder,
Blau umdunstet stehen ferne Wälder.

Kraniche, die hoch die Luft durchpflügen,
Kommen schreiend an in Wanderzügen.

Lerchen steigen schon in lauten Schwärmen,
Überall ein erstes Frühlingslärmen.

Lustig flattern, Mädchen, deine Bänder;
Kurzes Glück träumt durch die weiten Länder.

Kurzes Glück schwamm mit den Wolkenmassen;
Wollt es halten, musst es schwimmen lassen.

Detlev von Liliencron, eigentl. Friedrich Adolf Axel Freiherr von Liliencron, dt. Lyriker, Prosa- und Bühnenautor, * 03. Juni 1844 in Kiel,
+ 22. Juli 1909 in Alt-Rahlstedt, seit 1937 zur Stadt Hamburg gehörend.

Kerze hellgrün klein
Gerda und Dorothea Von Andreas Steinhardt am 26.02.2023 um 20:45 | melden

Zur Gedenkkerze am Schluss ein Gedicht von Fred Endrikat.

Gerda starb schon mit 63 Jahren, ihre Schwester Dorothea ist mittlerweile 91 Jahre alt und erfreut sich noch guter körperlicher
und geistiger Gesundheit. Wir reden oft über Gerda, auch Dorothea vermisst ihre Schwester, die wie Zwillinge aufwuchsen und nur 13 Monate vom Alter getrennt sind, bis heute sehr. Sie sahen sich immer sehr ähnlich, wurden teilweise verwechselt, und manchmal sehe ich damit quasi auch meine Mutter, wie sie heute vielleicht im Alter aussähe. Meine Tante sieht um viele, viele Jahre jünger aus, als sie wirklich ist, färbt noch ihre Haare, kleidet sich elegant, Gerda würde es ihr sicherlich gleich tun. Gerda und Dorothea verstanden sich exorbitant, unternahmen viel gemeinsam, nur der Weg endete für Gerda vor fast schon 30 Jahren.

Was mich beeindruckte war, als ich meine Tante Dorothea vor etwa einem Jahr im Zuge des Todes meines Bruders, ihrem ältesten Neffen fragte, wie und wo sie denn - hoffentlich noch in weiter Zukunft - einst bestattet werden möchte, vielleicht dort, wo alle ihre Lieben ihre letzte Ruhestätte fanden - mit Zögern antwortete sie: "Ehrlich gesagt, darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Ich freue mich über jeden Tag und genieße ihn" - das hat mich sehr beeindruckt! Ich denke Gerda würde ähnlich denken. Schon jetzt ist Gerdas Schwester Dorothea die älteste, die es in unseren Ahnenstatistiken je gab. Ich wünsche ihr von Herzen, diese Statistik noch "viel weiter auszubauen", bei guter Gesundheit.

Für Gerda. Für Axel.


Früher Frühling

von Fred Endrikat

Zwischen Februar und März
liegt die große Zeitenwende,
und, man spürt es allerwärts,
mit dem Winter geht’s zu Ende.
Schon beim ersten Sonnenschimmer
steigt der Lenz ins Wartezimmer.
Keiner weiß, wie es geschah,
und auf einmal ist der da.

Manche Knospe wird verschneit
zwar im frühen Lenz auf Erden.
Alles dauert seine Zeit,
nur Geduld, es wird schon werden.
Folgt auch noch ein rauer Schauer,
lacht der Himmel um so blauer.
Leichter schlägt das Menschenherz
zwischen Februar und März.

Fred Endrikat, Schriftsteller, Dichter und Kabarettist, *07.06. 1890 in Nakel an der Netze, Pommern, + 12.08.1942 in München. Seinerzeit galt Endrikat als äußerst populär.

Kerze gelb geschwungen
Aschermittwoch Von Andreas Steinhardt am 22.02.2023 um 14:20 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Otto Erich Hartleben zum heutigen Aschermittwoch.

Die Masken sind gefallen, die Fastenzeit hat begonnen. Sind sie froh das der ganze Faschingsspuk vorbei ist? Oder trauern sie den "tollen Tagen" nach? Gerda feierte gerne den Karneval wie auch ich, aber nun ist die närrische Zeit erst einmal vorbei. Karge Fastenzeit, aber mit schon einer kleinen Vorfreude auf das kommende Osterfest.

Fasching/Aschermittwoch

Wie eine reife, süße Dolde
hing deine Güte über mir;
im Rausche griff ich nach dem Golde
und streifte schon an seine Zier.

Nun hat ein graugewobner Schleier
mir deinen Liebreiz jäh vermummt;
und unsrer Seelen bunte Feier
ist ohne Klagelaut verstummt.

Otto Erich Hartleben, * 1864 in Clausthal, heutiges Cl.- Zellerfeld, Niedersachsen, +1905 in Salò am Gardasee, Lombardei.

Kerze rosa klein
Karneval Von Andreas Steinhardt am 20.02.2023 um 13:57 | melden

Zur Gedenkkerze ein paar Gedanken zum Karneval, zum Fasching und einem Gedicht von Wilhelm Busch.

Sind Sie jeck? Lieben Sie die "tollen Tage?" Oder ist es Ihnen ein Greuel? Darf man bei der derzeitigen politischen und wirtschaftlichen Situation überhaupt fröhlich sein? Feiern? Lassen wir nun auch unsere Geburtstage, Weihnachten, Ostern ausfallen oder gönnen wir uns ein paar Tage, ein paar Stunden Freude, Erholung vom trüben Alltag?.

Gerda mochte den Karneval ganz gerne, ich erinnere mich wie wir einst zusammen "Mainz bleibt Mainz..." oder uns die Rosenmontagszüge ansahen, aber auch zusammen mit meinem Vater zu verschiedenen Umzügen reisten.

Meine Mutter sagte immer: " Viele sagen: Ach, Karneval! Dieses auf Kommando lustig sein. Das können ja nur Karnevalsmuffel sagen...aber es ist nicht so - wir freuen uns ja lange schon vorher auf die jecken Tage, und endlich sind sie dann da!" Ich sehe es genauso.

Der Aschermittwoch kommt bald. Dann kann ich früh genug das ganze Jahr Trübsal blasen und an der politischen und wirtschaftlichen Situation verzweifeln...gönnen Sie den Menschen den Karneval, den Fasching.

Karneval

von Wilhelm Busch

Auch uns, in Ehren sei’s gesagt,
Hat einst der Karneval behagt,
Besonders und zu allermeist
In einer Stadt, die München heißt.
Wie reizend fand man dazumal
Ein menschenwarmes Festlokal,
Wie fleißig wurde über Nacht
Das Glas gefüllt und leergemacht,
Und gingen wir im Schnee nach Haus,
War grad die frühe Messe aus,
Dann konnten gleich die frömmsten Fraun
Sich negativ an uns erbaun.
Die Zeit verging, das Alter kam,
Wir wurden sittsam, wurden zahm.
Nun sehn wir zwar noch ziemlich gern
Die Sach’ uns an, doch nur von fern
Ein Auge zu, Mundwinkel schief
Durchs umgekehrte Perspektiv.

Wilhelm Busch, * 14.02.1832 in Wiedensahl, Schaumburger Land, Niedersachsen, + 09.01.1908 Mechtshausen, heute Stadt Seesen, Niedersachsen.

Sind Sie in der Nähe, besuchen Sie doch einmal das alte Pfarrhaus im Ortsteil Mechtshausen, dort wurde ihm zu Ehren ein Museum eingerichtet, in dem neben seinen Werken seine Wohn- und Arbeitsräume zu besichtigen sind. Vor der Kirche steht eine Max-und-Moritz-Statue, sein Grabmal ist auf dem dortigen Friedhof zu finden.

Kerze hellgrün geschwungen
Februar Von Andreas Steinhardt am 15.02.2023 um 14:02 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht, welches die Hoffnung auf den baldigen Frühling ausdrückt. Gerda konnte es - wie die meisten - kaum erwarten, bis das Frühjahr, die Natur wieder neu erwacht.

Februar

von Ernst Lissauer

O seliger Anfang Februar!
Es steigt das Jahr.
Die Sonne kehrt zurück, und länger bleibt das Licht.
Ich fühle mich von stiller Kraft durchfeuert,
Die rinnend weit mir das Geblüt durchflicht,
Ich treibe wachsend Ring und Schicht,
Ich werd’ erneuert.

Ernst Lissauer, * 10.22.1882 in Berlin, + ebenfalls 10.12., 1927 in Wien.

Kerze rot lang
Gerda und die Prominenz Von Andreas Steinhardt am 02.02.2023 um 22:28 | melden

Zur Gedenkkerze eine Geschichte, wie sie mir meine Mutter früher vortrug. Das meine Mutter eine große Aura hatte, einen ganzen Saal damit zum Strahlen bringen konnte, blieb der Männerwelt nicht verborgen. Sie erfreute sich beim anderen Geschlecht größter Beliebtheit. Nicht nur, das ein Pfarrer ihr einst "beichtete" , das er beim anderen Berufsweg mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um ihre Gunst gebuhlt hätte, das als ich mit ihr allein, ohne Vater als 13-jähriger Bub mit dem Zug nach Bayern fuhr, im tiefsten Oberbayern 3 Schaffner bei uns im Abteil saßen und gar zwei mit ihr gerne in Berchtesgaden ausgegangen wären, der hiesige Busunternehmer in Berchtesgaden mit ihr tanzen gehen wollte und mir offenbarte "Bub, hoast oa schöne Mutter" und ihr Kurarzt in Bad Driburg ihr einst versicherte " erst einmal eine Frau hier war, die ihr Format hatte"...clever...klingt überzeugend...besser als " ich bin noch NIE einer Frau..." oder so ähnlich...als mein Vater verstarb, ließ der hiesige Bestatter (!) keine Gelegenheit aus, meine Mutter anzurufen, sie bat, sich doch mit ihm privat treffen zu wollen... zuguterletzt möchte ich aber weit vor dieser Zeit berichten, als ich noch nicht geboren war. Gerda erzählte mir, das sie (bereits in junger Ehe) Chancen im prominenten Bereich hatte, sie lernte durch einen Zufall in Salzburg einen bekannten Schauspieler kennen, dessen Namen ich nicht nennen möchte. In ihrer unverblümten Art sprach sie ihn einfach an, ob er xxx sei...er lud sie ins Café Glockenspiel ein und war sehr interessiert an einem Wiedersehen. Gerda musste ihm, bereits in Ehe mit Franz, einen Korb geben. Gerda als vermeintliche Schauspielerin? Sehr gut vorstellbar. Des Weiteren sprach meine Mutter von einem weiteren Prominenten, dessen Namen ich auch nicht nennen möchte, welchen sie kennen lernte und nicht von diversen Nachstellungen ablassen konnte. Nun gut, Gerda blieb bodenständig, meinem Vater treu, spätere Hausfrau mit drei Kindern statt Jetset...das ehrt sie sicherlich!

Kerze rosa geschwungen
Winternacht Von Andreas Steinhardt am 26.01.2023 um 20:03 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Nikolaus Lenau. Sind Sie dem Winter überdrüssig? Sehnen Sie sich nach dem Frühling? Gerda, ein passioniertes Sommerkind, konnte es kaum erwarten, bis die Tage länger und milder wurden, später die ersten Knospen aufgingen.

Ich selbst bin ein Winterkind, habe aber nichts gegen ein solches Bild, nach einem langen und kalten Winter...

Winternacht

von Nikolaus Lenau

Vor Kälte ist die Luft erstarrt,
Es kracht der Schnee von meinen Tritten,
Es dampft mein Hauch, es klirrt mein Bart;
Nur fort, nur immer fortgeschritten!

Wie feierlich die Gegend schweigt!
Der Mond bescheint die alten Fichten,
Die, sehnsuchtsvoll zum Tod geneigt,
Den Zweig zurück zur Erde richten.

Frost! friere mir ins Herz hinein,
Tief in das heißbewegte, wilde!
Dass einmal Ruh’ mag drinnen sein,
Wie hier im nächtlichen Gefilde!

Nikolaus Lenau, eigentl. Nikolaus Franz Niembach, Edler von Strehlenau, * 13.08.1802 in Lenauheim (heutiges Rumänien), + 22.08. 1850 in Oberdöbling, heute zur Stadt Wien gehörend.

Eine längere Interpretation des Gedichtes finden Sie auf der Internetseite von Lyrikmond, Wintergedichte, Winternacht.

Kerze hellgrün geschwungen
Die damalige Trauerfeier Von Andreas Steinhardt am 18.01.2023 um 12:24 | melden

Am 18. Januar vor 29 Jahren fand die Trauerfeier für Gerda statt, die mit 63 Jahren, nach schwerer Herzkrankheit viel zu früh von uns ging. Es war ein klarer, kalter Wintermorgen mit Rauhreif, ähnlich wie auch heute, und während der Zeremonie schönstem Sonnenschein. Zunächst fand am fast noch dunklen Morgen, bereits um 8 Uhr in der Früh das Requiem im Rahmen einer Eucharistiefeier in der kath. Kirche St. Josef Gladbeck-Rentfort statt. Die Heilige Messe zelebrierte Pastor Norbert Hoffmann +, ein Original, ein Priester zum anfassen, ein Menschenfischer.

Nach dem Trauergottesdienst, bei dem Pastor Hoffmann (er war auch Buchautor, meine Empfehlung, Wikipedia) wohltuende, tröstende Worte fand, ging die aufgrund Gerdas großen Bekanntheitsgrades immense Anzahl von Trauergästen geschlossen zum direkt neben der Kirche gelegenen Friedhof Gladbeck-Rentfort.

Hinter dem Pastor ging ich mit meinem kleinen Neffen dem Trauerzug voran. Beim Tod seiner Oma Gerda war er gerade 8 Jahre alt. Der jüngste Enkel und ich als jüngster Sohn schritten Hand in Hand voran, die kalte, aber doch tröstende Wintersonne schaute zwischen den hohen Baumwipfeln neugierig heraus. Einige Rabenkrähen begleiteten uns mit ihren klagenden, fast schluchzenden Lauten. Ein surreales Bild.

Während der Zeremonie am Grab schaute ich grundsätzlich nur in Richtung Sonne, stellte mir vor, das Gerda uns jetzt vielleicht von oben zusieht...

Während des Trauerkaffees hatte ich Gelegenheit, mit lang nicht mehr gesehenen Verwandten wie WeggefährtInnen von Gerda zu sprechen. Wir sprachen über ihr Leben, was sie doch für ein besonderer Mensch war, wie sehr wir Gerda, ihr ansteckendes Lachen, vermissen werden.

Am späten Nachmittag, die Sonne setzte sich gerade, ging ich noch einmal - alleine - zum Grab meiner Mutter. Zuvor, am frühen Nachmittag ging ich noch mit meinen Verwandten zum Grab um die ersten Kerzen am ihrem Grab anzuzünden. Ich wollte unbedingt in der beginnenden Dämmerung zum ersten Mal allein am Grab meiner Mutter stehen. Die Sonne, die uns am Morgen so tröstend zusah, ging langsam unter, müde vom anstrengenden Tag, wie auch ich. Eine Weile schaute ich mir die sich setzende Sonne an, wie ich am Morgen auch aufschaute bei ihrer beginnenden Runde. Es war ein so lichterfüller Januartag - ganz, wie Gerda ihn sich mit Bestimmtheit für ihre Trauerfeier auch so gewünscht hätte. Ich dachte so bei mir...nun bist Du dort, Mutter, dort oben, da irgendwo, wo die Sonne auch ihre Bahnen zieht...deine geliebte Sonne geht für Dich niemals mehr unter...

Kerze rot rund
Gerdas letzter Tag Von Andreas Steinhardt am 11.01.2023 um 00:49 | melden

Gerda starb heute vor 29 Jahren, am 11. Januar 1994 um 22.05 h. Wir alle hatten die Hoffnung, das es trotz ihrer schweren Herzkrankheit doch noch Rettung gibt, eine baldige Operation, bei der ihr neue Herzklappen eingesetzt werden sollten - eine Herztransplantation war sogar im Gespräch. An diesem Tage, dem 11. Januar, bekam ich in ihren Minuten des Todes ein ganz bedrückendes Gefühl. Ich wurde sehr traurig und hatte den Eindruck, das sie an diesem Abend sterben könnte. Ich war noch am frühen Abend bei ihr im Hospital zu Besuch. Es gab keine Verbesserung zu den Vortagen. Mit ihrem Tod rechnete ich zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht. Um 22 Uhr, Minuten vor ihrem Tod, saß ich noch mit einem Freund in einer im Ort bekannten Schüler- und Studentenkneipe zusammen und sprach zu ihm: Mir ist so eingenartig zumute, ich muss gerade ganz stark an meine Mutter denken und eine große Traurigkeit kommt in mir auf...ich habe ein ganz schlechtes Gefühl...danach sagte ich nur noch zu ihm: Ich kann nicht mehr weiter sprechen... - wenig später ging ich allein nach Hause - und das Telefon schellte. Es ereilte mich die Nachricht vom Hospital, das meine Mutter um 22:05 h verstorben sei - leider wollten meine Brüder, denen ich anschliessend die traurige Nachricht telefonisch überbrachte, nicht noch mit mir zum Hospital gehen um unsere verstorbene Mutter noch einmal zu sehen. Ich musste dies zur Kenntnis nehmen, respektieren, aber ich fühlte mich dadurch als jüngster der Brüder völlig im Stich gelassen, alleine mit der Situation. - Meine Mutter lag im Zimmer des Hospitals aufgebahrt, eine Kerze stand neben einem Kruzifix auf dem Tisch und erhellte diffus den Raum. Die Athmosphäre war ein Widerspruch in sich - unwirtlich, aber auch trostreich, verstörend aber beschaulich, warm und kalt zugleich, Hoffnung nehmend und Hoffnung gebend. Eine halbe Stunde verbrachte ich in dem Sterbezimmer, sprach zu meiner Mutter. Ich dankte Ihr für eine wundervolle Zeit, Kindheit, Jugend, sagte Dinge, welche man oft zu Lebzeiten vergisst zu sagen. Vieles, was ich dort ausgesprochen habe, entfiel mir bereits wenig später. Ausnahmesituaton. Chaos im Hirn. Totale Überforderung. Nachdem ich das Sterbezimmer verließ, nahmen mich die beiden netten Nachtschwestern mit in ihren Aufenthaltsraum. Sie taten mir sehr gut, wir tranken Kaffee und sie gaben mir Zigaretten. Zu diesem Zeitpunkt rauchte ich gar nicht, aber ich nahm diese und eine weitere dankend an. Die Schwestern waren so fürsorglich, so nett, und fragten viel über meine Mutter, ich erzählte aus Ihrem Leben. Es war mittlerweile weit nach Mitternacht, und ich danke heute noch diesen beiden Schwestern, die mich in dieser extremen Situation aufgefangen haben. Nach einer schlaflosen Nacht fuhr ich am Morgen zu meinem ältesten Bruder Axel, ich erinnere mich, das ich gar nicht verstand, warum denn jetzt die Sonne so wunderbar schien...mein Kosmos war untergegangen und es regnete nicht Hund und Katz? - ein Jahr später, am 11. Januar 1995, besuchte ich am Nachmittag das Grab unserer Mutter. Der erste sich jährende Todestag ist natürlich etwas sehr spezielles, gelinde gesagt geht es einem an diesem Tage natürlich ganz und gar nicht gut. Am Nachmittag besuchte ich das Grab unserer Mutter, legte Blumen nieder, zündete Kerzen an. Jener Tag, der nun 1 Jahr zurücklag, lief immer wieder und immer wieder wie ein Film vor meinen Augen ab. Ich entschloss mich, zur Todesstunde ab 22 h noch einmal zu ihrem Grab zu gehen. Warum nicht. Ich wohnte derzeit um die Ecke des Friedhofs, konnte hinlaufen. Es ging mir eh schlecht an diesem Tag - dann konnte ich mir dies auch ruhig noch antun - um 22 h, als ich den Friedhof in Gladbeck-Rentfort betrat, begann es furchtbar zu regnen und zu hageln. Um 22:05 h, ihrer exakten Sterbeuhrzeit, stand ich vor ihrem Grab, nochmals mit einer Kerze in der Hand, die ich anzünden wollte, und es hörte ex abrupto auf zu regnen und der Himmel tat sich ganz rasch über den Gräbern wieder auf - man sah durch die große klaffende Wolkenlücke die schönsten Sterne funkeln. Das gab mir Hoffnung, wie ein Signal vom Himmel, ein Zeichen unserer Mutter. Und ich musste sogar lächeln statt ganz traurig zu sein, denn es verfehlte ganz und gar nicht seine Wirkung. Ich dachte mir: Ja, Du bist da drüben. Da oben. Da irgendwo. Da wo die schönsten Sterne sind, und einer von denen bist Du, guter Mutter! Ob es Zufall war oder nicht - ich werte es aber schon als Zeichen, da es exakt auf die Minute passte...ein schöner Trost!

Kerze lila geschwungen
Gedenktag Von Andreas Steinhardt am 07.01.2023 um 11:40 | melden

Diese Kerze widme ich nicht nur Gerda, sondern auch ihrem ältesten Sohn Axel, meinem Bruder, den wir heute vor 1 Jahr zu Grabe trugen. Zudem gedenkt unsere Familie heute Helmut, den Vater meiner Partnerin, der heute vor 5 Jahren plötzlich und unerwartet mit 81 Jahren verstarb.

Der 7. Januar letzten Jahres war ein sehr trüber Tag, noch lange standen wir alle nach der Trauerzeremonie für Axel auf dem Friedhof, unterhielt mich mit lange Zeit nicht mehr gesehenen Verwandten. Es wurde zur Überraschung kein Trauercafé organisiert. Alle Gespräche fanden vor der Trauerhalle statt, auf Abstand im großen Kreis, mit FFP2 Masken. Ein surrealer Tag, an dem viele Wunden der Vergangenheit, einer schon ewig entzweiten Familie, versucht wurden, aufzuarbeiten.

Dies gelang nur zum kleinen Teil. Bisher haben wir uns nicht wiedergesehen. Meine mehrfachen Versuche im Jahr diesbezüglich verliefen im Sande und Nachrichen blieben unbeantwortet. Es lag gewiss nicht an mir, ich bin immer zur Aussöhnung bereit, kann mich umdrehen, und wir fangen neu an. Diese Gabe ist nicht jedem gegeben, wenn man ein Herz aus Stein besitzt.

Eine enge Verwandte teilte mir im Laufe des Jahres mit, das eine bestimmte Person sagte: "Das kommt alles zu spät" - ich finde es ist nie zu spät, neu anzufangen. Schade, das man aus Engstirnigkeit, Kurzsichtigkeit nicht über den eigenen Schatten springen kann, die Person(en) tun mir irgendwo leid. Irgendwann werden sie ihr Tun bereuen. Meinerseits steht einer Aussöhnung nichts entgegen. Ich bin trotz allem jederzeit dazu bereit.

"Die Toten sind nicht tot, sie sind nur nicht mehr sichtbar. Sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer"

Aurelius Augustinus (auch Augustinus von Hippo, Hl. Augustinus, Bischof von Rom)

Kerze rot lang
Nachdenkliches zur Silvesternacht Von Andreas Steinhardt am 31.12.2022 um 21:56 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Max Hartung (1857-1932)

Was wird das neue Jahr bringen? Eine Besserung? Viele glauben nicht daran. Denken wir daran, wenn "wir" eine Rakete steigen lassen um Mitternacht, wie es den Menschen in der Ukraine geht, denen heute Nacht auch Raketen um die Ohren fliegen? Wir lassen jedenfalls das Feuerwerk ausfallen. Die Menschen hier haben offenbar Nachholbedarf, es wird schon jetzt geballert und geschossen was das Zeug hält. Gerda würde heute Silvester ausfallen lassen, ein Gläschen Sekt der Hoffnung vielleicht, aber zum Feiern wäre ihr sicherlich nicht zumute. Möchte ich den Leuten den Spaß missgönnen? Unserer Spaßgesellschaft? Sollten wir gerade feiern, weil es kein gutes Jahr war? Sollen wir heute ballern was das Zeug hält? Einmal die Sorgen vergessen lassen? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Meine Familie und ich wären jedenfalls für ein stilleren, besinnlicheren Jahreswechsel. Und sie? Wie auch immer sie feiern, ich wünsche den Lesern von Gerdas Gedenkseite ein friedvolles, gesundes neues Jahr. Bleiben sie zuversichtlich! Hoffen wir auf ein besseres 2023. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Alles Liebe Ihnen, Euch!


Silvesternacht

von Max Hartung

Die Glocken tönen durch die Nacht,
Du lauschest ihrem Klingen;
Das Jahr, das du herangewacht,
Was wird das neue bringen?

Kein Glockenlaut, kein Menschenmund,
Noch der Gestirne Kreisen
Vermag auf Gottes Erdenrund
Die Zukunft dir zu weisen!

Drum frag dich selbst! Das Jahr wird gut,
Gehst du auf rechten Wegen,
In deinem Tun und Lassen ruht
Des neuen Jahres Segen.

Kerze hellgrün klein
Die Katze die zur Weihnacht kam Von Andreas Steinhardt am 25.12.2022 um 14:35 | melden

Nach 2 Jahren wieder zur Gedenkkerze die schöne Weihnachtsgeschichte, welche sich am 24.12.1976 zutrug - hierzu finden Sie unter der Rubrik Bilder ein Foto von Gerdas Katze, unserer Mieze sowie das damals festlich geschmückte Wohnzimmer an Heiligabend 1976....

24.12.1976: Ich war 6 Jahre alt, ich erinnere mich an einen kalten Tag, aber schneefrei. Niemand durfte vor der Bescherung ins Wohnzimmer gehen, und doch lukte ich als Kind oft heimlich durch das Schlüsselloch, konnte die Lichter am Baume sehen und einen Teil der verpackten Geschenke, die unter dem festlich geschmückten Christbaum lagen. Irgendwann klang ein Glöckchen. Ich weiß bis heute nicht, wer dies aus meiner Familie immer läutete, denn ich verlor in meiner Aufregung auch ein wenig den Überblick. Meine Mutter Gerda hatte am Nachmittag das Wohnzimmer schon festlich geschmückt und vor Einbruch der Dämmerung warme und kalte Speisen für den Abend zubereitet - das ganze Haus war schnell erfüllt von dem leckerem Duft. Zudem gab es ausnahmsweise schon am Heiligabend den Truthahn, welcher sonst erst am 1. Feiertag zubereitet wurde, da mein Bruder Axel mit seiner Freundin schon früh des Morgens verreisen wollte.

Ich war schon unglaublich aufgeregt, schaute zur „Entspannung‘‘ die Sendung „Wir warten aufs Christkind“ und freute mich auf mein erstes Kettcar, welches ich mir sehnsüchtig gewünscht habe.
Kurz vor der Bescherung maunzte ein kleines, schwarzes Ding vom Fenstersims, schaute mit ihren großen grünen Augen in das Küchenfenster herein als ob sie sagen würde:
"Es riecht sooo lecker! Gebt mir doch auch ein Stück ab von diesen köstlichen Speisen" -

"EINE KATZE! EINE KATZE!" Ich war außer mir vor Freude. "Da sitzt eine kleine Katze an unserem Fenster! Ach, lasst sie uns doch hinein holen!" - Unsere Eltern waren zunächst dagegen, was man als 6-jähriger Junge natürlich nicht nachvollziehen kann.

Mutter fügte noch hinzu: "Wer weiß, wo sie herkommt! Wem sie gehört! Vielleicht ist sie ja krank!‘‘ - natürlich lief ich rasch nach draußen, nahm die kleine schwarze Katze auf den Arm und streichelte sie. Heimlich trug ich sie in den Hausflur, gab ihr etwas Milch. Sofort taufte ich sie auf den Namen Mieze. Vom zweitältesten Bruder Peter kam keinerlei Einspruch...also ab sofort hieß sie „Mieze!“

Mieze, welche sich von nun an immer in der Nähe unseres Hauses aufhielt, kam an den folgenden Weihnachtstagen immer wieder zu uns, maunzte schon morgens früh auf dem Fenstersims und schaute in die Küche. Ich rannte sofort hinaus um Mieze zu streicheln, mit ihr im Garten zu spielen, sie folgte mir auf Schritt und Tritt.

Manchmal ließen wir Kinder Mieze heimlich ins Haus und zeigten ihr jeden Raum.

Von diesem Tag an, dem 24.12.1976, blieb Mieze bei uns. Warum sie uns an Heiligabend zulief, ob sie jemand ausgesetzt hatte - blieb etwas nebulös. Es gab die Mutmaßung, das ein uns gut bekannter Verkäufer des hiesigen Supermarktes die kleine Katze ganz bewusst an Heilgabend bei uns aussetzte. Er sprach er uns im Herbst im Markt an, ob wir nicht eine kleine Katze haben möchten - seine Katze hatte einen Wurf. Meine Eltern wollten dies aber nicht…

Clever, die Katze am Heiligen Abend in einen Haushalt mit Kindern quasi als Geschenk auf unser Küchenfenstersims zu setzen…vielleicht auf die „Barmherzigkeit“ der Eltern zu hoffen…klappte ja auch…zumindest wenig später…

Nach ein paar Wochen stimmten unsere Eltern zu, das Mieze bei uns bleiben durfte. Was für eine Freude für mich, für uns! Mieze lebte viele Jahre bei uns, sie war eine "Drinnen & Draußen-Katze." Sie wurde meine beste Freundin, die gesamte Kindheit über. Was hat sie mir Freude bereitet, uns allen! Natürlich hatte auch Gerda sehr viel Spaß mit unserer Mieze. So ein liebes Wesen und von so hoher Intelligenz.

Mieze gebar einige Junge, wir gaben sie später an andere Familien ab, einmal durfte ich 2 Kater behalten - einer blieb bei uns, das andere Tier wurde zum Wohnungskater meines ältesten Bruders Axel.

Wunderschön als Kind, kleine Katzen aufwachsen zu sehen, wie sie die Mutterkatze lehrt, sie im Garten im Sonnenschein herumtollen...

Manchmal begleitete Mieze mich morgens zur nahen Grundschule, schlich unauffällig in einem gewissen Abstand hinter mir her - oft wartete sie schon auf mich an unserer Haustür nach dem Schulunterricht, kam mir maunzend entgegen...

Wie schon oben erwähnt: Unter der Rubrik Bilder findet ihr, finden Sie ein Bild von unserer Mieze...und das damals festlich geschmückte Wohnzimmer an Heiligabend 1976. Die Katze die zur Weihnacht kam - hat meine große Liebe besonders zu Katzen, aber auch zu allen Tieren sicherlich geprägt.

Ich hoffe, wir sehen auch alle unsere lieben Haustiere eines Tages einmal wieder - ich freue mich so auf Mieze! Natürlich auch auf Geri, Freci und Franzi, denen nur ein kurzes Leben vergönnt war.

Heute haben wir (wieder) zwei schwarze Katzen, die uns viel Freude bereiten. Fina und Lou sind eine große Lebensbereicherung und zaubern uns oft täglich ein Lächeln ins Gesicht.

Allen, die in diesen Tagen auf Gerdas Gedenkseite zu Gast waren und diese Geschichte gelesen haben, wünsche ich schöne, hoffnungsvolle Weihnachtstage.

Falls sie aktuell oder früher einen lieben Menschen verloren haben, an den Sie an diesen Weihnachtstagen besonders viel denken, sie/ihn gerade an den Weihnachtstagen furchtbar vermissen, wünsche ich viel Kraft. Im letzten Jahr starb kurz vor Weihnachten nein Bruder Axel. In diesem Jahr vermissen wir ganz stark die Mutter meiner Partnerin, die im Mai verstarb und noch letztes Weihnachten mit uns feierte. Innerhalb eines Jahres verstarben 6 Familienangehörige. Falls Sie gerade heute einen geliebten Menschen doll vermissen, wünsche ich mir, das Sie in den kommenden Tagen viel Liebe und Stärke verspüren, das sie ihren Verlust - ich hoffe im Kreise Ihrer anderen Lieben, mit einem Lächeln in den Tränen, so nenne ich es immer, ertragen können. Ich weiß nicht, ob sie ein gläubiger Christ sind oder nicht, das spielt auch keine Rolle, zumindest ich glaube fest daran, das der Mensch, um den sie trauern, heute auch bei Ihnen ist. Irgendwie. Er/sie ist nicht weg, sondern anwesend, nur nicht sichtbar. Und möchte nicht, das sie trauern, sondern lächeln - trotz Tränen im Gesicht.

Alles Liebe für Sie! Gesegnete Weihnacht.

Kerze lila geschwungen
Der Weihnachtsmann Von Andreas Steinhardt am 21.12.2022 um 13:36 | melden

Zur Gedenkkerze ein längerer Text, welchen es sich aber durchaus lohnt, ihn einmal zu lesen.

Die 8-jährige Virginia OHanlon schrieb einst der schon eingestellten Zeitung New York Sun die Frage is there a santa?", - gibt es einen Weihnachtsmann? Francis P. Church von der New York Sun schrieb dazu auf der Titelseite einen Leitartikel, welcher über viele Jahrzehnte immer wieder zu Weihnachten auf der Titelseite gedruckt wurde.

Emmy-Gewinn 1974.

Viel Freude beim lesen!

Lieber Redakteur: Ich bin 8 Jahre alt.
Einige meiner kleinen Freunde sagen, dass es keinen Weihnachts-
mann gibt.
Papa sagt: ‚Wenn du es in der Sun siehst, ist es so.‘
Bitte sagen Sie mir die Wahrheit: Gibt es einen Weihnachtsmann?

Virginia O’Hanlon.
115 West Ninety-fifth Street.

Virginia, deine kleinen Freunde haben unrecht. Sie sind beeinflusst von der Skepsis eines skeptischen Zeitalters. Sie glauben an nichts, das sie nicht sehen. Sie glauben, dass nichts sein kann, was ihr kleiner Verstand nicht fassen kann. Der Verstand, Virginia, sei er nun von Erwachsenen oder Kindern, ist immer klein. In diesem unserem großen Universum ist der Mensch vom Intellekt her ein bloßes Insekt, eine Ameise, verglichen mit der grenzenlosen Welt über ihm, gemessen an der Intelligenz, die zum Begreifen der Gesamtheit von Wahrheit und Wissen fähig ist.

Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Er existiert so zweifellos wie Liebe und Großzügigkeit und Zuneigung bestehen, und du weißt, dass sie reichlich vorhanden sind und deinem Leben seine höchste Schönheit und Freude geben. O weh! Wie öde wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe. Sie wäre so öde, als wenn es dort keine Virginias gäbe. Es gäbe dann keinen kindlichen Glauben, keine Poesie, keine Romantik, die diese Existenz erträglich machen. Wir hätten keine Freude außer durch die Sinne und den Anblick. Das ewige Licht, mit dem die Kindheit die Welt erfüllt, wäre ausgelöscht.

Nicht an den Weihnachtsmann glauben! Du könntest ebenso gut nicht an Elfen glauben! Du könntest deinen Papa veranlassen, Menschen anzustellen, die am Weihnachtsabend auf alle Kamine aufpassen, um den Weihnachtsmann zu fangen; aber selbst wenn sie den Weihnachtsmann nicht herunterkommen sähen, was würde das beweisen? Niemand sieht den Weihnachtsmann, aber das ist kein Zeichen dafür, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Die wirklichsten Dinge in der Welt sind jene, die weder Kinder noch Erwachsene sehen können. Sahst du jemals Elfen auf dem Rasen tanzen? Selbstverständlich nicht, aber das ist kein Beweis dafür, dass sie nicht dort sind. Niemand kann die ungesehenen und unsichtbaren Wunder der Welt begreifen oder sie sich vorstellen.

Du kannst die Babyrassel auseinanderreißen und nachsehen, was darin die Geräusche erzeugt; aber die unsichtbare Welt ist von einem Schleier bedeckt, den nicht der stärkste Mann, noch nicht einmal die gemeinsame Stärke aller stärksten Männer aller Zeiten, auseinanderreißen könnte. Nur Glaube, Phantasie, Poesie, Liebe, Romantik können diesen Vorhang beiseiteschieben und die übernatürliche Schönheit und den Glanz dahinter betrachten und beschreiben. Ist das alles wahr? Ach, Virginia, in der ganzen Welt ist nichts sonst wahrer und beständiger.

Kein Weihnachtsmann! Gott sei Dank lebt er, und er lebt auf ewig. Noch in tausend Jahren, Virginia, nein, noch in zehnmal zehntausend Jahren wird er fortfahren, das Herz der Kindheit zu erfreuen.

Kerze hellgrün Engel
Geburtstag und Todestag von Gerdas ältestem Sohn Von Andreas Steinhardt am 13.12.2022 um 13:52 | melden

Diese Gedenkerze ist Gerda und ihrem vor einem Jahr verstorben Sohn Axel, meinem ältesten Bruder, gewidmet.

Nunmehr ist es schon ein Jahr her, das mein Bruder Axel plötzlich und unerwartet verstarb. Am Vortag konnte er noch seinen Geburtstag feiern, nur einen Tag später fand sein ältester Sohn Lars Axel leblos in seinem Haus. Mein Bruder sollte eigentlich schon vor seinem runden Geburtstag aufgrund seines Herzleidens und momentan nicht guter Verfassung zur Überprüfung ins Hospital, wollte aber seinen Ehrentag noch daheim im Kreise der Familie feiern. Axel wurde 70 Jahre alt, vom Alter waren wir fast 19 Jahre auseinander.

Er war für mich in der Kindheit und Jugend nicht nur Bruder, auch Freund und Vorbild. Er erfüllte mir fast jeden Wunsch, Geschenkchen, Eislaufen, Fußballspiele besuchen, Schwimmen...einen besseren, lieberen Bruder kann ich mir nicht vorstellen.

Axel studierte Germanistik und Sport, war bis zur Verrentung Studienrat am katholischen Don Bosco Gymnasium in Essen.
Er war sehr geschätzt beim Kollegium, meines Wissens war Axel
auch Vertrauenslehrer. Ähnlich wie seine, unsere Mutter Gerda
strahlte er ständig, erfreute sich äußerster Beliebtheit. Ich erinnere mich gerne zurück an seine Studienzeit in Marburg, die wunderschöne Stadt, der mittelalterliche Stadtkern beeindruckte mich als Kind exorbitant, mehrfach im Jahr mit Gerda und unserem Vater zu ihm zu reisen war ein absolutes Highlight, endlich wieder dort zu sein, endlich wieder bei meinem lieben Bruder.

Axel hinterlässt seine Ehefrau, 2 Söhne und 1 Enkel.

Aus familiären Gründen habe ich bisher keine eigene Gedenkseite für meinen Bruder erstellt.

Kerze rot lang
Unsere Verstorbenen in diesem Jahr Von Andreas Steinhardt am 01.12.2022 um 10:43 | melden

...denn der Tod ist nicht das Ende, ist kein Sturz ins dunkle Nichts,
er ist nur des Lebens Wende, hin zum Urquell allen Lichts.

(gefunden in handschriftlichen Aufzeichnungen von Maria Johanna S.)

Für Gerda und für die Verstorbenen, die wir dieses Jahr im Familienkreis bestattet haben und am 09. Dezember noch zu Grabe tragen werden.

Axel
Maria Johanna
Margret
Jochen
Eleonore
Werner

Kerze flieder geschwungen
Erneuter Trauerfall Von Andreas Steinhardt am 18.11.2022 um 23:52 | melden

Erneut, zum sechsten Mal seit Dezember 2021, haben wir, hat meine Familie, respektive die Familie meiner Partnerin einen Trauerfall zu beklagen. Die unheimliche Kette reißt nicht ab.

Heute ging Werner im Alter von 91 Jahren heim.

Werner wird mir durch seinen Humor, seine Freundlichkeit, seine Gutherzigkeit immer in liebevoller Erinnerung bleiben. Wir sind sehr traurig.

Diese Kerze ist damit Gerda und auch Werner gewidmet.

"Die Toten sind nicht tot, sie sind nur nicht mehr sichtbar. Sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer"

Hl. Augustinus
.

Kerze grau-blau Grabkerze
Herbst von Rilke Von Andreas Steinhardt am 15.11.2022 um 12:56 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Rilke*, die meisten alten Gedichte stellen den Herbst, insbesondere den November meist als tosend und brausend dar. Da wir immer noch wundervolles, sonniges November-Wetter - zumindest in meiner Region - haben, fällt es schwer, solch ein Novembergedicht zur Kerze einzufügen. Nun, vielleicht passt derzeit dieses Gedicht schon eher, es hat natürlich auch eine gewisse Schwermut, aber nimmt nicht direkt Bezug zum Wetterverhältniss.

Für Gerda und Axel

Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

*Rainer Maria Rilke, *04.12.1875 in Prag, + 29.12.1926 in Valmont/Waadt, CH

Kerze rot lang
Allerseelen Von Andreas Steinhardt am 01.11.2022 um 21:16 | melden

Zu Allerheiligen, Allerseelen (02. Nov.) ein Gedicht von Hermann von Gilm zu Rosenegg*)

Da unsere Familien in diesem Jahr mehrere Todesfälle hatten, waren wir, ich heute den Tag lang auf verschiedenen Friedhöfen in NRW unterwegs. Ursprünglich ist für diesen Gedenktag unser lieben Verstorbenen der 02. November, Allerseelen, vorgesehen. Kirchlich werden auch erst morgen die Namen der in diesem Jahr Verstorbenen verlesen. Eingebürgert hat sich allerdings schon vor langer, langer Zeit, das der Gedenktag "Aller Heiligen" zum Friedhofsgang und zur Segnung der Gräber bevorzugt wurde.

Allerseelen

Stell’ auf den Tisch die duftenden Reseden,
Die letzten roten Astern trag’ herbei
Und laß uns wieder von der Liebe reden,
Wie einst im Mai.

Gieb mir die Hand, daß ich sie heimlich drücke,
Und wenn man’s sieht, mir ist es einerlei;
Gieb mir nur einen deiner süßen Blicke,
Wie einst im Mai.

Es blüht und funkelt heut auf jedem Grabe,
Ein Tag im Jahre ist den Toten frei;
Komm’ an mein Herz, daß ich dich wieder habe,
Wie einst im Mai.

*) Hermann von Gilm zu Rosenegg, * 01. Nov 1812 Innsbruck, + 31. Mai 1864 in Linz

Kerze lila geschwungen
In den Herzen Von Andreas Steinhardt am 23.10.2022 um 15:16 | melden

"Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, steht in den Herzen der Mitmenschen." (Albert Schweitzer , 1875-1965)

Diese Gedenkerze ist Gerda und auch Axel gewidmet.

Kerze hellgrün geschwungen
Der Oktober Von Andreas Steinhardt am 02.10.2022 um 23:28 | melden

Zur Gedenkerze ein Gedicht von Erich Kästner.

Für Gerda und Axel

Fröstelnd geht die Zeit spazieren.
Was vorüber schien, beginnt.
Chrysanthemen blühn und frieren.
Fröstelnd geht die Zeit spazieren.
Und du folgst ihr wie ein Kind.

Geh nur weiter, bleib nicht stehen.
Kehr nicht um, als seis zuviel.
Bis ans Ende musst du gehen,
hadre nicht in den Alleen.
Ist der Weg denn schuld am Ziel?

Geh nicht wie mit fremden Füßen
und als hättst du dich verirrt.
Willst du nicht die Rosen grüßen?
Lass den Herbst nicht dafür büßen,
dass es Winter werden wird.

Auf den Wegen, in den Wiesen
leuchten, wie auf grünen Fliesen,
Bäume bunt und blumenschön.
Sinds Buketts für sanfte Riesen?
Geh nur weiter, bleib nicht stehn.

Blätter tanzen sterbensheiter
ihre letzten Menuetts.
Folge folgsam dem Begleiter.
Bleib nicht stehen. Geh nur weiter,
denn das Jahr ist dein Gesetz.

Nebel zaubern in der Lichtung
eine Welt des Ungefährs.
Raum wird Traum. Und Rausch wird Dichtung.
Folg der Zeit. Sie weiß die Richtung.
„Stirb und werde!“ nannte ers.

Kerze rot lang
Erneute Trauerfeier Von Andreas Steinhardt am 17.09.2022 um 23:56 | melden

Für Gerda, Axel und Jochen.

Das Leben ist kurz, aber doch von unendlichem Wert,
denn es birgt den Keim der Unendlichkeit in sich

Franz von Sales

Der 5. Trauerfall in diesem Jahr. Am Freitag fand in Mülheim-Heißen die nächste Trauerfeier innerrhalb der Familie statt.

Machs gut Jochen. Gute Reise. Du bist so gerne um die Welt gereist, jetzt hast Du Deine größte Reise angetreten.

Über den Wolken...muss die Freiheit wohl grenzenlos sein...nicht umsonst wurde dieses Lied auf Deiner Trauerfeier gespielt...

Kerze flieder geschwungen
Im Gedenken Elisabeth Ii Von Andreas Steinhardt am 08.09.2022 um 21:57 | melden

Die Nachricht vom Tode der Queen hat auch meine Familie und mich tief berührt. Man mag sie geliebt haben, vielleicht aber auch manchmal nicht verstanden haben, aber wir zeigen uns sehr betroffen, wie viele andere Menschen weltweit, vom Tod dieser einzigartigen Frau, die uns doch alle ein Leben lang begleitet hat. Wir zollen ihr unseren größten Respekt, auch wenn manche ihrer Aussagen und Entscheidungen in den vielen Jahrzehnten vielleicht nicht immer auf unser Verständnis trafen. Königin Elisabeth II sollte uns in vielen Dingen ein Vorbild bleiben, in wie vielen einzelnen Dingen vermag ich nach den heutigen TV-Berichten gar nicht auflisten, sonst endet meine Laudatio nicht mehr.

Hochachtung vor dieser einzigartigen Lebensleistung!

Hier ein sehr bekanntes englischsprachiges Kondolenzgedicht von Clare Harner, welches ich als sehr tröstend und Hoffnung gebend empfinde.

Do not stand at my grave and weep
I am not there; I do not sleep.
I am a thousand winds that blow,
I am the diamond glints on snow,
I am the sun on ripened grain,
I am the gentle autumn rain.
When you awaken in the mornings hush
I am the swift uplifting rush
Of quiet birds in circled flight.
I am the soft stars that shine at night.
Do not stand at my grave and cry,
I am not there; I did not die.

Natürlich ist diese Gedenkkerze auch Gerda gewidmet, die eine große Queen-Bewunderin war.

Kerze rot rund
Zum Tode der Queen Von Andreas Steinhardt am 08.09.2022 um 21:07 | melden

„Ich will meine Mutter sehn, noch einmal sehn!“
– Da deckte mir der Tod ihr Antlitz auf…
Wie? Eine Krone hatte sie,
Und ich sah es nie?
Sie trug einen gold‘nen Kronenreif im Haar?
– „Weißt du nicht, dass deine Mutter eine Königin war?“

– Zu ihren Füßen liege ich
Und fasse mich ins Haar:
Warum, warum hab ich nie geseh‘n,
Dass meine Mutter eine Königin war!
– Zu ihren Füßen weine, weine ich…

(Leo Sternberg, 1876-1937)

Kerze grau-blau Grabkerze
Die Brücke Von Andreas Steinhardt am 27.08.2022 um 16:40 | melden

Diese Gedenkkerze ist Gerda und Viktor gewidmet.

"Da ist ein Land der Lebenden und ein Land der Toten, und die Brücke zwischen ihnen ist die Liebe (...)

Aus dem Roman" Die Brücke von San Luis Rey" von Thornton Wilder

1927 erschienen, Pulitzer-Preis 1928

Th. Wilder, *1897 in Madison, WI, USA, +1975 in Hamden, CT, USA.

In Erinnerung an Viktor.

Kerze türkis dunkel dünn
Geburtstag von Gerdas Schwester Von Andreas Steinhardt am 21.08.2022 um 23:32 | melden

Gestern wurde Gerdas Schwester Dorothea 91 Jahre alt. Sie wuchsen fast auf wie Zwillinge, waren altersmäßig auch nur 13 Monate auseinander. Natürlich war es 1994 ein ganz schwerer Schicksalsschlag für Dorothea, als ihre Schwester mit 63 Jahren an schwerer Herzkrankheit starb. Im Grunde hat sie den Tod Gerdas bis heute nie richtig überwunden. Das Wort Zwillinge habe ich nicht umsonst erwähnt, sie mochten sich sehr, wahren sich schon sehr ähnlich von der Art und Aussehen, unternahmen viel gemeinsam.

Nun hat Gerdas Schwester, meine Tante Dorothea, das 91. Lebensjahr vollendet, bei sehr guter körperlicher Verfassung und völliger geistiger Fitness. Wir sprechen noch viel über Gerda, schauen uns zusammen viele alte Bilder an. Die Feierlichkeiten ihres 91. Geburtstags strecken sich über 2 Tage, es wurde aufgrund der Vielzahl der Gäste über den Samstag, den eigentlichen Geburtstag, und Sonntag gestreckt. Dorothea ist ähnlich wie Gerda ein ganz positiver Mensch, die viel lächelt, und auch ein Sommer- und Sonnenkind wie ihre schon vor 28 Jahren verstorbene Schwester. Spricht man Dorothea auf ihr Alter an, sagt sie nur, daß sie das Alter, die Zahl gar nicht interessiert. Sie denkt nicht darüber nach, lebt und geniesst jeden Tag. Was ein großes Vorbild!

Die Gedenkkerze widme ich Gerda, Axel und der jüngst verstorbenen Eleonore. Es gibt noch Klärungsbedarf über die Erstellung einer Gedenkseite meinerseits für meinen Bruder Axel. Daher beziehe ich ihn auf den existierenden Seiten meiner Verwandten im Worte ein.

Kerze hellgrün geschwungen
Erneuter Todesfall Von Andreas Steinhardt am 17.08.2022 um 23:10 | melden

Diese Gedenkkerze widme ich nicht nur Gerda, sondern auch Eleonore, die Schwiegermutter meines im Dezember verstorbenen Bruders Axel, die nun im Alter von 94 Jahren, verstorben ist. Es ist nunmehr der 4. Todesfall in meinem familiären Umfeld in 8 Monaten. Eleonore (sie nannte sich Hannelore) litt die letzten Jahre an schwerer Demenz. Ich wuchs quasi mit ihr auf, sie war für mich immer "Tante Hannelore". Ihre schöne Lebhaftigkeit, ihre vielen Geschichten, Erzählungen und Erlebnisse, welche sie immer zum Besten gab, werden mir in liebevoller Erinnerung bleiben. Sie war ein sehr mitfühlender Mensch, die immer ein Ohr für den Kummer und Sorgen ihrer Mitmenschen hatte.

Gerda und Hannelore verstanden sich gut, zwei außergewöhnliche,
schillernde Frauen, die sich nun sicherlich viel zu erzählen haben, im Reich der Sonne, am Ende der Nacht.

Gute Reise, Hannelore, ins Land des Glücks. Du bist so gerne verreist, jetzt hast Du Deine größte Reise angetreten.

Kerze grau-blau Grabkerze
Nachthimmel und Sternenfall Von Andreas Steinhardt am 11.08.2022 um 19:32 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Rilke, welches gerade jetzt zur Zeit
des Vollmonds und der Sternschnuppen in diesen Augusttagen passt.

Gerda liebte den Vollmond über alles, sie zelebrierte diesen, betete ihn förmlich an. Sie ließ zur Nacht alle Vorhänge auf, damit sie den Mond beim Einschlafen auch gut sehen konnte. Ich tue es ihr heute gleich, eine Vollmondnacht ist für mich magisch, ich zelebriere diese auch, träume, summe ruhige Lieder und schlafe wunderschön ein, bei prächtigem Mondenschein...

Nachthimmel und Sternenfall

von Rainer Maria Rilke

Der Himmel, groß, voll herrlicher Verhaltung,
ein Vorrat Raum, ein Übermaß von Welt.
Und wir, zu ferne für die Angestaltung,
zu nahe für die Abkehr hingestellt.

Da fällt ein Stern! Und unser Wunsch an ihn,
bestürzten Aufblicks, dringend angeschlossen:
Was ist begonnen, und was ist verflossen?
Was ist verschuldet? Und was ist verziehn?

Rainer Maria Rilke
(1875 - 1926)

Kerze rot rund
Mondnacht Von Andreas Steinhardt am 06.08.2022 um 00:46 | melden

Zur Gedenkkerze ein sehr schönes Gedicht, auf das ich eben, nach längerer Zeit, durch Zufall stieß :

Mondnacht

von Joseph von Eichendorff

Es war, als hätt’ der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt’.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis’ die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Hause.

Joseph von Eichendorff
*10.03.1788 bei Ratibor, Oberschlesien, +20.11.1857 in Neisse, OSL

Eine angenehme Nachtruhe.

Kerze hellgrün lang
Sommerbild Von Andreas Steinhardt am 25.07.2022 um 22:32 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht, das etwas nachdenklich stimmt, passend zu dieser Zeit allgemein, und passend zu diesjährigen Schicksalsschlägen in unserem privaten Umfeld.

Sommerbild
von
Christian Friedrich Hebbel

Ich sah des Sommers letzte Rose stehn,
Sie war, als ob sie bluten könnte, rot
Da sprach ich schaudernd im Vorübergehn:
So weit im Leben, ist zu nah dem Tod!

Es regte sich kein Hauch am heißen Tag,
Nur leise strich ein weißer Schmetterling;
Doch, ob auch kaum die Luft sein Flügelschlag
bewegte, sie empfand es und verging.

Kerze rosa geschwungen
Für Gerda und eine Verstorbene Von Andreas Steinhardt am 17.07.2022 um 22:14 | melden

Diese Gedenkkerze möchte ich nicht nur Gerda widmen, sondern auch einer vor wenigen Tagen verstorbenen Verwandten meiner Partnerin, wie ihrer jüngst verstorbenen Mutter Maria.

Margret starb mit 82 Jahren auf sehr ähnliche Weise wie die Mutter meiner Partnerin vor wenigen Wochen. Ein Sturz in der Wohnung löste eine schreckliche Kette wie Sepsis und Corona beim Klinikaufenthalt aus, bis zum multiplen Organversagen, künstlichem Koma, das Beenden aller lebenserhaltenden Maßnahmen.

Erneut nun eine Trauerfeier auf dem selben Friedhof, nur 8 Wochen nach der Trauerfeier für Maria.

Wir sind fassungslos über die Duplizität der Ereignisse und sehr traurig über den Tod von Margret, die vor wenigen Wochen noch Auto fuhr, mitten im Leben stand.

Kerze grau-blau Grabkerze
Dankeskerze Von Andreas Steinhardt am 14.07.2022 um 12:42 | melden

Gesundheit zu erfahren, vollkommene Genesung oder eine gute Diagnose, einen zufriedenstellenden Befund zu bekommen, ist ein großes Glück.
Gerdas und meine enge Verwandte kann aufatmen, und damit auch alle Angehörigen.

Diese Kerze widme ich nicht nur Gerda zum Gedenken, sondern auch als Zeichen des Dankes, der Hoffnung.

Kerze hellgrün lang
Für Gerda und in einem besonderen Anliegen Von Andreas Steinhardt am 11.07.2022 um 22:47 | melden

Diese Gedenkkerze ist nicht nur Gerda gewidmet, sondern auch einer engen Verwandten von Gerda, von mir, die in diesen Tagen auf einen ärztlichen Befund wartet. Die Kerze als Zeichen der Hoffnung.

Kerze lila geschwungen
Zum Geburtstag Von Andreas Steinhardt am 02.07.2022 um 22:15 | melden

Am 03. Juli vor 92 Jahren wurde Gerda geboren - was für eine Zeit diese gewesen sein mag, die 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Ich erinnere mich an viele schöne Geburtstage meiner Mutter,
welche zu dieser Jahreszeit meistens auch wettertechnisch eine schöne Gartenfeier erlaubten. Leckere selbstgebackene Torten am Nachmittag, das Grillen am Abend, später gemütliches Beisammensein unter Lampions. Nach dem Tod ihres Mannes, meines Vaters - Gerda war zu diesem Zeitpunkt 55 Jahre alt - feierte sie nie wieder ihren Geburtstag. Plötzlich fürchtete sie sich vor diesem Tag und flüchtete vor den Feierlichkeiten, verreiste stets. Niemand hätte damals gedacht, das Gerda nicht mehr sehr viele Geburtstage feiern wird. In diesen Tagen lebt die Erinnerung auf, an Gerdas wunderschöne Sommer-Geburtstage, ich konnte heute diese Gedanken mit meiner Tante, ihrer Schwester Dorothea, teilen. Sie ist 90 Jahre alt.

Kerze gelb lang
Als Dank Von Andreas Steinhardt am 27.06.2022 um 22:35 | melden

Zur Gedenkkerze für Gerda ein Dank.

Danke, das meine Familie ihre Corona-Erkrankungen überwunden hat.

Danke für die Genesung.

Danke, das ich als Einziger verschont blieb.

Die Bitte, das sich bei einer nun negativ gesteteten Person meiner Familie die Nachwirkungen der Covid-Erkrankung rasch bessern.

Kerze rosa geschwungen
Geburtstag von Gerdas Mutter Von Andreas Steinhardt am 16.06.2022 um 20:59 | melden

Heute vor 115 Jahren wurde Theresia, Gerdas Mutter, meine Großmutter geboren. Bei Interesse siehe bitte dazu ihre eigene Gedenkseite Theresia Remiorz. Ich erinnere mich an viele schöne Geburtstage meiner Oma, die wir meistens im Garten verbringen konnten. Die vielen leckeren Obstböden und ihr exzellenter Kartoffelsalat bleiben mir in schöner Erinnerung. Wie gerne würde ich diesen Tag noch einmal erleben, mit Oma, Opa, Gerda und meinem Vater, meinen Brüdern und der ganzen Schar an Verwandten, die meisten weilen nicht mehr unter uns. Schön, daß man sich zeitweilig erinnern kann, als sei es gestern gewesen...

Kerze türkis hell geschwungen
Das Schwert der Trauer Von Andreas Steinhardt am 07.06.2022 um 20:30 | melden

Wir trauern noch um meinen Bruder, der im Dezember von uns ging. Wir trauern um die Mutter meiner Partnerin, die vor 17 Tagen verstarb. Ich trauere auch heute noch um meiner Mutter. In diesen Tagen sehe ich den Schmerz, welchen meine Partnerin gerade empfindet. Ich fühle tief mit. Ja, es erinnert mich vieles an meinen langen Schmerz, den ich nach dem Tod meiner Mutter in mir trug, wie ein Schwert, das tief in der Seele steckt, unvermögend, dies zu entfernen.

Diese Gedenkkerze möchte ich Gerda, Maria und Axel widmen.

Dietrich Bonhoeffer:

Es gibt nichts, was die Abwesenheit eines geliebten Menschen ersetzen kann. Je schöner und voller die Erinnerung, desto härter die Trennung. Aber die Dankbarkeit schenkt in der Trauer eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne wie ein kostbares Geschenk in SICH.

Kerze rot lang
Heutige Trauerfeier Von Andreas Steinhardt am 27.05.2022 um 23:19 | melden

Heute jährt sich der 118. Geburtstag meines Großvaters Wilhelm, Gerdas Vater. Zugleich trugen wir heute die Mutter meiner Partnerin zu Grabe. Maria Johanna verstarb am letzten Samstag im Universitätsklinikum Bonn. Die Trauerfeier war die Größte, an der ich jemals teilnahm. Aufgrund des hohen Bekanntheitsgrades der Verstorbenen glich es für mich einem Staatsbegräbnis, aufgrund der Größe der Trauergemeinde, der Dauer der Zeremonien in der Kirche und des Friedhofs wie dem Aufwand der musikalischen Gestaltung, der unglaublich langen Trauerrede des Zelebranten, eine Laudatio an eine überaus kirchlich und sozial engagierten Frau, die unermüdlich Spenden sammelte für ein besonderes soziales Projekt. Als während der Zeremonie das Lied Halleluja von Leonard Cohen gespielt wurde, flossen bei vielen Trauergästen die Tränen. Die Herzen flogen Maria nur so zu. Es erinnerte viel an das Begräbnis meiner Mutter Gerda. Vielleicht war es nicht ganz so pompös wie die heutige Begräbnisfeier, aber es gibt schon Parallelen. Die Mutter meiner Partnerin war eine herzensgute Frau, die immer lächelte, die sich immer in den Hintergrund stellte, sie stellte sich gerne hinten an, in der dritten Reihe, weit im Hintergrund, und wirkte im Stillen für die Ärmsten der Armen - in Südamerika. Was eine außergewöhnliche Frau. Was ein Vorbild. Leider fehlt mir die Berechtigung, für Maria eine Gedenkseite zu gestalten. In diesem Fall respektiere ich auch die Bedenken der leiblichen Verwandten. Ja, für Maria Johanna wäre ein mehr als regional begrenzter Bekanntheitsgrad gar nichts gewesen. Nein, lieber im Schatten stehen. Dort helfen wo etwas Licht nötig ist. Maria, mittlerweile über 80 Jahre alt gewesen, fragte mich öfter, ob sie bereits im Internet zu finden sei. Nein, entgegnete ich. Sie wollte das kleine Schräubchen bleiben, nicht die Maschine. Nicht so groß bekannt, aber im Hintergrund Gutes tun. Was ein Mensch. Diese Gedenkkerze ist damit ihr und natürlich auch Gerda gewidmet. Schade, das sich ihre Wege nie gekreuzt haben. Mein besonderer Dank gilt heute den beiden Zelebranten der Trauerfeier wie den Aktiven der musikalischen Gestaltung. Man kann es nicht schöner, außergewöhnlicher gestalten. Wir werden uns noch persönlich dafür bedanken.

Kerze rot rund
Gedenkkerze für Gerda und Maria Johanna Von Andreas Steinhardt am 22.05.2022 um 16:44 | melden

Gestern verstarb die Mutter meiner Partnerin, Maria Johanna, im Uniklinikum Bonn im Alter von 84 Jahren. Wir sind alle sehr traurig. Der Trost ist, daß Maria Johanna ganz sanft entschlief. Das ewige Licht leuchte ihr!

Es erinnert mich vieles auch an Gerda, an ihre letzten Tage.

Kerze grau-blau Grabkerze
Für eine sterbenskranke und für Gerda Von Andreas Steinhardt am 21.05.2022 um 14:25 | melden

Diese Kerze ist nicht nur Gerda als Gedenkkerze, sondern auch als Bittkerze für die schwerstkranke Mutter meiner Partnerin gewidmet, die auf der Intensivstation des Bonner Uniklinikums zwischen Leben und Tod liegt. Zur Stunde beraten die Ärzte über die heutige Abschaltung aller medizinischen Geräte. Das Warten auf Nachricht zerreißt uns gerade. Sollte es tatsächlich zuende gehen, bitte ich um eine gute Sterbestunde, wie man es so sagt und nennt. An ein medizinisches Wunder glauben wir nicht mehr. Auch wenn man sich auch heute an den letzten Strohhalm klammert, sollte sie diesen Tag und weitere noch überstehen. Es erinnert mich an meine eigene Mutter, Gerda, als ich damals, 1994, an ihrem Sterbebett stand.

Kerze türkis dunkel dünn
Gerdas Mai und der heutige Mai Von Andreas Steinhardt am 03.05.2022 um 22:43 | melden

Der Wonnemonat ist da. Ab dem Mai begann Gerda zu leben. Das ewige Sommer- und Sonnenkind... an guten, warmen Maitagen strahlte sie mit der Sonne um die Wette...nun ist dieser Mai getrübt. Wie ich schon letztens schrieb: Die Sonne, die uns täuscht...nicht nur quält uns weiter der Virus, mit dem wir versuchen zu leben, der Ukrainekrieg verlangt uns seelisch viel ab. Nicht nur das Mitleid, das Entsetzen, auch die Angst, die viele packt, um eine Ausweitung des Krieges, um eine atomare Bedrohung. Die meisten, die ich kenne ängstigt der Gedanke, auch mich. Kinder, Jugendliche, alte Menschen. Ich weiß nur um ganz wenige Bekannte, die äussern, das sie keine Angst um eine Ausweitung des Krieges, um eine atomare Bedrohung Europas, Deutschlands fürchten. Gerda heutzutage hätte große Angst. Ich wünsche uns allen Zuversicht, wenn möglich, innere Ruhe und Frieden, auch wenn es sehr schwer fällt in diesen Tagen.

Kerze rot lang
Die Sonne die uns täuscht Von Andreas Steinhardt am 17.04.2022 um 20:05 | melden

Nun feiern wir das 3. Osterfest im Zeichen der Pandemie. Zudem haben wir in Europa einen unabsehbaren Krieg. Privat denke ich gerade an solchen Tagen auch an meinen im Dezember verstorbenen Bruder Axel, Gerdas ältesten Sohn. Gut, das unglaubliche Osterwetter tröstet über trübe Gedanken schon ein wenig hinweg. Der Satz "Die Sonne, die uns täuscht" - angelehnt an einen Filmtitel, fällt mir in diesen Tagen immer wieder ein. Darum erinnere ich mich besonders jetzt gerne an frühere Ostern, die Feste meiner Kindheit. Wie schön Gerda, meine Mutter, alles immer österlich geschmückt hatte! Blühende Zweige mit bunten Dekoreiern festlich verziert, kleine und große Porzellanhasen standen hier und dort und: Die Suche nach den vielen bunten Ostereiern im Garten! Natürlich gab es auch ein paar schöne Geschenke, einen Stoffhasen beispielshalber und viele, viele Leckereien...

Den Besuchern von Gerdas Seite wünsche ich ein friedvolles Osterfest, versuchen Sie trotz allem zuversichtlich zu bleiben. Ich bemühe mich...

Kerze rosa geschwungen
Gerda und der Krieg Von Andreas Steinhardt am 12.04.2022 um 17:14 | melden

Wie würde Gerda, heute mit 91, auf den Ukrainekrieg reagieren? Wie viele, mit Angst. Als Kind und Jugendliche hatte meine Mutter den 2.Weltkrieg erleben müssen. Sie berichtete mir von Bombennächten, in der sie mit ihrer Familie, im Nachthemd, in
den gegenüber von ihrem Haus liegenden unterirdischen Bunker Schutz finden mussten. Ich hörte von Gerda tragische Geschichten unglaublichen Leids, auch erinnere ich mich an die Erzählung meiner Mutter, das der in Gladbeck bekannte und geschätzte jüdische Arzt, bei dem Gerda eine Putzstelle zur Jugendzeit inne hatte...Sie können sich das tragische Ende vorstellen. Gerda litt Ihr Leben lang unter ihren Kriegserlebnissen, die so fröhliche Frau, die immer Gott für den Frieden dankte, wurde ganz ernst, ihre Mine verzog sich eisern, fragte ich sie als Kind oder Jugendlicher nach dem 2. Weltkrieg. Gab es Sirenalarm zum Test, drehte sie das Radio laut auf oder hielt sich die Ohren zu. Als neugieriges Kind fragte ich meine Mutter, warum sie dies tat. "Ich kann es nicht hören. Die Erinnerungen werden wach" - Ja, Gerda hätte derzeit Angst, das der Krieg 2 Länder weiter, auch wieder hier ankommen könnte. Natürlich ängstigt mich dies auch.
Diese Gedenkkerze widme ich nicht nur Gerda, sondern auch meinem im Dezember unerwartet verstorbenen Bruder Axel. Das ewige Licht leuchte Ihnen! Ich sehe Euch einst wieder, im Reich des Friedens...

Kerze hellgrün lang
Gedenkkerze für Gerda und ihren Sohn Von Andreas Steinhardt am 04.04.2022 um 17:25 | melden

Diese Gedenkkerze möchte ich Gerda und ihrem Sohn Axel widmen. Leider verstarb Axel, mein ältester Bruder, im Dezember 2021 plötzlich und unerwartet einen Tag
nach seinem 70. Geburtstag. Aus bestimmten familiären Gründen habe ich bisher hier noch keine Gedenkseite für Axel angelegt. Geben Sie aber in eine Suchmaschine "Gedenkseite für Axel Steinhardt" ein, so werden Sie zu einem Trauerforum des hiesigen Bestattungsinstituts verlinkt. Ergreifend, welch tröstende, wohltuende Worte sein ehemaliges Lehrerkollegium des Essener Gymnasiums zu Axels Tod fanden.

Außerdem gedenke ich heute meinen verstorbenen Verwandten Walter und Lucia Bauer, dessen Geburtstage sich am 03. und 05. April jähren. Ihre Tochter Petra verstarb vor 3 Jahren mit nur 56 Jahren. Ich werde die Drei nie vergessen, sie waren außergewöhnlich nette und gute Menschen.

Kerze rot geschwungen
Märzsommer Von Andreas Steinhardt am 28.03.2022 um 18:10 | melden

Fast der ganze März war wettermässig ein Träumchen, vieles blüht schon ein paar Wochen zu früh, nur der sehr, sehr geringe Regen im März gefällt der Natur wohl nicht ganz so gut. Gerda hätte als Sonnenkind bei solch einem Märzen auch gejucht vor Freude. Der April soll dafür um so wechselhaft werden. Vielleicht ist es auch ganz gut so. Diese Kerze widme ich Gerda wie ihrem im Dezember verstorbenen Sohn, meinem ältesten Bruder Axel. Eine Gedenkseite existiert für ihn bereits bei einem hiesigen Beerdigungsinstitut, welches diese Seite angelegt hat. Gibt man in eine Suchmaschine "Gedenkseite für Axel Steinhardt" ein, wird man zu diesem kleinen Forum verlinkt, man kann dort auch eine Gedenkkerze anzünden. Bei Interesse schauen Sie dort doch einmal hinein.

Kerze flieder geschwungen
Ein besonderer Tag Von Andreas Steinhardt am 26.03.2022 um 13:11 | melden

Heute vor 96 Jahren wurde Gerdas Ehemann Franz geboren. (siehe auch zum Tage die Seite von Franz Steinhardt)

Die Geburtstage meines Vaters hat Gerda immer besonders schön gestaltet, ich erinnere mich an viele, viele Gäste, leckerste selbstgemachte Torten und zum Abend ein kaltes Buffet. Franz
wurde ja nur 59 Jahre alt, 11 Tage vor seinem 60. Geburtstag
verstarb er an einem Herzinfarkt, ich war gerade 16 Jahre alt geworden.

Das Gerda ihren Mann nur knapp 8 Jahre überleben würde, hätte sich damals nie jemand vorstellen können. Besonders denke ich auch an meinen ältesten Bruder Axel, der im Dezember plötzlich und unerwartet einen Tag nach seinem 70. Geburtstag verstarb. Aus bestimmten familiären Gründen kann ich momentan noch keine Gedenkseite für ihn anlegen. Ich widme diese Gedenkkerze heute allen lieben verstorbenen Familienmitgliedern.

Kerze rot lang
Für den Frieden Von Andreas Steinhardt am 04.03.2022 um 13:53 | melden

Zur Gedenkkerze das Friedensgebet von Bruder Alois vom letzten Donnerstag. Ich selbst vermag kaum passenden Worte zu finden angesichts des Ukraine- Krieges, vielleicht nur diese folgenden Sätze : Gott stehe den Menschen in der Ukraine bei, Gott stehe uns im restlichen Europa bei und bewahre uns vor weiterem, schweren Leid. Meine Familie und ich ängstigen uns in der derzeitigen Situation, wie auch die Allermeisten, die wir kennen. Unsere Hoffnung auf Frieden stirbt zuletzt.

Angesichts der kriegerischen Handlungen in der Ukraine sprach Frère Alois am vorherigen Donnerstag beim Mittagsgebet in Taizé das folgende Gebet:

Du liebender Gott,
fassungslos stehen wir vor der Gewalt auf unserer Welt;
besonders in diesen Tagen – angesichts des Kriegs in der Ukraine.
Gib uns die Kraft, solidarisch denen nahe zu sein,
die betroffen sind und in Angst leben.
Steh all denen bei , die in diesem Teil der Welt
besonders auf Gerechtigkeit und Frieden hoffen.
Sende uns den Heiligen Geist, den Geist des Friedens,
damit die Politiker ihre Entscheidungen
in großer Verantwortlichkeit treffen.

Kerze rosa rund
Gebet für den Frieden Von Andreas Steinhardt am 26.02.2022 um 22:01 | melden

Gebet der EKD vom 24. 02.22:

Gott,
wie zerbrechlich unsere Sicherheiten sind,
wie gefährdet unsere Ordnungen,
das erleben wir in diesen Tagen.

Wer sieht uns mit unserer Hilflosigkeit und Angst?

Wütend und fassungslos erleben wir,
wie Machthaber die Freiheit und das Leben vieler Menschen gefährden.
Wie am Rand Europas ein Krieg beginnt.
Was geschieht als Nächstes?
Welchen Informationen können wir trauen?
Was könnten wir tun, das helfen oder etwas bewegen würde?

Sieh du die Not.
Sieh unsere Angst.

Wie so viele suchen wir Zuflucht bei dir und Schutz,
innere Ruhe und einen Grund für unsere Hoffnung.
Wir bringen dir unsere Sorgen.
Wir bitten dich für die, die um ihr Leben fürchten,
und für die, die sich beharrlich für friedliche Lösungen einsetzen.

Kerze flieder dünn
Februargedicht Von Andreas Steinhardt am 01.02.2022 um 14:47 | melden

Zur heutigen Gedenkkerze passend ein Gedicht zum Februarbeginn. Was Gerda früher am Februar ausschließlich mochte war nur die Erkenntnis, daß der Folgemonat der März ist... ein Fünkchen Hoffnung auf das baldige Frühjahr...

Februar
von
Ernst Lissauer (1882-1927)

O seliger Anfang Februar!
Es steigt das Jahr.
Die Sonne kehrt zurück, und länger bleibt das Licht.
Ich fühle mich von stiller Kraft durchfeuert,
Die rinnend weit mir das Geblüt durchflicht,
Ich treibe wachsend Ring und Schicht,
Ich werd’ erneuert

Kerze rot geschwungen
Trauergedicht von Bonhoeffer Von Andreas Steinhardt am 21.01.2022 um 13:49 | melden

Zur heutigen Gedenkkerze ein Trauergedicht von Dietrich Bonhoeffer
*4.Februar 1906 in Breslau,
+ 9.April 1945 im KZ Flössenburg

Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist
die Trennung.

Aber die Dankbarkeit verwandelt
die Erinnerung in eine stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne
nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.

Kerze hellgrün lang
Gerdas Todestag und Bestattung ihres Sohnes Axel Von Andreas Steinhardt am 10.01.2022 um 20:53 | melden

Am 11. Januar vor mittlerweile schon 28 Jahren verstarb Gerda im Alter von 63 Jahren. Heute wäre sie 91 Jahre alt. Ihre Schwester Dorothea ist in diesem Jahr 90 Jahre alt geworden, ihr geht es erstaunlich gut. Am Freitag, dem 7.Januar fand die Urnenbestattung für Gerdas ältesten Sohn, meinen Bruder Axel, statt. Er verstarb überraschend am 12. Dezember des vergangenen Jahres. Die heutige Gedenkkerze möchte ich erneut beiden widmen. Wir alle sind noch in tiefer Trauer.

Kerze rosa geschwungen