Gedenkkerzen | Seite 3
Kerze anzündenHier sehen Sie alle 247 Gedenkkerzen, welche für Theresia Remiorz angezündet wurden. Entzünden auch Sie eine Gedenkkerze.
Heute vor 116 Jahren wurde Theresia als 13. (!) und letztes Kind ihrer Eltern im ostpreußischen Wuttrienen (heute Butrynin) geboren, dem letzten Zipfel des Ermlands. Als dreizehntes Kind? Man kann dies eigentlich kaum glauben. Einige ihrer Geschwister konnte ich noch kennen lernen, gerne erinnere ich mich zurück an Franziska "Ziska", die später im selben Ortsteil lebte, sie war ähnlich lebhaft wie ihre Schwester Theresia. Auch habe ich Susanne "Susa", welche erst in Berlin, dann bei Frankfurt und zuletzt bei Marburg lebte in liebevoller Erinnerung. Sie war eher die Stille, ein zurückhaltender Mensch.
Wie gerne schaue ich zurück auf die Geburtstage meiner Oma Theresia, das Haus und der Garten waren voller Menschen. Theresia buk die besten Kuchen und kreierte die tollsten Torten, ihr schmackhafter Kartoffelsalat mit dicken Knackern waren ebenfalls ein Schmaus. Wir konnten bis zur Wende auch immer sehr lange in den Abend hineinfeiern, da ja zu der Zeit der 17. Juni ein Feiertag war.
Ich werde heute viel an Theresias Geburtstage zurückdenken - und uns heute den Kartoffelsalat nach Theresias Rezept zubereiten...
Zur Gedenkkerze ein kleiner Fünfzeiler von Fridolin Hofer.
Genießen Sie diese heißen Junitage? Oder halten Sie sich vornehmlich im Schatten auf? Ich vertrage diese hohen Temperaturen, aber sie sind so gar nicht meine Welt...meine Oma Theresia säße jetzt mit meinem Opa Wilhelm im Schatten ihres alten Kirschbaums, die kleine Straße beobachtend, und manchmal kam ich als Kind oder Jugendlicher mit meinem Radl vorbei - dann freuten sie sich exorbitant, Oma erzählte mir den neuesten Klatsch, Opa hatte einige Anekdoten in petto - jedenfalls war es immer sehr heiter!
Juni
Juni streift mit warmer Hand
letzte Blüten von den Bäumen.
Wie enttaucht verwelkten Träumen,
schaut aus dunkler Blätterwand
junge Frucht in lichtes Land.
Fridolin Hofer, schweizer Dichter, * 26.10.1861 in Meggen,
Kanton Luzern, +16.03.1940 in Romerswil, K. Luzern
Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Georg Heym.
Sind sie vielleicht katholisch und folgten gar heute einer Fronleichnamsprozession? Oder ist Ihnen dies schir einerlei?
Freuen Sie sich wenigstens über einen erneuten Feiertag in der Woche? Nun, zumindest haben wir heute wie 4 weitere Bundes-
länder einen gesetzlichen Feiertag.
Ich erinnere mich an einige Prozessionen, die ich mit meinen Großeltern, respektive Eltern, beiwohnte. Mal die kleine Prozession in unserem Ortsteil, aber auch der wesentlich größere, feierliche Umzug im benachbarten Stadteill der Großeltern, wie der in Ortsmitte.
Theresia nahm immer gern an der Prozession teil, sang laut mit, war diese doch meist bei gutem Wetter - und anschließend gab es ein kleines Fest rund um die Kirche mit Bratwurst und Waffeln...und man traf viele Bekannte zum Schnacken....
Fronleichnamsprozession
O weites Land des Sommers und der Winde,
Der reinen Wolken, die dem Wind sich bieten.
Wo goldener Weizen reift und die Gebinde
Des gelben Roggens trocknen in den Mieten.
Die Erde dämmert von den Düften allen,
Von grünen Winden und des Mohnes Farben,
Des schwere Köpfe auf den Stielen fallen
Und weithin brennen aus den hohen Garben.
Des Feldwegs Brücke steigt im halben Bogen,
Wo helle Wellen weiße Kiesel feuchten.
Die Wassergräser werden fortgezogen,
Die in der Sonne aus dem Bache leuchten.
Die Brücke schwankt herauf die erste Fahne.
Sie flammt von Gold und Rot. Die Seidenquasten
Zu beiden Seiten halten Kastellane
Im alten Chorrock, dem von Staub verblassten.
Man hört Gesang. Die jungen Priester kommen.
Barhäuptig gehen sie vor den Prälaten.
Zu Flöten schallt der Messgesang. Die frommen
Und alten Lieder wandern durch die Saaten.
In weißen Kleidchen kommen Kinder singend.
Sie tragen kleine Kränze in den Haaren.
Und Knaben, runde Weihrauchkessel schwingend,
Im Spitzenrock und roten Festtalaren.
Die Kirchenbilder kommen auf Altären.
Mariens Wunden brennen hell im Licht.
Und Christus naht, von Blumen bunt, die wehren
Die Sonne von dem gelben Holzgesicht.
Im Baldachine glänzt des Bischofs Krone.
Er schreitet singend mit dem heiligen Schrein.
Der hohe Stimmenschall der Diakone
Fliegt weit hinaus durch Land und Felderreih’n.
Der Truhen Glanz weht um die alte Tracht.
Die Kessel dampfen, drin die Kräuter kohlen.
Sie ziehen durch der weiten Felder Pracht,
Und matter glänzen die vergilbten Stolen.
Der Zug wird kleiner. Der Gesang verhallt.
Sie ziehn dahin, dem grünen Wald entgegen.
Er tut sich auf. Der Glanz verzieht im Wald,
Wo goldne Stille träumt auf dunklen Wegen.
Der Mittag kommt. Es schläft das weite Land,
Die tiefen Wege, wo die Schwalbe schweift,
Und eine Mühle steht am Himmelsrand,
Die ewig nach den weißen Wolken greift.
Georg Heym, *30.10.1887 in Hirschberg, Schlesien (heutiges Jelenia Gora der pl. Woiwodschaft Niederschlesien),
+16.01. 1912 in Gatow (Wannsee), seit 1920 zum Berliner Stadtbezirk Spandau gehörend.
Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Erich Kästner. Lieben Sie den Juni? Sind sie froh, bloß keinen Regen zu sehen?.Denken Sie bitte auch an die Natur. Die Wiesen sind hier schon wieder gelb, die Bäume verlieren nicht wenige grüne Blätter.
In 11 Tagen jährt sich Theresias 116. Geburtstag - die Geburtstagsfeiern meiner Oma waren immer ein Highlight
für die ganze Familie. Ich komme am 16. Juni darauf zurück.
Für Theresia. Für Axel.
Der Juni
Die Zeit geht mit der Zeit: Sie fliegt.
Kaum schrieb man sechs Gedichte,
ist schon ein halbes Jahr herum
und fühlt sich als Geschichte.
Die Kirschen werden reif und rot,
die süßen wie die sauern.
Auf zartes Laub fällt Staub, fällt Staub,
so sehr wir es bedauern.
Aus Gras wird Heu. Aus Obst Kompott.
Aus Herrlichkeit wird Nahrung.
Aus manchem, was das Herz erfuhr,
wird, bestenfalls, Erfahrung.
Es wird und war. Es war und wird.
Aus Kälbern werden Rinder
Und weils zur Jahreszeit gehört,
aus Küssen kleine Kinder.
Die Vögel füttern ihre Brut
und singen nur noch selten.
So ists bestellt in unsrer Welt,
der besten aller Welten.
Spät tritt der Abend in den Park,
mit Sternen auf der Weste.
Glühwürmchen ziehn mit Lampions
zu einem Gartenfeste.
Dort wird getrunken und gelacht.
In vorgerückter Stunde
tanzt dann der Abend mit der Nacht
die kurze Ehrenrunde.
Am letzten Tische streiten sich
ein Heide und ein Frommer,
obs Wunder oder keine gibt.
Und nächstens wird es Sommer.
Emil Erich Kästner, * 23.02.1899 in Dresden, + 29.07.1974 in München
Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Gustav Falke.
Dieser Mai ist in unseren Breitengraden ziemlich durchwachsen,
mir ist es nur recht. Mairegen bringt Segen - Dürrewochen wird die Natur wahrscheinlich noch genug im kommenden Sommer bekommen...Theresia kam bestens mit jedem Wetter zurecht.
Sonne, Wind, Regen, Kälte - meine Oma war unverwüstlich, eine schier "harte Ostpreußin"...
An den Mai
Schäm dich Gesell! Kein Sonnenschein?
Und du stellst dich als Mai hier ein?
Du bist der rechte Tröster nicht!
Wer mag dein garstig Angesicht
Noch länger sehn? Geh reisen!
Schon reift dein Bruder uns heran,
Der Juni, der wird unser Mann,
Und wird sich hold erweisen.
Sieh da! Ein blanker Sonnenstrahl!
So bist du doch nicht ganz entherzt
Und lächelst auch einmal?
Doch lieber Freund, es ist verscherzt!
Das ist kein Mai, der sich bedenkt
Und tropfenweise sich verschenkt,
Ein Mai muss aus dem Vollen fließen,
Wir müssen ihn wie Wein genießen
Und wie in seligem Rausche sein,
Pack ein!
Gustav Falke, *11. Januar 1853 in Lübeck, +08. Februar 1916 in Hamburg-Groß Borstel (das holsteinische Groß Borstel wurde
1913 in Hamburg eingemeindet)
Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Emil Rittershaus über die Heimat.
Theresia ist gebürtige Ostpreußin, in liebevoller Erinnerung sind mir ihre vielen wunderschönen Erzählungen über Masuren. Sie haben mich so geprägt, das ich ihre Herkunft, die Heimat meiner Ahnen auch als meine Heimat der Seele betrachte. Die Stadt in der ich aufwuchs bedeutet mir zum Beispiel sehr wenig, irgendwann war sie mir zu klein geworden und ich zog hinaus, in verschiedene Städte. Ich brauche immer Abwechselung, bin ein unruhiger Geist - ähnlich wie Theresia.
Meine Heimat ist überall dort, wo ich mich wohlfühle oder meine erwählte Familie wohnt. Ich könnte überall hinziehen - Berlin, Hamburg, München, Leipzig oder Frankfurt - immer an einem Ort zu bleiben finde ich ankettend. So muss ich oft in meine Lieblings-Großstädte reisen um mein Fernweh, meine Sucht nach "anderswo" zu stillen. Theresia musste auch ständig woanders sein, sie liebte es auch, bis zu einem gewissen Alter - andere Städte zu besuchen. Immer auf der Suche nach der "Heimat"? Sie sprach so viel über ihre Vergangenheit - ihr Masuren - "Nirgendwo ist Wuttrienen" sagte sie oft. Nur noch im Herzen... - meine Heimat ist hier und dort, da wo meine Familie ist - und in der Ferne. Manchmal bewundere ich die, welche immer an ihrem kleinen Geburtsort blieben, nie weg fahren, sich immer auf 10 qkm bewegen. Ihr Leben lang. Noch nicht einmal verreisen wollen. Ich kenne einige. Nur ich verstehe sie nicht... ähnlich wie Theresia. Ich brauche den Gedanken zu wissen, das ich in Kürze in Berlin bin, in Frankfurt und in Marburg. Eine Stadt, die mir in der Kindheit familiär bedingt viel bedeutete. Ich liebe aber meine Rastlosigkeit, sie ist ein Teil von mir. Auf der ewigen Suche nach der "Heimat"? Nirgendwo ist "Wuttrienen" - ich denke oft an Theresias Satz...
Die Heimat
Was ist die Heimat? Ists die Scholle?
Drauf deines Vaters Haus gebaut?
Ists jener Ort, wo du die Sonne,
Das Licht der Welt zuerst geschaut?
O nein, o nein, das ist sie nimmer!
Nicht ists die Heimat, heißgeliebt.
Du wirst nur da die Heimat finden,
Wos gleichgestimmte Herzen gibt!
Die Heimat ist, wo man dich gerne
Erscheinen, ungern wandern sieht.
Sie ists, ob auch in weiter Ferne
Die Mutter sang dein Wiegenlied.
Emil Rittershaus, *03. April 1834 in Barmen (heute zu Wuppertal),
+08. März 1897 ebenda. Rittershaus war Lyriker und Rezitator,
sehr bekannt sein "Westfalenlied"
Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Adolph Glaser.
Mairegen bringt Segen - gönnen wir es der Natur, wahrscheinlich wird Prognosen nach der kommende Sonner wieder viel zu trocken. Nehmen wir uns ein bisschen zurück, sonnen können wir uns noch genug. Ich verstehe nicht ganz, warum auch die meisten Menschen die ich kenne, jeden Tag Sonnenschein wünschen - " bloß keinen Regen"
Allerdings waren die Sommer einst auch nicht zu trocken, es gibt in meiner Erinnerung Sommer in den 70ern und 80ern, die fast völlig verregnet waren...
Theresia war es tatsächlich relativ egal, ob die Sonne schien oder es regnete. Im Prinzip nahm meine Großmutter das Wetter, wie es kam, es gab nie mürrische Töne ihrerseits. Sie war allgemein "hart im Nehmen", scheute keine Arbeit, mühte sich von früh bis spät ab. Bei heißester Sonne könnte Theresia noch im Alter von weit über 70 Jahren Stunden unsere vielen Erdbeeren oder Zucchini in gebückter Haltung ernten - typisch Ostpreußin! Großes Vorbild.
König Mai
Als Bote eilt der März herbei
Und bringt der Erde frohe Kunde,
Dass sie erwählt vom Bräutgam sei
Als Braut zu süssem Liebesbunde
Und laut erklärt er in der Runde:
Der Bräutigam, das ist der Mai,
Der schöne Mai.
Da er die Kunde ihr gebracht,
Der Erde Freudentränen rinnen
Auf ihre ernste Jungfrautracht
Von glattgelegtem weissem Linnen;
Sie weiss nicht, was sie soll beginnen,
Denn wohlbekannt ist ihr der Mai,
Der schöne Mai.
Bald ist sie tiefbewegt, bald still,
Weiss nicht, was sie soll tun und lassen,
So wechselnd endet der April.
Nun muss sie in Geduld sich fassen,
Denn zwischen Lieb und zwischen Hassen
Träumt ahnend doch sie nur vom Mai,
Vom schönen Mai.
Der aber kommt mit einem Mal
Ganz unerwartet angezogen
Und übern Berg und durch das Tal
Ist sein Gefolge mitgeflogen:
Ein Zirpen, Girren, Schwirren, Wogen,
Ein Jauchzen kündigt an den Mai,
Den schönen Mai.
Wie wird der Braut so wohl und bang,
Sie fühlt ihr Herz an seinem Hangen,
Sein Hauch ist Duft, sein Wort Gesang,
Es glühn von Rosen seine Wangen,
Sie ruht von seinem Arm umfangen
Und jauchzt: O lieber, lieber Mai,
O schöner Mai!
Adolph Glaser (Pseudonym Reinhard Reimar), *15.12.1829 in Wiesbaden, +31.03.1915 in Freiburg.
Glaser war dt. Schriftsteller, Schriftleiter und Journalist.
Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Friedrich von Hagedorn.
Freuen Sie sich, das endlich der Mai begonnen hat?.Nun, hier begann es wie angekündigt um nach 17 Uhr zu gewittern, aber ich erinnere mich durchaus an schlechtere Maianfänge...
Der 1. Mai
Der erste Tag im Monat Mai
Ist mir der glücklichste von allen.
Dich sah ich und gestand dir frei,
Den ersten Tag im Monat Mai,
Daß dir mein Herz ergeben sei.
Wenn mein Geständnis dir gefallen,
So ist der erste Tag im Mai
Für mich der glücklichste von allen.
Friedrich von Hagedorn, dt. Dichter des Rokoko, *23.08.1708 in Hamburg, +28.10.1794 ebenda.
Zur Gedenkkerze ein schönes, nettes Gedicht von Julius Rodenberg über den April.
Der Mai ist nicht mehr fern, verweilen wir aber im Gedicht noch einmal in diesem Monat, der recht kühl und durchwachsen ist...
April
Bald ein raues kaltes Rauschen,
Dass der dunkle Forst erkracht;
Bald ein Flüstern, Kosen, Lauschen,
Wie die stillste Frühlingsnacht.
Bald der Himmel, bald die Sonne,
Bald die Wolken, bald der Schnee –
Wie der Liebe erste Wonne,
Wie der Liebe erstes Weh.
Bald das Jauchzen, bald die Trauer
In der aufgeregten Brust –
Und noch halb in Winterschauer,
Und schon halb in Frühlingslust.
Bald ein ungestümes Ringen,
Bald ein Frieden sonntagsstill –
O, was wirst du mir noch bringen
Schöner, stürmischer April?
Julius Rodenberg (eigentl. Julius Levy), dt. Journalist und Schriftsteller, * 26. Juni 1831 in Rodenberg, heute Kreis Schaumburg, NI, + 11. Juli 1924 in Berlin.
"Die Toten sind nicht tot, sie sind nur nicht mehr sichtbar. Sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer."
Aurelius Augustinus (Hl. Augustinus, Aug. von Hippo)
Heute vor 26 Jahren verstarb Theresia im Alter von 89 Jahren nach langer Demenz-Erkrankung.
Wir sehen uns irgendwann wieder, liebe Oma Theresia! Ich freue mich so sehr auf Dich, am Ende der Nacht.
Wie gerne erinnere ich mich an die vielen schönen Osterfeste mit Oma Theresia und Opa.Willi! Ich konnte es kaum erwarten, bis sie zum Osteressen erschienen - und natürlich gab es für den kleinen Enkel ein oder auch mehrere Geschenke - Naschereien, ein kleines Stofftier oder ein Spielzeugauto...
Den Lesern von Theresias Gedenkseite wünsche ich ein friedvolles Osterfest!
Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Goethe, passend zum "frühen Frühjahr". Noch ist das Wetter sehr durchwachsen, ein wenig Schnee ist auch noch in Aussicht, was ich ganz toll finde, als passioniertes Winterkind. Theresia war das Wetter einerlei, meine Großmutter kam mit Hitze und Schnee, mit Sturm und Regen bestens zurecht. Sie beschwerte sich nie über das Wetter - sie sagte, in Ostpreußen hatten wir auch alle Wetter - heiße Sommer, sehr kalte Winter...
März
Es ist ein Schnee gefallen,
Denn es ist noch nicht Zeit,
Dass von den Blümlein allen,
Dass von den Blümlein allen
Wir werden hoch erfreut.
Der Sonnenblick betrüget
Mit mildem, falschem Schein,
Die Schwalbe selber lüget,
Die Schwalbe selber lüget,
Warum? Sie kommt allein.
Sollt ich mich einzeln freuen,
Wenn auch der Frühling nah?
Doch kommen wir zu zweien,
Doch kommen wir zu zweien,
Gleich ist der Sommer da.
Johann Wolfgang von Goethe
* 27.08.1749 in Frankfurt/M.
+22.03.1832 in Weimar
Wenn Du bei Nacht den Himmel anschaust
wird es sein,
als lachten alle Sterne,
weil ich auf einem von ihnen wohne,
weil ich von einem von ihnen lache.
Antoine der Saint-Exupéry
Für Theresia. Für Franz.
Am 15. März jährt sich der Todestag von Theresias Schwiegersohn Franz Steinhardt (eigene Gedenkseite)
Franz starb plötzlich und überraschend 11 Tage vor seinem 60. Geburtstag an seinem 2. Infarkt. Franz nahm Theresia an wie seine eigene Mutter, zu der ihr ein nicht mehr so gutes Verhältnis hatte. Den Schwiegervater Wilhelm nahm er auch an wie einen neuen Vater, seiner verstarb bereits als Franz 26 Jahre alt war.
Er besuchte seine Schwiegereltern auch häufig alleine, fand dort etwas, was er nie, nicht oder lange nicht mehr fand.
Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Hermann Löns, passend zum heutigen, erneuten "Wintereinbruch" in meiner Region.
Theresia mochte auch den Winter, Schneefall sehr gern, vielleicht liegt es auch an ihrer ostpreußischen Heimat mit kalten, schneereichen Wintern. Ich liebe den Winter! Gruß an alle passionierten Winterkinder unter Ihnen!
Märzschnee
von Hermann Löns
Märzschnee rieselt durch die Zweige
Und umspinnt den weiten Wald,
Alle Vogellieder schweigen
Und es wird so stumm und kalt.
Eine kleine graue Meise
Trillert einmal noch ihr Lied,
Einmal noch ein Sonnenstreifen
Dünn den stillen Wald durchzieht.
Auf den kalten, nassen Wegen
Gehe ich mit leichtem Fuß,
Wie ein Lied war mir dein Lächeln
Und wie Sonnenschein dein Gruß.
Hermann Löns, dt. Journalist und Schriftsteller, * 22.08. 1866 in Culm, Westpreußen, + gefallen 26.09.1914 bei Loivre, nähe Reims, Fr.
Löns galt als "der Heidedichter", seine Schriften zum Umweltschutz, in Zeiten, wo kaum ein Mensch daran nur dachte, klingen heute noch wegweisend und modern.
Heute bearbeitete ich den Nachruf Theresias, ich erinnere am Endes des Textes, vor dem Familienstammbaum an ihre Schwestern, meine Großtanten (bei Interesse gerne nachlesen). Drei der vielen Geschwister konnte ich als Kind noch kennen lernen, Franziska erlebte ich auch noch als junger Mann. Franziska war ähnlich schön lebhaft und laut (im positiven Sinne!) wie Theresia, Rosa aus Bonn war im Prinzip von gleichem Schlage, nur Susanne, welche bei Marburg lebte, war ruhiger und verschlossener. Maria aus Pulheim lernte ich leider nie persönlich kennen, ihre Trauerfeier war allerdings die Erste an der ich als Kind teilnahm. Mir fällt gerade noch der Name eines von Theresias Brüdern ein, er hieß Josef Lippek, genannt Jupp, wohnte in Aachen. Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob ich ihm in früher Kindheit einmal begegnete.
Diese Gedenkkerze ist...
...für Theresia. Für Franziska Chmielewski. Für Rosa Schulz. Für Susanne Müller. Für Maria Teschner. Für Josef Lippek. Für Theresias weitere 7 Geschwister, deren Namen mir momentan nicht vorliegen.
Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Clara Müller-Jahnke.
Sind Sie froh das der ganze Faschingsspuk nun erst einmal vorbei ist? Oder trauern Sie der närrischen Zeit nach? Ich durchaus. Meine Großmutter Theresia mochte auch den Karneval, ich erinnere mich, wie ich als Kind zusammen mit den Großeltern die großen Fernsehsitzungen schaute, wir viel Spaß hatten, auch wenn ich noch nicht jede Büttenrede verstehen konnte.
Am Rosenmontag war ich nach der coronabedingten Auszeit wieder bei einem großen Karnevalsumzug, es gefiel mir sehr gut. Wann sah ich zuletzt in solch fröhliche Gesichter? Wildfremde Menschen grüßten mich, riefen mir Helau! zu, vielleicht haben wir uns das verdient, nach diesem Jahr mit politischen und wirtschaftlichen Schreckensmeldungen.
Nun ist er da, der Aschermittwoch, die karge Fastenzeit. Wir können wieder beginnen, uns in den Meldungen des Tages zu verlieren, darüber nachzusinnen, wie schlecht denn dieses Jahr nun alles wird.
Allen mir gleichgesinnten Jecken unter Ihnen sei gesagt: "Der 11.11. kommt bestimmt, so Gott will" - ein Satz, den Theresia, meine Großeltern, gerne von sich gaben. So Gott will, werde ich auch wieder zum Sessionsauftakt in Düsseldorf oder Kölle sein, die Rivalität zwischen den beiden Hochburgen existiert nicht in meinem Kopf. Hoffen wir einfach, das bis dahin nicht alles beliebig schrecklich bleibt wie im Vorjahr. Die Hoffnung geht erst zuallerletzt von mir.
Die gute Nachricht ist, in 40 Tagen ist Ostersonntag. Wie auch immer Sie diese Fastenzeit begehen, mit Verzicht und Abstinenz oder purem Ignorieren, ich wünsche Ihnen gutes Gelingen! Bleiben Sie zuversichtlich.
Aschermittwoch
von Clara Müller-Jahnke
Nun fällt der tollen Narrenwelt
das bunte Kleid in Lumpen, -
und klirrend auf den Estrich schellt
der Freude voller Humpen.
Lautkrachend springt ins Schloss das Tor,
kein Lichtschein mehr am Fenster -
ein grauer Morgen kriecht empor,
der Morgen der Gespenster.
Da ist im tiefen Straßenstaub
ein stolzes Weib gestanden -
von ihrem Odem rauscht das Laub,
des Meeres Wogen branden.
Sie reckt sich in die Frühlingspracht
mit herrischer Gebärde:
mein ist, was blüht und weint und lacht -
mein ist die ganze Erde!
Was bimmelt ihr vom Kirchenturm
und predigt Reu und Buße?
Ihr seid das Sandkorn vor dem Sturm,
der Staub mir unterm Fuße.
Was schiert mich eurer Sünde Scham
und eurer Hölle Flammen?
Ich blas den ganzen Maskenkram
mit einem Hauch zusammen.
Gedicht gekürzt
Clara Müller-Jahnke, Dichterin, Journalistin und Frauenrechtlerin, *05.02.1860 in Lenzen, Hinterpommern, +04.11.1905 in Wilhelmshagen, seit 1920 zu Berlin.
Das Leben ist kurz, aber doch von unendlichem Wert,
denn es birgt den Keim der Ewigkeit in sich.
Franz von Sales
Für Oma. Für Axel.
Wir sehen uns einst wieder, in der Ewigkeit.
Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Emanuel Geibel, welches Theresia - zu dieser Jahreszeit - besonders gefallen hätte:
Hoffnung
Und dräut der Winter noch so sehr
Mit trotzigen Gebärden,
Und streut er Eis und Schnee umher,
Es muß d o c h Frühling werden.
Und drängen die Nebel noch so dicht
Sich vor den Blick der Sonne,
Sie wecket doch mit ihrem Licht
Einmal die Welt zur Wonne.
Blast nur ihr Stürme, blast mit Macht,
Mir soll darob nicht bangen,
Auf leisen Sohlen über Nacht
Kommt doch der Lenz gegangen.
Da wacht die Erde grünend auf,
Weiß nicht, wie ihr geschehen,
Und lacht in den sonnigen Himmel hinauf,
Und möchte vor Lust vergehen.
Sie flicht sich blühende Kränze ins Haar
Und schmückt sich mit Rosen und Ähren,
Und läßt die Brünnlein rieseln klar,
Als wären es Freudenzähren.
Drum still! Und wie es frieren mag,
O Herz, gib dich zufrieden;
Es ist ein großer Maientag
Der ganzen Welt beschieden.
Und wenn dir oft auch bangt und graut,
Als sei die Höll′ auf Erden,
Nur unverzagt auf Gott vertraut!
Es muß d o c h Frühling werden!
Emanuel Geibel, * 17.10.1825 in Lübeck, + 06.04.1884 in Lübeck
Diese Kerze widme ich nicht nur Theresia, sondern auch ihrem ersten Enkel Axel, meinem Bruder, den wir heute vor 1 Jahr zu Grabe trugen.
Es war ein sehr trüber Tag, noch lange standen wir alle nach der Trauerzeremonie auf dem Friedhof, unterhielten uns mit lange Zeit nicht mehr gesehenen Verwandten. Es wurde zur Überraschung kein Trauercafé organisiert. Alle Gespräche fanden vor der Trauerhalle statt, auf Abstand im großen Kreis, mit FFP2 Masken. Ein surrealer Tag, an dem viele Wunden der Vergangenheit, einer schon ewig entzweiten Familie, versucht wurden, aufzuarbeiten. Dies gelang nur zum Teil. Bisher haben wir uns nicht wiedergesehen. Meine mehrfachen, späteren Versuche diesbezüglich verliefen im Sande und Nachrichen blieben unbeantwortet. Es lag gewiss nicht an mir, ich bin immer zur Aussöhnung bereit, kann mich undrehen, und wir fangen neu an.
Diese Gabe ist nicht jedem gegeben, wenn man ein Herz aus Stein besitzt.
"Die Toten sind nicht tot, sie sind nur nicht mehr sichtbar. Sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer"
Aurelius Augustinus (auch Augustinus von Hippo, Hl. Augustinus, Bischof von Rom)
Was wird das neue Jahr bringen? Eine Besserung? Viele glauben nicht daran. Denken wir daran, wenn "wir" eine Rakete steigen lassen um Mitternacht, wie es den Menschen in der Ukraine geht, denen heute Nacht auch Raketen um die Ohren fliegen? Wir lassen jedenfalls das Feuerwerk ausfallen. Die Menschen hier haben offenbar Nachholbedarf, es wird schon jetzt geballert und geschossen was das Zeug hält. Meine Großmutter Theresia würde heute Silvester sicherlich besinnlicher angehen, ein Gläschen Sekt der Hoffnung vielleicht, aber zum Feiern wäre ihr und meinem Großvater sicherlich nicht besonders zumute. Möchte ich den Leuten den Spaß missgönnen? Unserer Spaßgesellschaft? Sollten wir gerade feiern, weil es kein gutes Jahr war? Sollen wir heute ballern was das Zeug hält? Einmal die Sorgen vergessen lassen? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Meine Familie und ich wären jedenfalls für ein stilleren, besinnlicheren Jahreswechsel. Und sie? Wie auch immer sie feiern, ich wünsche den Lesern von Theresias Gedenkseite ein friedvolles, gesundes neues Jahr. Bleiben Sie trotz allem zuversichtlich! Hoffen wir auf ein besseres 2023. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Alles Liebe Ihnen, Euch!
Silvesternacht
von Max Hartung
Die Glocken tönen durch die Nacht,
Du lauschest ihrem Klingen;
Das Jahr, das du herangewacht,
Was wird das neue bringen?
Kein Glockenlaut, kein Menschenmund,
Noch der Gestirne Kreisen
Vermag auf Gottes Erdenrund
Die Zukunft dir zu weisen!
Drum frag dich selbst! Das Jahr wird gut,
Gehst du auf rechten Wegen,
In deinem Tun und Lassen ruht
Des neuen Jahres Segen.
Was wäre ein Heiliger Abend, ein Weihnachten ohne unsere liebe Oma Theresia und unserem so humorvollen Opa gewesen!
Wir sehr freute ich mich als Kind auf die Großeltern, wenn ich am Nachmittag des 24. Dezembers am Wohnzimmerfenster saß
um Ausschau zu halten, ob nicht schon die Großeltern, aus dem benachbarten Stadtteil Rentfort laufend, zu sehen waren. "Oma! Opa!" Ich stürmte ihnen entgegen, riss an beiden rum und neugierig lukte ich in die Taschen der Großmutter, um einen Blick auf die bunt verpackten Geschenke zur erhaschen.
"Noch 2 Stunden bis zur Bescherung! Nicht auszuhalten!" dachte ich mir als Kind...was hätte ich dafür gegeben, wenigstens zu erahnen, welche Geschenke denn die Großeltern da für mich so schön verpackt hatten...auch wenn es dann keine Überraschung mehr gewesen wäre, das ist dem vor Neugier platzendem Kind aber wirklich völlig egal...
Noch immer sitzt bei mir auf der Couch der kleine braune Stoffhund, welchen mir Oma & Opa zur Weihnacht 1978 (ich war 8 Jahre alt) schenkten. Ein ganz wertvolles Andenken!
Weihnachten ohne die Großeltern? Unvorstellbar. Und doch war es eines Tages so weit, das der Opa nicht mehr dabei war, später auch
die Oma...
Ich danke Euch für so viele unvergesslich schöne Heilige Abende, Weihnachten mit Euch! Ich denke auch dieser Weihnacht ganz fest an Euch.
Allen Lesern von Theresias Gedenkseite wünsche ich eine friedvolle Weihnacht. Feiern Sie noch mit Ihren Eltern? Gar Ihren Großeltern? Sehen sie dies als ganz wertvolles Geschenk an. Genießen sie es, auch wenn es manchmal, auch an Tagen wie diesem, mehr als nur eine Meinung gab. Irgendwann bleibt uns nur noch die Erinnerung.
Zur Gedenkkerze ein längerer Text, welchen es sich aber durchaus lohnt, ihn einmal zu lesen. Ich habe ihn heute auch schon zur Gedenkkerze von Theresias Tochter Gerda Steinhardt veröffentlicht.
Die 8-jährige Virginia OHanlon schrieb einst der schon eingestellten Zeitung New York Sun die Frage is there a santa?", - gibt es einen Weihnachtsmann? Francis P. Church von der New York Sun schrieb dazu auf der Titelseite einen Leitartikel, welcher über viele Jahrzehnte immer wieder zu Weihnachten auf der Titelseite gedruckt wurde.
Emmy-Gewinn 1974.
Viel Freude beim lesen!
Lieber Redakteur: Ich bin 8 Jahre alt.
Einige meiner kleinen Freunde sagen, dass es keinen Weihnachts-
mann gibt.
Papa sagt: ‚Wenn du es in der Sun siehst, ist es so.‘
Bitte sagen Sie mir die Wahrheit: Gibt es einen Weihnachtsmann?
Virginia O’Hanlon.
115 West Ninety-fifth Street.
Virginia, deine kleinen Freunde haben unrecht. Sie sind beeinflusst von der Skepsis eines skeptischen Zeitalters. Sie glauben an nichts, das sie nicht sehen. Sie glauben, dass nichts sein kann, was ihr kleiner Verstand nicht fassen kann. Der Verstand, Virginia, sei er nun von Erwachsenen oder Kindern, ist immer klein. In diesem unserem großen Universum ist der Mensch vom Intellekt her ein bloßes Insekt, eine Ameise, verglichen mit der grenzenlosen Welt über ihm, gemessen an der Intelligenz, die zum Begreifen der Gesamtheit von Wahrheit und Wissen fähig ist.
Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Er existiert so zweifellos wie Liebe und Großzügigkeit und Zuneigung bestehen, und du weißt, dass sie reichlich vorhanden sind und deinem Leben seine höchste Schönheit und Freude geben. O weh! Wie öde wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe. Sie wäre so öde, als wenn es dort keine Virginias gäbe. Es gäbe dann keinen kindlichen Glauben, keine Poesie, keine Romantik, die diese Existenz erträglich machen. Wir hätten keine Freude außer durch die Sinne und den Anblick. Das ewige Licht, mit dem die Kindheit die Welt erfüllt, wäre ausgelöscht.
Nicht an den Weihnachtsmann glauben! Du könntest ebenso gut nicht an Elfen glauben! Du könntest deinen Papa veranlassen, Menschen anzustellen, die am Weihnachtsabend auf alle Kamine aufpassen, um den Weihnachtsmann zu fangen; aber selbst wenn sie den Weihnachtsmann nicht herunterkommen sähen, was würde das beweisen? Niemand sieht den Weihnachtsmann, aber das ist kein Zeichen dafür, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Die wirklichsten Dinge in der Welt sind jene, die weder Kinder noch Erwachsene sehen können. Sahst du jemals Elfen auf dem Rasen tanzen? Selbstverständlich nicht, aber das ist kein Beweis dafür, dass sie nicht dort sind. Niemand kann die ungesehenen und unsichtbaren Wunder der Welt begreifen oder sie sich vorstellen.
Du kannst die Babyrassel auseinanderreißen und nachsehen, was darin die Geräusche erzeugt; aber die unsichtbare Welt ist von einem Schleier bedeckt, den nicht der stärkste Mann, noch nicht einmal die gemeinsame Stärke aller stärksten Männer aller Zeiten, auseinanderreißen könnte. Nur Glaube, Phantasie, Poesie, Liebe, Romantik können diesen Vorhang beiseiteschieben und die übernatürliche Schönheit und den Glanz dahinter betrachten und beschreiben. Ist das alles wahr? Ach, Virginia, in der ganzen Welt ist nichts sonst wahrer und beständiger.
Kein Weihnachtsmann! Gott sei Dank lebt er, und er lebt auf ewig. Noch in tausend Jahren, Virginia, nein, noch in zehnmal zehntausend Jahren wird er fortfahren, das Herz der Kindheit zu erfreuen.
Diese Gedenkerze ist Theresia und ihrem ältesten Enkel, meinem Bruder Axel gewidmet, der vor nunmehr einem Jahr, einen Tag nach seinem 70. Geburtstag verstarb.
Mehr über Axels Leben finden Sie zur aktuellen Gedenkkerze von Theresias Tochter Gerda Steinhardt. Aus familiären Gründen habe ich noch keine Gedenkseite für Axel erstellen können.
Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Hebbel. Meine Großmutter Theresia liebte die schönen sonnigen Herbsttage, ich erinner mich wie ich als Kind mit ihr (und auch meinem Großvater Wilhelm) durch ein buntes Blättermeer zum Spielplatz stampfte, wie ich mich auf gehäufte Blätterhügel warf, und wir alle uns an diesen letzten (schönen) Herbsttagen des Jahres erfreuten.
Dies ist ein Herbsttag
von Christian Friedrich Hebbel*
Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt
*Christian Friedrich Hebbel, *18.13.1813 in Wesselburen, Dithmarschen, +13.12.1863 in Wien
Zur Gedenkkerze das Gedicht Oktober von Erich Kästner:
Fröstelnd geht die Zeit spazieren.
Was vorüber schien, beginnt.
Chrysanthemen blühn und frieren.
Fröstelnd geht die Zeit spazieren.
Und du folgst ihr wie ein Kind.
Geh nur weiter, bleib nicht stehen.
Kehr nicht um, als seis zuviel.
Bis ans Ende musst du gehen,
hadre nicht in den Alleen.
Ist der Weg denn schuld am Ziel?
Geh nicht wie mit fremden Füßen
und als hättst du dich verirrt.
Willst du nicht die Rosen grüßen?
Lass den Herbst nicht dafür büßen,
dass es Winter werden wird.
Auf den Wegen, in den Wiesen
leuchten, wie auf grünen Fliesen,
Bäume bunt und blumenschön.
Sinds Buketts für sanfte Riesen?
Geh nur weiter, bleib nicht stehn.
Blätter tanzen sterbensheiter
ihre letzten Menuetts.
Folge folgsam dem Begleiter.
Bleib nicht stehen. Geh nur weiter,
denn das Jahr ist dein Gesetz.
Nebel zaubern in der Lichtung
eine Welt des Ungefährs.
Raum wird Traum. Und Rausch wird Dichtung.
Folg der Zeit. Sie weiß die Richtung.
„Stirb und werde!“ nannte ers.
Gestern habe ich noch Theresias Stimme, die ich als Kind auf einer MC aufgezeichnet hatte, hören können. Es war, als sei es gestern gewesen - obwohl die Aufnahme von 1979 war.
Ich nahm mit meiner Oma ein Hörspiel auf, welches ich kurz zuvor schrieb. "Das Spukschloß" - wie humorvoll Du warst! Ein Glück, wer eine solche Großmutter hat(te) - die einem heute noch Kraft gibt - von irgendwo her...
Die Nachricht vom Tode der Queen hat auch meine Familie und mich tief berührt. Man mag sie geliebt haben, vielleicht aber auch manchmal nicht verstanden haben, aber wir sind schon betroffen vom Tod dieser einzigartigen Frau, die uns doch alle ein Leben lang begleitet hat. Wir zollen ihr unsere Hochachtung, auch wenn manche ihrer Aussagen und Entscheidungen in den vielen Jahrzehnten vielleicht nicht immer auf unser Verständnis trafen. Königin Elisabeth II sollte uns in vielen Dingen ein Vorbild bleiben, in wie vielen einzelnen Dingen vermag ich nach den heutigen TV-Berichten gar nicht auflisten, sonst endet meine Laudatio nicht mehr.
Respekt vor dieser einzigartigen Lebensleistung!
Hier ein sehr bekanntes englischsprachiges Kondolenzgedicht von Clare Harner, welches ich als sehr tröstend und Hoffnung gebend empfinde.
Do not stand at my grave and weep
I am not there; I do not sleep.
I am a thousand winds that blow,
I am the diamond glints on snow,
I am the sun on ripened grain,
I am the gentle autumn rain.
When you awaken in the mornings hush
I am the swift uplifting rush
Of quiet birds in circled flight.
I am the soft stars that shine at night.
Do not stand at my grave and cry,
I am not there; I did not die.
Natürlich ist diese Gedenkkerze auch Theresia gewidmet, die eine große Queen-Verehrerin war.
Unsere Toten sind nicht abwesend, sondern nur unsichtbar. Sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer.
Aurelius Augustinus zugeschrieben, (354 - 430)
(Augustinus von Hippo, kath. Hl. Augustinus), Gedenktag gestern, 28. August.
Dieses berühmte Zitat wird täglich, vor allem in Gedenkforen, weltweit in unwahrscheinlich großer Anzahl verbreitet. Ich finde es sehr schön, Hoffnung gebend.
Zur Gedenkkerze ein sehr schönes Gedicht, auf das ich vor ein paar Tagen, nach längerer Zeit, durch Zufall stieß und auch schon auf die Gedenkseite Ihrer Tochter, meiner Mutter Gerda, hineinstellte.
Mondnacht
von Joseph von Eichendorff
Es war, als hätt’ der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt’.
Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis’ die Wälder,
So sternklar war die Nacht.
Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Hause.
Joseph von Eichendorff
*10.03.1788 bei Ratibor, Oberschlesien, +20.11.1857 in Neisse, OSL
Zur Gedenkkerze ein altes, ukrainisches Gedicht, welches ich zur derzeitigen Situation auf die heutige Zeit interpretieren mag...
Es hat bestimmte Gründe, warum ich dieses Gedicht zu Theresias Gedenkkerze wählte.
Was, o grüne Vogelbeere
von
Isydor Worobkewytsch
Was, o grüne Vogelbeere
Was, o grüne Vogelbeere
Säumest du zu blühen? -
Welches Leid mag junge Schöne
Durch dein Herz jetzt ziehen?
"Ach, wie sollt ich Röschen blühen,
Wenn der Nordsturm wettert
Und mir heulend Ast und Zweige
Ringsumher zerschmettert?" -
""Warum soll ich nicht versinken
In das tiefste Leiden? -
Sagen doch die Leute alle,
Dass man uns wird - scheiden!"
(Isydor Worobkewytsch, 1836-1903, ukrainischer Dichter und Komponist)
-
Frieden für die Ukraine!
Heute vor 115 Jahren wurde Theresia im ostpreußischen Wuttrienen geboren, als dreizehntes Kind, man kann sich dies kaum vorstellen. Mehrere ältere Schwestern Theresias, die später über Deutschland verteilt lebten, konnte ich auch selber noch als Kind kennenlernen.
Ich erinnere mich gerne zurück an Omas Geburtstage, die oft sehr lange gingen, da früher ja der 17. Juni in Deutschland ein Feiertag war. Die vielen leckeren Torten und Obstböden mit Schlagsahne, am Abend ihr exellenter Kartoffelsalat mit knackigen Würstchen...ach, was würde ich dafür geben, einen dieser Tage nochmal zu erleben!
Die Stimme der vor 12 Tagen verstorbenen Mutter meiner Partnerin ähnelte sehr der von Theresia. So musste ich oft lächeln, wenn ich Maria Johanna zuhörte. Ich dachte dabei oft an meine Oma, als wäre sie kurz zu Besuch gekommen, um "mir etwas mitzuteilen." Nun ist auch ihre Stimme leider verklungen. Unser Schmerz ist groß, haben wir doch einen außergewöhnlich guten, lieben Menschen verloren. Die Stimmen sind für immer in uns. Von Theresia gibt es sogar noch ein Video, das mein jüngst verstorbener Bruder Axel Ostern 1984 in unserem Garten mit seiner Videokamera drehte. Dort hat sie ihren sieben Monate alten Urenkel Lars auf dem Arm und spricht zu ihm. Welch schönes Andenken! Stimmen, die nie verklingen. Vielleicht stelle ich es einmal hier hinein, es müsste nur noch digitalisiert und geschnitten werden...
Gestern vor 25 Jahren verstarb Theresia im Alter von 89 Jahren. Ein Mensch, der für mich zu den wichtigsten überhaupt gehörte. Meine Großmutter, die mich in vielen Dingen geprägt hat. Nie werde ich die schönen Geschichten über ihre ostpreussische Heimat vergessen, die mir heute vorkommen, als hätte ich dort selbst gelebt. Ihre Heimat wurde so auch ein Teil von mir.
Licht, das die dunkelste Nacht durchbricht. Diese Kerze hier zünde ich an als Zeichen auch ihres ewigen Lebens. Wir werden uns wiedersehen, am Ende der Nacht.
Diese Gedenkkerze widme ich meiner Großmutter und meinem Bruder. Theresias ältester Enkel, mein ältester Bruder, verstarb im Dezember plötzlich und unerwartet einen Tag nach seinem 70. Geburtstag. Unbegreiflich für uns alle. Eine Gedenkseite für Axel entsteht aus bestimmten familiären Gründen erst zu einem späteren Zeitpunkt. Geben Sie in eine Suchmaschine "Gedenkseite für Axel Steinhardt" ein, so werden Sie in das Gedenkforum des hiesigen Bestattungsinstituts verlinkt. Ergreifend, welch wundervolle Worte sein ehemaliges Lehrerkollegium des Essener Gymnasiums für Axel fanden. Bei Interesse schauen Sie dort doch einmal hinein.
Ach...ich werde Dich nie vergessen! Dein Lachen, Deine Lebhaftigkeit, Dein schöner ostpreussischer Dialekt! Du rolltest das R so schön und sagtest Kiche zur Küche...Du hattest eine so schöne, heute fast ausgestorbene Mundart, Begriffe und Ausdrücke für Dinge, die man nur noch heutzutage nachlesen kann. Der Gniefke, der Geizhals, ist einer dieser Wörter. Ach, schön das ich diese Erinnerungen habe!
Gebet der ev. Kirche vom 24.02.22
Gott,
wie zerbrechlich unsere Sicherheiten sind,
wie gefährdet unsere Ordnungen,
das erleben wir in diesen Tagen.
Wer sieht uns mit unserer Hilflosigkeit und Angst?
Wütend und fassungslos erleben wir,
wie Machthaber die Freiheit und das Leben vieler Menschen gefährden.
Wie am Rand Europas ein Krieg beginnt.
Was geschieht als Nächstes?
Welchen Informationen können wir trauen?
Was könnten wir tun, das helfen oder etwas bewegen würde?
Sieh du die Not.
Sieh unsere Angst.
Wie so viele suchen wir Zuflucht bei dir und Schutz,
innere Ruhe und einen Grund für unsere Hoffnung.
Wir bringen dir unsere Sorgen.
Wir bitten dich für die, die um ihr Leben fürchten,
und für die, die sich beharrlich für friedliche Lösungen einsetzen.
Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht, passend zum Februarbeginn, auch passend zu meiner doch auch humorvollen Großmutter...
Februar
von
Friedrich Wilhelm Wagner
(*16.08.1892 in Hennweiler /Hunsrück, +22.06.1931 in Schönberg/Schwarzwald)
Februar
Es wird allmählich Frühling werden.
Zwar merkt man wenig noch davon
Und duldet vielerlei Beschwerden,
Indes – man denkt: es macht sich schon.
Und watet man in Schnee und Kot
Auch knöcheltief – die Hoffnung blüht
In jedem menschlichen Gemüt,
Stets rosenrot, stets rosenrot.
Heute vor mittlerweile schon 28 Jahren verstarb Theresias Tochter Gerda im Alter von 63 Jahren. Heute wäre sie 91 Jahre alt. Ihre jüngere Tochter Dorothea ist in diesem Jahr 90 Jahre alt geworden, ihr geht es gesundheitlich sehr gut. Am Freitag, dem 7.Januar fand die Urnenbestattung für Theresias ältesten Enkel, meinen Bruder Axel, statt. Er verstarb überraschend am 12. Dezember des vergangenen Jahres. Die heutige Gedenkkerze möchte ich meiner Oma und auch Axel widmen. Wir alle sind noch in tiefer Trauer.
Mein Bruder, Theresias ältester Enkel Axel ist am 12. Dezember, einen Tag nach seinem Geburtstag, völlig unerwartet verstorben. Dieses Weihnachten steht damit im großen Zeichen der Trauer. Man kann es nicht begreifen. Da es ein Urnenbegräbnis wird, steht ein Termin der Trauerfeier auch noch nicht fest. Meine Gedanken sind bei seiner Ehefrau, seinen beiden Söhnen und seinem kleinen Enkel.
Diese Gedenkkerze ist Theresia, aber auch Axel gewidmet. Über ein Beerdigungsinstitut wurde eine Trauerseite, auch mit der Möglichkeit zum Entzünden einer Kerze, angelegt. Daher werde ich nicht ohne eine Erlaubnis einzuholen, hier in diesem Forum eine Seite anlegen bzw. werde zu einem späteren Zeitpunkt eventuell seine Söhne dazu anregen.
Allen, die auch an diesem Weihnachtsfest trauern, wünsche ich einfach nur viel Kraft, diese Tage irgendwie zu überstehen.
Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht von Theodor Fontane. Ich erinnere mich, das meine Großmutter Theresia, die 2x in der Woche zu uns kam, zur Adventszeit immer selbstgebackenes Spritzgebäck mitbrachte. Dies war ihre Spezialität! Nie wieder habe ich anderswo so leckere Plätzchen gegessen. Ja, Omas Rezepte...wenn man doch noch um das Geheimnis ihrer Zutaten wüsste...
Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
Aber als Knecht Ruprecht schon
Kommt der Winter hergeschritten,
Und alsbald aus Schnees Mitten
Klingt des Schlittenglöckleins Ton.
Und was jüngst noch, fern und nah,
Bunt auf uns herniedersah,
Weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
Und das Jahr geht auf die Neige,
Und das schönste Fest ist da.
Tag du der Geburt des Herrn,
Heute bist du uns noch fern,
Aber Tannen, Engel, Fahnen
Lassen uns den Tag schon ahnen,
Und wir sehen schon den Stern.
Hier ein schönes Adventgedicht zur Gedenkkerze:
von Rainer Maria Rilke
* 04.12.1875 in Prag
+ 29.12.1926 in Montreux
Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus.
Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.
Rainer Maria Rilke (1875-1926)
Zur Gedenkkerze und passend zur Jahreszeit ein Gedicht von Bruno WIlle (mehr zu ihm am Ende des Gedichtes)
Novemberabend
Novemberabend kühlt und feuchtet.
Die Ferne stirbt in Dämmerduft.
Mit mattem Blinzeln nur durchleuchtet
Ein Stern die nebeltrübe Luft.
Gedämpfte Glockenlaute beben
Weich summend über Stoppelfeld.
Aus Wiesenniederungen heben
Sich dunkle Massen in die Welt.
Ein alter Pflüger mit dem Pferde
Zieht müde heim; die Pfeife glimmt.
Vom Schäferhund umtummelt, schwimmt
Mit Blöken dorfwärts eine Herde.
Mit qualmigdunkler Röte säumt
Der Himmel sich. Grossleuchtend taucht
Der Mond empor. Die Landschaft träumt
Von Ruhesehnsucht überhaucht.
(Bruno Wille, *1860 in Magdeburg, +1928 in Äschach bei Lindau. Der deutsche Schriftsteller war seit 1892 Herausgeber der Zeitschrift "Der Freidenker". 1890 gründete er die Freie Volksbühne Berlin und 1901 war er Mitgründer der Freien Hochschule. Er war zudem Theologe, Prediger, Journalist, Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler.)
Doch, dieses sehr bekannte Gedicht von Rilke passt ganz gut zum widersprüchlichen, fröhlich-melancholischem, aber sehr liebeswertem Wesen von Theresia. Habe ich von Dir, Oma...
Herbsttag
von
Rainer Maria Rilke (* 4. Dezember 1875 in Prag,+ 29. Dezember 1926
in Montreux.
Herr: Es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
Und auf den Fluren lass die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
Gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
Dränge sie zur Vollendung hin und jage
Die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
Wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
Und wird in den Alleen hin und her
Unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
Zur Gedenkkerze zum morgigen Herbstanfang, 22.09.21, 21:21 Uhr ein (reimloses) Gedicht von Wilhelm Rabe:
O Herbst, was ist lieblicher als deine Schritte im Tal? Was ist herrlicher, als dein Wandel auf den Hügeln? Der September ist die Zeit, Gedichte zu machen, und aus dem Leben ein Gedicht
Wilhelm Rabe (*1831 in Eschershausen, Landkreis Holzminden, + 1910 in Braunschweig. Rabe, Pseudonym Jakob Corvinius, war ein dt. Erzähler, einer der wichtigsten Vertreter des poetischen Realismus
Erinnern Sie sich auch gerne an das Gebäck, Kuchen, Torten Ihrer Großmutter? Irgendwie war es doch von besonderer Qualität, besonders geheimer Rezeptur, denn die meisten werden mir sicherlich zustimmen - Die eigene Oma konnte (neben der Mutter selbstverstäsändllich ...) am besten backen....auch wenn ich es noch so oft versuche, ihre Kirschstreusel, Apfeltaschen, leckeren Dopeldecker gefüllt mit Vanillecreme nachzuahmen: Es wird mir niemals so gelingen wie es meine Großmutter Theresia kredenzen konnte.
Meine Gedenkkerze zum 1. September widme ich somit ihrer überragenden Backunst ganz alter Schule...danke, Oma, das Du
uns so verwöhnt hast mit Deinen tollen Leckereien...
Theresias Tochter Dorothea, meine Tante, wurde vor 2 Tagen 90 Jahre alt. Damit ist sie alter geworden als ihre Eltern, die beide 89 Jahre alt wurden. Leider starb ja Theresias Tochter Gerda (siehe eigene Gedenkseite Gerda Sophia Steinhardt) schon mit 63 Jahren an schwerer Herzkrankheit. Ihre Mutter Theresia musste dies leider noch mit 86 Jahren miterleben.
In Gedenken an die vielen Opfer der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz, NRW und auch dem BGL und anderen Teilen Bayerns ein altes Gedicht von Felix Dörmann, * 29. Mai 1870 in Wien, + 26. Oktober 1928 in Wien.
Meine Familie und ich trauern um die Todesopfer, fühlen mit den Hinterbliebenen, und bitten um Kraft und Hilfe für die unzähligen Flutgeschädigten. Auch wir, ich persönlich, kenne mehrere von der Flut geschädigte Opfer im Rheinland, dessen Hab und Gut mit den Wassermassen mitgerissen wurde.
Sturmflut
Gleichwie des Meeres Wogen dann und wann,
Den Damm zerreißend, mächtig überfluten,
Erscheinen jedem Menschen auch Minuten
Wo er sein Elend nicht verschweigen kann.
Sich selber überstürzend, naht es dann,
Aufwachen Qualen, die nur scheintot ruhten,
Vernarbte Wunden fangen an zu bluten,
Und es zerbricht des Schweigens starrer Bann.
Und wie das Meer, gepeitscht, der Stürme Spiel,
Aufrast und tobt und um Erlösung schreit,
So gellt der Mensch sein namenloses Leid
Hinaus zur Welt, wenn nur der Bann erst fiel.
Und rast und tobt und eher schweigt er nicht,
Als bis er todesmatt zusammenbricht.
Hier ein schönes Gedicht von Goethe, passend zum Sommeranfang, welches meine Großmutter öfter - auswendig - vortrug.
Sommergedicht
Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.
Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.
Ich wollt es brechen,
Da sagt es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?
Ich grubs mit allen
Den Würzlein aus.
Zum Garten trug ichs
Am hübschen Haus.
Und pflanzt es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.
Heute vor 114 Jahren wurde Theresia im ostpreußischen Wuttrienen geboren, als 13! Kind. Mehrere ältere Schwestern Theresias, die später über Deutschland verteilt lebten, konnte ich auch selber noch als Kind kennenlernen.
Zur Gedenkkerze ein Mai-Gedicht:
Maientau von
Ludwig Uhland, *26. April 1787 in Tübingen, + 13. November 1862 ebenfalls in Tübingen.
Auf den Wald und auf die Wiese,
Mit dem ersten Morgengrau,
Träuft ein Quell vom Paradiese,
Leiser, frischer Maientau;
Was den Mai zum Heiligtume
Jeder süßen Wonne schafft,
Schmelz der Blätter, Glanz der Blume,
Würz und Duft, ist seine Kraft.
Wenn den Tau die Muschel trinket,
Wird in ihr ein Perlenstrauß;
Wenn er in den Eichstamm sinket,
Werden Honigbienen draus;
Wenn der Vogel auf dem Reise
Kaum damit den Schnabel netzt,
Lernet er die helle Weise,
Die den ernsten Wald ergetzt.
Mit dem Tau der Maienglocken
Wascht die Jungfrau ihr Gesicht,
Badet sie die goldnen Locken,
Und sie glänzt von Himmelslicht;
Selbst ein Auge, rot geweinet,
Labt sich mit den Tropfen gern,
Bis ihm freundlich niederscheinet,
Taugetränkt, der Morgenstern.
Sink denn auch auf mich hernieder,
Balsam du für jeden Schmerz!
Netz auch mir die Augenlider!
Tränke mir mein dürstend Herz!
Gib mir Jugend, Sangeswonne,
Himmlischer Gebilde Schau,
Stärke mir den Blick zur Sonne,
Leiser, frischer Maientau!
Heute vor 24 Jahren starb Theresia im Alter von 89 Jahren, 2 Monate vor ihrem 90. Geburtstag. Leider war meine Großmutter Theresia die letzten Jahre ihres Lebens dement, musste in ein Seniorenheim, und erkannte ihre Lieben leider nicht mehr wieder.
Lesen Sie bitte auch den Nachruf, warum ich ernsthaft erwäge, meine Lieben von der Plattform Gedenkseiten zu nehmen.
Liebe Oma, Du warst so wichtig für mich! Als Kind, als Jugendlicher, als junger Erwachsener. Ich wünsche mir, Dich einst wiedersehen, Dir zu danken, wieviel Du für mich getan hast. Gut, das ich (auch) eine beste Omi der Welt hatte - traurig, wer dieses Gefühl nicht kennt.
Zur Gedenkkerze ein Märzgedicht von Erich Mühsam.
Ich traf eine alte Frau, die Dir, liebe Oma, sehr ähnlich ist, vom Aussehen, von ihrer Art. Ich muß immerzu daran denken. Auch an Dich, diesen herzensguten, melancholischen aber auch fröhlichen Menschen, diese Mischung der hin- und hergerissenheit, die ewig Zweifelnde, die ewig Suchende, die Zufriedene, die Unzufriedene, die Mitreißende, die Anarchistin, die große Persönlichkeit...
März
von Erich Mühsam
Der Nachtschnee färbt die Straße blau.
Schwarz wächst der Wald am Weg empor,
streckt kahles Ästewerk hervor
wie drohende Wehr aus Feindesbau.
Wer hat den feuchten Schnee gehäuft?
Wer hat den Himmel grau verdeckt?
Wer hat den irren Fuß geschreckt,
dass er in lauernde Ängste läuft?
Das ist der März: der drückt und droht.
Das ist die Schwangerschaft der Welt.
Das ist, vom Frühlingsdunst zerspellt,
des Winters röchelnde Sterbensnot.
Erich Mühsam, *1878 in Berlin, + 1934 im KZ Oranienburg.
Zur Gedenkkerze ein kleines Wintergedicht von Gottfried August Bürger.
Winterlied
Der Winter hat mit kalter Hand
Die Pappel abgelaubt,
Und hat das grüne Maigewand
Der armen Flur geraubt;
Hat Blümchen, blau und rot und weiß
Begraben unter Schnee und Eis.
Gottfried August Bürger, * 31. Dezember 1747 in Molmerswende, heute zu Mansfeld, Sachsen-Anhalt,
+ 08. Juni 1794 in Göttingen.
Ein Januar-Gedicht von Erich Kästner, bei dem ich mir gut vorstellen kann, das meine Oma Theresia es vorträgt, es passt schon zu ihr.
Der Januar
von Erich Kästner
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Der Weihnachtsmann ging heim in seinen Wald.
Doch riecht es noch nach Krapfen auf der Stiege.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Man steht am Fenster und wird langsam alt.
Die Amseln frieren.
Und die Krähen darben.
Und auch der Mensch hat seine liebe Not.
Die leeren Felder sehnen sich nach Garben.
Die Welt ist schwarz und weiß und ohne Farben.
Und wär so gerne gelb und blau und rot.
Umringt von Kindern wie der Rattenfänger,
tanzt auf dem Eise stolz der Januar.
Der Bussard zieht die Kreise eng und enger.
Es heißt, die Tage würden wieder länger.
Man merkt es nicht. Und es ist trotzdem wahr.
Die Wolken bringen Schnee aus fremden Ländern.
Und niemand hält sie auf und fordert Zoll.
Silvester hörte man’s auf allen Sendern,
dass sich auch unterm Himmel manches ändern
und, außer uns, viel besser werden soll.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und ist doch hunderttausend Jahre alt.
Es träumt von Frieden. Oder träumt’s vom Kriege?
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und stirbt in einem Jahr. Und das ist bald.
Was wäre ein Heiliger Abend, ein Weihnachten ohne unsere lieben Oma Theresia und unserem so humorvollen Opa gewesen!
Wir sehr freute ich mich als Kind auf die Großeltern, wenn ich kurz vor der Dämmerung an Heiligabend am Wohnzimmerfenster saß
um Ausschau zu halten, ob nicht schon die Großeltern aus dem benachbarten Stadtteil Rentfort laufend, zu sehen waren. Neugierig lukte ich in die Taschen der Großmutter, um einen Blick auf die bunten Geschenke zur erhaschen.
" Noch 2 Stunden bis zur Bescherung! Nicht auszuhalten!" dachte ich mir als Kind...was hätte ich dafür gegeben, wenigstens zu erahnen, welche Geschenke denn die Großeltern da für mich so schön verpackt hatten...
Noch immer sitzt bei mir auf der Couch der kleine braune Stoffhund, welche mir Oma & Opa zur Weihnacht 1978 (ich war 8 Jahre alt) schenkten. Ein ganz wertvolles Andenken!
Weihnachten ohne Oma, ohne die Großeltern? Unvorstellbar. Und doch war es eines Tages so weit, das der Opa nicht mehr dabei war, später auch die Oma...
Ich danke Dir Oma, Dir Opa für so viele unvergesslich schöne Heilige Abende, Weihnachten mit Euch! Ich denke auch diese Weihnacht ganz fest an Euch.
Liebe Leser von Theresias Gedenkseite: Diese Weihnacht wird eine sehr einschneidende, eine Weihnacht, wie wir sie alle noch nicht erlebten. Ich wünsche Ihnen trotz dessen besinnliche Tage und bitte bleiben Sie gesund!!!
Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Max Dauthendey.
November
Bin heut im erstarrten Garten gewesen,
Wo ich in deinem Auge einst Lieder gelesen;
Wo die Biene den Tropfen Seligkeit sog,
Und wie ein Stückchen Himmel der Schmetterling flog.
Wo der Mond aufstieg wie der Liebe Lob,
Wie ein Herz, das sich von der Erde hob,
Und wo jetzt die Wurzeln der Blumen verwesen,
Hab ich in toten Blättern noch Lieder gelesen.
Max Dauthendey, *1867 in Würzburg, +1918 in Malang, IDN
Heute vor 37 Jahren, am 09.09.1983 wurde Theresias erster Urenkel Lars geboren. Uroma Thea war zu diesem Zeitpunkt (erst) 76 Jahre alt. So hatte sie fast die ganze Kindheit Ihres Urenkels mitbekommen.
Was war sie stolz auf den Kleinen! Sie wolte ihn gar nicht hergeben!
Ein kleines Gesicht im Gedenken an meine liebe Großmutter Theresia, die eher zu wärmeren Tagen als zum kühleren Herbst
neigte. Theresia war ein ewiger Widerspruch der Natur zwischen Heiterkeit und Melancholie. Dies kenne ich von mir selbst.
Septembertag
von Christian Morgenstern, + 1871 in München, + 1914 in Meran
Dies ist des Herbstes leidvoll süße Klarheit,
die dich befreit, zugleich sie dich bedrängt;
wenn das kristallene Gewand der Wahrheit
sein kühler Geist um Wald und Berge hängt.
Dies ist des Herbstes leidvoll süße Klarheit ...
Dieses schöne Sommergedicht hätte Theresia, meiner Großmutter sicherlich gefallen:
Der Hügel
(von Christian Morgenstern, geb. 1871 in München,
+1914 in Meran)
Wie wundersam ist doch ein Hügel,
der sich ans Herz der Sonne legt,
indes des Winds gehaltner Flügel
des Gipfels Gräser leicht bewegt.
Mit bunten Faltertanz durchwebt sich,
von wilden Bienen singt die Luft
und aus der warmen Erde hebt sich
ein süßer hingebner Duft.
Ein kleines, liebliches Gedicht zum Sommer, welches gut zu
meiner Großmutter Theresia gepasst hätte:
Liebe Sonne, scheine wieder
von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
* 2. April 1798 in Fallersleben (heute zu Wolfsburg,
davor Gifhorn, weiter davor eigenständig)
† 19. Januar 1874 in Corvey (zu Höxter, Ostwestfalen)
Liebe Sonne, scheine wieder,
schein die düstern Wolken nieder!
Komm mit deinem goldnen Strahl
wieder über Berg und Tal!
Trockne ab auf allen Wegen
überall den alten Regen!
Liebe Sonne, lass dich sehn,
dass wir können spielen gehn!
Vor 113 Jahren wurde Theresia im ostpreußischen Wuttrienen als 13. Kind! ihrer Familie geboren. Ich erinnere mich nicht nur gerne an die vielen, sehr fröhlichen Geburtstagsfeiern meiner Oma mit unzähligen Gästen der Verwandtschaft 3. und 4. Grades, sondern auch an ihre vielen wunderschönen Geschichten aus ihrer Heimat. Diese haben mich so sehr geprägt, das es mir heute vorkommt, als sei ich selbst in Masuren geboten worden. Ich habe eine tiefe Verbindung zu Ostpreußen und meinen Ahnen entwickelt. Je östlicher ich reise, desto wohler fühle ich mich, auf einer Reise zu meinen Vorfahren und deren wie auch meinen Wurzeln.
Nun, ich denke stark verunsichert. Sie hätte sehr unter der Situation gelitten und kaum mehr einen Schrittt vor die Türe getan. Man hätte sie aufbauen müssen. Mit Maske zum Lebensmittelgeschäft? Ich glaube, das hätte sie niemals getan, aber nicht so sehr aus Angst vor einer Ansteckung.
Der Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habet durch die Kraft des heiligen Geistes.
Psalm 71,17
25.03. Maria Verkündigung
Siehe ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe, wie Du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel
Heute am Fest Verkündigung des Herrn, Maria Verkündigung, 9 Monate vor Weihnachten, schaue ich voraus und hoffe, das wir am Heiligen Abend alle sagen können: Danke, das wir die Pandemie überstanden haben, sie ist vorbei...
Bleiben Sie bitte alle gesund!
Es wandelt, was wir schauen
von Joseph von Eichendorff
Es wandelt, was wir schauen,
Tag sinkt ins Abendrot,
Die Lust hat eignes Grauen,
Und alles hat den Tod.
Ins Leben schleicht das Leiden
Sich heimlich wie ein Dieb,
Wir alle müssen scheiden
Von allem, was uns lieb.
Was gäb es doch auf Erden,
Wer hielt den Jammer aus,
Wer möcht geboren werden,
Hieltst Du nicht droben Haus!
Wir haben den plötzlich und unerwarteten Tod unseres geliebten Haustieres zu verkraften. Dies ist nicht die Gedenksseite für liebe Tiere, aber ich möchte dies gerade hier, bei meiner so tierlieben Oma Theresia, vermerken. Ich hoffe das wir all unsere geliebten Haustiere einst wiedersehen werden, jenseits der Nachtgrenze.
Ein Februargedicht für Theresia zur Kerze, ich denke es hätte ihr gefallen.
Früher Frühling
von
Fred Endrikat, geb. 1890 in Nakel an der Netze, Pommern, gest.
1942 in München
Zwischen Februar und März
liegt die große Zeitenwende,
und, man spürt es allerwärts,
mit dem Winter geht’s zu Ende.
Schon beim ersten Sonnenschimmer
steigt der Lenz ins Wartezimmer.
Keiner weiß, wie es geschah,
und auf einmal ist der da.
Manche Knospe wird verschneit
zwar im frühen Lenz auf Erden.
Alles dauert seine Zeit,
nur Geduld, es wird schon werden.
Folgt auch noch ein rauer Schauer,
lacht der Himmel um so blauer.
Leichter schlägt das Menschenherz
zwischen Februar und März.
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Was wäre ein Heiliger Abend, ein Weihnachten ohne unsere Oma (und natürlich den Opa Willi) gewesen! Wir sehr freute ich mich als Kind auf die Großeltern, wenn ich kurz vor der Dämmerung an Heiligabend am Wohnzimmerfenster saß um Ausschau zu halten, ob nicht schon die Großeltern aus dem benachbarten Stadtteil Rentfort laufend, zu sehen waren. Neugierig lukte ich in die Taschen der Großmutter, um einen Blick auf die bunten Geschenke zur erhaschen.
" Noch 2 Stunden bis zur Bescherung! Nicht auszuhalten!" dachte ich mir als Kind...was hätte ich dafür gegeben, wenigstens zu erahnen, welche Geschenke denn die Großeltern da für mich so schön verpackt hatten...
Noch immer sitzt bei mir auf der Couch der kleine braune Stoffhund, welche mir Oma & Opa zur Weihnacht 1978 (ich war dort 8 Jahre alt) schenkten. Ein ganz wertvolles Andenken!
Weihnachten ohne Oma, ohne die Großeltern? Unvorstellbar. Und doch war es eines Tages so weit, das der Opa nicht mehr dabei war, später auch die Oma...
Danke, Oma Theresia und Opa Wilhelm für so viele unvergesslich schöne Heilige Abende, Weihnachten mit Euch!
Hier noch ein schönes altes Adventsgedicht für unsere liebe Großmutter Theresia, die diese Zeit auch so sehr liebte und ihr Haus so liebevoll schmückte in Vorfreude auf das große Fest:
Advent
von Rainer Maria Rilke (1875-1926)
Es treibt der Wind im Winterwalde
Die Flockenherde wie ein Hirt,
Und manche Tanne ahnt, wie balde
Sie fromm und lichterheilig wird,
Und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
Streckt sie die Zweige hin - bereit,
Und wehrt dem Wind und wächst entgegen
Der einen Nacht der Herrlichkeit.
Ein modernes Adventsgedicht zur Kerze für meine gute Großmutter Theresia - dasselbe habe ich auch gestern bei ihre Tochter Gerda Sophia Steinhardt zur Kerze reingestellt.
Vier Kerzen
© 2012 Adventsgedichte.org (Tim Seeger GmbH)
Brennt die Erste von vier Kerzen,
fängt sie an, die schöne Zeit,
bringt in unser aller Herzen,
Liebe und Geborgenheit.
Kerzlein zwei weckt unsre Sehnsucht, Kerze drei Erinnerung,
viele können’s kaum erwarten, fühlen sich erfrischend jung.
Mit der vierten Kerze dann
fängt schon bald die Weihnacht an.
Und man hört mit Wohlgefallen:
„Frohe Weihnachten euch allen!“
© 2017 Adventsgedichte.org
Meine Großmutter Theresia liebte die schönen sonnigen Herbsttage, ich erinner mich wie ich als Kind mit ihr (und auch dem Großvater Wilhelm) durch ein buntes Blättermeer zum Spielplatz stampfte, ich mich auf aufgehäufte Blätterhügel warf, und wir alle uns an diesen letzten (schönen) Herbsttagen des Jahres erfreuten.
Dies ist ein Herbsttag
von Christian Friedrich Hebbel -
*18.03.1813
+13.12.1863
Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt



