Franz Steinhardt

Franz
Steinhardt

26.03.1926
Gladbeck
-
15.03.1986
Gladbeck

stimmungsbild

Gedenkkerzen | Seite 3

Kerze anzünden

Hier sehen Sie alle 283 Gedenkkerzen, welche für Franz Steinhardt angezündet wurden. Entzünden auch Sie eine Gedenkkerze.

Zum Totensonntag Von Andreas Steinhardt am 26.11.2023 um 18:58 | melden

Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht zum Totensonntag von Otto Promber.

Unsere Gräbergänge sind abgeschlossen, neben dem Allerheiligen-
und Allerseelentag, dem Volkstrauertag am letzten Sonntag, wie
dem heutigen Totensonntag oder auch Ewigkeitssonntag (kath.
Christkönigsfest) enden mit dem heutigen Abend auch die Reihe
der Gedenktage im November.

Das Grab meines Vaters ist zwar mittlerweile eingeebnet, man
erkennt aber noch die Konturen auf einer frei gebliebenen Wiese,
so kann man dort noch einen Blumenstrauß wie Kerzen aufstellen.

Am nächsten Sonntag begehen wir bereits den ersten Advent,
eine heimelichere Zeit beginnt, in Gegensatz zum "Trauermonat"
November...

Heute möchte ich auch besonders Maria Johanna gedenken, die Mutter meiner Partnerin wäre heute 86 Jahre alt geworden (+2022
in Bonn)


Für Franz. Für Axel. Für Maria Johanna.



Toten-Sonntag

Ihr, die ihr schlaft schon manches Jahr,
Ihr, die ihr seit kurzem begraben –
Wacht auf! und macht euch der Gäste bereit:
Ihr sollt euern Sonntag heut’ haben!

Was wir verloren mit euerm Tod,
Das werden wir nie verschmerzen.
Und dennoch - : heut hält ein heimlicher Strom
Verknüpft die sehnenden Herzen!

Auf Brücken der Liebe eilen wir hin
Zu eurer schweigsamen Stätte;
Da ist’s uns, als hielten wir eure Hand
Und säßen still – traulich am Bette.

Da pflegen wir heimliches Zwiegespräch
Tiefinnig – wie kaum zu sagen
Und blicken uns klar ins Aug’ hinein
Und nicken und lächeln und fragen –

Wie dieses und wie jenes kam,
Wir wollen es euch erzählen;
Was uns’re Seele umschlossen hält,
Darf eurer Seele nicht fehlen –

Und kehren wir dann vom Friedhof heim
Im dämm’rigen Abendstunden,
Dann soll uns allen ums Herze sein,
Als hätten wir jene gefunden,

Die wir für immer verloren geglaubt,
Die wir so lange entbehrten,
Die, ob sie auch der Tod geraubt,
Auf ein Stündelein … wiederkehrten.


Otto Promber, sächs. Schriftsteller, Lyriker,
Redakteur und auch Kinderbuchautor,
*22. Nov. 1874 in Zwickau, Sachsen,
+ Mai 1941 in Dresden.

Kerze grau-blau Grabkerze
Gedicht Spätherbst von Fontane Von Andreas Steinhardt am 24.11.2023 um 19:06 | melden

Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht von Theodor Fontane.
Ja, wir befinden uns nun im Spätherbst, seit Ende Oktober darf
man wohl davon sprechen. Auch als Herbstfan und "Winterkind"
finde ich derweil das in unseren Breitengraden nicht gerade beschauliche Novemberwetter auch langsam etwas zermürbend.

Den Menschen, die ich kenne geht der viele Nieselregen ziemlich
aufs Gemüt. Vermutlich geht es Ihnen ähnlich...im Gegensatz zu meiner Mutter, die momentan ziemlich verzweifeln würde, ließ sich Franz eigentlich nichts anmerken. Selbst bei Niesel und Schauer,
Wind und Sturm ging er zeitweise in den Garten, oft mit Hut, so daß meine Mutter schon rief: "Franz, bist Du eigentlich verrückt? Komm doch rein!" Ich glaube mein Vater brauchte oft ein wenig Frischluft,
das Wetter war ihm dabei einerlei...


Spätherbst

Schon mischt sich Rot in der Blätter Grün,
Reseden und Astern sind im Verblühn,
Die Trauben geschnitten, der Hafer gemäht,
Der Herbst ist da, das Jahr wird spät.

Und doch (ob Herbst auch) die Sonne glüht, -
Weg drum mit der Schwermut aus deinem Gemüt!
Banne die Sorge, geniesse, was frommt,
Eh Stille, Schnee und Winter kommt.

Theodor Fontane, *30. Dezember 1819 in Neuruppin (Brandenburg),
+ 20. September 1898 in Berlin. Fontane deutscher Schriftsteller, Journalist und Kritiker. Fontane gilt als bedeutender Vertreter des Realismus.

Kerze flieder viereckig
Herbstgedicht von Heinz Erhardt Von Andreas Steinhardt am 17.11.2023 um 14:00 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Heinz Erhardt, welchen Franz über alles liebte. Er konnte bei seinen Auftritten und Filmen Tränen lachen...ich mag auch diesen schönen, alten Humor Erhardts...

Für Franz. Für Axel.


Herbstgedicht


Wenn Blätter von den Bäumen stürzen,
Die Tage täglich sich verkürzen,
Wenn Amseln, Drossel, Fink und Meisen
Die Koffer packen und verreisen,
Wenn all die Maden, Motten, Mücken,
Die wir vergaßen zu zerdrücken,
Von selber sterben,
So glaubt mir,
Es steht der Winter vor der Tür.
Ich laß ihn stehn, ich spiel ihm einen Possen,
Ich hab die Tür verriegelt und gut abgeschlossen,
Der kann nicht rein, ich hab ihn angeschmiert:
Ja, jetzt steht der Winter vor der Tür ... und friert.

Heinz Erhardt, dt. Komiker, Kabarettist, Dichter, Musiker und Schauspieler, *20. Februar 1909 in Riga, heutige Hauptstadt
Lettlands, +05. Juni 1979 in Hamburg-Wellingsbüttel (seit 1937
zu HH)

Kerze türkis hell klein
Martinstag Von Andreas Steinhardt am 11.11.2023 um 16:11 | melden

Zum heutigen Martinstag passend, ein schönes Gedicht von Hoffmann Fallersleben.

Ich erinnere mich an schöne Martinszüge in meiner Kindheit, mein Vater trug häufig meine Laterne, da ich meinte lieber mit anderen Kindern während des Zuges wild umherzulaufen...

Franz gehöre auch zeitweise zu den Fackelträgern, die St. Martin hoch zu Ross begleiteten.

Auch gleich werde ich zu einem Zug gehen, mit vielen erwachsenen Fackelträgern, ganzer Kapelle und anschließendem Martinsspiel mit Umtrunk und Brezeln. Die Kinder brechen dann auf zum Martinssingen, ziehen von Haus zu Haus, ein sehr schöner, traditioneller Akt in einem traditionalistischem Ortsteil, welcher keine Feier, keine folkloristische Aktivität auslässt.


Kinderfest im Herbst

Doch ehe der Herbst uns ganz verläßt,
So bringt er uns noch ein Kinderfest:
Sobald es Abend, zieh’n wir aus
Und wandern singend von Haus zu Haus,

Und bitten dem heiligen Martin zu Ehren
Uns kleinen Kindern was zu bescheeren.
Da reicht man uns Aepfel und Nüsse dar,
Zuweilen auch Honigkuchen sogar.

Wir sprechen unsern Dank dafür aus
Und wandern dann in ein anderes Haus.
Nun laßt uns heute singen auch
Wie’s ist am Martinstag der Brauch!


August Heinrich Hoffmann von Fallersleben,
*02. April 1798 in Fallersleben, Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg, seit 1972 zu Wolfsburg,
+19. Januar 1874 in Corvey, heute zur Stadt Höxter, OWL.

Kerze rot lang
November Von Andreas Steinhardt am 06.11.2023 um 14:34 | melden

Zur heutigen Gedenkkerze ein kleines Gedicht von Max Dauthendey.

Stürmische und regnerische Tage liegen hinter uns, und mit Sicherheit auch noch vor uns. Franz beklagte sich nie über das Wetter, am Fenster aber auch bei Spaziergängen verfolgte er das wilde Wolkenspiel, Regen schien ihm nichts anhaben zu können. Ich vernahm nie ein Fluch über das Novemberwetter, kein Murren meines Vaters. Ich sehe es ähnlich, es gibt kein "schlechtes Wetter" - ein Hamburger Meteorologe sagte einmal: "Es gibt für mich nichts langweiligeres als einen über Wochen blauen Himmel" - meine Zustimmung - lieber Sylt im Winter als Mallorca im Sommer...Franz hätte es genauso gesehen. Herbst- und Wintertypen...nicht viele Menschen werden jetzt zustimmen...

Für Franz. Für Axel.


November

von Max Dauthendey

Bin heut im erstarrten Garten gewesen,
Wo ich in deinem Auge einst Lieder gelesen;
Wo die Biene den Tropfen Seligkeit sog,
Und wie ein Stückchen Himmel der Schmetterling flog.
Wo der Mond aufstieg wie der Liebe Lob,
Wie ein Herz, das sich von der Erde hob,
Und wo jetzt die Wurzeln der Blumen verwesen,
Hab ich in toten Blättern noch Lieder gelesen.

Max Dauthendey, dt. Dichter und Maler, * 25. Juli 1867 in Würzburg, +20. August 1918 in Malang auf Java, Niederländisch-Indien, seit 1949 Indonesien.

Kerze rosa geschwungen
Gedenktage Von Andreas Steinhardt am 01.11.2023 um 22:33 | melden

Allerheiligen und Allerseelen - zwei Gedenktage mit unterschiedlichem
Aspekt. Eigentlich gedenkt die Katholische Kirche heute Aller Heiligen, und morgen, am 2. November erst ALLER Seelen. Nun, aus der Volksfrömmigkeit heraus ergab es sich irgendwann, das man den Friedhofsgang am 1. November unternahm, um seiner lieben Verstorbenen zu gedenken, Kerzen auf die Gräber stellt. Die Kirche folgte diesem Ruf, bietet Totenandachten mit anschließender Gräbersegnung am Hochfest Allerheiligen an. Morgen wird in den
kath. Kirchen allerdings erst explizit an die Toten der Gemeinde, besonders aus diesem Jahr, namentlich gedacht.

Unsere Kirch- und Gräbergänge haben wir heute getätigt, das Grab von Franz ist bereits eingeebnet, allerdings ist aus seiner Grabstätte ein Rasenstück entstanden, die Konturen seiner Ruhestätte sind aber noch deutlich zu erkennen, so daß man auch dort noch eine Kerze aufstellen kann.

Diese Gedenkkerze ist heute auch besonders Franz ältestem Sohn, meinem Bruder Axel gewidmet. Aus besonderen familiären Gründen konnte ich bisher keine Gedenkseite für ihn anlegen.

Für Franz. Für Axel.


Das Sichtbare vergeht,
doch das Unsichtbare bleibt ewig.

Korinther 4, 18

Kerze grau-blau Grabkerze
Franz und Heinz Erhardt Von Andreas Steinhardt am 25.10.2023 um 14:14 | melden

Zur heutigen Gedenkkerze zwei nette, kurze Reime von Heinz Erhardt.

Franz war einerseits ein häufig ernster, streng gläubiger Katholik, sobald aber Heinz Erhardt im TV zu sehen war, sei es ein Auftritt
in einer Show oder eine der bekannten Komödien ausgestrahlt
wurde, konnte mein Vater sich köstlich amüsieren, Tränen lachen.
Nichts war in diesem Moment wichtiger als seinen Heinz zu sehen, wehe dem, der jetzt das Programm wechseln wollte... Franz konnte Erhardt vor der Familie gut rezitieren, hatte immer einige Gedichte parat.

Ja, ich mochte auch Heinz Erhardt immer, im Zuge meiner Recherche stieß ich doch auf so manch köstlichen Vers an den ich mich noch erinnere, wie viele für mich neue, amüsante Reime...

Für Franz. Für Axel.


Wenn dir ein Fels vom Herzen fällt,
so fällt er auf den Fuß dir prompt!
So ist es nun mal auf der Welt;
ein Kummer geht, ein Kummer kommt.


Meine besten Witze hab ich erzählt,
das Publikum lächelte nur leicht gequält.
doch Heiterkeit ohne Maß und Ziel
erregte ich, als ich vom Fahrrad fiel.

Heinz Erhardt war ein dt. Komiker, Kabarettist, Dichter,
Schauspieler, Komponist und Musiker.

*20.02. 1909 in Riga, heute Hauptstadt Lettlands, als
Sohn eines deutsch-baltischen Vaters und dt. Mutter,
+05. Juni 1979 in Hamburg.

Kerze blau lang
Reisen mit dem Vater Von Andreas Steinhardt am 19.10.2023 um 16:20 | melden

Zur Gedenkkerze ein nettes Gedicht, von Anastasius Grün, passend zum Thema Reisen.

Schon in jungen Jahren zog es Franz immer wieder in den Süden Deutschlands, in den Schwarzwald, nach Bayern und auch Österreich. Ich erinnere mich an seine Erzählungen über eine wochenlange Radtour, mit seinem Bruder Rudolf und einem Freund, welche sie vom Ruhrgebiet bis nach Bayern führte. Auch habe ich vergilbte s/w- Bilder im Kopf, die die jungen Männer auf dieser strapaziösen Tour zeigt.

In meiner Kindheit und frühen Jugend fuhr ich mit meinem Eltern meistens zum Chiemsee, aber auch öfter nach Berchtesgaden, einmal in den Schwarzwald und ein einziges Mal zur deutschen Nordseeküste.

Wie Franz liebe ich auch das Bayernland, München war für ihn, meiner Mutter und mich immer die schönste deutsche Großstadt, auf eine Stippvisite konnten wir nie verzichten. Allerdings hat mich der einzige Urlaub an der Nordseeküste, Bensersiel mit Insel Langeoog, schon
als Kind so beeindruckt, das damit auch in mir eine große Liebe zu Norddeutschland, zur Nord- und Ostseeküste entstanden ist. Auch wenn ich Bayern immer noch mal besuche und es lieblich-schön finde, so zieht es mich doch mehr zur rauhen Küste mit seiner Inselwelt.

Ob es Franz nicht am Wattenmeer gefallen hat? Ich denke schon, das es ihn auch sehr fasziniert hat, glaube aber das meine Mutter die Ausschlaggebene für viele folgende Bayernurlaube war.

Für Urlaube im Ausland, Italien oder Spanien beispielshalber, konnte ich meine Eltern nie begeistern. Mir gehts heute ähnlich, ich schaue mir am liebsten unser Land an. Es gibt immer noch vieles zu entdecken!

Für Franz. Für Axel.


Zwei Heimgekehrte

Zwei Wanderer zogen hinaus zum Tor,
Zur herrlichen Alpenwelt empor.
Der eine ging, weil’s Mode just,
Den andern trieb der Drang in der Brust.

Und als daheim nun wieder die zwei,
Da rückt die ganze Sippe herbei,
Da wirbelt’s Fragen ohne Zahl:
„Was habt ihr gesehn? Erzählt einmal!“

Der eine drauf mit Gähnen spricht:
„Was wir gesehn? Viel Rares nicht!
Ach, Bäume, Wiesen, Bach und Hain
Und blauen Himmel und Sonnenschein!“

Der andere lächelnd dasselbe spricht,
doch leuchtenden Blicks, mit verklärtem Gesicht:
„Ei, Bäume, Wiesen, Bach und Hain,
Und blauen Himmel und Sonnenschein!“

Anastasius Grün, eigent. Graf Anton von Auersperg,
österr. Politiker und Lyriker, *11. April 1806 in
Laibach, Unterkrain, KR Österreich -Ungarn,
heute Ljubljana, Hauptstadt von Slowenien,
+12. September 1876 in Graz.

Kerze orange geschwungen
Die Farben des Herbstes Von Andreas Steinhardt am 13.10.2023 um 15:55 | melden

Zur Gedenkkerze zwei Zitate über den Herbst.

Ein Wetterwechsel kündigt sich an, der Herbst steht nun endgültig vor der Tür. Von noch schwülen 23°C am heutigen Tage zu kühlen 10°C am morgigen Samstag - es ist sehr windig, bewölkt, die Kaltluft verdrängt in der Nacht die wärmeren Luftmassen.

Meinem Vater würde dies gefallen - kühl, ein wildes Wolkenspiel, begleitet von ein wenig Sonnenschein, ich stimme dem voll zu...


Die folgenden Zitate bejahen eindeutig den Herbst und beleuchten ihn von seiner schönen, anmutigen Seite.


Die Farben des Herbstes...ein mächtiger Blumengarten, der im Bann des Zauberers Frost erblüht.

John Greenleaf Whittier, amerik. Dichter


Solange der Herbst andauert, werde ich nicht genug Hände, Leinwand und Farben haben, um die schönen Dinge zu malen, die ich sehe.

Vncent van Gogh

Kerze rot klein
Sternbild Orion Von Andreas Steinhardt am 06.10.2023 um 23:15 | melden

Zur Gedenkkerze eine kleine Geschichte aus meiner Kindheit:

Am Mittwoch sah ich zum ersten Mal in diesem Herbst am frühen Morgen mein Lieblingssternbild Orion am Himmel. Ich warte immer sehnsüchtig darauf, es ist in der nördlichen Hemisphäre den ganzen Winter sichtbar, etwa bis Ostern, bald auch die komplette Nacht.

Unser schönstes Wintersternbild - wenn ich es erblicke, muss ich immer an meinen Vater denken, wie er mich als Kind nach Einbruch der Dämmerung auf dem Arm in unseren Garten trug und mir Orion häufig zeigte, mir die einzelnen Sterne erklärte. Bellatrix und Betelgeuse, Rigel, Meissa - und Mintarka im Gürtel des Orion.

Sicherlich hat dies meine Liebe zur Sternenkunde begründet -
vielen Dank dafür, Vater! Unvergessen schöne Momente der Kindheit.

Kerze flieder lang
Sommer im Oktober Von Andreas Steinhardt am 02.10.2023 um 22:23 | melden

Zur heutigen Gedenkkerze ein schönes Gedicht von Georg Heym.

Der 2. Oktober - in unseren Breitengraden heute Sonne, 25° - konnten Sie diesen heutigen Tag genießen? Ein letztes? Aufbäumen des Sommers, vor einem stürmischen, dunklen Herbst? Nun, am morgigen Feiertag soll es etwas durchwachsener sein, zumindest hier an der Grenze Westfalen/Rheinland. Die Wetterprognose für die darauf- folgenden Tage sieht wiederum sonnig, mild und trocken aus.

Franz würde heute, bei so strahlendem Wetter, langsam damit beginnen, seinen Garten "winterfest" zu machen, die Hecken zu
kürzen, die Sträucher zu beschneiden - das größte Hobby, die
liebste Freizeitbeschäftigung meines Vaters war sein, unserer
großer Garten. Ganzjährig konnte er sich mit ihm beschäftigen.
Ich vollziehe dies durchaus nach, ich bin auch eine Art akorater
Garten-Schnibbelkönig...


Der Herbst

Viele Drachen stehen in dem Winde,
Tanzend in der weiten Lüfte Reich.
Kinder stehn im Feld in dünnen Kleidern,
Sommersprossig und mit Stirnen bleich.

In dem Meer der goldnen Stoppeln segeln
Kleine Schiffe, weiß und leicht erbaut;
Und in Träumen seiner leichten Weite
Sinkt der Himmel wolkenüberblaut.

Weit gerückt in unbewegter Ruhe
Steht der Wald wie eine rote Stadt.
Und des Herbstes goldne Flaggen hängen
Von den höchsten Türmen schwer und matt.

Georg Friedrich Franz Artur Heym, *30. Oktober 1887 in
Hirschberg, Schlesien (heute Jelenia Góra, poln. Niederschlesien)
+16. Januar 1912 in Gatow, Osthavelland, seit 1920 eingemeindet
zum Berliner Stadtbezirk Spandau.

Heym gilt als einer der wichtigsten Lyriker des früheren literarischen
Expressionismus.

Kerze gelb geschwungen
Herbstbild Von Andreas Steinhardt am 24.09.2023 um 14:04 | melden

Zur Gedenkkerze ein schönes Gedicht von Friedrich Hebbel, passend zum gestrigen meteorologischen Herbstanfang.

Franz freute sich über den Herbstbeginn, er liebte wie auch ich mehr den Herbst und Winter als die Sommermonate. Das sich golden und
rot verfärbende Laub, der vermehrte Wind, das wilde Wolkenspiel und
die endlich kühleren Temperaturen. Teilen Sie diese Meinung? Oder trauern Sie dem Sommer hinterher? Nun, es erwarten uns ja noch einige recht warme und sonnige Tage, falls es Sie schon jetzt mit Ausblick auf den Herbst schaudern sollte...

Für Franz. Für Axel.


Herbstbild

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält;
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

Friedrich Hebbel, früheres Pseudonym Dr. J. F. Franz,
*18. März 1813 in Wesselburen/Dithmarschen, heutiges
Schleswig-Holstein, +13. Dezember 1863 in Wien.

Hebbel war deutscher Dramatiker, Lyriker und Erzähler "Maria Magdalena", sehenswert das Hebbel-Museum in Wesselburen
mit 550 Exponaten.

Kerze türkis hell klein
Septembertag Von Andreas Steinhardt am 17.09.2023 um 18:27 | melden

Zur Gedenkkerze ein kleines Gedicht passend zur Jahreszeit von Christian Morgenstern. Nach dem warmen, sonnigen Wochenende stehen uns nun durchwachsenere Tage bevor, die Ausläufer des Hurrikan ziehen auch durch unser Land, mit Wind und Gewitter.
Bleiben Sie standhaft!

Franz würde sich über das "wilde Wetter" freuen, den Himmel, das Wolkenspiel beobachten, spazieren gehen - für meinen Vater gab es nichts langweiligeres als einen tagelang blauen Himmel. Ich empfinde genauso...

Für Franz. Für Axel.

Septembertag

Dies ist des Herbstes leidvoll süße Klarheit,
die dich befreit, zugleich sie dich bedrängt;
wenn das kristallene Gewand der Wahrheit
sein kühler Geist um Wald und Berge hängt.
Dies ist des Herbstes leidvoll süße Klarheit.

Christian Otto Josef Wolfgang Morgenstern,
*06. Mai 1871 in München, +31. März 1914 in
Untermais, Tirol

Kerze rot lang
Geburtstag von Franz erstem Enkel Von Andreas Steinhardt am 09.09.2023 um 20:30 | melden

Zur Gedenkkerze für meinen Vater eine Erinnerung an den 09.09.1983, dem Geburtstag seines ersten Enkels Lars, dem ältesten Sohn meines im Dezember 2021 verstorbenen Bruders Axel.

Mein Neffe ist heute 40. Jahre alt geworden, verzichtete allerdings
auf eine Feier. Ich kann dies durchaus nachvollziehen, zu meinem
40. Geburtstag "flüchtete" ich ein paar Tage auf Sylt. Auch Franz war eher ein Geburtstagsmuffel, feierte sozusagen "gezwungenermaßen".

Wie mein Vater und auch meine Mutter feiere ich auch lieber andere, als mich selbst feiern zu lassen, ich gehöre zu denjenigen, die den Hype um Geburtstage nicht nachvollziehen können. Warum sollte ich feiern, mich hochjubeln lassen? Ich sehe keinen Anlass dazu, empfinde dies als unangenehm. Ich kenne übrigens mehrere meiner Gesinnung, auch wenn diese Exemplare doch nicht so häufig zu finden sind....

Zurück zu Franz erstem Enkel Lars: Als mein Neffe heute vor 40 Jahren geboren wurde, ich war gerade erst mal 13 Jahre alt und bis dato der jüngste in der gesamten Familie, war ich unglaublich stolz Onkel zu werden, es war für mich wir die Geburt eines kleinen Bruders.

Nachts um etwa 3 Uhr bekamen wir den Anruf, das Lars das Licht der Welt erblickte. Mit Schlafen war nun nichts mehr...in der Schule hang ich ziemlich durch, schon am Nachmittag konnte ich im hiesigen Hospital einen ersten Blick auf meinen kleinen Neffen werfen. Und Franz war so stolz, zum ersten Mal Großvater zu sein! Es begann eine unglaublich aufregende und wunderschöne Zeit, Lars aufwachsen zu sehen. Eine Lebensbereicherung für uns alle. Leider verstarb mein Vater als Lars gerade 2 1/2 Jahre alt war, dies auch etwa 6 Wochen vor der Geburt seines zweiten Enkels 1986.

Aber auch an diesem Tag denke ich an meinen verstorbenen Bruder Axel, der den runden Geburtstag seines Sohnes nicht mehr miterleben kann.

Ich habe aus bestimmten familiären Gründen keine Gedenkseite für meinen Bruder angelegt, werde aber an seinem Geburtstag oder Todestag (11. und 12. Dezember) hier auf Franz Gedenkseite einmal ausführlich aus seinem Leben berichten.

Diese Gedenkkerze leuchtet heute für Franz und für Axel.

Kerze hellgrün viereckig
Septembermorgen Von Andreas Steinhardt am 04.09.2023 um 14:01 | melden

Zur Gedenkkerze ein schönes, kleines Gedicht von Eduard Morike.

Freuen Sie sich über diese warmen Septembertage? Das der Frühherbst uns mit viel Sonnenschein begegnet?

Franz war wie auch ich eher ein Freund der kühleren Tage, zumindest ein Herbstfan. Mein Vater hätte aber auch sicherlich nichts gegen diese sonnigen Tage gehabt, es durfte halt nicht zu warm werden...

Für Franz. Für Axel.


Septembermorgen

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.

Eduard Morike, *18. Sept. 1804 in Ludwigsburg, Kurfürstentum Württemberg, +04. Juni 1875 in Stuttgart, Königreich Württemberg
(ab 1806)

Kerze gelb geschwungen
Gedicht von Ringelnatz Von Andreas Steinhardt am 22.08.2023 um 19:20 | melden

Zur Gedenkkerze ein schönes, heiteres Sommergedicht von Joachim Ringelnatz.

Mein Vater war schon humorvoll, ich erinnere mich gerne daran zurück, das er mir öfter das kleine Gedicht "Die Ameisen" von Ringelnatz vortrug.

Einige Verse von ihm sind schon von sehr deftigem Humor, welche man nur schwer für die Gedenkseiten verwenden kann.

Ich glaube dieses, auch passend zum August, läd zumindest zum Schmunzeln ein...

Für meiner Vater. Für Axel.


Schwebende Zukunft

Habt ihr einen Kummer in der Brust
Anfang August,
Seht euch einmal bewußt an,
Was wir als Kinder übersahn.

Da schickt der Löwenzahn
Seinen Samen fort in die Luft.
Der ist so leicht wie Duft
Und sinnreich rund umgeben
Von Faserstrahlen, zart wie Spinneweben.

Und er reist hoch über euer Dach,
Von Winden, schon vom Hauch gepustet.
Wenn einer von euch hustet,
Wirkt das auf ihn wie Krach,
Und er entweicht.

Luftglücklich leicht.
Wird sich sanft wo in Erde betten.
Und im Nächstjahr stehnen dort,
die fetten, goldigen Rosetten,
Kuhblumen, die wir als Kind übersehn.

Zartheit und Freimut lenken
Wieder später deren Samen Fahrt.
Flöge doch unser aller Zukunftsdenken
So frei aus und so zart.


Joachim Ringelnatz (eigentl. Hans-Gustav Bötticher),
*06. August 1883 in Wurzen, heute Große Kreisstadt im
Landkreis Leipzig), +17. Nov. 1934 in Berlin.

Ringelnatz war dt. Dichter und Lyriker, Schriftsteller, Erzähler, Kabarettist und auch Maler.

Kerze orange lang
Neues Bild von Oma Anna Von Andreas Steinhardt am 14.08.2023 um 21:24 | melden

Diese Gedenkkerze widme nicht nur meinen Vater, sondern heute auch seiner Mutter Anna.

Im Gegensatz zu meinem Großeltern mütterlicherseits habe ich für Oma Anna keine eigene Gedenkseite angelegt. Ich sah Anna nicht besonders oft, meinen Großvater Franz sen. lernte ich nie kennen.
Ich weiß nicht viel über ihr Leben, sie starb als ich gerade 12 Jahre alt war.

Anna Steinhardt geb. Zakrezewski wurde am 13. Dezember 1895 in Krug-Schweingrube, Westpreußen, geboren. Sie starb am 04. Juli 1982 in Gladbeck.

Meine Großmutter Anna habe ich als ernstere, recht verschlossene Frau, streng katholisch, in Erinnerung. Nicht, das sie mich nicht anlächelte, aber spielen konnte sie nun wirklich nicht mit dem kleinen Buben. Aufgrund eines langen Familienstreits zwischen meinem Vater, seinem Bruder Rudi und seiner Mutter Anna war das Verhältnis eh etwas unterkühlt, um es gelinde auszudrücken.

Was habe ich noch in Erinnerung? Das Oma Anna immer ihren jüngeren Sohn Rudolf bevorzugte und meinen Vater Franz grundsätzlich von allen Entscheidungen ausschloss, das sie seit dem Tod ihres Mannes fast immer schwarze Kleidung trug, bei Feierlichkeiten auch mal eine weiße Bluse. Anna trug gerne einen schwarzen Hut, der viel zu groß war für die kleine, schmächtige Person.

Meine Großmutter Anna hatte meines Wissens zwei Geschwister, Hedwig, die sehr volkstümlich war, viel lachte im Gegensatz zu Anna, ich mochte Großtante Hedwig sehr gern. Ihren







Eltern von Anna Steinhardt geb. Zakrezewski:

Franz Zakrezewski
*18.02.1868
+21.02.1923

Maria Elisabeth Zakrezewski geb. Konetzki

*13.10.1871
+15.04.1942

Eltern von Franz Zakrezewski:

Simon und Marianna Zakrezewski, geborene ?

Eltern von Maria Elisabeth Konetzki:

Friedrich und Maria Konetzki, geborene ?

Anmerkung:

Zur Schwester meiner Großmutter Anna, Hedwig Neuert geb.Zakrezewski, hatte ich nach dem Tod von Anna später noch guten Kontakt, sie starb 11 Jahre später als ihre Schwester, mit 93 Jahren. Mit Großtante Hedwig kam ich besser zurecht als mit Oma Anna, Hedwig war aufgeschlossen, volkstümlich, ich mochte sie sehr gern.
Ihren früh verstorbenen Bruder August lernte ich nie kennen.


Diese Gedenkkerze widme nicht nur meinen Vater, sondern heute auch seiner Mutter Anna.

Im Gegensatz zu meinem Großeltern mütterlicherseits habe ich für Oma Anna keine eigene Gedenkseite angelegt. Ich sah Anna nicht besonders oft, meinen Großvater Franz sen. lernte ich nie kennen.
Ich weiß nicht viel über ihr Leben, sie starb als ich gerade 12 Jahre alt war.

Anna Steinhardt geb. Zakrezewski wurde am 13. Dezember 1895 in Krug-Schweingrube, Westpreußen, geboren. Sie starb am 04. Juli 1982 in Gladbeck.

Meine Großmutter Anna habe ich als ernstere, recht verschlossene Frau, streng katholisch, in Erinnerung. Nicht, das sie mich nicht anlächelte, aber spielen konnte sie nun wirklich nicht mit dem kleinen Buben. Aufgrund eines langen Familienstreits zwischen meinem Vater, seinem Bruder Rudi und seiner Mutter Anna war das Verhältnis eh etwas unterkühlt, um es gelinde auszudrücken.

Was habe ich noch in Erinnerung? Das Oma Anna immer ihren jüngeren Sohn Rudolf bevorzugte und meinen Vater Franz grundsätzlich von allen Entscheidungen ausschloss, das sie seit dem Tod ihres Mannes fast immer schwarze Kleidung trug, bei Feierlichkeiten auch mal eine weiße Bluse. Anna trug gerne einen schwarzen Hut, der viel zu groß war für die kleine, schmächtige Person.

Meine Großmutter Anna hatte meines Wissens zwei Geschwister, Hedwig, die sehr volkstümlich war, viel lachte im Gegensatz zu Anna, ich mochte Großtante Hedwig sehr gern. Ihren Bruder August lernte ich nie kennen.

Dem Abum habe ich als letztes Bild ein Foto von Oma Anna zugefügt, von denen es nur sehr wenige gibt. Es zeigt sie links im Bild bei einer Familienfeier neben den Schwiegereltern von Franz.

Im liebevollen Gedenken an meinen Vater und Oma Anna.

Ahnentafel:

Eltern von Anna Steinhardt geb. Zakrezewski:

Franz Zakrezewski
*18.02.1868
+21.02.1923

Maria Elisabeth Zakrezewski geb. Konetzki

*13.10.1871
+15.04.1942

Eltern von Franz Zakrezewski:

Simon und Marianna Zakrezewski, geborene ?

Eltern von Maria Elisabeth Konetzki:

Friedrich und Maria Konetzki, geborene ?

Anmerkung:

Zur Schwester meiner Großmutter Anna, Hedwig Neuert geb.Zakrezewski, hatte ich nach dem Tod von Anna später noch guten Kontakt, sie starb 11 Jahre später als ihre Schwester, mit 93 Jahren. Mit Großtante Hedwig kam ich besser zurecht als mit Oma Anna, Hedwig war aufgeschlossen, volkstümlich, ich mochte sie sehr gern.

Kerze hellgrün viereckig
Die Augen voller Licht Von Andreas Steinhardt am 09.08.2023 um 20:11 | melden

Unsere Toten sind nicht abwesend, sondern nur unsichtbar. Sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer.

Aurelius Augustinus zugeschrieben, (354 - 430)
(auch Augustinus von Hippo, kath. Hl. Augustinus), Gedenktag
28. August.

Dieses berühmte Zitat wird täglich, vor allem in Gedenkforen, weltweit in unwahrscheinlich großer Anzahl verbreitet. Ich finde es sehr schön, Hoffnung gebend, und widme es zur Gedenkkerze Franz und seinem erstgeborenen Sohn, meinem ältesten Bruder Axel.

Kerze gelb lang
Neue Bilder im Album Von Andreas Steinhardt am 29.07.2023 um 23:23 | melden

Zur Gedenkkerze habe ich drei neue Bilder dem Album hinzugefügt. Leider gibt es sehr wenige Fotos von Franz, da er hauptsächlich selbst als Fotograf bei sämtlichen Anlässen fungierte (Feiern, Urlaub etc.)

Die letzten drei Bilder im Album zeigen zunächst Franz, meine Mutter Gerda und mich am Tage meiner Erstkommunion, dem 24. Mai 2979.
Die Erstkommunionfeiern fanden im Ort traditionell am Fest Christi Himmelfahrt statt.

Das zweite neue Bild im Album: Eine Gruppenaufnahme am Tag meiner Erstkommunion mit sämtlichem Verwandten. Man sieht rechts neben mir, dem Kommunionkind, meinen Vater und rechts neben ihm seine Mutter Anna. Eine ganz seltene Aufnahme, auf der meine Großmutter väterlicherseits zu sehen ist.

Meine Erstkommunion - einer der schönsten Tage meines Lebens -
es kommt mir bei Betrachtung wie gestern vor.

Das letzte Bild im Album zeigt Franz wenige Wochen vor seinem Tod, vermutlich seine letzte Aufnahme. Franz war erst 59 Jahre alt, wirkt sicherlich wesentlich älter, von seiner schweren Herzkrankheit gezeichnet.

Diese Gedenkkerze widme ich nicht nur Franz, sondern auch meiner Großmutter Anna, die schon in meiner Kindheit verstarb und zu der ich relativ wenig Kontakt hatte. Meinen Großvater Franz sen. habe ich nie kennengelernt.

Kerze orange geschwungen
Nachthimmel und Sternenfall Von Andreas Steinhardt am 22.07.2023 um 21:27 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Rainer Maria Rilke.

Franz zeigte mir schon als Kind auf seinem Arm immer wieder den Sternenhimmel - später, in meiner gesamten Kindheit, gingen wir im Herbst und Winter, wenn es früh dunkel wurde, gemeinsam in den Garten und mein Vater erklärte mir die Sternbilder der nördlichen Hemisphäre. Bis heute bin ich faszinierter Sternengucker, Bücher und Anleitungen halfen und helfen mir zusätzlich die einzelnen Sterne namentlich zu kennen. Franz zeigte mir immer mit großer Begeisterung das Sternbild Orion, das auch bis heute mein Lieblingsgestirn ist.
Ich kann es (auch) kaum erwarten, bis es zunächst im Oktober am sehr frühen Morgen erstmals wieder zu sehen ist, und später die ganze Winternacht über.

Danke für die tollen Sternennächte! Es hat mich sehr geprägt.



Nachthimmel und Sternenfall

von Rainer Maria Rilke


Der Himmel, groß, voll herrlicher Verhaltung,
ein Vorrat Raum, ein Übermaß von Welt.
Und wir, zu ferne für die Angestaltung,
zu nahe für die Abkehr hingestellt.

Da fällt ein Stern! Und unser Wunsch an ihn,
bestürzten Aufblicks, dringend angeschlossen:
Was ist begonnen, und was ist verflossen?
Was ist verschuldet? Und was ist verziehn?

Rainer Maria Rilke, *04. Dezember 1875 in Prag (damals Königreich Österreich-Ungarn), +29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux, CH.

Kerze rot rund
Wo unser Schatz ist Von Andreas Steinhardt am 16.07.2023 um 18:02 | melden

Zur Gedenkkerze ein paar Zeilen vom evangelischen Mystiker Gerhard Tersteegen.

Franz war ein frommer Mensch, kirchlich engagiert, er las viel in christlichen Büchern und verglich Schriften, machte sich dazu allerlei Notizen. In Sachen Glauben war mein Vater ein Vorbild - sicher nicht nur für mich.

Für Franz. Für Axel.


Laßt uns doch (...) untersuchen, ihr Seelen, was lieben wir?
Was hat bei uns das Übergewicht?
Woran denken wir des Morgens am ersten?
Und woran den Tag hindurch am meisten?
Denn dabei kann man schon so was prüfen, wo unser Schatz ist.


Gerhard Tersteegen, niederdt. Gerrit ter Steegen, * 25.Nov. 1697 in Moers, Niederrhein, + 03. April 1769 in Mülheim an der Ruhr.

Tersteegen gilt als ev. Mystiker, Kirchenlieddichter, Schriftsteller und Laienprediger. In Mülheim an der Ruhr findet man im mittelalterlichen Stadtkern das Tersteegenhaus wie seinen Grabstein vor der ev. Stadtkirche.

Kerze hellgrün lang
Urlaub mit dem Vater Von Andreas Steinhardt am 08.07.2023 um 22:31 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht passend zum Urlaub, zu Reisen von Joseph von Scheffel.

Ich erinnere mich gerne zurück an die Urlaube meiner Kindheit mit meinem Vater, meinen Eltern. Meistens ging es zum Chiemsee, auch nach Berchtesgaden und einmal zur Nordsee. Franz liebte den Urlaub in Gstadt am Chiemsee, für mich als Kind auch ein Paradies. Schwimmen im See, Schifffahrten und mit dem Motorboot den See erkunden, die liebliche Fraueninsel mit dem uralten Kloster besichtigen, mit der Pferdekutsche vom Hafen der Insel Herrenchiemsee zum Schloß fahren. Auch Berchtesgaden war wunderschön, später, als mein Vater bereits krank war, fuhr ich noch mehrfach mit meiner Mutter dorthin, der Königsee, der bekannte Malerwinkel und kleinere Bergtouren faszninierten mich. Besonders in Erinnerung bleibt der kalte Sommer 1978, wir fuhren hoch zum Roßfeld, es lag Schnee dort - mit meinem Bruder im Hochsommer Schneebälle werfen und einen Schneemann bauen - ein unvergessliches, surreales Erlebnis!

Ja, ich liebe auch das Bayernland bis heute wie mein Vater - aber ein Urlaub hat mich besonders geprägt: Ausnahmsweise fuhren wir 1977 zur Nordsee, nach Bensersiel und zur Insel Langeoog. Mein ältester Bruder Axel+ und meine spätere Schwägerin Christa überredeten meine Eltern, doch in ihren Semesterferien mit uns gemeinsam zur See zu fahren. Gesagt, getan. Eine andere Welt - DER Kontrast zu Bayern.
Seitdem ist meine Liebe zur Nord- wie Ostsee entstanden. Franz kam zwar soweit mit diesem so ganz anderem Urlaub im Gegensatz zum lieblichen Bayernland ganz gut zurecht - aber ihn zog es dann doch zurück zum Chiemsee. Mich prägte dieser eine Urlaub an der Küste so sehr, das damit eine echte Faszination für die rauhe See mit ihrer Inselwelt in mir erwachte.

Bis heute zieht es mich mehr zur Nord- und Ostseeküste als ins schöne Bayern. Norderney, Langeoog und Amrum, Sylt und Fehmarn, Rügen und Usedom sind meine große Liebe geworden.

Franz blieb dann doch Bayern treu - sicherlich auch nicht verkehrt.

Für Franz. Für Axel.


Ausfahrt

Berggipfel erglühen,
Waldwipfel erblühen
Vom Lenzhauch geschwellt;
Zugvogel mit Singen
Erhebt seine Schwingen,
Ich fahr’ in die Welt.

Mir ist zum Geleite
In lichtgold’nem Kleide
Frau Sonne bestellt;
Sie wirft meinen Schatten
Auf blumige Matten,
Ich fahr’ in die Welt.

Mein Hutschmuck die Rose,
Mein Lager im Moose,
Der Himmel mein Zelt:
Mag lauern und trauern
Wer will, hinter Mauern,
Ich fahr’ in die Welt.


Joseph Viktor von Scheffel, * 16. Feb. 1826 in Karlsruhe,
+09. April 1886 ebenda

Kerze gelb geschwungen
Betrachtung der Zeit Von Andreas Steinhardt am 05.07.2023 um 16:07 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Andreas Gryphius aus dem 17. Jahrhundert.

Heute ist es sehr stürmisch - Franz hätte es genossen, wäre trotz Warnung und Mahnung spazieren gegangen, um das wilde Wolkenspiel ganz genau zu verfolgen...wie auch ich...

Für Franz. Für Axel.


Betrachtung der Zeit

Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen,
Mein sind die Jahre nicht, die etwa möchten kommen.
Der Augenblick ist mein, und nehm’ ich den in acht,
So ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht.

Andreas Gryphius, bedeutendster Lyriker des Barock,
*02.10. 1626 in Glogau, + 16.07. 1664 ebenda.

Kerze orange klein
Sommerabend Von Andreas Steinhardt am 23.06.2023 um 20:05 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Richard Dehmel.

Genießen Sie diesen lauen Sommerabend nach dem großen Regen und Gewittertief? Franz hätte Beides genossen - mit Spannung aus dem Fenster geschaut und das wilde Treiben des Wetters lange beobachtet, um heute unter dem alten Pflaumenbaum sitzend den wetterberuhigten Abend einklingen zu lassen...

Für Franz. Für Axel.


Sommerabend

Klar ruhn die Lüfte auf der weiten Flur;
fern dampft der See, das hohe Röhricht flimmert,
im Schilf verglüht die letzte Sonnenspur,
ein blasses Wölkchen rötet sich und schimmert.

Vom Wiesengrunde kommt ein Glockenton,
der Hirte sammelt seine satte Herde;
im stillen Walde steht die Dämmerung schon,
ein Duft von Tau entweicht der warmen Erde.

Im jungen Roggen rührt sich nicht ein Halm,
die Glocke schweigt wie aus der Welt geschieden;
nur noch die Grillen geigen ihren Psalm.
So sei doch froh, mein Herz, in all dem Frieden!

Richard Fedor Leopold Dehmel, * 18. Nov. 1863 in Hermsdorf
(heute Landkreis Dahme-Spreewald, Ortsteil der Gemeinde Münchehofe), + 08. Februar 1920 in Blankenese*)

*) Blankenese gehörte in Dehmels Geburtsjahr 1863 zum "Dänischen Gesamtstaat", fiel 1866 an Preußen. 1927 wurde Blankenese gegen großen Widerstand der Bevölkerung zur damaligen Großstadt Altona an der Elbe eingemeindet.
1938 wurde Altona und damit auch Blankenese wiederum Hamburg angeschlossen.

Kerze dunkelgrün lang
Schöne Junitage Von Andreas Steinhardt am 19.06.2023 um 16:02 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Detlev von Liliencron. Finden Sie diese sehr warmen und trockenen Junitage wirklich schön?.Viele denken gar nicht an die Natur, die endlich Regen braucht, stecken ihr Haupt in die Sonne und sagen "bloß keinen Regen" - aber begeben wir uns heute dchterisch doch noch einmal auf das Terrain des "schönen Junis"

Franz mied die wame Sonne, versteckte sich gerne unter den Schatten seines alten Kirschbaums. Mein Vater murrte aber grundsätzlich nie über das Wetter. Bei Wind und wildem Wolkenspiel beobachtete er, durch den Garten spazierend, lange und ausführlich das Treiben am Himmel. Ein Regenspaziergang mit Schirm oder stapfen durch den hohen Schnee machte ihm gar nichts aus. Dies alles habe ich "geerbt" - lieber ein aufregendes Wetterspiel als heiße Junitage...

Für Franz. Für Axel.


Schöne Junitage

Mitternacht, die Gärten lauschen,
Flüsterwort und Liebeskuss,
Bis der letzte Klang verklungen,
Weil nun alles schlafen muss –
Flussüberwärts singt eine Nachtigall.

Sonnengrüner Rosengarten,
Sonnenweiße Stromesflut,
Sonnenstiller Morgenfriede,
Der auf Baum und Beeten ruht –
Flussüberwärts singt eine Nachtigall.

Straßentreiben, fern, verworren,
Reicher Mann und Bettelkind,
Myrtenkränze, Leichenzüge,
Tausendfältig Leben rinnt –
Flussüberwärts singt eine Nachtigall.

Langsam graut der Abend nieder,
Milde wird die harte Welt,
Und das Herz macht seinen Frieden,
Und zum Kinde wird der Held –
Flussüberwärts singt eine Nachtigall.

Detlev von Liliencron, *1844 in Kiel, +1909 in Alt-Rahlstedt (ab1937
zu Hamburg, Stadtbezirk Wandsbek)

Liliencron war dt. Lyriker, Prosa- und Bühnenautor.

Kerze gelb klein
Zitate von Mark Twain Von Andreas Steinhardt am 11.06.2023 um 17:28 | melden

Zur Gedenkkerze ein paar Zitate von Mark Twain. Ich merkte erst jetzt, wieviele bekannte Zitate seiner wir so täglich um uns werfen...

Genießen sie die sehr warmen Junitage gerade in vollen Zügen? Oder ist es Ihnen ein Greuel? Franz säße jetzt im Schatten unseres alten Pflaumenbaums, sich vor der direkten Sonneneinstrahlung schützend, ein Wässerchen trinkend, ein Buch bei der Hand. Vielleicht ja von Mark Twain? Jedenfalls gab es ein paar seiner Werke in unserem Bücherschrank. Und: Tom Sawyer besaß ich selbst als Kind...

Für Franz. Für Axel.


Sommer ist die Zeit, in der es zu heiß ist, um das zu tun, wozu es im Winter zu kalt war.

Ehe man anfängt seine Feinde zu lieben, sollte man seine Freunde besser behandeln.

Die Wahrheit ist das kostbarste, was wir haben - gehen wir sparsam damit um!

Als ich 14 war, war mein Vater so unwissend. Ich konnte den alten Mann kaum in meiner Nähe ertragen. Als ich 21 war, war ich verblüfft, wieviel er in 7 Jahren dazu gelernt hatte...

Mark Twain, eigentl. Samuel Langhorne Clemens, *30.11.1835 in Florida (Ort in Missouri), +21.04.1910 in Redding, Connecticut.

Kerze türkis dunkel rund
Junigedicht Von Andreas Steinhardt am 05.06.2023 um 19:58 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Erich Kästner. Lieben Sie den Juni? Sind sie froh, bloß keinen Regen zu sehen?.Denken Sie bitte auch an die Natur. Die Wiesen sind hier schon wieder gelb, die Bäume verlieren nicht wenige grüne Blätter.


Für Franz. Für Axel.


Der Juni

Die Zeit geht mit der Zeit: Sie fliegt.
Kaum schrieb man sechs Gedichte,
ist schon ein halbes Jahr herum
und fühlt sich als Geschichte.

Die Kirschen werden reif und rot,
die süßen wie die sauern.
Auf zartes Laub fällt Staub, fällt Staub,
so sehr wir es bedauern.

Aus Gras wird Heu. Aus Obst Kompott.
Aus Herrlichkeit wird Nahrung.
Aus manchem, was das Herz erfuhr,
wird, bestenfalls, Erfahrung.

Es wird und war. Es war und wird.
Aus Kälbern werden Rinder
Und weils zur Jahreszeit gehört,
aus Küssen kleine Kinder.

Die Vögel füttern ihre Brut
und singen nur noch selten.
So ists bestellt in unsrer Welt,
der besten aller Welten.

Spät tritt der Abend in den Park,
mit Sternen auf der Weste.
Glühwürmchen ziehn mit Lampions
zu einem Gartenfeste.

Dort wird getrunken und gelacht.
In vorgerückter Stunde
tanzt dann der Abend mit der Nacht
die kurze Ehrenrunde.

Am letzten Tische streiten sich
ein Heide und ein Frommer,
obs Wunder oder keine gibt.
Und nächstens wird es Sommer.

Emil Erich Kästner, * 23.02.1899 in Dresden, + 29.07.1974 in München

Kerze hellgrün geschwungen
Pfingsten Von Andreas Steinhardt am 28.05.2023 um 14:08 | melden

Zur Gedenkkerze ein Auszug aus Goethes Reineke Fuchs.

Ich erinnere mich an viele schöne Pfingstfeste daheim, es gab einen schmackhaften Sonntagsbraten, unsere Mutter buk einen leckeren Kuchen und kredenzte herzhafte Obstböden mit Schlag. Die Großeltern kamen zu Besuch und das Fest konnte beginnen...

Ich wünsche allen Lesern von Franz Gedenkseite ein schönes Pfingstfest.

Für Franz. Für Axel.


Pfingsten, das liebliche Fest war gekommen;
es günten und blühten Feld und Wald;
auf Hügeln und Höhn, in Büschen und Hecken
übten ein fröhliches Lied die neu ermunterten Vögel;
jede Wiese sprosste von Blumen in duftenden Gründen,
festlich heiter glänzte der Himmel und farbig die Erde.

Johann Wolfgang von Goethe aus Reineke Fuchs

Kerze gelb klein
An den Mai Von Andreas Steinhardt am 24.05.2023 um 14:43 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Gustav Falke.
Dieser Mai ist in unseren Breitengraden ziemlich durchwachsen,
mir ist es nur recht. Franz würde es auch begrüßen - Mairegen bringt Segen - Dürrewochen wird die Natur wahrscheinlich noch genug im kommenden Sommer bekommen...

Für Franz. Für Axel.

An den Mai

Schäm dich Gesell! Kein Sonnenschein?
Und du stellst dich als Mai hier ein?
Du bist der rechte Tröster nicht!
Wer mag dein garstig Angesicht
Noch länger sehn? Geh reisen!
Schon reift dein Bruder uns heran,
Der Juni, der wird unser Mann,
Und wird sich hold erweisen.

Sieh da! Ein blanker Sonnenstrahl!
So bist du doch nicht ganz entherzt
Und lächelst auch einmal?
Doch lieber Freund, es ist verscherzt!
Das ist kein Mai, der sich bedenkt
Und tropfenweise sich verschenkt,
Ein Mai muss aus dem Vollen fließen,
Wir müssen ihn wie Wein genießen
Und wie in seligem Rausche sein,
Pack ein!

Gustav Falke, *11. Januar 1853 in Lübeck, +08. Februar 1916 in Hamburg-Groß Borstel (das holsteinische Groß Borstel wurde
1913 in Hamburg eingemeindet)

Kerze rosa klein
Lachen Von Andreas Steinhardt am 16.05.2023 um 11:55 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Friedrich Nietzsche.
Franz war einerseits ein ernster Mensch, hatte auch auch eine große Portion Humor und konnte über vieles lachen. Besonders amüsierte
er sich über Filme und Sketche von Heinz Erhardt und Dieter Hallervorden. Franz hatte Tage, an denen er sehr streng und verschlossen wirkte, an anderen Tagen juxte mein Vater den halben Tag und wurde schir albern - in positivem Sinne!

Mein verstorbener Bruder Axel hatte wie unsere Mutter Gerda ein sehr ansteckendes Lachen, wie Franz eine große Portion Humor, Axel musste sofort Tränen lachen - egal wie kurz das Amüsement war.

Ich habe auch all dies in guter Mischung - Gott sei Dank.

Für Franz. Für Axel.


Lachen

Eine ernste Kunst ist Lachen
Soll ich’s morgen besser machen,
Sagt mir: macht’ ich’s heute gut?
Kam der Funke stets vom Herzen?
Wenig taugt der Kopf zum Scherzen,
Glüht im Herzen nicht die Glut.

Friedrich Nietzsche, *15.10.1844 in Röcken (heute zu Lützen, Sachsen-Anhalt), +25.08. 1900 in Weimar.

Kerze dunkelgrün geschwungen
Gedicht zum Mai Von Andreas Steinhardt am 05.05.2023 um 14:32 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Clara Müller-Jahnke.

Für Franz. Für Axel.

Maien-Fest

Wieder taucht ein Maientag
aus des Winters Tiefen,
lockt ein heller Amselschlag
alle, die noch schliefen.
Wieder steht das goldene Licht
hoch im Heiligtume –
aus der Dornenhecke bricht
eine Rosenblume.

Maientag und Maienfest!
Unsre Klagen schweigen.
Unsre stolze Sehnsucht lässt
ihre Banner steigen;
ihre Tauben fliegen aus,
ihre Knospen springen –
Kirschen blühn um jedes Haus,
und die Glocken klingen.

Clara Müller-Jahnke, * 05. Feb. 1860 in Lenzen, damaliges Hinterpommern, heute zur poln. Woiwodschaft Westpommern gehörend, + 04. November 1905 in Wilhelmshagen, heute zu Berlin gehörend, (B- Rahnsdorf, Neu-Rahnsdorf -Whagen)

Clara Müller-Jahnke, geb. Müller, war eine deutsche Dichterin, Journalistin und Frauenrechtlerin.

Kerze gelb klein
Frühlingsglaube Von Andreas Steinhardt am 27.04.2023 um 22:54 | melden

Zur Gedenkkerze ein Frühlingsgedicht von Ludwig Uhland. Der kälteste April seit vielen Jahrzehnten geht bald zuneige. Das folgende Gedicht trägt dann doch eher zur positiven Frühlingsstimmung bei...

Sind Sie dem kühlen, wechselhaften April überdrüssig? Ich selbst gar nicht mal. Ich liebe die kühleren Temperaturen, ein wildes Wolkenspiel und gerne auch den Landregen. Ich bin eher Isländer als ein Karibikfan.
Franz mochte dieses Wetter auch, er versteckte sich eher vor dem heißen Sonnenschein. Wie sagte mal ein bekannter Meterologe aus Hamburg? "Ich bin Norddeutscher, ich mag auch ganz gerne den Regen - es gibt für einen Meteorologen nichts langweiligeres als einen über Wochen blauen Himmel..." aber stimmen wir uns im Gedicht mal positiv...

Für Franz. Für Axel.

Frühlingsglaube

Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muß sich alles, alles wenden.

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal;
Nun, armes Herz, vergiß der Qual!
Nun muß sich alles, alles wenden.

Johannes Ludwig "Louis" Uhland, *26.04.1787 in Tübingen,
+ 13.11.1862 ebenda.

Kerze rot lang
Gedicht von Theodor Storm Von Andreas Steinhardt am 19.04.2023 um 22:44 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Theodor Storm.

Warten Sie auf mehr Sonne, weniger Regen, wärmere Temperaturen? In unseren Breitengraden ist der April sehr durchwachsen, recht kühl. Das gefällt mir ganz gut, das hätte sicherlich auch Franz gefallen. Er war nicht so sehr der Sommertyp, obwohl er mit jeder Jahreszeit im Prinzip zurecht kam. Aber die kühleren, schattigeren Tage, das wilde Wolkenspiel am Himmel, die windigeren Tage waren Franz eindeutig lieber - ich würde ihn nachbetrachtet als "Herbstmenschen" bezeichnen.

Für Franz. Für Axel.

April

Das ist die Drossel, die da schlägt,
Der Frühling, der mein Herz bewegt;
Ich fühle, die sich hold bezeigen,
Die Geister aus der Erde steigen.
Das Leben fließet wie ein Traum -
Mir ist wie Blume, Blatt und Baum.

Theodor Storm, *14.09.1817 in Husum, + 04.1888 in Hanerau-Hademarschen, heute Kreis Rendsburg-Eckernförde

Kerze hellgrün geschwungen
April Von Andreas Steinhardt am 11.04.2023 um 17:14 | melden

Zur heutigen Gedenkkerze ein nettes Gedicht von Julius Rodenberg über den April, der bekanntlich macht, was er will...

Für Franz und Axel.

April

Bald ein raues kaltes Rauschen,
Dass der dunkle Forst erkracht;
Bald ein Flüstern, Kosen, Lauschen,
Wie die stillste Frühlingsnacht.

Bald der Himmel, bald die Sonne,
Bald die Wolken, bald der Schnee –
Wie der Liebe erste Wonne,
Wie der Liebe erstes Weh.

Bald das Jauchzen, bald die Trauer
In der aufgeregten Brust –
Und noch halb in Winterschauer,
Und schon halb in Frühlingslust.

Bald ein ungestümes Ringen,
Bald ein Frieden sonntagsstill –
O, was wirst du mir noch bringen
Schöner, stürmischer April?

Julius Rodenberg (eigentl. Julius Levy), dt. Journalist und Schriftsteller, * 26. Juni 1831 in Rodenberg, heute Kreis Schaumburg, NI, + 11. Juli 1924 in Berlin.

Kerze gelb rund
Karfreitag Von Andreas Steinhardt am 07.04.2023 um 14:36 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Christian Morgenstern.

Ich wünsche Ihnen einen besinnlichen Karfreitag!

Für Franz. Für Axel.


Karfreitagmorgen

Heute will ein alter Mensch
wiederum zu Grabe sterben,
und der neue soll von ihm
nichts als nur den Willen erben,
nach dem endlichen Gelingen
immer tiefer hinzudringen.

Hilf zu solchem Ziel auch Du
mit dem eignen Stirb und Werde!
Lass uns einig unsre Erde
läutern, edlerm Stoffe zu!
Lass uns, liebes Lebensmein,
einer Sehnsucht Flügel sein!

Christian Morgenstern, *6. Mai 1871 in München, +31.03.1914 in Untermais, Tirol.

Kerze lila geschwungen
Zum Geburtstag Von Andreas Steinhardt am 26.03.2023 um 16:35 | melden

Heute jährt sich der 97. Geburtstag von Franz. Mein Vater wurde nur 59 Jahre alt. 11 Tage vor seinem 60. Wiegenfest verstarb Franz plötzlich und unerwartet an seinem 2. Infarkt.

Ich erinnere mich gerne zurück an seine Geburtstage, die ich als Kind und Jugendlicher miterlebte. Meine Mutter buk die leckersten Kuchen und kreirte die feinsten Torten, am Abend gab es meist eine Käseplatte, Lachs und Stangenbrot. An einigen Geburtstagen konnten wir schon wetterbedingt am Nachmittag im Garten sitzen, auch auf einen Ostersonntag fiel meiner Erinnerung nach einer seiner Ehrentage.

Seine letzten Geburtstage feierte Franz krankheitsbedingt nur im ganz kleinen Kreise, seinen 60. Geburtstag wollte er hingegen groß feiern, sprach zuvor viele Einladungen aus. Diesen erlebte er nicht mehr...
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Kerze rot lang
Tag der Trauerfeier Von Andreas Steinhardt am 22.03.2023 um 14:03 | melden

Heute vor 37 Jahren wurde Franz zu Grabe getragen. Unter sehr großer Beteiligung fand am Vormittag des 22. März 1986 in der Kirche
St. Elisabeth Gladbeck- Ellinghorst, es war ein Samstag, das Requiem für meinen Vater statt. Franz verstarb eine Woche zuvor plötzlich und unerwartet mit 59 Jahren an seinem 2. Infarkt. 4 Tagen nach der Trauerfeier hätten wir seinen 60. Geburtstag gefeiert. Die Einladungen standen, die Vorbereitungen liefen...

Die große Anzahl an Trauergästen gaben Franz ein ehrenvolles Geleit zu seiner letzten Ruhestätte auf dem Friedhof in Gladbeck-Rentfort.

Mittlerweile ist sein Grab eingeebnet, die Stelle ist aber noch begehbar, ein kleines Stück Rasen blieb, welches nicht von neuen Gräbern belegt wurde. So können wir auch heute noch eine Gedenkkerze dort aufstellen.

(...) Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt,
wird leben, auch wenn er stirbt. Und wer lebt und an mich glaubt,
wird niemals sterben.(...)

Johannes, 11, 25-26, Neue Evangelistische Übersetzung

Kerze lila rund
Zum Todestag Von Andreas Steinhardt am 15.03.2023 um 16:28 | melden

Unsere Toten sind nicht abwesend
sondern nur unsichtbar.
Sie schauen mit ihren Augen voller Licht
in unsere Augen voller Trauer.

Aurelius Augustinus (Hl. Augustinus, Aug. von Hippo)

Am heutigen Abend vor 37 Jahren starb Franz im Alter von 59 Jahren plötzlich und unerwartet an seinem zweiten Herzinfarkt.

Kerze grau-blau Grabkerze
Vor dem Gedenktag Von Andreas Steinhardt am 14.03.2023 um 21:58 | melden

Fürchte Dich nicht, denn ich habe Dich erlöst -
ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen.
Du bist mein.

Jesaja, 43.1

Gedanken zum morgigen Todestag von Franz.

Für meinen Vater. Für meinen Bruder.

Kerze rot dünn
Der Humor Von Andreas Steinhardt am 07.03.2023 um 15:26 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Fred Endrikat. Bevor sich in 8 Tagen, am 15. März Franz Todestag jährt, möchte ich mich heute an seine heitere Seite erinnern. Franz hatte einen schönen Humor, konnte sich köstlich über Heinz Erhardt, Dieter Hallervorden oder auch Louis des Funės amüsieren. Gerne trug mein Vater Reime von Heinz Erhardt vor, die er perfekt auswendig kannte.

Passend dazu ein Gedicht über den Humor.

Für Franz. Für Axel.

Der Humor

Humor ist sozusagen unser Senf des Lebens.
Er macht ein Stücklein trocken Brot zum Leibgericht.
Wer ihn nicht selbst besitzt, der hamstert ihn vergebens,
so hat man ihn entweder - oder hat ihn nicht.

Humor ist schwierig oder gar nicht zu ergründen.
Er ist stets taktvoll, niemals vorlaut und nicht spitz.
Humor ist zu erleben und nicht zu erfinden,
im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder Witz.

Humor ist unser Freund in allen Lebenslagen,
weil er dem Herz entspringt und nicht dem Intellekt.
Man kann zum Beispiel mit Humor die Wahrheit sagen,
so dass sie uns bekommt und halb so bitter schmeckt.

Humor blüht auch an kühlen Dauerregentagen
und stimmt uns fröhlich, wenn es noch so schaurig ist.
Ja, mit Humor lässt sich sogar ein Humorist ertragen,
und wenn er wirklich noch so traurig ist.

Fred Endrikat, Schriftsteller, Dichter und Kabarettist, * 07. Juni 1890 in Nakel an der Netze, Pommern, aufgewachsen im Ruhrgebiet, + 12. August 1942 in München. Seinerzeit galt Endrikat als äußerst populär.

Kerze hellgrün geschwungen
Franz und Rudi Von Andreas Steinhardt am 26.02.2023 um 22:22 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Cäsar Fleischlen.

Bei den heutigen Gedenkkerzen für meine Mutter und Großeltern gedachte ich im Besonderen deren Geschwister, so tue ich es hier auf der Gedenkseite meines Vaters gleich.

Nun, eine große Laudatio fällt mir leider nicht für Rudolf ein, da ich den Bruder meines Vaters kaum kannte, er war mir sehr fremd. Doch versuche ich mich besten Gewissens an ihn zu erinnern.

Onkel Rudi ist meines Wissens etwa 4 Jahre jünger als mein Vater gewesen. Leider fehlen mir exakte Daten. Den späteren Erzählungen zu Folge verstanden beide sich einst sehr gut, bis ein größerer Familienzwist sie bis auf wenige Geburtstage, vornehmlich ihrer Mutter Anna, entzweite. Dieser ereignete sich schon vor meiner Geburt, daher sah ich Rudolf auch nur sporadisch. Ich hatte als Kind ein wenig Angst vor ihm, er wirkte in seinem edelsten Zwirn gar sehr streng auf mich, stets im engen Nadelstreifenanzug und mit extrem artikulierter Aussprache. Er war ein hohes Tier, besaß mehrere Häuser, war kirchlich, ähnlich seinem Bruder Franz, sehr engagiert. Auf einer großen Feier, ich war im Kindesalter, lernte ich Rudolf doch einmal anders und heiter kennen. Trotz scheinbar familiär unüberbrückbaren Differenzen wurden wir zu seiner Silberhochzeit eingeladen. Sie fand in einem großen Festsaal statt, schier der ganze (kleine) Ort einschließlich Kirchengemeinde schien anwesend zu sein, ich erinnere mich wie Onkel Rudi zu dem seinerzeit aktuellen "Ententanz" in Perfektion das Tanzbein schwung...schade, das ich Rudolf nie besser kennen lernen konnte. Auch zu Oma Anna, eine stille und verschlosse Frau, welche mir sehr fremd war, fand ich als Kind nie richtig Zugang, im Gegensatz zu den sehr volkstümlichen Großeltern mütterlicherseits. Rudolfs Frau Elisabeth war mir noch fremder als er, sie wirkte auf mich äußerst streng und zugeknöpft. Da ich von einem meiner Bruder hörte, wie nett die Beiden doch eigentlich wären, der sie auch schon vor dem Familienzwist kennen lernen durfte, glaube ich, das ihre Kühle und Reserviertheit vielleicht nur eine Folge des schwelenden Streits war. Allerdings habe ich auch eine völlig andere Wahrnehmung als einer meiner Brüder, der mir im Prinzip bis heute fremd ist...so schätze ich Verwandte und Anverwandte, die er mehr oder minder ablehnt und umgekehrt. Ich denke er hat ein defuses Problem mit Lockerheit, Volkstümlichkeit...

Rudolf ereilte 5 Jahre nach dem Tod meines Vaters dasselbe Schicksal, verstarb wie Franz an seinem 2. Infarkt, mit 61 Jahren. Auf der Trauerfeier meines Onkels begrüßte mich seine Frau Elisabeth nach meiner Beileidsbekundung am Grab sehr herzlich. ich war 20 Jahre alt - ich sah sie nie wieder. Nur wenige Jahre später verstarb auch sie viel zu früh.

Ich widme diese Gedenkerze Franz wie Rudolf und Elisabeth, auch wenn ich sie nie richtig kennen lernen konnte.

Zur "Aufheiterung" noch ein schönes Gedicht von Cäsar Fleischlen.

Februarschnee

Februarschnee
tut nicht mehr weh,
denn der März ist in der Näh!
aber im März
hüte das Herz,
dass es zu früh nicht knospen will!
warte, warte und sei still!
Und wär der sonnigste Sonnenschein,
und wär es noch so grün auf Erden,
warte, warte und sei still:
es muss erst April gewesen sein,
bevor es Mai kann werden!

Cäsar Fleischlen, *12.05.1864 in Stuttgart, +16.10.1920 in Gundelsheim bei Heilbronn.

Kerze orange lang
Aschermittwoch Von Andreas Steinhardt am 22.02.2023 um 21:39 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Alfred Lichtenstein.

Die Masken sind gefallen, die Fastenzeit hat begonnen. Sind Sie froh, das der ganze Spuk des Faschings nun ein Ende hat? Oder trauern Sie der närrischen Zeit nach? Franz mochte den Karneval ganz gern, wie auch ich. Nun ist er da, der Aschermittwoch, da hilft kein Weh und kein Ach...eine karge Zeit beginnt, je nach dem wie Sie diese annehmen, mit christlichem Hintergrund oder purem Ignorieren. Das ist jedem selbst überlassen. Die gute Nachricht: In 40 Tagen ist Ostersonntag. Ein überschaubarer Zeitraum, wie auch immer Sie diese kommenden Wochen gestalten, möge es Ihnen gut gelingen!

Aschermittwoch

von Alfred Lichtenstein

Gestern noch ging ich gepudert und süchtig
In der vielbunten tönenden Welt.
Heute ist alles schon lange ersoffen.

Hier ist ein Ding.
Dort ist ein Ding.
Etwas sieht so aus.
Etwas sieht anders aus.
Wie leicht pustet einer die ganze
Blühende Erde aus.

Der Himmel ist kalt und blau.
Oder der Mond ist gelb und platt.
Ein Wald hat viele einzelne Bäume.

Ist nichts mehr zum Weinen.
Ist nichts mehr zum Schreien.
Wo bin ich?

Alfred Lichtenstein, expressionistischer Dichter, * 23.08.1889 in Wilmersdorf (seit 1920 zu Berlin), + 25.09.1914 in Vermandovillers, Nordfrankreich.

Kerze lila geschwungen
Der Karneval Von Andreas Steinhardt am 18.02.2023 um 16:01 | melden

Zur Gedenkkerze ein paar Gedanken zum Karneval, zum Fasching und einem Gedicht von Wilhelm Busch.

Sind Sie jeck? Lieben Sie die "tollen Tage?" Oder ist es Ihnen ein Greuel? Darf man bei der derzeitigen politischen und wirtschaftlichen Situation überhaupt fröhlich sein? Feiern? Lassen wir nun auch unsere Geburtstage, Weihnachten, Ostern ausfallen oder gönnen wir uns ein paar Tage, ein paar Stunden Freude, Erholung vom trüben Alltag?.

Franz mochte den Karneval, ich erinnere mich gerne wie wir einst zusammen "Mainz bleibt Mainz..." oder uns die Rosenmontagszüge ansahen, aber auch zu verschiedenen Umzügen reisten.

Meine Mutter sagte immer: " Viele sagen: Ach, Karneval! Dieses auf Kommando lustig sein. Das können ja nur Karnevalsmuffel sagen...aber es ist nicht so - wir freuen uns ja lange schon vorher auf die jecken Tage, und endlich sind sie dann da!"

Franz stimmte zu, ich sehe es genauso.

Der Aschermittwoch kommt bald. Dann kann ich früh genug das ganze Jahr Trübsal blasen und an der politischen und wirtschaftlichen Situation verzweifeln...gönnen Sie den Menschen den Karneval, den Fasching.

Karneval

von Wilhelm Busch

Auch uns, in Ehren sei’s gesagt,
Hat einst der Karneval behagt,
Besonders und zu allermeist
In einer Stadt, die München heißt.
Wie reizend fand man dazumal
Ein menschenwarmes Festlokal,
Wie fleißig wurde über Nacht
Das Glas gefüllt und leergemacht,
Und gingen wir im Schnee nach Haus,
War grad die frühe Messe aus,
Dann konnten gleich die frömmsten Fraun
Sich negativ an uns erbaun.
Die Zeit verging, das Alter kam,
Wir wurden sittsam, wurden zahm.
Nun sehn wir zwar noch ziemlich gern
Die Sach’ uns an, doch nur von fern
Ein Auge zu, Mundwinkel schief
Durchs umgekehrte Perspektiv.

Wilhelm Busch, * 14.02.1832 in Wiedensahl, Schaumburger Land, Niedersachsen, + 09.01.1908 Mechtshausen, heute Stadt Seesen, Niedersachsen.

Sind Sie in der Nähe, besuchen Sie doch einmal das alte Pfarrhaus im Ortsteil Mechtshausen, dort wurde ihm zu Ehren ein Museum eingerichtet, in dem neben seinen Werken seine Wohn- und Arbeitsräume zu besichtigen sind. Vor der Kirche steht eine Max-und-Moritz-Statue, sein Grabmal ist auf dem dortigen Friedhof zu finden.

Kerze rot lang
Der Februar Von Andreas Steinhardt am 02.02.2023 um 22:36 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht zum Februarbeginn von Erich Kästner.
Für Franz. Für Axel.

Der Februar

Nordwind bläst. Und Südwind weht.
Und es schneit. Und taut. Und schneit.
Und indes die Zeit vergeht
bleibt ja doch nur eins: die Zeit.

Pünktlich holt sie aus der Truhe
falschen Bart und goldnen Kram.
Pünktlich sperrt sie in die Truhe
Sorgenkleid und falsche Scham.

In Brokat und seidnen Resten,
eine Maske vorm Gesicht,
kommt sie dann zu unsren Festen.
Wir erkennen sie nur nicht.

Bei Trompeten und Gitarren
drehn wir uns im Labyrinth
und sind aufgeputzte Narren
um zu scheinen, was wir sind.

Unsre Orden sind Attrappe.
Bunter Schnee ist aus Papier.
Unsre Nasen sind aus Pappe.
Und aus welchem Stoff sind wir?

Bleich, als sähe er Gespenster,
mustert uns Prinz Karneval.
Aschermittwoch starrt durchs Fenster.
Und die Zeit verläßt den Saal.

Pünktlich legt sie in die Truhe
das Vorüber und Vorbei.
Pünktlich holt sie aus der Truhe
Sorgenkleid und Einerlei.

Nordwind bläst. Und Südwind weht.
Und es schneit. Und taut. Und schneit.
Und indes die Zeit vergeht,
bleibt uns doch nur eins: die Zeit.

Erich Kästner, * 23.02.1899 in Dresden, + 29.07.1974 in München

Kerze hellgrün klein
Januar Von Andreas Steinhardt am 12.01.2023 um 13:21 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Robert Reinick, das meinem Vater sicherlich gefallen hätte:

Januar

Wohin man schaut, nur Schnee und Eis,
Der Himmel grau, die Erde weiß;
Hei, wie der Wind so lustig pfeift,
Hei, wie er in die Backen kneift!
Doch meint er’s mit den Leuten gut,
Erfrischt und stärkt, macht frohen Mut.
Ihr Stubenhocker, schämet euch.
Kommt nur heraus, tut es uns gleich.
Bei Wind und Schnee auf glatter Bahn,
Da hebt erst recht der Jubel an!

Robert Reinick, * 22.02.1805 in Danzig, + 07.02.1852 in Dresden

Kerze lila geschwungen
Zum Gedenken Von Andreas Steinhardt am 07.01.2023 um 11:52 | melden

Diese Kerze widme ich nicht nur Franz, sondern auch seinem ältesten Sohn Axel, meinem Bruder, den wir heute vor 1 Jahr zu Grabe trugen. Zudem gedenkt unsere Familie heute Helmut, den Vater meiner Partnerin, der heute vor 5 Jahren plötzlich und unerwartet mit 81 Jahren verstarb.



Die Toten sind nicht tot, sie sind nur nicht mehr sichtbar. Sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer.

Aurelius Augustinus (auch Augustinus von Hippo, Hl. Augustinus, Bischof von Rom)

Kerze grau-blau Grabkerze
Neues Jahr Von Andreas Steinhardt am 01.01.2023 um 13:32 | melden

Zur Gedenkkerze ein Neujahrsgedicht von Schaukal.

Ich erinnere mich gerne zurück an die Neujahrsnacht, als mein Vater mir als Kleinkind auf dem Arm, am Fenster oder im Garten, den bunt erhellten Nachthimmel zeigte. Später in meiner Kindheit, während wir ein Feuerwerk zündeten, ging Franz gerne die Straße entlang, bewunderte das Spektakel hier und dort, zog an unseren Nachbarhäusern vorbei und wünschte allen ein gutes neues Jahr.

Allen Lesern von Franz Gedenkseite wünsche ich ein friedvolles, gesundes Jahr 2023.

Neues Jahr

von Richard von Schaukal

Wieder ein Ring am Baum,
der seine Wurzeln in Traum
taucht und Tiefe der Nacht.

Wieder ein Zeichen der Zeit,
die durch die Ewigkeit
tastende Menschen erdacht.

Wieder um Weh und Wahn
kreisend gemessene Bahn,
bis wir am Ziel erwacht.

Richard von Schaukal, * 27. Mai 1874 in Brünn, Mähren, + 10. Okt. 1942 in Wien

Kerze hellgrün geschwungen
Die Katze die zur Weihnacht kam Von Andreas Steinhardt am 25.12.2022 um 17:46 | melden

Nach einer kleinen Pause wieder zur Gedenkkerze die schöne Weihnachtsgeschichte, welche sich am 24.12.1976 zutrug - hierzu finden Sie unter der Rubrik Bilder ein Foto von unserer Katze "Mieze", sowie das damals festlich geschmückte 70er Jahre-Wohnzimmer an Heiligabend 1976....

24.12.1976: Ich war 6 Jahre alt, ich erinnere mich an einen kalten Tag, aber schneefrei. Niemand durfte vor der Bescherung ins Wohnzimmer gehen, und doch lukte ich als Kind oft heimlich durch das Schlüsselloch, konnte die Lichter am Baume sehen und einen Teil der verpackten Geschenke, die unter dem festlich geschmückten Christbaum lagen. Irgendwann klang ein Glöckchen. Ich weiß bis heute nicht, wer dies aus meiner Familie immer läutete, denn ich verlor in meiner Aufregung auch ein wenig den Überblick. Meine Mutter Gerda hatte am Nachmittag das Wohnzimmer schon festlich geschmückt und vor Einbruch der Dämmerung warme und kalte Speisen für den Abend zubereitet - das ganze Haus war schnell erfüllt von dem leckerem Duft. Zudem gab es ausnahmsweise schon am Heiligabend den Truthahn, welcher sonst erst am 1. Feiertag zubereitet wurde, da mein Bruder Axel mit seiner Freundin schon früh des Morgens verreisen wollte.

Ich war schon unglaublich aufgeregt, schaute zur „Entspannung‘‘ die Sendung „Wir warten aufs Christkind“ und freute mich auf mein
erstes Kettcar, welches ich mir sehnsüchtig gewünscht habe.
Kurz vor der Bescherung maunzte ein kleines, schwarzes Ding vom Fenstersims, schaute mit ihren großen grünen Augen in das Küchenfenster herein als ob sie sagen würde:
"Es riecht sooo lecker! Gebt mir doch auch ein Stück ab von diesen köstlichen Speisen" -

"EINE KATZE! EINE KATZE!" Ich war außer mir vor Freude. "Da sitzt eine kleine Katze an unserem Fenster! Ach, lasst sie uns doch hinein holen!" - Unsere Eltern waren zunächst dagegen, was man als 6-jähriger Junge natürlich nicht nachvollziehen kann.

Mutter fügte noch hinzu: "Wer weiß, wo sie herkommt! Wem sie gehört! Vielleicht ist sie ja krank!‘‘ - natürlich lief ich rasch nach draußen, nahm die kleine schwarze Katze auf den Arm und streichelte sie. Heimlich trug ich sie in den Hausflur, gaben ihr etwas Milch. Sofort taufte ich sie auf den Namen Mieze. Vom zweitältesten Bruder Peter kam keinerlei Einspruch...also ab sofort hieß sie „Mieze!“

Mieze, welche sich von nun an immer in der Nähe unseres Hauses aufhielt, kam an den folgenden Weihnachtstagen immer wieder zu uns, maunzte schon morgens früh auf dem Fenstersims und schaute in die Küche. Ich rannte sofort hinaus um Mieze zu streicheln, mit ihr im Garten zu spielen, sie folgte mir auf Schritt und Tritt.

Manchmal ließen wir Kinder Mieze heimlich ins Haus und zeigten ihr jeden Raum.

Von diesem Tag an, dem 24.12.1976, blieb Mieze bei uns. Warum sie uns an Heiligabend zulief, ob sie jemand ausgesetzt hatte - blieb etwas nebulös. Es gab die Mutmaßung, das ein uns gut bekannter Verkäufer des hiesigen Supermarktes die kleine Katze ganz bewusst an Heilgabend bei uns aussetzte. Er sprach er uns im Herbst im Markt an, ob wir nicht eine kleine Katze haben möchten - seine Katze hatte einen Wurf. Meine Eltern wollten dies aber nicht…

Clever, die Katze am Heiligen Abend in einen Haushalt mit Kindern quasi als Geschenk auf unser Küchenfenstersims zu setzen…vielleicht auf die „Barmherzigkeit“ der Eltern zu hoffen…klappte ja auch…zumindest wenig später…

Nach ein paar Wochen stimmten unsere Eltern zu, das Mieze bei uns bleiben durfte. Was für eine Freude für mich, für uns! Mieze lebte viele Jahre bei uns, sie war eine "Drinnen & Draußen-Katze." Sie wurde meine beste Freundin, die gesamte Kindheit über. Was hat sie mir Freude bereitet, uns allen! Natürlich hatte auch Franz sehr viel Spaß mit unserer Mieze. So ein liebes Wesen und von so hoher Intelligenz.

Mieze gebar einige Junge, wir gaben sie später an andere Familien ab, einmal durfte ich 2 Kater behalten - einer blieb bei uns, das andere Tier wurde zum Wohnungskater meines ältesten Bruders Axel.

Wunderschön als Kind, kleine Katzen aufwachsen zu sehen, wie sie die Mutterkatze lehrt, sie im Garten im Sonnenschein herumtollen...

Manchmal begleitete Mieze mich morgens zur nahen Grundschule, schlich unauffällig in einem gewissen Abstand hinter mir her - manchmal wartete sie schon auf mich an unserer Haustür nach dem Schulunterricht, kam mir maunzend entgegen...

Wie schon oben erwähnt: Unter der Rubrik Bilder findet ihr, finden Sie ein Bild von unserer Mieze...und das damals festlich geschmückte Wohnzimmer an Heiligabend 1976. Die Katze die an Weihnachten kam - hat meine große Liebe besonders zu Katzen, aber auch zu allen Tieren sicherlich geprägt.

Ich hoffe, wir sehen auch alle unsere lieben Haustiere eines Tages einmal wieder - ich freue mich so auf Mieze! Natürlich auch auf Geri, Freci und Franzi, denen nur ein kurzes Leben vergönnt war.

Heute haben wir (wieder) zwei schwarze Katzen, die uns viel Freude bereiten. Fina und Lou sind eine große Lebensbereicherung und zaubern uns oft täglich ein Lächeln ins Gesicht.

Allen, die in diesen Tagen auf Franz Gedenkseite zu Gast waren und diese Geschichte gelesen haben, wünsche ich eine gesegnete Weihnacht.

Falls sie aktuell oder früher einen lieben Menschen verloren haben, an den Sie an diesen Weihnachtstagen besonders viel denken, sie/ihn gerade an den Weihnachtstagen furchtbar vermissen, wünsche ich viel Kraft. Im letzten Jahr starb kurz vor Weihnachten nein Bruder Axel. In diesem Jahr vermissen wir ganz stark die Mutter meiner Partnerin, die im Mai verstarb und noch letztes Weihnachten mit uns feierte. In diesem Jahr verstarben 6 Familienangehörige. Falls Sie gerade heute einen geliebten Menschen doll vermissen, wünsche ich mir, das Sie in den kommenden Tagen viel Liebe und Stärke verspüren, das sie ihren Verlust - ich hoffe im Kreise Ihrer anderen Lieben, mit einem Lächeln in den Tränen, so nenne ich es immer, ertragen können. Ich weiß nicht, ob sie ein gläubiger Christ sind oder nicht, das spielt auch keine Rolle, zumindest ich glaube fest daran, das der Mensch, um den sie trauern, heute auch bei Ihnen ist. Irgendwie. Er/sie ist nicht weg, sondern anwesend, nur nicht sichtbar. Und möchte nicht, das sie trauern, sondern lächeln - trotz Tränen im Gesicht.

Denken wir auch an die Menschen in der Ukraine, die die Weihnachtstage im Bunker verbringen? Im Bombenhagel des Aggressors fliehen, verletzt werden, einen Angehörigen verlieren,
ihr eigenes Leben lassen?

Im Vergleich geht es und noch gut, trotz aller Probleme, die wir haben und noch kommen werden.

Alles Liebe für Sie! Bewusste Weihnacht.

Kerze rot lang
Geburtstag und Todestag von Franz ältestem Sohn Von Andreas Steinhardt am 13.12.2022 um 13:57 | melden

Diese Gedenkerze ist Franz und seinem vor einem Jahr verstorben Sohn Axel, meinem ältesten Bruder, gewidmet.

Nunmehr ist es schon ein Jahr her, das mein Bruder Axel plötzlich und unerwartet verstarb. Am Vortag konnte er noch seinen Geburtstag feiern, nur einen Tag später fand sein ältester Sohn Lars Axel leblos in seinem Haus. Mein Bruder sollte eigentlich schon vor seinem runden Geburtstag aufgrund seines Herzleidens und momentan nicht guter Verfassung zur Überprüfung ins Hospital, wollte aber seinen Ehrentag noch daheim im Kreise der Familie feiern. Axel wurde 70 Jahre alt, vom Alter waren wir fast 19 Jahre auseinander.

Er war für mich in der Kindheit und Jugend nicht nur Bruder, auch Freund und Vorbild. Er erfüllte mir fast jeden Wunsch, Geschenkchen, Eislaufen, Fußballspiele besuchen, Schwimmen...einen besseren, lieberen Bruder kann ich mir nicht vorstellen.

Axel studierte Germanistik und Sport, war bis zur Verrentung Studienrat am katholischen Don Bosco Gymnasium in Essen.
Er war sehr geschätzt beim Kollegium, meines Wissens war Axel
auch Vertrauenslehrer. Ähnlich wie seine, unsere Mutter Gerda
strahlte er ständig, erfreute sich äußerster Beliebtheit. Ich erinnere mich gerne zurück an seine Studienzeit in Marburg, die wunderschöne Stadt, der mittelalterliche Stadtkern beeindruckte mich als Kind exorbitant, mehrfach im Jahr mit unseren Eltern zu ihm zu reisen war ein absolutes Highlight, endlich wieder dort zu sein, endlich wieder bei meinem lieben Bruder.

Axel hinterlässt seine Ehefrau, 2 Söhne und 1 Enkel.

Aus familiären Gründen habe ich bisher keine eigene Gedenkseite für meinen Bruder erstellen können.

Kerze rot Grabkerze
Herbst von Morgenstern Von Andreas Steinhardt am 15.11.2022 um 13:40 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Christian Morgenstern*, welches den schönen Herbst eher bejaht als beklagt, mit kleinem Klang der Melancholie, wartend auf den Winter. Vielleicht ganz passend zum momentan wundervoll sonnigen Novemberwetter.

Für Franz und Sohn Axel

Herbst

Zu Golde ward die Welt;
zu lange traf
der Sonne süßer Strahl
das Blatt, den Zweig.
Nun neig
dich, Welt, hinab

Bald sinkts von droben dir
in flockigen Geweben
verschleiernd zu -
und bringt dir Ruh,
o Welt,
o dir, zu Gold geliebtes Leben,
Ruh.

Christian Morgenstern, * 06.05.1871 in München, Maxvorstadt,
+ 31.03.1914 in Untermais, Tirol.

Kerze rosa geschwungen
Oktobergedicht Von Andreas Steinhardt am 23.10.2022 um 16:23 | melden

Zur Gedenkerze ein Gedicht von Guido Zernatto *)
Im Gedenken an Franz und Axel

Lied im Oktober

Wenn ich jetzt in meinem Garten
Bei den blassen Astern stehe,
Oder zugeknöpft und fröstelnd
Durch die leeren Felder gehe,

Wenn ich irgendwo am Wegrand
Einen toten Maulwurf sehe,
Spüre ich und fühl’s gewaltig:
Ja, der Herbst ist in der Nähe!

Ja, der Herbst ist in der Nähe
Und der Winter und die Ruh!
Und jetzt fließen alle Zeiten
Sänftlich ihrer Mündung zu.

*) Guido Zernatto, österr. Dichter und Politiker, ehem. Staatssekretär im Bundeskanzleramt Wien, * 21.06.1903 in Treffen/Ossiacher See, Kärnten (A), + 08.02.1943 in N.Y. City, verhandelte zunächst mit dem deutschen NS-Regime, musste aber später ins Ausland flüchten.

Kerze hellgrün geschwungen
Oktobersturm Von Andreas Steinhardt am 02.10.2022 um 23:37 | melden

Zur Gedenkerze ein Gedicht, was vielleicht kurz und treffend die momentan unsichere Zeit widerspiegelt.

Oktobersturm
von Christian Morgenstern

Schwankende Bäume
im Abendrot -
Lebenssturmträume
vor purpurnem Tod -

Blättergeplauder -
wirbelnder Hauf -
nachtkalte Schauder
rauschen herauf.

(Christian Morgenstern, * 6. Mai 1871 in München - + 31. März 1914
in Untermais, Tirol)

Kerze rot lang
Aurelius Augustinus Von Andreas Steinhardt am 29.08.2022 um 21:00 | melden

Unsere Toten sind nicht abwesend, sondern nur unsichtbar. Sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer.

Aurelius Augustinus zugeschrieben, (354 - 430)

(Augustinus von Hippo, kath. Hl. Augustinus), Gedenktag gestern, 28. August.

Dieses berühmte Zitat wird täglich, vor allem in Gedenkforen, weltweit in unwahrscheinlich großer Anzahl verbreitet. Ich finde es sehr schön, Hoffnung gebend, und widme es zur Gedenkkerze Franz und seinem Sohn, meinem ältesten Bruder Axel.

Kerze rosa geschwungen
Die Welt die monden ist Von Andreas Steinhardt am 11.08.2022 um 22:22 | melden

Zur Gedenkkerze ein Gedicht passend zum derzeitigen, wundervollen Vollmond. Franz liebte den Mond, den Sternenhimmel, und erklärte ihn mir oft abends im Garten. Viel blieb mir auch in Erinnerung, später beschäftigte ich mich sehr intensiv mit der Sternenkunde.

Danke dafür, Vater - Orion wurde auch zu meinem Lieblings-Sternenbild. Ich kann es kaum erwarten, wenn im Herbst Orion wieder am Himmel zu sehen ist...

Die Welt, die monden ist

von

Rainer Maria Rilke

Vergiß, vergiß, und laß uns jetzt nur dies erleben, wie die Sterne durch geklärten Nachthimmel dringen, wie der Mond die Gärten
voll übersteigt. Wir fühlten längst schon, wie´s spiegelnder wird im Dunkeln; wie ein Schein
entsteht, ein weißer Schatten in dem Glanz der Dunkelheit. Nun aber laß uns ganz hinübertreten
In die Welt hinein die monden ist.

Rainer Maria Rilke (*1875 in Prag, + 1926 in Montreux)

Diese Gedenkkerze ist für Franz und Axel.

Kerze hellgrün geschwungen
Sommerabend Von Andreas Steinhardt am 25.07.2022 um 22:41 | melden

Zur Gedenkkerze ein Sommergedicht mit einer ganz gewissen Stimmung.

Sommerabend
von
Rainer Maria Rilke

Die große Sonne ist versprüht,
der Sommerabend liegt im Fieber,
und seine heiße Wange glüht.
Jach seufzt er auf: Ich möchte lieber …
Und wieder dann: Ich bin so müd …
Die Büsche beten Litanein,
Glühwürmchen hangt, das regungslose,
dort wie ein ewiges Licht hinein;
und eine kleine weiße Rose
trägt einen roten Heiligenschein.

Kerze rot lang
Gedenkkerze für Franz und Axel Von Andreas Steinhardt am 11.07.2022 um 23:04 | melden

Diese Kerze widme ich Franz und seinem Sohn, meinem ältesten Bruder Axel, der im Dezember völlig überraschend und auch zu jung verstarb.

Das ewige Licht leuchte Ihnen.

Kerze lila geschwungen
Danke Von Andreas Steinhardt am 27.06.2022 um 23:32 | melden

Zur Gedenkkerze für Franz ein Dank.

Danke, das meine Familie die Corona-Erkrankung überwunden hat.

Danke, das ich als Einziger verschont blieb.

Die Bitte, das die Person meiner Familie, welche unter den Folgen der Erkrankung besonders leidet, auch bald vollkommene Genesung von den Nachwirkungen der Corona-Infektion erfährt.

Kerze hellgrün geschwungen
Vom Grab zur Wiese Von Andreas Steinhardt am 02.06.2022 um 19:59 | melden

Das Grab von Franz ist mittlerweile eingeebnet worden. Dieses kleine Stück nahe dem Baum hat man zur Wiese umgeebnet, rund herum sind neue Gräber angelegt worden. So ist sein Grab nun zur Wiese geworden, ohne Aushebung, noch das dort eine neuerliche Bestattung stattfand. Das Grab ist immer noch in seinen Konturen schwach erkennbar. So eignet es sich besonders gut, dort immer noch eine Kerze anzuzünden. Diese Gedenkkerze widme ich Franz wie zugleich seinem verstorbenen Sohn, meinem im Dezember verstorbenen Bruder Axel.

Kerze grau-blau Grabkerze
Der schöne Mai und der Traurige Von Andreas Steinhardt am 03.05.2022 um 23:11 | melden

Der Wonnemonat Mai ist gekommen...Franz hätte viel Zeit in seinem Garten verbracht, alles gehegt und gepflegt, er war sehr akorrat, konnte Stunden an den Pflanzen und Stauden herumschnibbeln...er war zwar eine Art Jahreszeitlos, er mochte den Sommer wie den Winter, als Sohn habe ich mich allerdings zu eimem Herbst- und Wintertyp entwickelt. Den Sommer bitte nur mit gemäßigten Temperaturen, ich vertrage die Wärme wirklich nicht gut. Ich habe lieber einen Sonne- und Wolkenmix im Frühjahr und Sommer...ich zelebriere den 1. Oktober wie andere den 1. Mai... nun ist dieser Mai getrübt. Wie ich schon letztens schrieb: Die Sonne, die uns täuscht...nicht nur quält uns weiter der Virus, mit dem wir versuchen zu leben, der Ukrainekrieg verlangt uns seelisch viel ab. Nicht nur das Mitleid, das Entsetzen, auch die Angst, die viele packt, um eine Ausweitung des Krieges, um eine atomare Bedrohung. Die meisten, die ich kenne ängstigt der Gedanke, auch mich. Kinder, Jugendliche, alte Menschen. Ich weiß nur um ganz wenige Bekannte, die äussern, das sie keine Angst um eine Ausweitung des Krieges, um eine atomare Bedrohung Europas, Deutschlands fürchten. Franz heutzutage hätte große Erinnerungen an seine Zeit als ganz junger Soldat im 2 Weltkrieg. Er würde schweigen, nicht viel dazu sagen, vieles mit sich selbst ausmachen. Ich wünsche uns allen Zuversicht, wenn möglich, innere Ruhe und Frieden, auch wenn es schwer fällt in diesen Tagen.

Kerze lila geschwungen
Ostern früher und heute Von Andreas Steinhardt am 17.04.2022 um 22:53 | melden

Wie gerne erinnere ich mich an die Osterfeste meiner Kindheit zurück. Gerade in diesen Zeiten der fortlaufenden Pandemie, in Zeiten eines Krieges in Europa. Wie wunderbar, diese Erinnerungen zu haben. Ich schließe die Augen und bin da. Dort, in der heilen Welt der Kindheit. Ich sehe mich im Garten als 5-jähriger Bub, ich suche die versteckten Ostereier, erinnere mich an die Euphorie, die Aufregung. Ich spüre den leichten Wind, die Ostersonne, die mich wärmt. Ich höre die Vögel zwitschern am Ostermorgen, die Kirchenglocken, die einluden zum Feste. Wann immer ich dies sehen möchte, die Augen schließe, bin ich dort. Genau wie Du. Wir treffen uns auf der Ebene der Erinnerung, und Du und Mutter seid mit mir verbunden in der Ewigkeit von Zeit und Raum. Du wunderbare Erinnerung, Du selige Kindheit - ich bin jetzt im Hier - und ich bin gerade dort...

Allen Besuchern von Franz Gedenkseite wünsche ich gute Gedanken an Ostern, ein Moment des Abschaltens, versuchen wir zuversichtlich zu bleiben. Schließen Sie die Augen - und sie sind auch dort.

Gesegnete Ostern!

Kerze hellgrün lang
Kerze für Franz und Sohn Axel Von Andreas Steinhardt am 12.04.2022 um 18:30 | melden

Diese Gedenkkerze widme ich meinem Vater und meinem Bruder. Franz ältester Sohn verstarb im Dezember plötzlich und unerwartet, wie auch unser Vater. Eine Gedenkseite entsteht aus bestimmtem familiären Grund erst später. Geben Sie in eine Suchmaschine "Gedenkseite für Axel Steinhardt" ein, so werden Sie in das Gedenkforum des hiesigen Bestattungsinstituts verlinkt. Ergreifend, welch wundervolle Worte sein ehemaliges Lehrerkollegium des Essener Gymnasiums für Axel fanden. Bei Interesse schauen Sie dort doch einmal hinein.

Kerze lila geschwungen
Zum heutigen Geburtstag Von Andreas Steinhardt am 26.03.2022 um 12:04 | melden

Heute vor 96 Jahren wurde mein Vater geboren. Er wurde ja leider nur 59 Jahre alt. Als jüngster Sohn war ich gerade einmal 16 Jahre alt, als mein Vater verstarb. Zu seinem damals kurz bevorstehenden 60. Geburtstag waren schon alle Feierlichkeiten geplant, den er nicht mehr erlebte. Ich denke natürlich viel an meinem Bruder Axel, Franz ältesten Sohn, welcher im Dezember, einen Tag nach seinem 70. Geburtstag auch plötzlich und unerwartet starb. Traurige Parallele. Meine Gedenkkerze gilt heute beiden. Möge ihnen das ewige Licht leuchten.

Kerze rot lang
Zum heutigen Todestag Von Andreas Steinhardt am 15.03.2022 um 13:02 | melden

(...) Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt,
wird leben, auch wenn er stirbt. Und wer lebt und an mich glaubt,
wird niemals sterben.(...)

Johannes, 11, 25-26, Neue Evangelistische Übersetzung

Heute vor 36 Jahren verstarb Franz plötzlich und unerwartet mit 59 Jahren, elf Tage vor seinem 60. Geburtstag an seinem zweiten Infarkt. Als sein jüngster Sohn war ich gerade einmal 16 Jahre alt. Franz hatte Nachmittags, an einem schönen, sonnigen Märztag, unseren großen Garten schön für das Frühjahr gemacht. Ich sah ihn gegen 16 Uhr das letzte Mal, verabschiedete mich, und fuhr an diesem ersten Osterferien-Wochenende mit dem Rad in unsere Stadt, um mich mit Freunden zu treffen. Franz starb um 21 Uhr, er fiel im Wohnzimmer um, war auf der Stelle tot. Meine Mutter war zu dieser Zeit allein mit ihm. Gegen 22 Uhr kam ich an unserem Haus wieder an. Ich wunderte mich, warum mehrere Autos unserer Verwandten in der Einfahrt parkten. Mein ältester Bruder, welcher auch plötzlich und unerwartet vor 3 Monaten verstarb, stand auf unserer Auffahrt und begrüßte mich mit wässrigen Augen und den Worten ...Na, Bruder.......das irgend etwas nicht stimmt, war mir völlig klar. Alle möglichen Konstellationen des Schreckens schossen mir in den Sekunden des Schweigens durch den Kopf. Nach mir endlos vorkommenden 4-5 Sekunden, indem ich meinen Bruder groß und schweigend anschaute, sagte er zu mir....der Papa hatte wieder einen Herzinfarkt.........der Papa lebt nicht mehr...

Kerze rot Grabkerze
Für den Frieden Von Andreas Steinhardt am 04.03.2022 um 19:35 | melden

Zur Gedenkkerze das Friedensgebet von Bruder Alois (Taizé) vom letzten Donnerstag. Ich selbst vermag kaum passenden Worte zu finden angesichts des Ukraine- Krieges, vielleicht nur diese folgenden Sätze : Gott stehe den Menschen in der Ukraine bei, Gott stehe uns im restlichen Europa bei und bewahre uns vor weiterem, schweren Leid. Meine Familie und ich ängstigen uns in der derzeitigen Situation, wie auch die Allermeisten, die wir kennen. Unsere Hoffnung auf Frieden stirbt zuletzt.

Angesichts der kriegerischen Handlungen in der Ukraine sprach Frère Alois am vorherigen Donnerstag beim Mittagsgebet in Taizé das folgende Gebet:

Du liebender Gott,
fassungslos stehen wir vor der Gewalt auf unserer Welt;
besonders in diesen Tagen – angesichts des Kriegs in der Ukraine.
Gib uns die Kraft, solidarisch denen nahe zu sein,
die betroffen sind und in Angst leben.
Steh all denen bei , die in diesem Teil der Welt
besonders auf Gerechtigkeit und Frieden hoffen.
Sende uns den Heiligen Geist, den Geist des Friedens,
damit die Politiker ihre Entscheidungen
in großer Verantwortlichkeit treffen.

Kerze hellgrün rund
Gebet für den Frieden Von Andreas Steinhardt am 26.02.2022 um 22:23 | melden

Gebet der EKD vom 24.02.22

Gott,
wie zerbrechlich unsere Sicherheiten sind,
wie gefährdet unsere Ordnungen,
das erleben wir in diesen Tagen.

Wer sieht uns mit unserer Hilflosigkeit und Angst?

Wütend und fassungslos erleben wir,
wie Machthaber die Freiheit und das Leben vieler Menschen gefährden.
Wie am Rand Europas ein Krieg beginnt.
Was geschieht als Nächstes?
Welchen Informationen können wir trauen?
Was könnten wir tun, das helfen oder etwas bewegen würde?

Sieh du die Not.
Sieh unsere Angst.

Wie so viele suchen wir Zuflucht bei dir und Schutz,
innere Ruhe und einen Grund für unsere Hoffnung.
Wir bringen dir unsere Sorgen.
Wir bitten dich für die, die um ihr Leben fürchten,
und für die, die sich beharrlich für friedliche Lösungen einsetzen.

Kerze dunkelblau dünn
Februargedicht Von Andreas Steinhardt am 01.02.2022 um 15:03 | melden

Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht, passend zum Februarbeginn.

Februar
von
Cäsar Flaischlen

(*16.10.1920 in Gundelsheim,
+ 12.05.1864 in Stuttgart)

Schon leuchtet die Sonne wieder am Himmel
und schmilzt die Schneelast von den Dächern
und taut das Eis auf an den Fenstern
und lacht ins Zimmer: wie gehts? wie stehts?

Und wenn es auch noch lang nicht Frühling,
so laut es überall tropft und rinnt ...
du sinnst hinaus über deine Dächer ...
du sagst, es sei ein schreckliches Wetter,
man werde ganz krank! und bist im stillen
glückselig drüber wie ein Kind.

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Kerze rosa geschwungen
Bestattung von Franz Sohn Axel Von Andreas Steinhardt am 10.01.2022 um 20:56 | melden

Am Freitag, dem 7.Januar fand die Urnenbestattung für Franz ältesten Sohn, meinen Bruder Axel, statt. Er verstarb überraschend am 12. Dezember des vergangenen Jahres. Die heutige Gedenkkerze möchte ich beiden widmen. Wir alle sind noch in tiefer Trauer.

Kerze rot lang
Für Franz Steinhardt von Andreas Steinhardt Von Andreas Steinhardt am 21.12.2021 um 13:15 | melden

Mein Bruder, Franz ältester Sohn Axel ist am 12. Dezember, einen Tag nach seinem Geburtstag, völlig unerwartet verstorben. Dieses Weihnachten steht damit im großen Zeichen der Trauer. Man kann es nicht begreifen. Da es ein Urnenbegräbnis wird, steht ein Termin der Trauerfeier auch noch nicht fest. Meine Gedanken sind bei seiner Ehefrau, seinen beiden Söhnen und seinem kleinen Enkel.

Diese Gedenkkerze ist Franz, aber auch Axel gewidmet. Über ein Beerdigungsinstitut wurde eine Trauerseite, auch mit der Möglichkeit zum Entzünden einer Kerze, angelegt. Daher werde ich nicht ohne eine Erlaubnis einzuholen, hier in diesem Forum eine Seite anlegen bzw. werde zu einem späteren Zeitpunkt eventuell seine Söhne dazu anregen.

Dieses Weihnachten werde ich daher nicht die schöne, fröhliche Geschichte aus der Kindheit, welche ich bisher immer zur Weihnacht zur Gedenkkerze veröffentlicht habe, erneut schreiben.

Allen, die auch an diesem Weihnachtsfest trauern, wünsche ich einfach nur viel Kraft, diese Tage zu überstehen.

Kerze flieder rund
Franz ältester Sohn ist gestern verstorben Von Andreas Steinhardt am 13.12.2021 um 18:53 | melden

Franz Sohn Axel, mein ältester Bruder ist gestern unerwartet verstorben. Er feierte am Samstag noch seinen 70. Geburtstag, einen Tag später verstarb er. Es ist unfassbar, nicht zu begreifen. Leider bin ich aus familiären Gründen nicht direkt berechtigt, eine Gedenkseite zu erstellen. Vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt.

Kerze rot Grabkerze
Nikolausabend Von Andreas Steinhardt am 05.12.2021 um 21:09 | melden

Ich erinnere mich gern zurück an die Nikolausabende in meiner Kindheit...
dieser war fast so aufregend wie der Heilige Abend, schließlich gab es ja neben den Naschereien ein oder zwei kleine Geschenke, beispielshalber ein kleines Spielzeugauto. Meine Mutter rief gen Dämmerung gespielt aufgegeregt: Der Nikolaus! Ich glaube ich habe draußen den Nikolaus gesehen! Nun, das einzig erschreckende darran war, das die Nikolausmaske welche mein Vater trug, sehr gruselig aussah. Eine Maske aus Plastik, heute würde man diese gut in einem Horrorstreifen verwenden können...mein Vater trat nah an das Wohnzimmerfenster heran und blickte hinein - bis ich vielleicht 6 Jahre alt war, hielt ich diese Gestalt mit der furchteinflößenden Maske wirklich für den Nikolaus...die schönen Geschenke entschädigten dann doch für den kleinen Schrecken...

Kerze rot geschwungen